KdiH

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43.1.73. Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. germ. 447

Begonnen von Regina Cermann, fortgeführt von Isabel von Bredow-Klaus

Ergänzung zum gedruckten KdiH

Datum der Veröffentlichung: 5.10.2026

Datierung:

Um 1520.

Lokalisierung:

Nürnberg.

Besitzgeschichte:

Eventuell aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Nürnberg. Hinweise liefern der Stich der hl. Katharina im hinteren Spiegel und die weite Verbreitung der ›Hortuli‹ im dominikanischen Umfeld (Haimerl [1952] S. 55, Miller/Zimmermann [2007] S. 461).

Inhalt: Fragment eines Gebetbuches mit Teilen des ›Hortulus animae‹
Innenspiegel

Holzschnitt: Anna Selbdritt

1r−2r

Anfang des Johannesevangeliums (Io 1,1−14)

2r−3r

Zwei Segen mit Gebet Ü: getilgt A: DEr frid vnnsers herren Jhesu cristi die crafft seines pittern leidens das zeichen des heiligen creuͦczes ... 2v Ü: Aber gar ein loblicher vnnd nuͦczlicher andechtiger segen. A: IN dem namen vnsers herren Jhesu cristi des gecreuͦczigisten stehe ich auͦff der mich mit seinem rosenfarben pluͦt erlost hat ... 3r Ü: Dis gebet sprich nach dem segen A: HErre Jhesu criste ich senk die grosse meiner sund in die bittrigkeit deines leidenns ...

3v−5r

Gebet zu Gott A: O Herr heiliger vater almechtiger ewiger gott offen meinen mund ze benedeyen vnnd zuloben deinen heiligen namen ...

4r

Miniatur: Memento mori

4v

Miniatur: Gnadenstuhl

5r–9v

Fünf Gebete zur hl. Dreifaltigkeit A: VOn gannczem herczen aus gannczer sele von allenn krefften vnd auͦs allen meinnem gemuͦet seist gegrusset hochgelobet vnnd geerte allerhochste heilige driualtigkeit ... 6v A: O Duͦ aller heiligiste driualtigkeit vnnd du aller wirdigiste einigkeit ... (Haimerl [1952] S. 53 Anm. 268) 8r A: HErre almechtiger got vnnd vnausprechlich an ende vnnd one anfang ... dich allein an bette ich ... 8v Ü: Von disem gepetlein nachfolgent hat man mercklichen grossen ablas A: O Der aller Hochsten vnd vnteilparen driualtigkeit vnsers herrn Jhesu cristi des gecreuczigten mennschait [bricht ab], 9r Ende eines vorausgehenden Gebetes ... Vnnd der seligen Junckfraue marie mit allen heiligen vnnd auszerwelten gottes sei allezeit lobe ere glori von allen creaturen ymmer vnd ewiglich. Amen. Ü: Ein annder gepet zuer heiligen driualtigkeit vnd zum ersten zu got dem vater A: GOt vater von himel erbarme dich vber vns arm suͦnder ...

vor 9

Blattverlust mit Textverlust

9v–10r

Suffragium zu Hieronymus Ü: Ein gebett von dem heiligen Hieronimo der vir Cristenlichen lerer ainer wie hernachuolget A: O Du erentreicher großwirdiger heiliger lerer sannct Jheronime auͦßerwelter warhaftiger auͦßleger der heiligen geschrieft der Junckfrauͦ [bricht ab]

vor 10

Blattverlust mit Textverlust

10r–14r

Acht Verse St. Bernhards Ü: Hie heben sich an die acht vers in dem psalter die sancto Bernhardo geoffent wurden von dem teufel duͦrch den heiligen geist auf das er den psalter alle tag nicht gancz außlese, auͦch hastu auf icliche Verss ein aigen collecten die hat gesaczt der erwirdige vater vnnd Bischoffe von Hildeßheim genant herr Erhart vnnd hat zu iclicher Collecten geben zwainczig tage ablas. Der erste verss. A: ERleuͦcht herre mein augen das sie nimmer enntschlaffen zu dem todt ... (Haimerl [1952] S. 127; Stammler [1965] S. 13f.)

14r–v

St. Bernhards Gebet gegen einen schnellen Tod Ü: Sannt Bernharts gepet fur den gehenn vnd schnellen todt dauon sein dreihuͦndert tag Ablas A: O Barmhercziger herre Jhesu Criste Ich erkenne zwaÿ Ding in mir die natur die du beschaffen hast vnnd die sunde die ich armer volbracht habe ... die natuͦr die du beschaffen hast also das [bricht ab] Siehe auch Nr. 43.1.146.

vor 15

Blattverlust mit Textverlust

15r–19r

Gebet vom Leiden Christi für 15 Sünder Ü: Wer das nachgeschriben gepette ein gancz Jar mit andacht nuchteren spricht vnnd darczu xv pater noster vnd xv aue Maria der hatt daruon gar grossen nucz dem wil got dauon xv sunder bekeren vnd xv seiner guten freundt ... (15v) Das gepet wart gefunden zu Rom von einem babst in Sant Peters altar ... (16r) A: Ich ermane dich du hochgelobter ewiger diemutiger almechtiger ... der pitterenn erdenung deiner hende vnd fuͦes vnd aller deiner gelieder ...

19r–20r

Befehlnis in das Leiden Christi Ü: Ein gut gebete vnnd beuelhnus In das leiden vnnsers herrenn Ihesu cristi A: DIe marter vnnd das leiden Cristi meines herren vnd gottes seie mir ein sueßser eingangk in aller tugende ... (Haimerl [1952] S. 55 Anm. 284, S. 140 Anm. 860)

20v–21r

Zwei Ablassgebete Ü: Vonn dem gepette hat man vierhundert tag ablas vnnd vergebung Vergessener sund vnd boeser gedancken A: O Barmhercziger gott ich begere das noch heuͦt alle mein gedancken wort vnnd werck thun vnnd lasse enntspringen vnnd außfliessen aus deiner gotlichen liebe vnd ende sich in deinem lob vnd ere Amen. (Haimerl [1952] S. 144) Ü: Babst Benedictus hat geben drei hundert tag ablas todtlicher sund so offt der mensch dz gepet spricht andechtlich so der prister dz sacrament erhebt, neust oder sunsten ein mennsch entpfacht (21r) A: Seist gegrust du warer fronleichnam Jhesu cristi ... (Haimerl [1952] S. 144)

21v–22r

Pestgebet ›Regina celi laetare‹, deutsch Ü: Ein nuczlich gepete fur die pestilenncz A: KOnigin der himel erfreuͦ dich alleluia ... (Haimerl [1952] S. 127 Anm. 785)

22r+v

Reimgebet um Bewahrung vor Sünden Ü: Ein gepete zu got dem herrenn vmb bewarnis von sunden vnd Schannden A: O Herre Jhesu criste ich bit durch deinnen vnschuldige Todt das du mir armen sunder helffest aus aller nott ...

22v–23r

Gebet in Anfechtung Ü: Ein gepete in widerwerttigkeitt vnnd anfechtung zulesen A: Almechtiger got vnd allrmiltster gott sich an genediglich vnnser gepette ...

23r

Gebet um Geduld Ü: Ein gepette vmb gedult von got zu erlanngenn A: HErre Ihesu criste der du durch dein heilige gedultt die hoffart der boesen geist zerstoret hast ...

23v–24r

Gebet um gute Rede Ü: Ein gepet vmb gutte vnd gerechte rede zuerlangen A: DAs vngerecht vnd betriglich wort thu weit vonn mir herre ... (Haimerl [1952] S. 127 Anm. 783)

24r–27r

Bedas Gebet von den ›Sieben letzten Worten Christi am Kreuz‹ Ü: Dis ist das gepete des ersamenn bristers Bede von den Sieben hintdersten worten vnnsers liebenn herrenn ihesu cristi da er an dem Creucz hing ... A: Herre Jhesu Criste der an dem letsten tag deines lebenns der an dem creucz hangende hast gesprochen siben wortt ... (aus dem dt. ›Hortulus‹ Nr. 43.1.191., 105v–107v; auch in Nr. 43.1.30., 5r–7r, Nr. 43.1.125., 30r−33v u. v. m.; Haimerl [1952] S. 55 Anm. 277, S. 124, S. 139, Anm. 852, S. 144. Die gleiche Übersetzung wie im Begerin-Gebetbuch Bern Cod. 801 Nr. 43.1.30., 5r–7r)

27r–28r

Fünfteiliges Paternoster-Gebet um einen guten Tod ›Fünf Worte‹ Ü: Wer die funnff wort hienach bestimpt mit wolbedachten sinen vnnd mit guter anndacht spricht der von got nimmer geschieden Pater noster. Ave maria. A: O lieber herr Jhesu criste ich beger das dein heiliger nam seÿ mein anngstes wortt ... (aus dem deutschen ›Hortulus‹ Nr. 43.1.191., 107v−108r; auch in Nr. 43.1.30., 7v–8r, Nr. 43.1.52., 250r–251v, Nr. 43.1.56., 45r, Nr. 43.1.73., 27r–28r, Nr. 43.1.116., 94v−95r, Nr. 43.1.125., 33v−34r, Nr. 43.1.127a., 39v–40r, Nr. 43.1.146., 68v−69v, Nr. 43.1.197., 55v, Nr. 43.1.199., 194v−197r; Haimerl [1952] S. 55, Anm. 278, S. 139, Anm. 853)

28r–29r

›Adoro te‹, deutsch, unvollständig durch Blattverlust, Papst Gregor I. zugeschrieben Ü: Wer das nachgeschriebenn gepett mit andacht sprich vor der figur Sannt Gregori erscheinung kniennd ... A: O Herre ihesu criste ich an pete dich am creucz hangende vnnd ein dorne kronn auff deinem haubt tragende ... (28v) ... ich bitt dich das dein todt sei mein [bricht ab] (Haimerl [1952] S. 55 Anm. 280, S. 139 Anm. 855; Roth [2000] S. 277–324)

vor 29

Blattverlust mit Textverlust

29r–30v

Ende eines Gebetes [...] sele vnnd bis genedig mir armen sunder Amen. O Herre ihesu criste durch der grossen pittrigkeit willen die du geliten hast ... do dein edelste sele außginge ... Ablassgebet, Aurelius Augustinus zugeschrieben Ü: Dis nachgeschrieben gepette ist zu Rom in Sannt Johanns Capellenn in einen stein gegrabenn vnnd allen den menschen (29v) Die das einmal am tag mit andacht kniendt sprechen werden verliehen achtzig tausend Jar todtlicher sunde ... A: HErre ihesu criste ein Sun des lebendigenn gottes der du vmb vnser erlosung willen hast wollen (30r) gebornn beschnitten von den Juden verworffenn ... (Haimerl [1952] S. 140 Anm. 858, S. 144)

31r–31v

›Anima Christi‹, deutsch Ü: Von dem gebett hat man ablas dreyhundert tag todtlicher sunde vnnd dreihunder Jar leßlicher suͦndt A: DIe sele cristi heilig mich der leichnam cristi behallt mich ... (Haimerl [1952] S. 55 Anm. 283, S. 140 Anm. 859, S. 144)

31v–33r

›Oratio ad christum crucifixum‹, deutsch, Papst Gregor III. zugeschrieben, auf Bitten einer englischen Königin Ü: Wer dis nachgeschrieben gepete andechtiglichen spricht vor einem crucifix derselbige mennsch hat souil tag ablas als dann wunden vnnser Herr Jhesus hat geliden ... (32r) A: Ich bit dich lieber herr ihesu criste durch die allerhosten liebe die du zu dem mennschlichen geschlecht gehebt hast ... (Haimerl [1952] S. 124 Anm. 735, S. 128)

33r–36r

Grüße der Glieder Christi Ü: Wer die glieder vnnsers herren Jhesu cristi andechttiglichen grust der erlanngt von yedem glid dreihundert tag ablas A: SEyest gegrust du heiliges haubt vnsers behaltters ... (Haimerl [1952] S. 55, Anm. 285, S. 124 Anm. 736, S. 140 Anm. 857, S. 144)

36r–36v

Reimgebet ›O du uzvliezender brun‹, ›Brun‹ Ruf, unvollständig durch Blattverlust Ü: Dis nachfolgennd gepete sprich vor der marter Cristi oder vor ainem Crucifix so verdinstu gros gnad vnnd ablas A: O Du vrsprunglicher brun allerweißheit wie bistu so gar versigen ... leben wie pistu so pitterlichenn [bricht ab] (auch im deutschen ›Hortulus‹ Nr. 43.1.191., 120r–121r; auch in Nr. 43.1.125., 48v−49r;Nr. 43.1.127a., 22v–23r, Nr. 43.1.197., 67v−68r, Nr. 43.1.199., 188r; Kornrumpf [1987] Sp. 1269–1272; Haimerl [1952] S. 55, Anm. 286, S. 140, Anm. 861)

vor 37

Blattverlust mit Textverlust

37r

Ende eines Gebetes [...] Edele arm gelegt warde Sich heut an mich armen sunder vnnd erbarm dich mein ...

37r–38r

Gebet vom Leiden Christi Ü: Ein andechtig gebete von dem leiden cristi am Suntag zesprechen A: O Barmhercziger ewiger got Ich begere mit Innigkeit meines herczen dich bittende das du mich begnadest ...

38v

Gebet zum hl. Geist, unvollständig durch Blattverlust Ü: Zu gott dem heiligen geist einn schon gepete A: KVm heiliger geist mit den flammen deiner genaden ... Vnnd zuuerkunden das Reiche [bricht ab]

vor 39

Blattverlust mit Textverlust

39r–40v

Drei Ablassgebete Ü fehlt A: Almechtiger ewiger gott wir pitten dich verleihe vns durch emßsige begerung zu erlangenn den heiligen geist ... 39r Gebet und Segen, Papst Innozenz IV. zugeschrieben Ü: Ein anndechtig gepete vnd ein gotlicher segen zu dem der pabst Innocentius der vierde hat geben dreihundert tag ablas A: DIe keiserlich mayestat gesegen mich die koniglich gothait beschirm mich ... (Haimerl [1952] S. 144) 40r Gebet, Papst Pius II. zugeschrieben Ü: Zu dem nachgeschrieben gepet hat Babst piuͦs der annder hundert vnd vierczig tag ablas geben vnd den trittail der pein im fegfewer vmb vergessen sund wird dardurch abgedilget A: O Herre Jhesu criste mach hailwerttig deinen diener der in dich hoffet ...

40v–41v

Gebet Ü: Das gepet soll man am freitag so man das gepet leut sprechenn A: Finsternuͦs sindt worden als die Juden den herren Jhesum cristum gecreuczigt hettenn ...

41v–43v

Zwei Gebete zur hl. Anna mit Ablass, Papst Alexander VI. zugeschrieben Ü: Wer das gepet mit andacht dreimall spricht vor sannt anna pild der verdinnt zehenn tausent tag ablas todlicher sunde vnd der gemelten zall iar teglicher sund von babst allexander dem sechsten als man zallt 1494 gebenedeit A: GEgrusset seistu maria vol gnaden ... Vnd gesegnet sei dein heilige muter Sant anna ... (s. Haimerl [1952] S. 144 von Papst Alexander VI. 1494 erteilt; Dörfler-Dierken [1992] S. 17; aus dem deutschen ›Hortulus animae‹, auch in Nr. 43.1.12., Nr. 43.1.62., Nr. 43.1.63., Nr. 43.1.72a., Nr. 43.1.91., Nr. 43.1.199., Freiburg i. Br., Hs. 1500,30, 208rund Karlsruhe, St. Peter pap. 18; vgl. Haimerl [1952] S. 141, Anm. 873) 2. Gebet 42r A: Beginn fehlt [...] Arch wan in dir hat gerwet der guldin aimer darinne gerwet hat das War himelbrot ... (Hebr. 9,4)

vor 42

Blattverlust mit Textverlust

43v–52v

Fünf Mariengebete: ›Goldenes Ave Maria‹ Ü: Babst Sixtuͦs der virdt hat dis nachgeende bet gemacht, vnd allen denen die ire sundt gerewet vnd gebeichtet haben vnd es andechttiglichen Sprechen von vnnser frawen bilde in der sunnen verliehenn ailff tauͦsent Jar wares ablas 44r A: GEgrusset seistuͦ aller heiligste Maria ... (Fassung I.3. [Wachinger [1981] Sp. 81, Nr. I.3; Haimerl [1952] S. 121 Anm. 711, S. 144, aus dem deutschen ›Hortulus animae‹, in zahlreichen Gebetbüchern enthalten: Nr. 43.1.13., Nr. 43.1.17., Nr. 43.1.52., Nr. 43.1.56., Nr. 43.1.60., Nr. 43.1.72a., Nr. 43.1.75., Nr. 43.1.85., Nr. 43.1.107., Nr. 43.1.156., Nr. 43.1.159., Nr. 43.1.166., Nr. 43.1.176.)
44r Ü: Ein Schon gepete von der Junckfra Maria wer dz andechtiglich spricht xxx tag nacheinandr Der wirt gewert an sele vnd leib was er zimlich pitten ist 44v A: SAncta maria ein Junckfrau ob allen Junckfrauen ... Ich bit dich durch das schneident schwert in aller meiner arbeit ... leiden in aller meiner arbeit Inn [bricht ab] (Klapper [1935] S. 335–343, Nr. 98,1. S. 336 Z. 4–13 fehlt durch Blattverlust) 49r Ü: Hienach folget ein schon nuczlich gepete von der almechtigisten keiserin vnnd muter gottes Junckfrawe vnnd maget Maria A: O Du allermechtigiste keiserinn aller wirdigkeit ... alle mein sunde die mich gezogen haben von meinen kintlichen tagen [bricht ab, Fortsetzung auf 50r] meinen schulden kume ... (s. Nr. 43.1.53., Nr. 43.1.77a., Nr. 43.1.192., Nr. 43.1.202. und Nr. 43.1.25. (dort Ablassgebet für Herzog Albrecht II. von Österreich [1298–1358], zugeschrieben an Papst Innozenz VI.) 51v Ü: Ein gepet zu der Junckfrau Maria A: O Du ewige tochter dess ewigen vaters ... (aus dem deutschen ›Hortulus‹, Nr. 43.1.191., 213r−213v; auch in Nr. 43.1.17., 41r–41v, Nr. 43.1.38., 34r–35r, Nr. 43.1.56., 81v, Nr. 43.1.86., 101v, Nr. 43.1.123., 253v, Nr. 43.1.125., 289v , Nr. 43.1.133., 245v–246v, Nr. 43.1.147., 56v−57r, Nr. 43.1.199., 152r−153v und in Cgm 833), 52v unvollständig durch Blattverlust Ü: Ein Schonnes vnd nuczparliches gepete zu vnser Frawen A: O Allergutigste Junckfrawe Maria ich bit dich du wollest mir Barmherczigkeit erczaigen ... vnd dem sun alzeit beisteen vnd se [bricht ab] (auch in Nr. 43.1.125., 290r–290v)

vor 45, 50, 53

Blattverluste mit Textverlusten

53r

Gebet zu Christus (Beginn fehlt) [...] mit deinen heiligen engeln vnnd vrtail vnns ...

53r–58v

Gebet vom Leiden Christi Ü: Von dem leiden vnnser lieben herren Cristi Jhesu ein schon gepet A: O Himel vnnd erdttrich mere vnnd alle wasser, alle menschen, thier, perge vnnd tall kumpt mir armen Sundigen mennschen zu hillffe ...

58v

Gebet zum hl. Christophorus, mit Vers und Kollekte, unvollständig durch Blattverlust Ü: Ein lieblich nucz gepete von dem Heiligen Sannt Cristoffell A: O Wie gar wunderlich ist die macht des seligmacherss ... Barmhercziger ewiger got wolst [bricht ab] (aus dem deutschen ›Hortulus animae‹, auch in Nr. 43.1.6., Nr. 43.1.82., Nr. 43.1.91., Nr. 43.1.180.)

vor 59

Blattverlust mit Textverlust

59r

Ende eines Gebetes [...] geprediget vnnd dardurch got dem herren vil volkes gewunnen ...

59r–61r

Vier Seelengebete Ü: Hie nachfolgen gar schone gepete zuͦer hilff trost vnnd erledigung der armen glaubigen, elendenn Vnnd Im fegfewer leideden selenn 59v A: O Heiliger O starcker O vntodtlicher got erbarmme dich vber all glaubig selen ... Ach ewiger Barmhercziger Gott nim [bricht ab] 60r Ende des Gebetes Glaubigen selen vnd las sie gemessenn aller deiner guͦt ... Ü: Ein annder gepete zu allen glaubigen selenn A: O Heilige driuͦaltigkeit einiges wesenn ewiger gott Erbarm dich vber meins vaters vnd meiner muter, vber aller meinner geschwistrigit sele ..., 60v Ü: Ein annders zu allen glaubigen selen A: O Du reicher bruͦn der barmhertzigkeit teil mit in dein vaterlich gnad vnnd habe lieb die sele ... 61r Ü: Zuhilff vnnd trost den elenden selen Im fegfewer A: O Ewiger almechtiger got erbarm dich vber all ellend sele die hie auff erden niemand haben ... (Haimerl [1952] S. 156, Anm. 972)

vor 60

Blattverlust mit Textverlust

61v–69r

Segensgebet Ü: Ein nuczlicher segenn zusprechen vnnd wer das andechttiglichenn petet wirt behut vor allen seinen veindte vnnd vor aller widerwertigkeit der sele, leibes ere vnd guts etc. A: ICH gesegen mich N. heut bei dem heiligen fronen † creucz vnd bei dem prot vnd bei dem wein ...

69r–70r

Zwei Gebete zum Kirchgang Ü: Ein schon gebete so du in die kirchen geest zupetenn A: O Herre ich bin eingangen in dein haus vnnd wolt anpetten deinen namen ... 69v Ü: Ein annders So du in kirchen geest Hat sant Francistus gepettet A: O Herre Jhesu criste wir beten dich an hie vnnd zu allen kirchen ...

70r

Tobiasgebet Ü: Sanndt Tobias Gepette A: O Herre nit rech die missetat meiner elternn ...

I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 70 Blätter (zahlreiche Blätter entfernt mit Bild- und Textverlust, viele Blätter lose), 162–164 × 120 mm, Schriftraum 101–105 × 59–61 mm, Fraktur (kalligrafisch) von einer Hand, eine Spalte, 17 Zeilen, rote Rubriken, zwei- und dreizeilige Lombarden mit Punktverdickungen rot und blau im Wechsel, Fadenausläufer, ornamentale Verzierungen und Zeilenfüllungen, goldene Anfangsstriche; eine vierzeilige braune I-Buchmalerinitiale (1r) mit feinen goldenen Ranken auf rosa Grund. Buchstabe besteht aus Blattwerk, grün gerahmt. Davon ausgehend in Rosa, Blau, Grün, Braun eine Ranke mit einer Eule, einem Vogel und einer Traube. Eine dreizeilige (5r) blaue V-Initiale auf rosa Grund mit feinen Goldranken, golden gerahmt. Buchstabenstamm aus plastisch modelliertem Blattwerk. Unten und seitlich eine Ranke in Rosa, Blau, Grün, Braun und Grau mit Blüte, einem Vogel und zwei Hasen. Auf 2r, 2v, 3r wurden Gebete getilgt, heute schwach sichtbar, rote Rubriken verwischt und unleserlich.

Schreibsprache:

nürnbergisch (Miller/Zimmermann [2007] S. 462).

II. Bildausstattung:

Zwei Miniaturen (4r, 4v, vermutlich diverse Miniaturen herausgeschnitten), Umkreis Nikolaus Glockendon. Zwei unkolorierte Holzschnitte: Hans Springinklee, ›Hortulus animae‹ 2. Folge, Friedrich Peypus für Johannes Koberger 1518 (Oldenbourg [1973] S. 128, TIB 12, Nr. 39 und 42 [327]; Bartsch VII [1808] S. 327, Nr. 39 und 42).

Format und Anordnung:

Zwei ganzseitige Miniaturen auf einem eingehefteten Einzelblatt, elf weitere waren wohl in den Text integriert ohne freie Rückseiten, da immer auch Textverlust. Erhaltene Miniaturen recto und verso auf einem Extrablatt, 4r: 105 × 70 mm, 4v: 107 × 67 mm.

Zwei ganzseitige Holzschnitte auf Papier, eingeklebt in die Spiegel vorne und hinten. 116–119 × 76–80 mm.

Bildaufbau und -ausführung:

Beide Miniaturen sind rot und gold gerahmt. Die Figuren wirken sehr kräftig untersetzt und durchaus beleibt. Gleichgültigkeit und wenig Mimik zeichnet die Gesichter aus, wobei die Malweise aber fein und detailliert ist, unterstützt durch Farbschattierungen, die durch viele Kreuzschraffuren erreicht werden. Die Malweise erinnert stark an Nikolaus Glockendon, aus dessen Umkreis die Miniaturen stammen könnten. Glockendon fertigte zur etwa gleichen Zeit ein Diurnale für eine Dominikanerin in St. Katharina Nürnberg (heute Karlsruhe, St. Peter perg. 53a und 34), stand demnach mit dem Kloster in Kontakt (s. Merkl [1999] S. 433f.). Vor einem leuchtend blauen Hintergrund steht bei der Darstellung des Memento mori ein verwesender Leichnam mit einem Stundenglas und einem unbeschriebenen goldenen Spruchband. Die zweite Miniatur zeigt einen Gnadenstuhl mit einem gewaltig großen Gottvater. Auffällig ist die Camaieu-Malerei bei dieser Miniatur, die die gesamte Miniatur in einem Braunton hält. Diese Darstellung ist zudem dadurch eine ungewöhnliche Variante des Gnadenstuhls, dass Gottvater nicht wie üblich frontal mit dem Kreuz direkt vor sich gezeigt wird, sondern das Kreuz sehr exponiert wie bei einer Kreuzigungsszene neben Gottvater steht.

Bildthemen:

Der Holzschnitt im vorderen Spiegel zeigt die Anna Selbdritt, der im hinteren Spiegel die hl. Katharina, möglicherweise ein Hinweis auf die Herkunft der Handschrift aus dem Nürnberger Katharinenkloster. Die Heilige sitzt auf einem Thron vor einer Stadtkulisse, links lehnen Schwert und Rad an einer großen, reich verzierten Renaissancearchitektur, die das Bild rahmt. Beide Grafiken sind Nachschnitte der Folge 2 des ›Hortulus animae‹ von Hans Springinklee. Während die Darstellung des Memento mori eine allgemein gültige Botschaft beinhaltet, leitet der Gnadenstuhl die nachfolgenden Gebete zur Dreieinigkeit passend ein. Die Rekonstruktion der möglicherweise fehlenden Miniaturen ist an einigen Stellen naheliegen: vor Bl. 10 fehlt wohl der hl. Bernhard, vor Bl. 29 wohl eine Gregorsmesse, vor Bl. 42 wohl ein Marienbild (vor dem Bild Mariens zu beten). Insgesamt bleibt die Ikonografie aufgrund der Blattverluste nicht eindeutig nachzuvollziehen.

Farben:

Blau, Gold, Grün, Grau, Hellbeige, Hellbraun, Mittelbraun, Dunkelbraun.

Literatur:

Wille (1903) S. 56; Miller/Zimmermann (2007) S. 461–469. – Wilken (1817) S. 479; Ochsenbein (1983) Sp. 147–154; Merkl (1999) S. 88–98; Willing (2012) S. XVIII; ›Mit schönen Figuren‹ (2014) S. 87f.; Hamburger/Palmer (2015) S. 497f., 516.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus; manuscripta-mediaevalia.de