KdiH

KdiH

_ (der Unterstrich) ist Platzhalter für genau ein Zeichen.
% (das Prozentzeichen) ist Platzhalter für kein, ein oder mehr als ein Zeichen.

Ganz am Anfang und ganz am Ende der Sucheingabe sind die Platzhalterzeichen überflüssig.

ß · © ª º « » × æ œ Ç ç č š Ł ł ́ ̀ ̃ ̈ ̄ ̊ ̇ ̋ ͣ ͤ ͥ ͦ ͧ ͮ Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ ς τ υ φ χ ψ ω ͅ ̕ ̔

43.1.42. Roma, Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Ross. 102 (olim Wien-Lainz, Bibliotheca Rossiana, VIII,44); Berlin, Staatliche Museen – Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, VIII 44, vor Blatt 188).4591 (ehem. Wien-Lainz, Bibliotheca Rossiana, VIII 44, vor 295); Hamburg, Privatbesitz (olim Wien-Lainz, Bibliotheca Rossiana, VIII 44, Blatt 184)

Bearbeitet von Regina Cermann

KdiH-Band 5

Datierung:

Hauptteil 1458 geschrieben (329v), nach 1467 illuminiert (Lehrs).

Lokalisierung:

Salzburg.

Besitzgeschichte:

Erstbesitzer Johann Pränntel d. J. (329v). 1769 im Handschriftenkatalog des Zisterzienserklosters Kaisheim verzeichnet (München, Staatsbibliothek, Cbm C. 26c, S. 1, Nr. 2c), das 1802 säkularisiert wurde. Auf 44v Eintrag vom Monheimer Landrichter Hans Adam Graf von Reisach (1765–1820): Ex Bibliotheca Reisachiorum AR 1808; ein weiterer Vermerk auf 134r nicht mehr zu entziffern. Auf dem ersten Vorsatzblatt ein in Kupfer gestochenes Allianzwappen von Maximilian von Sachsen (1759–1838) und Luise Carlotta von Bourbon (1802–1857), s. Nr. 43.1.41., auf 1v, 329v Stempel der Bibliotheca Rossiana. Die Berliner Blätter kamen 1835 mit der Sammlung des preußischen Generalpostmeisters und späteren Staatsministers Carl Ferdinand von Nagler (1770–1846) in das Kupferstichkabinett (Lugt [1921–1956] Nr. 2529). Das Hamburger Blatt muß mit drei anderen (160, 267, 279) zwischen 1965 (Autopsie durch G. Schmidt) und 1979 (Sicherheitsverfilmung) entwendet worden sein.

Stunden- und Gebetbuch Johann Pränntels d. J.

Inhalt:

1r–44r

Lange Totenvigil (Ottosen [1993] 70/44/47 79/83/76 58/18/38)

1r

Historisierte Initiale: Weibliche Seele im Fegefeuer

44v

leer

45r–52r

Totenvesper

52v

leer

53r–101v

Kleines Marienoffizium

102r–109r

Tagzeiten vom Leiden Christi: Auszug aus den ›65 Artikeln der Passion‹ des Jordanus von Quedlinburg (jeweils Einleitungspsalm und erster Artikel [1, 21, 29, 41, 59, 64, 65])

102r

Historisierte Initiale: Schmerzensmann

109v–111v

leer

112r–129v

Sieben Bußpsalmen mit Litanei (darunter 126v Rueprecht, 127r Benigna, Radigund), Fürbitten und Kollekten

112r

Historisierte Initiale: König David, auf einem Psalterium spielend

130r

leer

130v–132r

Anfang des Johannesevangeliums (Io 1,1–14)

130v

Historisierte Initiale: Vier Evangelistensymbole

132r

Suffragium zum Hl. Kreuz O du gar wunderliches heiligs krewtz ein zerfliessung der wunden xpi

132v–134r

Passionsgebet nach einer Steininschrift in S. Giovanni in Laterano, hier Augustinus zugeschrieben, mit Ablaß von Papst Bonifatius VIII. (Haimerl [1952] S. 56)

134v

leer

135r–136r

Sequenz ›Veni sancte spiritus‹, deutsch, in der Übersetzung Johannes’ von Indersdorf (Haimerl [1952] S. 155, Anm. 964)

135r

Historisierte Initiale: Taube des Hl. Geistes

136r–137v

Gebet zu Ehren des Hl. Kreuzes O Du hochgultigs heiliges chreutz Gegrüset seistu Dw trost der waren freud … (bricht ab … sichtigen vnd vnsichti-)

138r–142r

Vier Gebete zur Hl. Dreifaltigkeit, drei von Johannes von Indersdorf für Herzog Wilhelm III. von Bayern. Anfang des ersten fehlt, setzt ein mein got Las mich dir erparmen … (Haimerl [1952] S. 155, Anm. 965, Nr. 1–3), 140v Uon ganntzem hertzen aus ganntzer seel von allen meinen creften … (Haimerl [1952] S. 53, Anm. 268)

142r–149v

Johannes von Indersdorf, Gebete zu Gottvater, Sohn und zur Hl. Dreifaltigkeit für Herzog Wilhelm III. von Bayern (Haimerl [1952] S. 156, Anm. 966, 967, 970, Nr. 2, Anm. 969, 970, Nr. 1 und 3)

149v–154v

›Credo‹-Paraphrase O lieber herr iesu xe gib mir genad dein leiden also zeloben …, Ich gelaub in got vater allmechtigen also glaub ich aus ganntzem meinem hertzen …, darin angerufen 154r Johanns gotstauffer, peter, steffan, Augustin, Jeronimus, Agnesen, Katrein

154v–156v

Vierteilige Betrachtung zum Leiden Christi Mjt betruͦebter seel mit erplichen antluͦtz …, Der annder tail. O ich vnnutzer chnecht … (bricht innerhalb der zweiten Betrachtung ab … ein wirdigen leichnam plue)

161r–164r

Bernhardin von Siena, ›Gebet vom süßen Namen Jesu‹

161r

Historisierte Initiale: ihs-Monogramm

164v

leer

165r–169r

Kommuniongebet Parmherzichait uber alle mass wunderliche lieb vnd genad erscheinet

169r–170v

Heinrich Seuse, ›Abendmahlsgebet‹ (Klapper [1935] Nr. 99)

171r–181v

Marquard von Lindau, Auszug aus dem ›Eucharistie-Traktat‹ (Hofmann [1960] S. 289,14–295,5). Bricht ab … hertz zu einem lauttern

[184r]

Schluß eines Gebetes daran ich nit zweyfel. Erledig mich von allem vbel. Vnnd pit fur mein sundt amen. Ain Aue Maria

[184v]–187v

Gebet zur Verkündigung Mariens Iesu xpi in ewikait ain furgesehne auserwelte mueter

[184v]

Miniatur: Verkündigung, nach zwei Kupferstichen vom Meister E. S. (Lehrs 10 und 11)

187v–236r

17 Mariengebete, darunter 203r Johannes von Indersdorf, Mariengebet für Herzog Wilhelm III. von Bayern (Haimerl [1952] S. 156, Anm. 971), 206v Johannes von Indersdorf, Mariengebet aus dem ›Ebran-Gebetbuch‹ (Haimerl [1952] S. 154, Anm. 953), 225r ›O intemerata‹, deutsch (Klapper [1935] Nr. 19). 187v Rubrik Hernach nach Vnnser fraun pild heben sich an gar nuczperliche Vnd andechtige gepet von der lobsamen Junkfrawn maria Vnd sprich dann also nacheinander

[vor 188]

Miniatur: Strahlenkranzmadonna

236r–259r

Heiligengebete: Schutzengel, Johannes d. T., Hl. Drei Könige, Apostel, Evangelisten, Märtyrer, Bischöfe, Beichtiger, Jungfrauen, Witwen allgemein

251r

Historisierte Initiale: Bischof oder Abt

254r

Historisierte Initiale: Agnes

257r

Historisierte Initiale: Elisabeth

259v

leer

260r–261r

Bitte um Ablaß in einer Kirche

260r

Historisierte Initiale: Kirche

261r–263v

Seelengebet In ainem gotlichen wesen dreir personen

263v–266v

Johannes von Indersdorf, Seelengebete aus dem ›Ebran-Gebetbuch‹ (Haimerl [1952] S. 156, Anm. 972, Nr. 1–5)

268r–282v

Gebete und Suffragien zu männlichen Heiligen: Sebastian (zwei Pestgebete), Erasmus, Laurentius, Stephan (bricht 278v ab … hilf vnd guetem ebenpild), Christophorus (Anfang fehlt, setzt 281r ein wider auf stund von den toten …), Antonius

283r–286v

Ablaßgebet, von Papst Johannes in S. Giovanni in Laterano verkündet Des himelischen vater ain geporner sun vnser herre Jhs xus der hieng an dem heiligen Creutz … (Paraphrase von Klapper [1935] Nr. 40)

286v–299v

Gebete zu weiblichen Heiligen: Maria Magdalena, Margarete, Veronika (bricht 291v ab … anplik in götlicher clarhait), Katharina (bricht 294v ab … gotlichen weishait Cristo Je-, geht weiter auf dem Berliner Blatt Inv.-Nr. 4591 su deinem gemahel …), Barbara, Ursula

286v

Historisierte Initiale: Maria Magdalena

290v

Historisierte Initiale: Vera icon

[vor 295]

Miniatur: Barbara

297v

Historisierte Initiale: Ursula

299v–304r

Heiligengebete: Jungfrauen und Märtyrerinnen allgemein, alle Heiligen

300r

Historisierte Initiale: Dorothea

304r–329v

Ulrich Putsch, ›Modus orandi sub celebracione missarum‹, deutsch

304v

Historisierte Initiale: Priester vor dem Altar kniend

329v

Kolophon Das puechel gehört dem Johannsen pränntel dem Jüngern Vnd hat geschriben Erasm Stratter von Radstat Anno domini M° cccc Lviij° feria secunda post Michaelis archangeli
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 320 Blätter, moderne Bleistiftfoliierung zählt 329, dabei ein Blatt übersprungen (237a), zehn Blätter seither herausgeschnitten (157, 158, 159, 160, 182, 183, 184, 267, 279, 280). Vor der Zählung fehlten bereits 14 Blätter (1 vor 53, 3 vor 125, 1 vor 129, 1 vor 130, 2 vor 138, je 1 vor 143, 148, 286, 292, 295, 299). Eine nurmehr fragmentarisch erhaltene zeitgenössische Tintenfoliierung (erkennbar noch 176r 66, 185r 75, 196r 88, 198r 90, 204r 96, 206r 98, 215r 108, 221r 114, 223r 116 z. B.) setzte mit der zweiten Schreiberhand zu Beginn von Lage 15 ein und reichte bis zum Schluß der Handschrift (112–329 [1]–[226]), wobei Lage 17 (125–128) erst nachträglich von einem anderen Schreiber eingefügt wurde, um drei Blätter der vorangehenden Lage zu ersetzen (3 vor 125), und Lage 18 (129–134) um ein Binio erweitert wurde ([vor 129]/134, 129/133); zehn Blätter fehlen gemäß neuer und alter Zählung (157–160 [47]–[50], 182–184 [72]–[74], 267 161, 279 173, 280 174), sechs weitere nur letzterer zufolge (2 vor 138 [24] [25], je 1 vor 143 [31], vor 148 [37], vor 292 187 und vor 295 191); die alte Foliierung überspringt dreimal eine Zahl (zwischen 75–85, 98–108, 177), die moderne einmal. 103 × 79 mm (beschnitten). Lagenformel: 6 IV48, IV–155 (vor 53), 8 IV119, IV–3124 (3 vor 125), II128, II+II–2134 (– vor 129, 130), IV–2140 (2 vor 138), 2 IV–1154 (vor 143, 148), IV–4162 (157, 158, 159, 160), 2 IV178, IV+1–3187 (+/– 183, – 182, 184), IV+1–1195 (+/– vor 188), 9 IV266 (+237a), IV+1–1275 (+/–267), IV–2283 (–279, 280), IV–1290 (vor 286), IV–2296 (vor 292, 295), IV–1303 (vor 299), 2 IV319, III325, II329. Zwei Haupthände: I. 1r–109r, 124v–129v (eingeschaltete Lage 17 und ergänztes Außenblatt von Lage 18: ausgetauschte Litanei, Fürbitten und Kollekten), 132r (Einschub), Bastarda (etwas altertümlich, leicht unregelmäßig, gelegentlich mit schönen Kadellen), einspaltig, 16 Zeilen, rote Strichel, Rubriken, ein- bis zweizeilige rote und blaue Lombarden, zwei- bis fünfzeilige Fleuronnéeinitialen (89r, 101r mit eingezeichnetem Gesicht), entweder Rot, mit grünem Fleuronnée oder Blau mit rotem Fleuronnée. Dem Anschluß auf 124v und dem Einschub auf 132r zufolge arbeitete dieser Schreiber erst nach dem folgenden. II. Hand des Erasmus Stratter (329v; vgl. Nr. 14.0.3.), der sich offenbar verschiedener Schriften befleißigte: a. 112r–124v, 135r–181v, 263v–329v Bastarda, einspaltig, 16–17 Zeilen, rote Strichel, Rubriken, einzeilige rote und blaue Lombarden, drei- bis sechszeilige Fleuronnéeinitialen (mit ausgesucht schönem Maiglöckchenfleuronnée), Initialkörper in Blau oder Rot, Fleuronnée in Rot, Blau, Grün, Violett; b. 130v–132r (ursprüngliche Lage 18), 130v–131r geschrieben in Gold, 131v Blau (rot unterstrichen), 132r Rot, einspaltig, 16 Zeilen; c. 185r–259r Übergangsbastarda, einspaltig, 15–16 Zeilen, rote Strichel, Rubriken, drei- bis sechszeilige Fleuronnéeinitialen (wie bei a.); d. 260r–263v Übergangsbastarda, einspaltig, 16–17 Zeilen, rote Strichel, Rubriken, eine vierzeilige Fleuronnéeinitiale (wie bei a.). Nachtragshand des 15. Jahrhunderts: 132v–134r (erweiterte Lage 18), ungepflegte Übergangsbastarda, einspaltig, 18 Zeilen, eine sechszeilige Lombarde, Rubrik. Reste von Blattweisern an 44, 53, 88 (Vesper), 101, 111, 130, 185, 230, 236, 290 (Margarete), 295 (Barbara), 305.

Schreibsprache:

bairisch-österreichisch.

II. Bildausstattung:

Ursprünglich wohl elf Miniaturen: Vier bei Tietze (1911) noch in situ beschriebene Miniaturen heute herausgeschnitten (ehem. 160v, 184v, 267v, 279r), sieben weitere 1911 schon nicht mehr vorhanden (vor 53, 138, 143, 148, 188, 292, 295). Von den herausgetrennten Miniaturen gelangten zwei in das Berliner Kupferstichkabinett (vor 188, 295), eine in Privatbesitz (ehem. 184v). 15 vier- bis zehnzeilige historisierte Initialen (1r, 102r, 112r, 130r, 135r, 161r, 251r, 254r, 257r, 260r, 286v, 290v, 297v, 300r, 304v), eine weitere ausgeschnitten (289r). Acht vier- bis neunzeilige Buchmalerinitialen (45r, 53r, 165r, 185r, 188r, 257r, 292r, 295r). Elf ein- bis vierseitige Ranken (1r, 45r, 53r, 102r, 112r, 161r, 165r, 267r, 292r, 295r, 304v). Eine Goldrispe (130v). Bis auf 1r, 45r, 53r, 102r Buchschmuck von Ulrich Schreier (vgl. Nr. 14.0.3.).

Format und Anordnung:

Fünf Miniaturen mit Sicherheit ganzseitig (ehem. 160v 65 × 48 mm, [184v] 76 × 56 mm, [vor 188] 74 × 51 mm, ehem. 267v 76 × 56 mm, [vor 295] 68 × 49 mm), zwei vermutlich (vor 53, vor 292); eine nur drei Viertel des Schriftspiegels hoch (ehem. 279r 48 × 48 mm), drei weitere eventuell (vor 138, vor 143, vor 148). Bis auf zwei Miniaturen ([vor 188], ehem. 267v), die als Einzelblätter einer Lage vorgeschaltet waren, alle übrigen einst integraler Bestandteil des Quaternionenschemas. Mehrheitlich auf verso-Seiten zur Eröffnung einer größeren oder bedeutsameren Texteinheit positioniert (vor 53, ehem. 160v, [184v], [vor 188], ehem. 267v, vor 292, [vor 295]), die mit einer Buchmalerinitiale samt Rankenausläufer auf der gegenüberliegenden recto-Seite beginnt (53r, 161r, 185r, 188r, 268r, 293r, 295r); intermediär in den Textfluß eingeschaltet wohl die verlorenen Bilder vor 138, vor 143 und vor 148 sowie ehem. 279r.

Bildaufbau und -ausführung:

Lehrs wies für vier Miniaturen Kupferstiche vom Meister E. S. als Vorlagen nach: Die Figuren in der Verkündigung ([184v]) übernahm Schreier aus Lehrs 10, den Innenraum aus Lehrs 11; Sebastian und die beiden Schergen (ehem. 267v) entstammten der Menschen-Sechs und Menschen-Neun des großen Kartenspiels (Lehrs 244: Figur 2, Lehrs 247: Figur 1 seitenverkehrt, 4); Christus als Salvator (ehem. 160v) folgte Lehrs 56; der Christophorus (ehem. 279r) war einem Hintergrundmotiv aus Lehrs 150 (Johannes auf Patmos) entlehnt. Da die beiden letzten Stiche 1467 datiert sind, kann Schreier seine Arbeit erst danach in Angriff genommen haben. Gegenüber diesen modernen Hilfsmitteln scheinen die sechs halbfigurigen Heiligenbildnisse in den Initialen auf 251r, 254r, 257r, 286v, 297v, 300r noch aus dem herkömmlichen Vorratsschatz einer Buchmalerwerkstatt herzurühren. Besonders feinmalerisch sind die Motive in den Initialen 112r und 290v behandelt. Psychologisch durchdrungen wirkt die Darstellung des versonnen Zither spielenden Davids (112r). Ungewöhnlich ist die vereinzelte Goldrispe auf 130v. Die Arbeit des im ersten Teil der Handschrift wirkenden Buchmalers nimmt sich im Vergleich mit Ulrich Schreier derb aus.

Bildthemen:

Auf den 1911 noch vorhandenen Miniaturen befanden sich 160v Christus als Salvator (Halbfigur), 267v Martyrium des hl. Sebastian, 279v Christophorus. Fünf damals schon entwendete Miniaturen zeigten wohl vor 53 ein Marienthema, vor 138 die Hl. Dreifaltigkeit, vor 143 und 148 Christusbildnisse, vor 292 Katharina. Eine historisierte Initiale auf 289r war Margarete gewidmet (als Patronin angerufen). Auffälligerweise wurden weder das Marienoffizium noch die Tagzeiten zum Leiden Christi im Stundenbuchteil mit einem Passionszyklus ausgestattet. Auch im zweiten Teil der Handschrift kam keine Passionsikonographie vor. Mit vier Miniaturen (ehem. 267v, ehem. 279v, vor 292, [vor 295]) und acht historisierten Initialen (251r, 254r, 257r, 286v, ehem. 289r, 290v, 297v, 300r) wurden die Heiligengebete am reichhaltigsten ausgestaltet.

Farben:

1. Ulrich Schreier: Violett, Orange, Blau, Grün, Rosa, Weiß, Ocker, Braun, Gelb, Rotorange, Altrosa, Grau, Blatt- und Pinselgold (feinste Pigmente, von großer Reinheit und Brillanz). 2. Buchmaler des ersten Teils (1r, 45r, 53r, 102r): Blau, Rot, Grün, Rosa, Grau, Ocker, Braun, Violett, Gelb, Weiß, Schwarz, Pinsel- und Blattgold.

Literatur:

Tietze (1911) S. 13 f., Nr. 18 (VIII, 44), Abb. 17 (ehem. 184v), 18 (ehem. 279r); Wescher (1931) S. 213, Abb. 210 ([vor 295]); Salmon (1971) S. 174, Nr. 543. – Erster Katalog einer auserlesenen Büchersammlung, welche zu Regensburg in Baiern im Hause L. B. Nro. 78 unweit der Grüb am 3ten Februar 1820 und folgende Tage an die Meistbiethenden gegen gleich baare Bezahlung abgegeben wird. Regensburg 1819, S. 13, Nr. 21; Eichler (1908) S. 11 f., 136 f., Taf. VIII (ehem. 267v); Tietze (1908) S. 11, Anm. 18; Lehrs (1912) S. 282 f.; Zirnbauer (1927b) S. 30, 35–40, Taf. 6–11 (112r, ehem. 161r, ehem. 267v, ehem. 184v, ehem. 279r, [vor 188], [vor 295]); Lehmann (1938) S. 31 f.; Stange (1934–1961) Bd. 10, S. 36 f.; Glauche (1978) S. 205 f., bes. Anm. 44; Krämer (1980) S. 95, Nr. 21; Schmidt (1981) S. 39, 41, Anm. 14; Morello (1988) S. 53, Nr. 55; Ottosen (1993) S. 181, 351 f.; Roland (2003) S. 537, Anm. 35.

Anmerkungen:

Vier entwendete Blätter mit Miniaturen (160, 184 [ehem. Privatbesitz], 267, 279) sowie ein Textblatt mit dem Gebet zum hl. Christophorus (280) wurden 2003 restituiert (freundliche Hinweise von Gerold Hayer und Michaela Schuller-Juckes). Vgl. Schuller-Juckes (2009) S. 5, 25 f. u. ö., S. 168 f., Kat. 8, S. 171, Kat. 18, Farbabb. 52–55 (102r, 112r, 160v, 279r), 408 (260r), 416 (267v), 432 (112r Detail), 439 (184v) sowie künftig Gerold Hayer: Die Handschriften der Biblioteca Rossiana (Die deutschen mittelalterlichen Handschriften der Biblioteca Apostolica Vaticana).

Weitere Materialien im Internet:

Roma, Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Ross. 102: Handschriftencensus

Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Inv.-Nr. 4590: Handschriftencensus

Abb. 21: 304v. Textseite mit historisierter Initiale: Priester vor dem Altar kniend, Ranke.

Abb. 22: Berlin, Inv.-Nr. 4590 (ehem. vor 188). Strahlenkranzmadonna.

Abb. 23: 102r. Textseite mit historisierter Initiale: Schmerzensmann, Ranken.

43.1.42._Abb._21.jpg
Abb. 21.
43.1.42._Abb._22.jpg
Abb. 22.
43.1.42._Abb._23.jpg
Abb. 23.