43.1.142b. New York, The New York Public Library, MA Ms. 155
Begonnen von Regina Cermann, fortgeführt von Isabel von Bredow-Klaus
Ergänzung zum gedruckten KdiH
Datum der Veröffentlichung: 11.6.2026
Um 1530.
Nürnberg.
Im 19. Jahrhundert im Besitz von Cacilia Rattinger, dann von Felix M. Warburg. Seit 1937 in der Public Library.
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I–VI |
Familieneinträge |
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2v |
Miniatur: Geburt Christi |
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3r–12v |
Kalender für die Diözese Bamberg (Kunigunde 3.3., Sebald 24.9., Burkhardt 14.10., Cordula 22.10., Othmar 16.11., Nürnberg liegt in der Diözese Bamberg). Illustriert mit Kalenderbildern Kalender passt auch nach Konstanz
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| 13v |
Miniatur: Dreifaltigkeit mit Allerheiligen, weltliche und geistliche Stände und Stifterpaar |
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14r–18v |
Gebet an die hl. Dreifaltigkeit A: Nym auͦf mein peycht Du eÿnige hoffnúng meynes heyls ...
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| 18v–43r |
Gebete, lat. an Augustinus, Ambrosius, Hieronimus, Bernhard, Maria |
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20r |
Historisierte Initiale: hl. Ambrosius |
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32v |
Miniatur: Maria auf der Mondsichel mit Stifter |
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33r |
Historisierte Initiale: Mater dolorosa |
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43r–51v |
Heiligengebete an die hl. Drei Könige, Georg, Sebastian, Erasmus, 14 Nothelfer, Wolfgang (lat.) Ü: Von den heyligen dreyen königenn Melchior Caspar vnd Balthazar volgt ir opffer vnd gepet A: O Duͦ guͦtiger Jhesuͦ Wenn du von der Juͦngkfrauͦen Maria geboren bist ..., 45r A: SAnct Georg Duͦ heyliger Ritter christi Duͦ wirdiger besytzer Aller Eren ..., 47v A: HErre duͦ hast zuͦrrbrochenn meine pannt Ich opffer dir ..., 49v A: HErre Sanct Erasme Bischouͦe vnd Mertrer Christi Als duͦ dich got an dem heiligem Sontag geopffert hast ..., 52r A: O Ir Allersterckstenn Ritter vnnd mertrer Christi Ewͦer nomen Alle geheyliget vnd got in der ewigkeyt allervast bekannt syndt ...
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43v |
Miniatur: Anbetung der hl. Drei Könige |
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44v |
Miniatur: hl. Georg |
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48r |
Miniatur: hl. Sebastian |
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49v |
Historisierte Initiale: hl. Erasmus |
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51r |
Historisierte Initiale: 14 Nothelfer |
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52r–55r |
52r 53r |
lat. Gebete an den hl. Wolfgang und König David, Christophorus Historisierte Initiale: hl. Wolfgang Historisierte Initiale: König David im Gebet |
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53v |
Miniatur: hl. Christophorus |
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55r–56v |
Gebet an alle Heiligen Ü: Von Allenn lieben heyligenn Gottes Eyn Andechtis gebett Volgt A: O Duͦ loblicher schöpffer Aller creatuͦr Almechtiger got ... |
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55r |
Historisierte Initiale: Allerheiligen |
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56v–57r |
Gebet an alle gläubigen Seelen mit ›de profundis‹, lat. A: SEyt gegruͦsset alle gleúbige sele Got gebe euͦch der rwͦe der do ist die ewige rwͦe ... |
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56v |
Historisierte Initiale: Errettung der Seelen aus dem Fegefeuer |
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57v |
Miniatur: hl. Katharina |
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58r–58v |
Gebet mit Vers und Kollekte an Katharina A: Gegruͦsset seystu katherina Eynes edelln stammes der klarheit eyn gleichnuͦs des klarfuͦnckels ... (auch in Nr. 43.1.116., 121r−121v, Nr. 43.1.146., 96r−97v, Nr. 43.1.158., 111v−114r, Nr. 43.1.209., 43r−44v 58v A: O ALmechtiger ewiger got der du die gesetz moysi gegeben hast ... |
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59r–60r |
Gebet an Margarethe A: O Du heylige Jungkfraw Sant Margareth Eyn gemahel vnnsers herren ... |
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59r |
Historisierte Initiale: hl. Margarethe |
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60v |
Suffragium an Barbara A: Almechtiger Barmhertziger got Ich bitte dich iniglich dz mich dy erwirdig fuͦrbittuͦng Der heyligen Juͦngkfrauͦen Sanct Barbara ... |
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60v |
Historisierte Initiale: hl. Barbara |
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60v–61r |
Dorothea A: O Duͦ mynigkliche Juͦngkfraw S dorothea ... In der keuschheyt gezemt ... |
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61r |
Historisierte Initiale: hl. Dorothea |
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61v |
Miniatur: hl. Magdalena |
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62r–63r |
Gebet an Magdalena, lat. |
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Letzte Lage von späterer Hand mit lat. Gebeten von Cacilia Rattinger, Geburten und Todesfällen auf sieben Seiten |
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Pergament, 63 Blätter, fünf Vor- und fünf Nachsatzblätter, 114 × 83 mm, Bastarda, eine Hand, einspaltig, 18–20 Zeilen, rotes Lineament, rote Rubriken, eine neunzeilige Initiale in Gold und Grün mit Blume auf rosa Feld (14r), drei siebenzeilige Initialen in Gold auf rosa bzw. blauem Feld (33r, 47v, 58r), zwei sechszeilige Initialen in Gold auf blauem bzw. grünem Feld (45r, 54r), zwei fünfzeilige Initialen in Gold und Grün auf rosa Feld mit einem Gänseblümchen (44r) oder einem Enzian (19r), eine dreizeilige Initiale in Gold auf violettem Feld (43v), zahlreiche zweizeilige goldene Initialen auf rosa, blauem oder grünem Feld, rote Rubriken, Erhaltungszustand an manchen Stellen beeinträchtigt.
nordoberdeutsch.
Neun Miniaturen, elf historisierte Initialen, zwölf Kalenderbilder. Zahlreiche vierseitige, mehrfarbige Akanthusranken, gelegentlich mit Vögeln, Putten, Schmetterling, Pfau, Architekturelement (28r), Schmuckstück (33r), Putto in einer Blüte sitzend (44r), Engel halten Festons in den Ranken (54r) besetzt. Die dreiseitigen Bordüren des Kalenders tragen an den Langseiten Streublumen auf goldenem Grund, am unteren Rand Monatsbilder. Von Albrecht Glockendon.
Ganzseitige Miniaturen recto oder verso 90–92 × 60 mm, die historisierten Initialen gehen über sechs oder sieben Zeilen. Die Miniaturen sind immer doppelt gerahmt, wobei der innere Rahmen aus Architekturelementen, Palmetten und Akanthus und mit einem bogenförmigen oberen Abschluss und der äußere Rahmen aus vier dünnen schwarz-goldenen Holzstangen besteht, die an den Ecken miteinander zusammengebunden wurden.
Der Bildraum ist von wenigen Ausnahmen abgesehen mit zahlreichen Personen gefüllt. Häufig wird die mehrfigurige Hauptszene noch durch eine oder mehrere Nebenszenen im Hintergrund ergänzt. So wird bei der Fußwaschung der hl. Magdalena deren Begegnung mit Jesus nach der Auferstehung und sie selbst als Heilige von Engeln umringt im Hintergrund zusätzlich gezeigt. Auch die Geburt Christi wird ergänzt von der Verkündigung an die Hirten im Hintergrund, auf identische Art und Weise, wie es schon Schongauer und Nikolaus Glockendon im Aschaffenburger Cod. 10 auf 24v gestaltet: durch ein großes Fenster im Gewölbe bzw. der Ruine geht der Blick weit in den Hintergrund, wo ein Hirte auf seinen Stock gestützt steht.
Besonders fein und detailgenau gestaltet sind die Landschaftshintergründe, die einen weiten Blick über bewaldete Hügel oder Wiesen auf ferne Städte werfen lassen, die unter einem blauen Schleier in der Ferne auszumachen sind. Die Bilder erzielen eine dramatische, extrovertierte Wirkung, da die Personen stark in Bewegung sind und intensiv miteinander agieren. Der Maler fällt auf durch einen Erfindungsreichtum bei den Bewegungen und Körperhaltungen, was sich beispielsweise gut an der Haltung Josefs bei der Geburt Christi sehen lässt (2v). Dort steht er als eine leicht gedrehte Rückenfigur mit in die Hüfte gestützten Armen und schaut von oben herab auf das Christuskind. Die Bewegungen der gut proportionierten Personen werden unter der voluminösen Kleidung sichtbar. Im Gegensatz zu den eher eintönigen weiblichen Gesichtern, die teilweise sehr an die Gesichter Nikolaus Glockendons (z. B. in Nr. 43.1.111., im Hallenser Missale, Aschaffenburg, Hofbibliothek, Hs. 10 und Nürnberg, Hs. 198448, 89v) und die frühen runden Gesichter mit den Kulleraugen Albrechts erinnern, gelingen die Gesichter und Barttrachten der Männer sehr individuell. Gut ist diese Differenz am Dreifaltigkeitsbild mit Allerheiligen (13v) zu sehen, wo die weiblichen Heiligen alle das gleiche pausbäckige Gesicht ohne Hals haben. Auch bei der Gestaltung von ausgefallenen Gewändern und Stoffen entwickelt der Maler einen Erfindungsreichtum, sehr schön zu sehen an der Rückenfigur des Mohren in der Anbetungsszene (43v) mit seinem auffallendem Gewand oder der Himmelskönigin (32v) mit ihrem vierfarbigen Prachtgewand. Auch das Lendentuch des hl. Sebastian beweist den gekonnten Umgang mit Textilienwiedergaben. Durch feine Goldhöhungen werden die Gewandfalten betont. Die Stifterin und die Damen ihrer Entourage tragen die für das erste Drittel des 16. Jahrhunderts typischen weißen, großen Sturzhauben, wie sie Albrecht Glockendon häufig dargestellt hat. Eine besondere Detailfreude zeigt sich zudem an der Ausgestaltung von Tieren, insbesondere dem Drachen und dem Pferd in der Miniatur des hl. Georg (44v). Der hl. Christophorus 53v findet sich beinahe identisch im Aschaffenburger Missale Cod. 10 von Nikolaus Glockendon in der Initiale 448r, gut erkennbar an dem sich bauschenden Mäntelchen des Christkindes und am Gürtel des Christophorus. In den Kalenderillustrationen dagegen zitiert er sich stellenweise selber mit denjenigen des Gebetbuchs Berlin, Ms. germ. oct. 9 von 1526 (Nr. 65.2.1.). Die Heuernte zum Monat Juli findet sich sehr ähnlich auf 7v. Dieses Kalenderbild ist identisch aufgebaut und auch die drei Personen stimmen bis in Details der Kleidung und Bewegung überein, während beim Novemberbild nur die beiden äußeren Frauen sehr ähnlich gestaltet sind. Bemerkenswert sind zudem die fein gearbeiteten historisierten Initialen, die zumeist ein Brustbild eines Heiligen vor einem leuchtend blauen Hintergrund zeigen. Dieses Gebetbuch ist mit seiner ausgeprägteren Stilsicherheit sicherlich deutlich später entstanden als die anderen ganz oder teilweise an Albrecht Glockendon zuzuweisenden Nr. 43.1.52., Nr. 43.1.167., Nr. 43.1.199.
Die Kalenderbilder beinhalten die traditionellen Arbeiten im Jahreslauf, siehe Bildthementabelle in der Einleitung zur Stoffgruppe 65. Kalender (ohne diese Handschrift): Januar: Speisen, Frau im Hintergrund, Februar: Holzsammeln und Aufstellen von Stützpfosten (für Wein?), März: Aussaat, Beschneiden der Weinreben, April: Melken, Herde austreiben, Mai: Kahnpartie mit Musik, Juni: Schafschur im Dorf, Juli: Heuernte, August: Picknick bei der Kornernte, September: Pflügen und Säen, Oktober: Weinherstellung, November: Dreschen, Dezember: Schlachten.
Die Miniaturen stellen die Geburt Christi (dem Kalender vorangestellt), die Anbetung der hl. drei Könige, die hl. Dreifaltigkeit zu den entsprechenden Gebeten, Maria auf der Mondsichel zu einem lateinischen Mariengebet und Heilige dar (Georg, Sebastian, Christophorus, Katharina, Magdalena [lat.]). Die historisierten Initialen bilden die jeweils angesprochenen Heiligen bzw. Gebetsthemen ab: Ambrosius, Mater dolorosa, Erasmus, 14 Nothelfer, Wolfgang, König David, Allerheiligen, Errettung der Seelen aus dem Fegefeuer, Margarethe, Barbara, Dorothea.
Auffallend ist die zweimalige Darstellung des Stifters, einmal mit Ehefrau auf 13v und einmal alleine auf 32v.
Reichhaltige, klare Palette mit reichlich Rosa, etwas Gold.
https://digitalcollections.nypl.org/search/index?q=%22MA+155%22 (Teildigitalisat)