KdiH

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43.1.2. Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.8º 1

Bearbeitet von Regina Cermann

KdiH-Band 5

Datierung:

Um 1493/1494 (Merkl [1999]), 1. Viertel 16. Jahrhundert (Raff [1987], Schneider [1988]).

Lokalisierung:

Nürnberg (22r Sebald [Litanei], 81v Silhouette Nürnbergs).

Besitzgeschichte:

139v Porträt des männlichen Auftraggebers? Laut handschriftlichem Katalog des Freiherrn Wilhelm von Löffelholz 1818 durch Fürst Ludwig zu Oettingen-Wallerstein (1791–1870) vom Würzburger Gerichtsarzt Dr. Simer erworben. Seit 1980 in der Universitätsbibliothek Augsburg.

Gebetbuch

Inhalt:

1r–3r

leer

3v–26r

Sieben Bußpsalmen mit Litanei, Fürbitten und Kollekte

3v

Miniatur: David im Gebet

26r–88r

16 Gebetsbetrachtungen zum Leben und Leiden Christi (vgl. Nr. 43.1.125., 101v–128r; 43.1.129., 4v–93v; 43.1.180., 92r–125v) Du wort des allerhöchsten vaters ewige weyßheit, du schöpfer vnd erloser der werlt Allerhöchster ihesu criste, der du in dem küniglichen thron des himelischen keisertums aus bewegnuß vnausprechenlicher gut vnd lieb geraitzt vnd berůrtt worden pist … (vom Ratschluß Gottes bis zum Jüngsten Gericht)

26v

Miniatur: Zwölfjähriger Christus im Tempel

33v

Miniatur: Gebet am Ölberg, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 19)

44v

Miniatur: Dornenkrönung, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 23)

54r

Miniatur: Kreuztragung, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 26)

66r

Miniatur: Große Kreuzigungsszene, in Anlehnung an einen Kupferstich vom Meister E. S. (Lehrs 34)

81v

Miniatur: Grablegung, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 18), im Hintergrund die Silhouette Nürnbergs

88v–105r

Vier Mariengebete: 89r Suͤsste und allersuͤste vnd hochgesegente ewige Jungkfrau Maria ich armer suͤnder valle demuͤtiglichen zu den füssen deiner heiligen muͤterlichen parmherczigkeit …, 95v Maria ein muter ihesu xpi in ewikeyt fürgesehen vnd auserwelt …, 99r Allerliebste maria edele suͤsse kuͤnigin Ich vnwirdiger aller creatur naig mich zu deinen gnaden … (Klapper [1935] Nr. 78), 102v O Aller heiligste vnd keuschte maria ein iunckfraue ob allenn iunckfrauen ein muter meines herren

88v

Miniatur: Mondsichelmadonna, umgeben von vier musizierenden Engeln

89r

Randminiatur: Flucht nach Ägypten

98v

Miniatur: Marientod, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 16)

99r

Historisierte Initiale: Heimsuchung
Randminiatur: Schutzmantelmadonna

104v–139r

Heiligengebete: Katharina, Barbara, Maria Magdalena, zwölf Apostel, Philippus und Jakobus (als Eigenapostel), Schutzengel, Sebastian, Rochus, Johannes d. T., Johannes d. Ev.

104v

Miniatur: Martyrium der hl. Katharina

109v

Miniatur: Martyrium der hl. Barbara

113v

Miniatur: Maria Magdalena als Büßerin in der Grotte

114r

Randminiatur: Opferung Isaaks

117v

Miniatur: Christus als Salvator mundi, umgeben von den zwölf Aposteln (vgl. Nr. 43.1.155., 15v)

118r

Randminiatur: Kundschafter Josua und Kaleb kehren mit Riesentraube aus dem gelobten Land zurück

121v

Miniatur: Jakobus d. Ä. und Philippus

122r

Historisierte Initiale: Moses erhält die Gesetzestafeln
Randminiatur: Bileams Esel weicht vor dem Engel des Herrn zurück

126v

Miniatur: Martyrium des hl. Sebastian, Figur des Sebastian in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 65)

127r

Randminiatur: Kain erschlägt Abel

130v

Historisierte Initiale: Rochus

133v

Miniatur: Johannes d. T. und Johannes d. Ev., Johannes d. T. in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 59)

139v–142r

Passionsgebet Gregors d. Gr., ›Adoro te in cruce pendentem‹, deutsch (fünfteilig)

139v

Miniatur: Gregoriusmesse

140r

Randminiatur: Sündenfall. Moses vor dem brennenden Dornbusch; erstgenanntes Motiv nach einem Holzschnitt in Stephan Fridolins ›Schatzbehalter‹ (Nürnberg: Anton Koberger, 1491, fig. 4; Abb. TIB Bd. 87, S. 281)

142r–145r

Zwei Gebete zu Christus: Ich pit dich aller gütigister herr ihesu criste durch dy aller hoͤchsten liebe …, 144r O herre ihesu xpe heyl mach mich deinen schnöden dyner

145v–150r

Seelengebet O du sunderlich zuflucht der ellenden einige hoffnung aller güttigster ihesu xpe

145v

Miniatur: Errettung von Seelen aus dem Fegefeuer

146r

Historisierte Initiale: Daniel in der Löwengrube
Randminiatur: Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen, in Anlehnung an einen Kupferstich von Martin Schongauer (Lehrs 57)

150r–159r

Gebet zu Christus und allen Heiligen Herre ihesu criste ich pit dich durch dy versuchung des alten vnd ewigen veindes in der wuͤstenung

150v

Miniatur: Versuchung Christi

159r–182v

Fünf Kommuniongebete, darunter Seuses ›Abendmahlsgebet‹ (Bihlmeyer [1907] S. 303)

159v

Miniatur: Mannaregen

160r

Randminiatur: Besuch des hl. Antonius Abbas bei Paulus d. Eremiten, denen soeben ein Rabe Brot bringt

182v–187r

Dreiteiliges Passionsgebet, genannt ›Die drei Geschoß‹, vor einem Kruzifix zu beten O herr ihesu criste warerr got von warem got der du vmb erlösung willen

183r

Historisierte Initiale: Kreuzigung

187r–193r

Tägliches Gebet Almechtiger ewiger got ich vnwirdiger vnd kranker sünder

193r–198r

Beichtformel Ich armer suͤnder bekenn dem almechtigen barmhertzigen got

198r–200r

Anfang des Johannesevangeliums (Io 1,1–14)

200v–203v

leer
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 203 Blätter, moderne Bleistiftfoliierung, 104 × 77 mm. Lagenformel: I2, 19 V192, V+1–2201 (+/– nach 201, – vor 202), I203. Professionelle kalligraphische Bastarda, gelegentlich Kadellen, eine Hand, einspaltig, 14 Zeilen, Rubriken, rote Strichel, selten Unterstreichungen, bis 25r einzeilige rote und blaue Lombarden.

Schreibsprache:

nordbairisch (Schneider [1988]).

II. Bildausstattung:

20 ganzseitige Miniaturen (3v, 26v, 33v, 44v, 54r, 66r, 81v, 88v, 98v, 104v, 109v, 113v, 117v, 121v, 126v, 133v, 139v, 145v, 150v, 159v) mit Astwerk-, Lorbeer-, Frucht-, Flecht-, Schnitzwerk-, Pretiosen- oder Architekturrahmen. Neun Randminiaturen (89r, 99r, 114r, 118r, 122r, 127r, 140r, 146r, 160r). Zwei acht- (130v, 183r), drei siebenzeilige historisierte Initialen (99r, 122r, 146r). 20 drei- bis vierseitige Akanthusbordüren (4r, 27r, 34r, 45r, 54v, 66v, 82r, 89r, 99r, 105r, 110r, 114r, 117r, 122r, 127r, 134r, 140r, 146r, 151r, 160r), angereichert mit Phantasieblüten, diversen Vögeln, Drolerien: 4r wilder Mann auf Bärenjagd; 27r Habicht, eine Ente im Flug schlagend; halbfiguriger Bogenschütze im Blütenkelch, auf Fuchs mit Gans im Maul zielend; 34r wilder Mann, mit Keule nach einem Affen schlagend; biertrinkende Halbfigur im Blütenkelch; Storchennest; 45r Löwe; Hirsch (nach einem Kupferstich vom Meister der Spielkarten, Lehrs 75); 54v zwei Jäger mit Hunden, Fuchs; Affe; 66v zwei raufende Männer; Hund, einem Hasen nachsetzend; 82r Falke, einen Fasan schlagend; halbfiguriger Vogeljäger im Blütenkelch; Libelle; 105r Fuchs, einem Hasen nachsetzend; Halbfigur im Blütenkelch; Gesicht in Blüte; 110r Bär, an zwei Rebhühner heranpirschend; 122r Narr, einem Rankenkletterer eine Grimasse schneidend; 134r zwei wilde Männer; Bauer mit Dreschflegel, einem Wolf mit Gans im Maul nachsetzend; 146r halbfiguriger Armbrustschütze im Blütenkelch, auf einen Reiher zielend; 151r Eberjagd; wilder Mann, Rankenträger; 160r Keulenträger klettert einem Mann auf einer Leiter nach, der einen Mönch mit einem Klistier naß spritzt. 20 sieben- (4r, 27r, 34r, 45r, 54v, 66v, 82r, 89r, 105r, 110r, 114r, 117r, 127r, 134r, 140r, 142v, 151r, 160r, 193v, 198v), zwei sechs- (138r, 175r), 22 fünf- (5v, 7v, 10v, 13v, 17r, 18r, 20r, 25r, 38r, 41r, 48r, 51r, 58v, 62v, 71r, 74v, 78r, 86r, 95v, 102v, 123v, 187r), eine vier- (144r), fünf dreizeilige Buchmalerinitialen (140v [2], 141r [2], 165r) auf Blattgoldgrund, eingefaßt von farbigen Rahmen, mit auslaufenden Akanthusvoluten, auf denen öfters Vögel und anderes Getier sitzen (so 10v Eule, 62v Eichhörnchen, 74v Pfau, 102v Hase, 187r zwei Gänse). Gelegentlich bilden Tiere den Initialkörper (82r Drache, 142v Fabelwesen, 193v Echse, 198v Salamander). Auf 27r, 34r, 78r finden sich Gesichter bzw. Masken im Buchstabenkörper. Rein spekulativ ist die Zuweisung Merkls (1999) an einen bislang nur dokumentarisch zu fassenden Nürnberger Buchmaler Wilhelm Furtmeyr, den er für einen Bruder des Regensburger Illuministen Berthold Furtmeyr hält. Mit Sicherheit fehl geht der Vorschlag Schnelbögls (1971), den Buchschmuck Georg Glockendon zuzuschreiben.

Format und Anordnung:

Ganzseitige Miniaturen, 70–95 × 48–70 mm, im regelmäßigen Lagenverbund mit eingeplant. Miniaturen, die einen Text eröffnen, sind stets auf verso-Seiten plaziert – bemerkenswerterweise ohne daß dabei Leerseiten anfallen (3v, 26v, 88v, 104v, 139v, 145v, 150v, 159v) –, innerhalb einer Texteinheit stehen sie jedoch gelegentlich auch auf recto-Seiten (54r, 66r). Der auf eine Miniatur folgende Text hebt mit einer siebenzeiligen Initiale, umrahmt von einer drei- bis vierseitigen Bordüre an, wobei Initiale und Bordüre zusätzlich noch historisiert sein können. Die beiden größeren historisierten Initialen wurden nicht mit einer schwergewichtigen Bordüre behängt und wirken deshalb monumentaler (130v, 183r).

Bildaufbau und -ausführung:

Bemerkenswert ist die Vielfalt von Rahmenvariationen, kein einziger gleicht dem anderen. Die reichen Tabernakel, die den Heiligenfiguren Unterstand bieten (121v, 126v, 133v), scheinen von Kupferstichen des Meisters E. S. inspiriert worden zu sein (Lehrs 94–99). Den Miniaturen ist eine genaue Kenntnis von Schongauer-Graphik anzumerken, jedoch sind dessen Kompositionen nie akribisch übernommen, sondern stets nur einzelne Haltungen, Gesten, Gesichter adaptiert, die zudem noch auf anders positionierte Figuren übertragen sein können (33v Köpfe der drei schlafenden Apostel, zwei davon seitenverkehrt; 44v frontal sitzende Christusfigur mit aus dem Umhang vorlugendem nackten Bein; kniender Scherge, der Christus den Rohrstock in die Hand gibt; 54r Veronika mit dem Schweißtuch; weinende Maria; 81v senkrecht herabfallender Arm des Leichnams Christi; anstelle von Maria Magdalena küßt Johannes dem toten Christus die Hand; 98v diagonal gestelltes Bett; über das Bett lehnender Apostel mit gefalteten Händen; 126v angewinkelte Beinstellung; 133v Kopf des Johannes).

Indirekt erhält man durch diese Bezüge zum Colmarer Meister einen Anhaltspunkt für die Datierung der Handschrift: Noch ist Schongauer der einflußreiche Künstler, von Dürers bahnbrechenden graphischen Arbeiten findet sich hier keine Spur. Merkl (1999) dürfte sich bei seinem Datierungsvorschlag an dem Erscheinungsjahr der ›Schedel’schen Weltchronik‹ orientiert haben (Nürnberg: Anton Koberger, 12.7.1493 bzw. 23.12.1493), da die darin enthaltene Stadtansicht von Nürnberg wohl vorbildlich für die Silhouette auf 81v gewesen ist (der Sündenfall auf 140r ist einem 1491 erschienenen Druck Kobergers entnommen). Obgleich im Ornamentalen noch dem reichen, opulenten Formengut der Spätgotik verhaftet, besitzt die Handschrift einiges an zukunftsweisendem Potential: Hier war ein Künstler am Werk, der Landschaften von großer Raumtiefe schaffen konnte (3v, 33v, 81v, 104v, 109v) und kompliziert gestaffelte Innenansichten zu meistern verstand (126v, 139v). In einigen Landschaften offenbart er sich als fulminanter Kolorist (33v, 113v), der auch Schlagschatten zu berücksichtigen wußte (126v). Die mit Pinselgold hinterlegte Akanthusranke auf 110r vermittelt bereits eine Ahnung von der allmählich nach Süddeutschland vordringenden Mode der Gent-Brügger Streublumenbordüren. Hinter der höchst qualitätvollen Ausgestaltung verblassen die hinfort in Nürnberg tonangebenden Werkstätten der Familie Glockendon, die dieser Meister bei weitem an Könnerschaft und Ideenreichtum übertrifft. Gegen die von Merkl (1999) in Vorschlag gebrachte Herleitung von Berthold Furtmeyr spricht die reiche, aber gebrochene Farbgebung, die bei dem Regensburger Illuministen keinerlei Entsprechung findet (dieser bevorzugt klare, leuchtende Farben, verwendet Blattgold, das er punzt und auf Hochglanz poliert) sowie eine mit feinen Pinselstrichen erfolgende Modellierung, die dem mit prägnanten Konturen arbeitenden Meister in der Donaustadt konträr entgegensteht. Auch der Akanthus, der sich üppig wuchernd in weichen Locken zusammenrollt, ist Nürnberger Traditionen verpflichtet. Wenn auch über die Identifizierung des Meisters Unklarheit besteht, so ist dessen Hand so einzigartig und charakteristisch, daß man schon in einem Auktionskatalog von 1884 derselben Hand drei weitere Gebetbücher zuzuweisen wußte (Nr. 43.1.155., 43.1.209.; das dritte, seinerzeit in Nürnberg befindliche, ließ sich nicht eruieren; es könnte aber Nr. 43.1.123. gemeint gewesen sein).

Bildthemen:

Der Gebetszyklus auf 26r–88r wird durch sechs Miniaturen unterteilt, die jeweils eine Station aus dem nachfolgenden Abschnitt aufgreifen (Menschwerdung bis 33. Lebensjahr; Palmsonntag bis Verleugnung Petri; Verhöre und Mißhandlungen; Verurteilung und Hinrichtung; Kreuzestod; Erlösung der Menschheit und Jüngstes Gericht). Die anschließenden Mariengebete wurden wenig textspezifisch illustriert. Auch die alttestamentliche Thematik in den Randminiaturen (114r, 118r, 122r, 127r) und in einer historisierten Initiale (122r) bei den Heiligengebeten ist nicht unbedingt einsichtig. Außerhalb eines Leben-Jesu-Zyklus ist eine Darstellung der Versuchung Christi selten anzutreffen (150v), sie nimmt hier direkt Bezug auf den ersten Satz des dazugehörigen Gebetes; außergewöhnlich ist die Idee, Kommuniongebete mit der Mannalese (159v) und der Beköstigung der beiden Eremiten Antonius und Paulus durch einen Raben (160r) auszuschmücken. Offensichtlich handelte es sich bei dem ausführenden Künstler um einen Menschen, der sich weniger von typologischen Mustern als vielmehr von assoziativen Gedanken leiten ließ und so zu Maria Szenen gruppierte, die um Flucht, Zuflucht, Heimgang kreisen, oder zum Seelengebet Situationen, die Menschen in höchster Bedrängnis und Bewährung zeigen. Sollte in der Gregoriusmesse (139v) links außen unter der Orgel der Auftraggeber mit dargestellt worden sein, handelte es sich um einen vornehmen männlichen Laien.

Farben:

Blau, Grau, Türkis, Rosa, Beige, Grün, Ocker, Braun, Violett, Gelb, Weiß, Rot, Blaugrau, Grauviolett, Rotbraun, Orange, Schwarz, Silber (oxydiert), Pinselgold. Variationsreiche, doch etwas eigentümliche, nicht unbedingt auf Harmonie abzielende Palette; ungewöhnliche Farbkombinationen; häufiger Einsatz von Braun. Subtiler, vielschichtiger Farbauftrag, der an Feinheit nicht zu überbieten ist. Bordüren und Initialen insgesamt etwas heller gehalten. Dünnes Blattgold (auf rotem Bolus) nur für Initialhintergründe.

Literatur:

Schneider (1988) S. 17, 106–112, Farbabb. 5 (139v). – Schnelbögl (1971) S. 63 f., Abb. zwischen S. 64/65 (Ausschnitt 81v); Raff (1987) Nr. 20, S. 78, Farbabb. S. 79 (159v); Von der Augsburger Bibelhandschrift zu Berthold Brecht (1991) Nr. 19, S. 104, 106, Farbabb. S. 107 (81v); Merkl (1999) S. 37–39, Abb. 22–24 (113v, 139v, 159v).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. IIIa: 126v. Martyrium des hl. Sebastian.

Taf. IIIb: 160r. Textseite mit Buchmalerinitiale, Rankenbordüre mit Bild: Besuch des hl. Antonius Abbas bei Paulus dem Eremiten.

43.1.2._Taf._IIIa.jpg
Taf. IIIa.
43.1.2._Taf._IIIb.jpg
Taf. IIIb.