KdiH

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43.1.69. Hannover, Kestner-Museum, Inv.-Nr. W.M. ü. 22

Begonnen von Regina Cermann, fortgeführt von Isabel von Bredow-Klaus

Ergänzung zum gedruckten KdiH

Datum der Veröffentlichung: 5.12.2016

Datierung:

Um 1330.

Lokalisierung:

Köln, Franziskanerinnenkloster St. Klara (?).

Besitzgeschichte:

Auf 37v, 43r und 57r nennt sich ein Wilh. Ritter. Im 19. Jahrhundert im 1861 von König Georg V. von Hannover gegründeten Welfenmuseum, 1893 als Leihgabe an das Provinzialmuseum (heute Niedersächsisches Landesmuseum), seit 1968 im Kestner-Museum.

Gebet- und Andachtsbuch mit Lebens- und Passionszyklus Christi

Inhalt:
1v

Miniatur: Verkündigung an Joachim auf dem Feld

2v

Miniatur: Verkündigung an Anna

3r

A: Mit mininncligin danke průue inde kenne wy de edil iunfrowe maria is geschaffin uan der richir genadin godis als sente augustinus spricht wat gott vermach van genadin dat hait he bewisit an marijn Si wart van deme engil gabriel gebotschaft Joachim inde anne inde warin da vil engele mit.

3v

Miniatur: Der Engel Gabriel bringt Anna und Joachim die Botschaft von der Geburt Mariens

4r

A: Mit vreudin herzin inde selin loue got vm dey gebuͦrt der seliger iunfrowen marien de gebůt was so heylich dat de heilge driueltgeit dan af hatt so grose wune dat veil engel dan af haddin grose nuwe vreude inde al de werilt want si was de weg in deme got wolde kůmin zů deme menschin inde důrg si den menschin brengin zů der ewiger selicheit.

4v

Miniatur: Geburt Mariens

5r

A: Mit grosin vrudinn dancke gode dat van siner genadin de edil iuncfrowe maria dů si dru iair alt was ane menschin helpe geing ůp vunfzin grede inn offirde vr metlige rein geit want si vant geschriuen dat eyne mayt sůlde ein kint intfain inn geberin dat solde sin got inde mensche des bat si vort al dage dri bedin eine dat de edil mait nummer in sundin vallin můste de andir dat si volkůmin sin muste in alre heiligeit de dirde dat si spreg mit groiser begerungin here hilp mir dat ig neit in sterue ig in gesin de selige iuncfrowe inde werde vr so eyginclich dat ig vr dynen muͦse.

5v

Miniatur: Tempelgang Mariens

6v

Miniatur: Brautwerber Mariens, Erwählung Josefs als Gatte

7r

A: Mit groser reynicheit herce inde selin gedenke dat de werde iunfrouwe maria wart beuolen in rechter eliger truwen deme heiligen ioseph de vr alre gelichte was in allin gewarin důgedin inde was darzů van gode vůrsin inde bekant inde bereit gode inde der iunfrouwen wirtligin zů deynnen o edele got gif vns rechte minne zů dir inde zů allin menschin vm dye edil minne de maria inde ioseph haddin zů dir inde zů vn.

8r

A: Mit alre minnen herce inde selin gedenke der lutergeit inde afgescheit in der dys iunffrowe maria vr herce inde sele offerde gode inde mit allin dat si vermochte bereide de stat der got had gewart sin wort sendin mit der meister minnen inde truwen inde andaichtin gebede bat got dat he neygde de heymele inde quem nide erwarf dat die heilge driueltgeit vr barmherzigeit dede in der vader gaf sin wort deme heiligeiste dat he dat vleysmagte vs der iunfrowen edilste blůde ind des was der ho Engil gabriel bode ind quamen mit v̊me vil engele. gabriel sprach aue gratia plena.

8v

Miniatur: Verkündigung an Maria, Christus sendet aus seiner Wunde die Taube des Hl. Geistes

9v

Miniatur: Heimsuchung

10r

A: Mit grosme dancke průue he we vnse here mit siner gebůrt besserde vůr vns vnde wye sin liue můder inde vil engele inde iosep inde hirden wůrden erurout van sime gotligin sin dů he si ane sag inde si al so uroligen loifdin got.

10v

Miniatur: Geburt Christi

11v

Miniatur: Verkündigung an die Hirten

12v

Miniatur: Bethlehemitischer Kindermord

13v

Miniatur: Flucht nach Ägypten

14r

A: Mit grosme loue dancke vnsme herin dat he sin blůt so balde sinen vader offerde vůr vns in siner besnidůngen inde biddit he vnse gedencken inde wil ind werc inde wort inde leiuen mit siner wisheit besnide dat wir beuellich siner heyliger driueltgeit.

14v

Miniatur: Beschneidung

15v

Miniatur: Bad des Kindes

16r

A: Mit grosim erste inde andaigt bid vnsin heren dat he geisse in vnse herce inde selin dat clair lygt dat in deme heylgin kůninge luchte inde als si mit groyser vroudyn vnsme heren golt inde wiroych inde mirre offerdin inde eyn anderm wech geyngin in vr riche dat wir oich vnse wege aller vndůgde lasin inde de wege aller geware důggeyn zů deme ewigin riche.

16v

Miniatur: Anbetung der Könige

17r

A: Mit grosme loue ganc in deme geiste zů deme tempil alse symeon de gerecht inde vorzam was inde alze begerlich ze sine mit sinen lifligin oygin in deme ir lucht werdint derflingin jnde vnse vrauwe inde ioseph brachtin vnsen herin mit groser minnen in den tempil vnse here gaf sich deme aldin heilgin manne mit der liffter vroudin inde wisen de ey kint gewan dat de heilige man sprach Iesu cristu here dinin knecht in vreydin na dime worte want min oygen haynt gesin din heyl.

17v

Miniatur: Darbringung im Tempel

18r

A: Mit leifligin dancke loue vnsen herin dat he sinen vader so groiclige eirde in deme tempil dů he zueilf iair alt was vnse vrouwe inde ioseph haddin vn verlorin dri dage dů si vn vunden dů sprach vnse vrou Sun wye haistu vns aldus gedainig inde din vader hain dig ruich gesůgt vnse here sprach in wist ir neit dat ich můys sin in den die mins vader sint vrume gůde lere in denen hercin die des heymilschin vader sint da můs xpe sin geuangin.

18v

Miniatur zweigeteilt, oben: Christus unter den Schriftgelehrten, unten: Auffindung durch Maria und Josef

19r

A: Mit ernstin inde truen beite dancke vnsim herin der groser truwen de he allin kirsten ludin dede dů he sich dede sente johan doyfin inde wasser heiligede zů vnser ewiger seligeit inde de heilige da al irschein zů heilgin dat wasser inde vnse zů hans van doife geinc inde wůste ine van allin menschin.

19v

Miniatur: Taufe Christi

20r–20v

A: Mit getrůwen steitiger minin dancke vnsem minnincligen heren inde getruwen irloser des hardin leuins dat he hadde virzich dage ane hus inde cůgele inde schůn in der hartster zijt des iairs wat leit sin dunne hoist sin mur vleisch sint zarthe lif dat der heiligeist gemacht hadde van deme eydilstin blůde dat de edilste mait hadde de ertrich [?] ey gewan wat het he reins sneis hailz vorst hungers inde durstis ind oich bekorin des vijns de sprach bistu goitz sůn sprich dat de steine broit werdin. o minniclige inde getruwe irloisere ihu xpi wann bis werlig goitz suͦn sprich mit diner starker ...

21r

A: Mit groisme dancke gedenke dat vnse here erweylde zueilf apostolin inde leirde si den wech des ewigin leuins in der warheide inde beweirde vn sine lere mit grosin zeygene van wasser machde win inder bruloift vil blinden sin kruppil gain stummen sprecchin douen horin malatin renigin dodin up stain sundere bekerin.

21v

Miniatur: Christus verwandelt im Kreis seiner Apostel Wasser zu Wein, vor dem Tisch Heilung eines Aussätzigen, Auferweckung eines Toten, Heilung eines Krüppels und eines Blinden

22r

A: Mit groser minnen dancke vnseme herin siner v̊uernlussiger baimherzicheit de he so groslige bewiste dů he as mit Symon inde maria magdalenin vr sundin da besserde mit vlůdigen trenin da si v̊me sine vůse mit wůsch inde mit vrin harin drugede mit vrin munde kusde inde da mit wart van einre offenbare sundersin ein wertige heilige inde troist alre sundere.

22v

Miniatur: Christus zu Gast bei Simon, Maria Magdalena wäscht Christus die Füße

23r–24r

A: Mit selin inde hercin minnin gedencke inde dancke vnsim herin der starker werdiger minnen de he bewiste dů he sas mit sinen iungerin inde as inde so sůzlige sprach mit begeringin hain ich begert dat paischin mit vch essin vr herze wrdin dan af so sere birrinde in siner minnen inde dit he sprach ey ig ... (zerstört) 23v man vnder vn dan he inde ... de iunger vragedin ... was he in beschidis noyman dan den minnencligin johan den he so zartlige vuͦr allen anderin minde de heilige iohan vůr ůp sine burst inn inde sprag O leifligin here we ist vnse neigde sinen munt an sente iohans ore inn ...vine, deme ig dat genetzede broit geue inn gaf id iudas ... in zeig siner selin crefte in die schole siner heiliger ... bekennin dat ... dat wort der gotliger wisheit in der sin heymilsche vader geschaffin haid alle creaturin inn der heiligeist dat selue wort hait gemacht vleisch vs deme alre edylstin blůde der iuncfrowen marijn.

24v

Miniatur: Abendmahl, Johannes an der Brust Christi, Christus reicht Judas das ganze Brot

25r

A: Mit alder minnin di du in herzin inde selin hain magt loue unsin herin vm dat grose gůt dat he dede du he van der goser minnin die he had zů sinin iungerin wan dilde win inde boit in sin gotlis vleisch inn bluͦit inn gaf sig in dem heilgin sacramente vn zů nůtzin sin vleisch inn sin bluͦit ...

25v

Miniatur: Fußwaschung

26v

Miniatur: Letztes Abendmahl. Darreichen der Kommunion vgl. Smith (2003) S. 117

27r

A: Mit oitmůtgeit herzin ind selin loue ind dancke vnsim herrin der groser oitmůtgeit ind minnin die he dede du he wůsch siner iungern vuͦsce ...

27v

Miniatur: Gebet am Ölberg

28r

A: Mit begerligin erste bid vnsin herin dat he in din herze ind sele driue schriue ind becliue die encstlige pine die he alle bekande wi̊ we ind vil der solde sin inde geinc zů deme gardin da he sich wolde lasin vain ind sprag zů den iungerin ...

28v

Miniatur: Judaskuss

29r

A: Mit herzeligin midlidin průue wi sere vnse here byefde dat he kume gestůnt sine vijnde kůmin mit vackelin ind spisen inde suerdin vn zů vain ...

29v

Miniatur: Gefangennahme

30r

A: Mit vlisigin dancke gedencke dat vnse here sich lis di mordige viende vain ind clain mit den hare zů der bůrst inde v̊uer růcke zů der rechter ...

30v

Miniatur: Christus vor Kaiphas

31r–32r

A: Mit irbarmin ... Tintenfraß ... du he gevurt wart zů kayphas ...

32r

Miniatur: Christus vor Pilatus

32v–33v

A: O minninclig here ind meyster scrif ... pine die du ... du wrtz her vs geuurt zů pylatus ...

33v

Miniatur: Christus vor Herodes

34r

Miniatur: Kreuzabnahme

34v

A: Uespere O minninclig here inde getrwe irloser ihu xpe vm dat begerlich irlosin dat dig dine lif vrůnt sucodemi inde iosep van aromatia van dem cruce zů vesperin irlostin ... Fortsetzung auf 48r

35r-35v

A: O sůze here vm das iemerlich martirin dat dich ..din iadin zů herodes ...

36r

Miniatur: Christus vor Pilatus

36v

A: O zartlig mininclig here inde getru irloser vm die bittere pine die din mur rein edil vleisch leit zu tercijn zijt du intriett wurtz inde nitligin gedut wieder die harde sul dat din gesuollin vleisch so sere quetsde ... Fortsetzung 44r–44?

37r

Miniatur: Geißelung

38v

Miniatur: Entkleidung

39v

Miniatur: Kreuzannagelung

40r–41r

A: O edil here inde getruwe irloser vm die grose be...ge die du dime vader vůr vns deis zů sextin zijt du ... wart getreckit vs dinin wndin dat da inne was verhart inde so wide gesp...nin vf dat cruce ...

41r

Miniatur: Essigtrank, spottende Juden, ein Jude fängt Christi Blut auf

41v

A: Nona O Zarte ... vm die grose ... du lidz zů nonin du ... so sere durste van můtgeit groser arbeit die du hadz al die naicht inde den dach ... ... O wie we geschag (Fortsetzung 45r–47v)

42r

Miniatur: guter Schächer wird gerettet, böser Schächer verdammt

43v

Miniatur: Dornenkrönung (gehört nach Bl. 35)

44r–44v

Fortsetzung von 36v (Kreuztragung) geẘnt inde verurdilt inde dat grois cruce vf din gesuollin hoift gewndin lif gelait du moechz darundin nider vallin dat cruce din vleisch quetzin ... (gehört vor Bl. 38)

44v

Miniatur: Kreuztragung (gehört vor Bl. 38)

45r–47v

Fortsetzung von 41v A: der getrwer můder inde al den vrůnden die so sere mogtin... vre herze rissin vre sele bedrůft Dat bekamstu here inde dat bekennin d... gotligin herzin ...

48r

Miniatur: Beweinung

49r–49v

Fortsetzung von 34v (sieben Zeilen Verlust durch Tintenfraß) A: ... Dů wart vnse heren antlitze als schone Dat sente iacob sprag Nu iubis ig nummer essins ig in sie minin lieuin herin van deme dode uͦp gestandin O minninclig here inde getrue erloser ihu xpe vm dat lieflig heilgin dat tu vesp stůnt heilgitz dů du van deme cruce wůrtz irloist inde mit dure saluen gesalft ...

50r

Miniatur: Grablegung

50v–51r

A: complete O almechtig got minninclich here inde getruwe irloser ihu xpe vm die grose oitmůtgeit dat tu din gotlich lif lies begrauin van alre idilgeit der werrilt begrafuin weirlige ...

51v

Miniatur: Auferstehung

52r–54r

A: O minninclig here inde getruve irlosir vm dat wnnincli vrolig inde lieflig.. ůp stain ... unleserlich durch Tintenfraß

53r

Miniatur: Christus in der Vorhölle

54v

Miniatur: Auferstandene Christus befreit Josef von Arimathia aus dem Gefängnis

55r–58v

A: 4 cm oben durch Tintenfraß verloren A: umbe was geuangin inde in blog geclain inde vil geuessirt in dem starkin tůrne zů iesu solen dat he wurde gedot des ... dan na vierzig dagin dan sal ich zuͦ himil varin ... du vluen si in ierusalem inde sadin den iuden de dode were up gestandin De iuden sa 58r din ir sult in vns wider gen want wir vch gelt gauin dat ir vn hůdit. Die ridder sadin get vns ioseph den ir had geuangin ime tůrne wir gen ug ihm ime graue Die iuden sadin si dedin inde si giengin samen zů dem tůrne inde vůndin den wal beslossin kettin inde blog ganz ioseph was in weg Die ridder sadin Wat si haddin gesin inde gehort Dů gauen die iuden vil gelz den ridderin dat si spregin dů wir sliefin dů wart he gestolin die vnren esele riddere inde iuden wain din zugen mit slafindin ludin Slifin si wat wistin si 58v an sin of horin Getruwe irlosir inde minninclich here want du bis warheit weg inde leuen gif vns in dime gelouin diner wandelungin uolgin dat wir kůmin zů dem ewigin leuin dat du selue bis

56r

Miniatur: Christus zeigt Josef von Arimathia das Grab

57v

Miniatur: Drei Marien am Grabe

59r

Miniatur: Christus als Gärtner

59v–61r

A: O minningclich here inde getru irlosir vm dat liflig irschinin dat du dedis zů primin zijt marie magdalene ...

60r

Miniatur: Ungläubiger Thomas

61v

Miniatur: Christi Himmelfahrt

62r–63r

A: O minninclich here inde getru irloser ihu xpe vm dine eirlige creftige inde wnniclige upfart dů du zů hiemil vůrs mit so groser scharin selin ...

63r

Miniatur: Pfingsten

63v–64v

(Ausgießung des heiligen Geistes) O minninclig here inde getru irloser ihu xpe vm dat liflich edelig inde sůslig irvreuen dat tu ir vreudis diene zarte reine getru můder inde mait marijn inde die lieue iungere ...

64v

Miniatur: Gnadenstuhl

I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 64 Blätter, 45 davon fortlaufend auf Recto- und Versoseite bemalt oder beschrieben und 19 einzelne Bilder mit leerer Rückseite, 150 × 107 mm, beschnitten, Punktierung für Linierung auf Blatt 3 aber noch erhalten, Lagenformel: I2, VIII+220 (+6, 11), IV+230 (+21, 26), VIII+450 (+ 37, 39, 43, 48), VI+264 (+53, 57). Die Reihenfolge der Miniaturen und Texte ist inhaltlich nicht korrekt und wahrscheinlich bei der Neubindung zerstört worden. Eine Analyse der Texte ergibt folgende mögliche Rekonstruktion einer inhaltlich schlüssigen Abfolge (siehe auch Stork/Lengenfelder [1998] und Härtel [1999] mit Abweichungen): 1–11, 15, 14, 17, 16, 13, 12, 18–24, 26, 25, 27–33, 35, 38, 43, 36, 37, 44, 39–41, 45, 46, 42, 47, 34, 49, 48, 50–56, 58, 57, 59–64.

Textura von einer Hand, schwankende Zeilenzahl von sechs bis 20 Zeilen, in der Regel jedoch 18 Zeilen mit einem Schriftspiegel von 12 × 8 cm, drei Zeilen auf Miniaturseiten, zartes, schwarzbraunes Lineament, zumeist verblasst, auf Blatt 3 Punktierung am Rande erhalten, moderne Bleistiftfoliierung oben rechts, auf 31r unten rechts Reste einer alten roten Tintenfoliierung (xxxi), 31 zweizeilige Lombarden bei Abschnittsanfängen, abwechselnd in Blau mit rotem Fleuronné bzw. in Rot mit violettem Fleuronné. Bei zwei Initialen fehlt das Fleuronné (20r, 34v). Farbwechsel nicht stimmig zwischen 20r, 21r (beide Male Rot) und 36v, 40r (beide Male Blau). Zwischen Blatt 20 und 21 fehlt möglicherweise eine Miniatur, Text aber wohl kaum. Zwischen 36v, 40r gehört der Abschnittsanfang auf 41v, wo aber der Platz für eine Lombarde nicht ausgespart worden ist. Pergament sehr verschmutzt, vermutlich lange ohne Einband, zudem durch Tintenfraß stark angegriffen (20, 23, 31, 32, 34, 35, 40, 45–47, 49, 50, 52, 55, 62, 63, 64), insbesondere jene Blätter, auf denen recto und verso Schrift zu finden ist, auf Blatt 55 fehlen oben 40 mm dadurch gänzlich. Viele Feder- und Bleistiftkrakeleien.

Schreibsprache:

ripuarisch (Stork/Lengenfelder [1998] und Härtel [1999]).

II. Bildausstattung:

51 Miniaturen. Eine Miniatur fehlt möglicherweise zwischen Blatt 20 und 21 (zwölf Apostel). Die Miniaturen sind unterschiedlich gut erhalten, bei einigen sind die Farben abgerieben (1v, 64v) oder stark verschmiert (8v, 21v, 27v, 38v, 39v, 44v, 61v, 63r), andere sind durch Tintenfraß in Mitleidenschaft gezogen (34r, 36r, 50r), auf 12v aber wurden die Gesichter von Herodes und seinen Soldaten absichtlich zerkratzt. Ursprünglich waren wohl einmal Gazetüchlein über den Miniaturen zu ihrem Schutz festgenäht (Einstiche). Mindestens zwei Miniaturisten.

Format und Anordnung:

45 Miniaturen nehmen eine ganze Seite ein, 115–125 × 75–85 mm und sechs etwa vier Fünftel einer Seite, 90–110 × 80–85 mm (32r, 33v, 41r, 44v, 63r, 64v). Alle Miniaturen sind mit einem charakteristischen Rahmen versehen, welcher außen aus einem 1 mm breiten gelben Strich besteht, der beidseitig mit Schwarz umrandet wurde, innen aber aus einer 5 mm breiten Leiste, wovon die horizontalen und vertikalen Streifen farblich Blau und Rot (gelegentlich auch Gelb) voneinander abgesetzt und mit weißen Mustern belegt worden sind. In den Ecken sind zudem kleine Quadrate in Orange ausgeschieden, auf denen ebenfalls mit Weiß kleine diagonale Kreuze mit Kreisen an den Enden gemalt worden sind.

Die Anordnung der Miniaturen ist nicht einheitlich durchgehalten. Die überwiegende Zahl der Miniaturen ist mit leerer Rückseite eingeheftet. Im ersten Teil bis 19v befindet sich das Bild immer verso, recto steht meistens Text oder eine leere Seite. Nach der Kindheit Jesu werden die Texte gelegentlich länger, so dass dieses Schema nicht durchgehalten werden kann, sondern die Miniaturen auch auf recto-Seiten stehen. Bei bis zu vier Zeilen Text auf einer Seite wird die Miniaturgröße dem freien Platz angepasst, bei mehr als vier Zeilen Text bleibt der Rest der Seite leer.

Bildaufbau und -ausführung:

Alle Miniaturen werden von einem Goldgrund hinterfangen. Generell ist die Bildsprache reduziert auf wenige Personen und auf das Wesentliche, ohne detailreiche Angaben zur Szenerie zu machen. Zwei Verkündigungsszenen gehören hier noch zu den aufwendigsten Bildern, da sie etwas genauere Angaben zur Szenerie machen. Etliche Schafe zeigen deutlich die Situation, in der Joachim bzw. der Hirte vom Engel angetroffen werden. Der Garten Gethsemane dagegen ist nur durch einen einzelnen Baum gekennzeichnet, der Ölberg nur durch einen Felsen angedeutet. Auch zu Innenräumen oder Umgebung der Personen gibt es nur sehr spärliche Hinweise. Ungewöhnlich innerhalb dieses Gebetbuches ist die zweigeteilte Darstellung von Jesu Wunderwirken. Der obere Teil zeigt das Weinwunder wiedergegeben im Stile eines Abendmahls mit vier Karaffen, der untere Teil die Erweckung Lazarus, eines Blinden, eines Lahmen und eines Aussätzigen. Alle vier Geheilten blicken hinauf zu Jesus in das obere Bildfeld. Auf vier Bildern des ersten Teils finden sich Engelgruppen, die die Form der Komposition in ihrer Anordnung aufnehmen. Sie schweben entweder in Dreiecksformation oder ordnen sich in einer aufsteigenden Linie an. Häufig stehen um Jesus Gruppen von Soldaten, später auch Juden, von denen meistens nur ein oder maximal zwei zu sehen sind. Von den anderen dahinter Stehenden ist nur die Kopfbedeckung angedeutet. Mit diesen tiefenräumlichen Überschneidungen von Personengruppen, die hintereinander geschoben werden, wird hier viel gearbeitet. Geschickt wird die Raumordnung auf vielen Seiten durch eine illusionistische Darstellung der verschiedenen Ebenen von Miniatur und Buchseite aufgelöst. Dies gelingt teilweise recht einfach durch über den Rahmen hinausreichende Gewänder oder Gegenstände. Teils wird dieser Effekt weit raffinierter durch Figuren erreicht wie einen Teufel, der die aus dem Mund des Schächers entsteigende Seele außerhalb des Miniaturrahmens entgegennimmt oder durch einen zotteligen Drachen, der bei der Erlösung Adams und Evas außerhalb des Rahmens sein Maul aufreißt. Es ist somit durchaus eine Bestrebung spürbar, die Miniaturen außergewöhnlich zu gestalten. Auch der gezeichnete Flugweg der Taube der Verkündigungsszene zählt zu diesen Mitteln.

Die Malweise ist in ihrer Qualität sehr schwankend und erscheint auf manchen Bildern recht grob. Zwei verschiedene Malstile mit unterschiedlichen Kopftypen lassen sich differenzieren: Verbreitet ist ein zwar recht gleichförmiger aber dennoch mit individuellen Tendenzen versehener Stil mit leicht getöntem Inkarnat und langen, gewellten Bärten und Haaren mit großer Stirnrolle. Diese Kopfbildung hat eine unterschiedlich starke sokratische Ausbildung und ist vielfältig anzutreffen in der Kölner Malerei. Gerade bei den Profilwiedergaben offenbaren sich aber Schwächen dieser dennoch besseren Hand: Die Augen sind sowohl im Profil als auch im Halbprofil leicht verrutscht. Viele Gesichter treten zudem in Wiederholungen auf (Maria der Verlobung [6v] und Maria Magdalena, die Jesus die Füße salbt [22v]). Diesem Maler gelingt es auch in einfacher Art, die Gesichter zu individualisieren. Besonders auffällig sind die Pejorisierungen der Gesichter der Schergen bei den Passionsszenen (z. B. 28v, 29v). Teilweise ist bei diesem Maler eine sehr lebendige Darstellung mit differenzierten Gesichtsausdrücken zu sehen, z. B. wirkt Christus beim Verhör durch tiefe Augenringe leidend. In den ersten beiden Verhören erscheinen die Soldaten nicht besonders bedrohlich, sie stehen in lockerer Formation um Jesus herum. Im dritten Verhör jedoch ändert sich der Charakter, da der vorderste Soldat bedrohlich die Faust schwingt und sein Bein zu einem Tritt hebt. Die ansprechendste Miniatur dieser Hand ist die Anbetung der hl. Drei Könige 16v. Weniger häufig treten einfache stereotype, schnell skizzierte Gesichter auf weißem Grund auf mit runden Augen und großer Pupille und stilisierten Lockenkringeln. Auf einigen Bildern gelingt es aber auch diesem Maler, Emotionen der Jünger durch Blicke und Handhaltungen auszudrücken (z. B. 63r). Oft, z. B. bei der Fußwaschung oder der Kreuzabnahme, unterteilt dieser Maler die anwesenden Personen in zwei rechts und links stehende Gruppen. Bei beiden Malern scheinen die meisten Personen zu schweben und nicht fest verankert zu stehen. Auch die Proportionen der Figuren sind oftmals ungeschickt: die Hände viel zu groß, teilweise seltsam verdreht oder abgeknickt, die Füße zu weit entfernt vom Körper (Christus bei der Fußsalbung 22v) oder der Körper unnatürlich bewegt. So hat Jesus eine sehr seltsame Haltung, um aus dem Grab zu steigen. Der Tisch der Abendmahlsszenen mit den Kelchen blieb im Grunde ungefärbt, mit einem sehr feinen Kamm ist ein ganz enges Karomuster mit weißer Farbe auf das Pergament für das weiße Tischtuch aufgetragen. Die Falten des Tischtuches sind mit schwarzer Feder unterzeichnet.

Die meisten plastischen Gestaltungen werden durch Binnenzeichnung und mit weiß gehöhten schwarzen Falten erreicht, gelegentlich aber auch durch Farbschattierungen mit Weißhöhungen, insbesondere bei den helleren Farben rosa, helllila und hellorange. Bei letzterer Technik wirken die Personen sehr körperlich, während die Binnenzeichnung der ersteren zu einem unkörperlichen, steifen Ergebnis führt, unter dem sich der Körper nicht abzeichnet. Da diese beiden Konzepte sich aber nicht stringent auf die Hände aufteilen lassen, muss es sich nicht zwangsläufig um zwei Maler handeln, die jeweils eine komplette Miniatur anfertigten. Die unterschiedliche Modelliertechnik tritt durchaus nicht einheitlich innerhalb einer Miniatur auf, sondern kann auch in Kombinationen innerhalb einer Miniatur auftreten wie beispielsweise auf 59r und 60r (vgl. hierzu auch Galley [1961]), wenn die dunklen Farben mit schwarzen Linien, die hellen aber mit Farbschattierungen modelliert werden. Die verschiedenen Gewandmodellierungen können somit nicht eindeutig den verschiedenen Kopftypen zugeordnet werden. Als Tendenz lässt sich höchstens feststellen, dass die Bilder mit stärkerer Binnenzeichnung auch die gelungeneren Köpfe zeigen. Mehrere Hände waren vermutlich an den einzelnen Miniaturen beschäftigt. Vor allem diese Hand schwankt aber deutlich in der Qualität, was eine sichere Zuordnung erschwert. Die beste Miniatur des Andachtsbuches findet sich 6v mit der Erwählung Josefs und stammt womöglich von einer weiteren Hand. Stilistisch auffällig für eine Datierung um 1330 sind die bei einigen Personen vorhandenen langen Knopfreihen an den Ärmeln. So trägt z. B. Maria auf 13v und 15v kleine weiße Knöpfchen vom Handgelenk bis zu den Ellenbogen.

Im Ganzen erscheinen die Miniaturen stark von der englischen Buchmalerei beeinflusst zu sein. Sehr ähnliche Farbgebung mit viel Orange und Blau, Bildgestaltungen, Rüstungen und teilweise auch die Köpfe der ersten Hand finden sich beispielsweise im Pal. lat. 537 der Bibliotheca Vaticana wieder, einem lateinischen Stundenbuch, das König/Bartz (1998) ebenfalls 1320–50 datiert. Charakteristisch für das Kestner-Andachtsbuch ist die Architekturrahmung jeder Illustration. Gebildet werden diese Rahmen aus roten und blauen Balken, die mit weißen Ranken oder geometrischen Mustern belegt sind. In den Ecken werden mit Hellrot kleine Vierecke ausgeschieden. Aus derselben gleichzeitigen englischen Handschrift ist diese Rahmung bekannt. Die gleiche Architekturrahmung tritt auch in den beiden Miniaturen der Gaffel Windeck, Köln, Historisches Archiv, Zunftakten 75, auf. Das Blatt mit der thronenden Madonna, dem Bischof und Anbetenden stammt offensichtlich von derselben Hand wie die Maria des zwölfjährigen Jesus im Tempel oder auch die thronende Maria der Anbetungsszene. Alle drei Marien haben das identische Gesicht und tragen die identische Kleidung bis hin zu Details wie den Knöpfen an den Ärmeln. Zudem trifft man sowohl in den Adoranten der beiden Miniaturen der Gaffel Windeck als auch im Gebetbuch auf denselben Kopftypus mit der typischen Stirnrolle. Die dritte Übereinstimmung liefert das Jesuskind selber mit seinem fliehenden Kinn auf allen Bildern. Weitere Übereinstimmungen in der Malweise hat dieses Andachtsbuch mit einer Serie von Initialminiaturen, die im Klarissenkloster gefertigt worden sind und sich heute im Walraff-Richartz-Museum Köln (Inv.-Nr. 64, 67–71) befinden. Vor allem das Bild des Zwölfjährigen im Tempel 18r macht diese Verwandtschaft in der Behandlung der Faltengebung und Binnenzeichnung deutlich. Ungewöhnlich erscheint die Geburtsszene. Maria und Josef stehen links und rechts einer großen Altarkrippe mit einer arkadenartigen Struktur und einem höhlenartigen Eingang. Oben auf dieser Altarkrippe liegt das Jesuskind, direkt beäugt von Ochs und Esel. Diese ungewöhnliche Krippenform findet sich sehr selten, ein Beispiel ist die Initiale P in Düsseldorf, Kunstmuseum, Kupferstichkabinett Inv. Nr. 28/246 und sehr ähnlich in der Sterbeszene Mariens (Inv.-Nr. 68). Die Auferstehungs-Szene 51r mit der seltsamen Beinhaltung findet sich dort identisch (Inv.-Nr. 70). Eine Herstellung im Kölner Klarenkloster wird in der Literatur (Liebreich [1926/1927], Mattick [1985], Galley [1961]) aufgrund der Verwandtschaft mit diesen ohne Zweifel im Klarenkloster angefertigten Fragmenten angenommen. Im Klarenkloster sind weitere (Altar-)bilder angefertigt worden, die in enger Verwandtschaft zu den Illustrationen des Gebetbuches stehen. Die Anbetung der hl. Drei Könige 16v ist bis in Details der Gestaltung identisch wiedergegeben auf dem Kreuzigungstriptychon in Köln Walraff-Richartz-Museum Inv.-Nr. 0001 von 1340–50. Auf mehreren Bildern dieses Triptychons lassen sich auch die gestaffelten Personengruppen wiederfinden. Zwei kleine Altare von ca. 1330 aus dem Klarenkloster (München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv. MA 1967=WAF 453 und Utrecht, Erzbischöfliches Museum, Inv. 214) zeigen das gleiche seltene Motiv der Wasserglocke bei der Taufe Jesu 19v.

Die Datierung um 1330 rührt von folgenden drei Indizien her: auf Grund der vielen Bezüge zu den Kölner Schranken des Domchors von 1320–1330 fällt die Herstellung erstens mit Sicherheit in deren Nachfolge, zweitens muss ein zeitlicher Ansatz vor dem Klarenaltar im Kölner Dom um 1360/70, der Tafel mit den 27 Szenen aus dem Leben Jesu 1350/60 in Köln, WRM, Inv. 6 und dem Kreuzigungsaltärchen von 1340 in Hamburg, Kunsthalle, Inv. 325 liegen, die wiederum deutlichen Rekurs auf die Illustrationen des Andachtsbuches zum Beispiel in der Altarkrippe, der Grabdarstellung mit Arkaden und anderen Motiven nehmen (alle Beispiele abgebildet bei Budde [1986]). Drittens gibt die Mode Datierungshinweise: Charakteristische modische Elemente der Tracht um 1334 (Entstehung des Willehalmcodex) mit die Schultern entblößenden Halsausschnitten bei den Frauen und eng am Rumpf anliegender Kleidung bei den Männern sind in diesem Andachtsbuch noch nicht angekommen (Schmidt [1979/1980] S. 301). Somit liegt ein terminus ante quem bei nicht viel später als 1334.

Bildthemen:

Dieses Andachts- und Gebetbuch ist mit 51 Miniaturen das am reichsten ausgestattete der Kölner Buchmalerei. Der Bilderzyklus beginnt bei der Verkündigung an Joachim und Anna und endet mit dem Pfingstwunder. Demnach handelt es sich um einen traditionellen Bilderzyklus der Evangelienbücher. Bild und Text bilden in diesem Gebetbuch eine untrennbare Einheit. 50 der 53 Bilder werden von einem Text begleitet, der das nötige Wissen zur Bildbetrachtung vermittelt. Die Erläuterungen zu den dargestellten Ereignissen und Personen werden oftmals von deren religiösen Interpretationen begleitet. So z. B. wird die Szene der Beschneidung nicht nur detailliert beschrieben, sondern auch im Sinne des Messopfers erklärt: Mit grosme loue dancke unsme herin dat he sin blut so balde sinen vader offerde vur uns.

Die Illustrationen lehnen sich meistens sehr eng an die Evangelientexte und schildern die Kleidung oder andere im Text genannte Gegenstände wie z. B. Fackeln. Jeder Textabschnitt wird von einer Eingangsformel eingeleitet, die zu Lob und Dank aufruft. Erst ab dem Passionsgeschehen 32v ändern sich die Eingangsformeln zu Bitten um Erlösung und Sündenvergebung. Eine Illustration fehlt wahrscheinlich zum Text 20r, der von der Versuchung Jesu in der Wüste berichtet. Einige wenige Abweichungen von der textgetreuen Illustrierung treten auf. Die Kreuzigung findet ohne Kriegsknechte und Longinus statt, stattdessen sind sechs Juden zu sehen, während der Text 46v aber von Maria und Johannes getreu den Evangelien spricht. Bei der Dornenkrönung und der Geißelung sind allerdings im Gegensatz zu den daneben stehenden Evangelienberichten nur Juden gemalt. Die bildlichen Szenen der Entkleidung, Marterung und Höllenfahrt Christi treten wohl ohne Begleittext auf, weil es zu diesen Szenen keine Texte in den Evangelien gibt.

Eine sehr seltene Darstellung ist das Bad Jesu durch seine Eltern, für das sich nur wenige Beispiele finden lassen. Im Cod. 60 der Stiftsbibliothek Kloster Engelberg auf 70v findet sich ein weiteres Beispiel aus den 1330 Jahren (Marti [2002] S. 47, 262–264 Taf. VIII S. 16, Abb. S. 233 Nr. 105). Auf dem Kölner Klarenaltar wurde dieses Motiv 1350–60 wieder aufgenommen (dort ist es entgegen Schumacher-Wolfgarten [1995] S. 271 kein Unikum). Auch im 15. Jahrhundert taucht dieses Motiv vereinzelt wieder auf. Das Oettingen-Wallerstein’sche Graduale von 1450 zeigt in einer der 450 historisierten Initialen auf die Darstellung des alleine badenden Jesuskindes. Des Weiteren befinden sich in der Darstellung, aber außerhalb der Initiale, eine Anna Selbdritt und rechts eine Madonna (Timeless treasures [2013] Nr. 12).

Farben:

Alle Miniaturen sind mit einem Blattgoldgrund hinterlegt. Auf 6v ziseliert mit in einen Halbbogen eingefassten Dreipässen, auf 18v mit Rauten. Mischtechnik. Teilweise Deckfarben (kreidiges Inkarnat oder Weißhöhungen) ansonsten eher Wasserfarben. Schwarz und grau sehr stumpf (z. B. Esel auf 13v). Mit sehr wenigen Ausnahmen werden auf allen Miniaturen Weiß, Orange und Dunkelblau kontrastreich verwendet. Zudem viel Rosa und blass Violett und andere Pastellfarben, aber auch gelegentlich Grün, Grau oder Gelb. Konturen- und Binnenzeichnung erfolgte mit schwarzer Tinte. Vor allem Blau und Weiß haben sehr gelitten. Gold krakeliert, teilweise abgeplatzt.

Literatur:

Förster (1923) S. 15, Abb. 13 (28v, 56r); Liebreich (1926/1927); Clemen (1930) S. 43, 45, Abb. 60–62; Galley (1961) S. 18, 20; Vor Stefan Lochner (1974) S. 133f., Nr. 76, Abb. S. 191; Plotzek-Wederhake (1977) S. 67f., Abb. 15, 17–19, 23 (25v, 30v, 51v, 12v, 16v); Marrow (1979) S. 71, 78, 82, Taf. IV; 800 Jahre Franz von Assisi (1982) S. 607, 632–633, Taf. 17; Vavra (1985) S. 214f., Abb. von 15v; Mattick (1985) S. 299, 303, Anm. 20; Schumacher-Wolfgarten (1995) S. 274; Benecke (1995) S. 35, Abb. 9 (61v), 10 (63r); Stork (1995) S. 226, Anm. 57, S. 233, Abb. 3 (18v); Stork/Lengenfelder (1998); Härtel (1999) S. XIV, XVII, 6–9, Farbabb. I (11v); Gummlich (2003) S. 59f., 70, 76, 88, 90, 96, 166; Logutova/Marrow (2003) S. 106, Abb. 1; Smith (2003) S. 118, Abb. 56; Bilderwelten (2005) S. 12; Braun-Niehr (2007) S. 518 Nr. 246; Oliver (2007) S. 105, 169, 278 Anm. 55, 284 Anm. 21, 300 Anm. 31, Abb. 62 (10v), Abb. 99 (54v); Gummlich-Wagner (2011) S. 58f.; Schubert (2013) S. 252.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus