43.1.210. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 296 Blankenburg
Begonnen von Regina Cermann, fortgeführt von Isabel von Bredow-Klaus
Ergänzung zum gedruckten KdiH
Datum der Veröffentlichung: 11.6.2026
Nach 1474 (18r, 19v). 1476 (
Paris, Umkreis des Maître François, für den Nürnberger Absatzmarkt (Erstbesitzer, Kalender [Sebald, Otto, Burkhard], 280r−281r Gebet zu Sebald), 242r Wappen Fleurs de lys.
Allianzwappen des 1450 oder 1453 vermählten Nürnberger Ehepaares Ursula Behaim (1436−1483) und Andreas Harsdorfer (†1498), darunter die Jahreszahl 1470 (3r). Auf 20v *A* / *GVDAWIES* / *8*20*. Exlibris von Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Lüneburg (1671−1735) im vorderen Innenspiegel (Ex Bibliotheca Ducis Brunsvicensis et Luneburgensis), darunter auf einem Papierzettel die Zahl 151 als Standortnummer im Regalfach in Blankenburg. Auf einem weiteren, handbeschriebenen Papierzettel die ältere Signatur 67. Mst. Bl, daneben die neuere, heute gültige (296. Mst. Bl.). 1755 von Blankenburg nach Wolfenbüttel überführt.
| 3r |
Randminiatur: Allianzwappen Behaim, Harsdorfer |
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| 3r−4v |
Aegidius Romanus, ›Salve sancta facies‹, deutsch, hier Papst Johannes XXII. zugeschrieben, mit Ablass Ü: Dits hienach geschriben gepet hat gemacht pabst Johannes der czwenvndzweinczigst A: Gegrüsset seistu heiliges antlucz unsers erlösers (auch in Nr. 43.1.3., 199v–201r, Nr. 43.1.10., 121r, Nr. 43.1.90b., 111r–112v, Nr. 43.1.95., 190r−192r, Nr. 43.1.109., 1r−2v, Nr. 43.1.121., 46r–47v, Nr. 43.1.127a., 36r–37r, Nr. 43.1.133., 149v–153r, Nr. 43.1.163., 1r−3r, Nr. 43.1.179., 241v−243r) |
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| 3v |
Miniatur: Veronika mit dem Schweißtuch, flankiert von Petrus und Paulus |
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| 6r−17v |
Kalender für Bamberg (drei Spalten: Goldene Zahl, Sonntagsbuchstabe, Festtage [voll besetzt], darunter: 3.3. Küngund schydung [rot], 29.3. S. küngund bewerung, 7.6. Deocarus ein Abt, 19.8. Sebolt peichtiger [rot], 9.9. küngung erhebung [rot], 30.9. Otto pisch [rot]; am Rand: Werktagsstunden, 7v Erläuterungen zum Neumond) |
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| 18r−19v |
Komputus. Zirkel für den Sonntagsbuchstaben und die Goldene Zahl (ausgehend vom Jahr 1474), mit Erläuterungen |
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| 20r−20v |
Vier Goldfasten, Anfang des Advent |
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| 22r−23v |
Anfang des Johannesevangeliums (1,1−14) |
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| 22r |
Historisierte Initiale: Adler mit Schreibwerkzeug im Schnabel |
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| 24r |
Rubrik Ü: Hienach hebt sich an der Curss oder die siben Tagzyt von vnser lieben frawen schydung oder hymelfart |
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| 25r |
Miniatur: Verkündigung |
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| 25r−83r |
Offizium zur Himmelfahrt Mariens A: Meyn lebßen wirstu herr auff thun ...
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| 83v−85v |
›Adiutorium‹ und ›Confiteor‹, deutsch (als Eingangsgebete zur Messe) |
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| 86r |
Rubrik Ü: Hienach vecht an die Mess von vnnser lieben frawenn schydung ... |
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| 87r |
Miniatur: Geburt Christi |
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| 87r−95v |
Marienmesse ›Salve sancta parens‹, deutsch (zu Mariae Himmelfahrt) A: Gegrüst seistu heilige gepererin, die kindelpeterin hat gepert den künig der do regirt himel vnd erttrich ...
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| 96r |
Rubrik Ü: Hienach hebt sich an der Curss oder die Syben tagzeyt von vnser lieben frawen Mitleydung ...
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| 97r |
Miniatur: Pietà unter den drei Kreuzen, zu Häupten und zu Füßen Christi knieen Johannes und eine der Marien |
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| 97r−133v |
Tagzeiten vom Mitleiden Mariens |
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| 134r |
Rubrik Ü: Hienach hebt sich an der Curss oder die Syben zeyt von dem leyden Jhesu xpi
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| 135r |
Miniatur: Kreuztragung |
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| 135r−177r |
Offizium zur Passion |
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| 177r |
Rubrik Ü: Hienach heben sich an die siben psalm der pußwertigkeit |
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| 178r−199r |
Sieben Bußpsalmen mit Litanei (193v Sebald), Fürbitten und Gebeten (darunter |
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| 178r |
Miniatur: David im Gebet |
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| 199r |
Rubrik Ü: Hienach hebt sich an ein schön gepet von der heiligen Driualtigkeyt |
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| 200r |
Miniatur: Dreifaltigkeit |
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| 200r−209r |
Gebete zur Dreifaltigkeit: darunter vier von Johannes von Indersdorf, aus der Sammlung für Herzog Wilhelm III. von Bayern (s. Nr. 43.1.112., München, BSB, Cgm 29, 65r−65v, 66r. |
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| 209r |
Rubrik Ü: Hienach vahent sich an die Siben tagzeit von vnsers herren leyden Als pabst Johannes gemacht hat … Vnd heben sich also zu latein an Patris sapientia etc. |
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| 210r |
Miniatur: Kreuzigung |
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| 210r−213v |
Papst Johannes [XXII.] (zugeschrieben), Heilig-Kreuz-Offizium aus Hymnus ›Patris sapientia‹, deutsch, jede Strophe mit Vers und Kollekte, ordo parvus, mit Ablass A: Des vaters weißheit vnnser herr Jhesus Christus got vnd mensch ward gefangen ...
Fassung 9.IX |
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| 213v−215v |
Anaphorisches Tagzeitengebet zum Leiden Christi, mit Ablass von Papst Johannes I. Ü: Als oft man die hernach geschriben gar kurtze tagzeyt sprichen von vnsers herrn leyden A: Aller gewalt ward gefangen, alle craft ward gepunden ... (Alle herrschaft dienet ... zur Komplet; ähnlich |
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| 215v−218r |
Drei Passionsgebete Ü: Hienach volgen vil schöner gepet zu vnserm herrn Jhesu Christo A: Herr ihesu criste sun des lebendigen gots der du von hymel auß der schoß des vaters A: O aller süster ihesus der du mich an dem kreucz so Jnniglich vmbfangen ... A: O herre ihu xpe Jch ermane dich der manigfeltigen pittrikeyt die du hettest an dem heiligen kreucz ...
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| 218r−220r |
›Gebet St. Peters‹, mit Ablass Ü: Hienach volget ein schön andechtig gepet, das hat Sant peter der erst pabst gemacht ... A: O herre ihesu criste ein schöpffer vnd ein erlöser der werlt der du pist gegangen zu der marter ... |
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| 220r−222v |
›Gebet zu den Gliedern Christi‹, Papst Innozenz III. zugeschrieben, mit Ablass Ü: Diß hernach geschriben gepet hat gemacht der heilig pabst Innocentius der drit A: Gegrüsset seistu erwirdiges haubt Jhesu Christi, vor dem erpidemt aller gewalt ... |
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| 222v−225r |
›Gebet von den sieben letzten Worten Christi am Kreuz‹ A: O herr ihu xpe der hangend an dem Creutz gesprochen hast zu dem schacher dich pittende ... |
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| 225v−228r |
Bernhardin von Siena, ›Gebet vom süßen Namen Jesu‹ Ü: Eyn schón andechtig gepet von dem namen Jhesu A: O Gutter ihesu, O süsser ihesu, O ihesu ein sun der junckfrawen marie ... |
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| 228r−231r |
Tägliches Gebet für ein seliges Ende Ü: Mit diser hernach geschriben vermanung sol man got den herrn alletag vermanen A: Herre ihu xpe Ich man dich das clöpffens, des dein heilige menscheit emphieng do du verurteilt wurdest ... |
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| 231r−236v |
Vier Gebete zu Gott, täglich zu sprechen Ü: Hienach volgen schöner gepete viere zu got A: Almechtiger vnd parmhercziger got Ich ellende vnd arme sünderin opffer dir heut mein sele, leben ..., A: Almechtiger got Ich han gesündet in den hymel vnd wider dich ..., A: Ich mane dich milter vnd süsser got an alle deine parmung ..., A: Nym von mir ewiger got alle hoffart ... |
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| 237r−241r |
›Acht Verse St. Bernhards‹ A: ERleucht herr meine augen das ich nymer verslaff … ( |
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| 241v−243v |
Passionsgebet Gregors d. Gr., ›Adoro te in cruce pendentem‹, deutsch (fünfteilig) A: Herre Jhesu Christe ich pet dich an als du an dem creucz gehangen pist ... |
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| 242r |
Miniatur: Gregoriusmesse |
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| 243v−250r |
›Sancta Maria‹, deutsch ( |
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| 250r−256r |
Johann von Neumarkt, Tagzeiten vom Mitleiden Mariens Typ 1 Ü: Hienach heben sich an die Syben Tagczeyt auff das kürczt von unser lieben frawen mitleydung A: Ich man dich hymelische fürstin an solches gross dein leyden … ( |
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| 256r−268v |
Drei Gebete zum Mitleiden Mariens A: O Du künigin vnd keyserin aller engel vnd menschen ... A: O du zuuersicht vnd beschirmung aller in dich seuftzendparmhertzigste Junckfraw ... A: O du edle vnd höchste künigin Junckfraw maria Ich pit dich vnd verman dich gedenck des ellenden stands den du pist gestunden ... |
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| 259r–265r |
Zwei Gebete in Anfechtungen und in der Todesstunde A: Eya du sunderliche gotformliche und heiligste keyserin der güttigkeit ... Ü: Aber ein schön gepet … das mag man dem menschen vorpetten so er in todes nöten ist A: O wirdige muter gottes und ein liechter sterne diß ellenden meres... |
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| 265r–267r |
›Goldenes Ave Maria‹ Ü: Diß hernach geschriben gepete ward sant Bernhart von hymel pey einem engel gottes gesant A: Gegrüsset seistu Maria ein dienerin der heiligen driualtigkeit ... Fassung I.1. ( |
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| 267r–268v |
›Goldenes Ave Maria‹ A: Got grüss dich Maria roß ane dorn ... Prosafassung, nicht bei
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| 268v−270r |
›Sieben himmlische Freuden Mariens‹ (Überbietungs-Typus: ... wann in dem hymel die aynig schöne diener eren fürtriffet aller ere der heiligen vnd der engeln ...) |
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| 270v−286r |
Heiligengebete und -suffragien: Erasmus, Schutzengel, Matthias, Nikolaus, Christophorus, Wolfgang, Sebald, Laurentius, Achatius, Maria, Sebastian (Anfang fehlt) |
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| 271r |
Miniatur: Martyrium des hl. Erasmus (HABEMU. .MEN.) |
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| 277r |
Miniatur: Christophorus |
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| 286r−289r |
Morgen- und Abendgebet A: Herr almechtiger vater ich sag dir danck das du mich dise nacht genediglich bewart hast ... A: Herr almechtiger genediger vater was ich in disem tag mit gedancken reden oder wercken wider deine gepot ... |
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| 289v−304v |
Heiligengebete und -suffragien: Maria Magdalena, Katharina (zwei), Margarete, Ottilie, Apollonia, Dorothea, Barbara, alle Heiligen |
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| 294r |
Miniatur: Martyrium der hl. Katharina |
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| 301r |
Miniatur: Martyrium der hl. Barbara |
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| 305r−321r |
Gebete zur Messe Ü: So du Mess wilt hörenn sprich mit andacht vor diß nach geschriben gepet A: O Ewiger glancz des vetterlichen herczen Jhesu Christe ... |
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| 321r |
Rubrik Ü: Hienach hebt sich an die vigilg der todten |
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| 322r |
Miniatur: Auferweckung des Lazarus |
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| 322r−336v |
Kurze Totenvigil ( |
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| 336v−343v |
Seelengebete für den ersten Tag nach Verscheiden, am Jahrestag, für einen Priester, einen Mann, eine Frau, die Eltern, Geschwister, Wohltäter, Schutzbefohlene, Verstorbene auf dem Friedhof, alle Seelen etc., Seelengebet mit Ablass von Papst Johannes XXIII. A: Seyt gegrüsset alle glaubig sel ... |
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| 343v−360r |
Marquard von Lindau, Auszug aus dem ›Eucharistie-Traktat‹ ( |
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| 360r−366v |
Zwei Beichtformeln A: Ich arme sünderin bekenn dem almechtigen parmherczigen got ..., A: Ich armer sündiger mensch bekenne dem almechtigen got vnd seiner lieben muter marie ... |
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| 366v−369r |
Katechismus: zehn Gebote, sieben Todsünden, fünf Sinne, sechs Werke der Barmherzigkeit, sieben Sakramente, sieben Gaben des Hl. Geistes, neun fremde Sünden |
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| 369v−374r |
Register (ohne Marienmesse und Katechismus) |
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| 374v |
Miniaturenregister Ü: pildung |
Pergament, 376 Blätter (einst 380), 133 × 95 mm, Bastarda, eine Hand, einspaltig, 15 Zeilen, zeitgenössische rote Tintenfoliierung von II−CCCLI ab 22r (ohne Kalender und Register), dreizeilige Initialen, Rot und Blau abwechselnd als Buchstabenkörper, der Grund in Rot mit Gold und Weiß/Rosa oder in Blau mit Weiß gemustert: Akanthus, Blüten, Beeren, Vögel, Taube, Papagei mit Schreibzeug, Erdbeeren, Gänseblümchen, Veilchen, Rosen), abwechselnd ein- bis zweizeilige rote und blaue Lombarden, gelbe Strichel (französische Usance), manchmal auch gänzlich ausgefüllt.
nürnbergisch/fränkisch?
14 Miniaturen (3v, 25r, 87r, 97r, 135r, 178r, 200r, 210r, 242r, 271r, 277r, 294r, 301r, 322r), zwei weitere herausgeschnitten (vor 22, 286), im Register noch 16 pildung. Eine historisierte Initiale (rot-goldene Grisaille 22r). Zirkel 18v, 19r.
Umschließende Kompartimentbordüren mit geometrischem Muster, oben vom Rundbogen der Miniaturen unterbrochen. Die Kompartimente bestehen aus verschiedenen Blattformen und geometrischen Formen (Kreisen, Quadraten, Rechtecken oder Rauten). Der Grund wechselt in Weiß und Gold, wobei auf Weiß blau-goldener Akanthus, auf Gold bunte Blüten und Beeren gemalt sind, während Vögel überall möglich sind. In den Bordüren finden sich verschiedene Drolerien (Hund mit Egge und Kugel 3v, Äffchen mit Spiegel 22r, nackter Mensch mit Keule 87r, Heuschrecke 97r, Drache 135r, Granatäpfel, Pfau 178r, Panther oder Luchs 200r, Rad schlagender Pfau 210r, Wappen mit Lilien, gehalten von einem Löwen und einem weißen Hund 242r, Zwergdrache 271r, Fabelwesen 277r, Drache 301r, Drache, Vogel in Trauben, Distel 322r). Einfache Streifenbordüre am äußeren Blattrand: 83v, 214r, 215v, 244r, 250r, 298v, 305r, 344r. Zwei Maler aus der Werkstatt des Maître François, Paris.
In der Regel auf Recto-Seiten, wobei gelegentlich die Verso-Seite frei blieb. Typisch französisches Layout mit drei Zeilen Text unterhalb der Miniatur, von denen die Hälfte die Initiale einnimmt. Die Bildthemen sind unten auf den Seiten in französischer Sprache angegeben und obwohl stark beschnitten oft noch erkennbar.
Bildszenen, die draußen in der Landschaft stattfinden, erwecken einen luftigen leichten Eindruck. Es wird immer genügend Raum für den Himmel und einen detaillierten Landschaftsausblick gelassen, selbst wenn viele Menschen am Geschehen beteiligt sind. Diese drängen sich dann eher an den Bildrändern. Die Innenszenen dagegen scheinen durch die architektonischen Formen, Gewölbe, Baldachine sehr voll, obwohl in der Regel nur wenige Personen zu sehen sind. Die Maler sparen nicht bei der Wiedergabe von Accessoires oder Details wie zum Beispiel bei der Miniatur des Königs David (178r), der sowohl Krone als auch Leier und Gebetbuch dekorativ abgelegt hat. Besonders innovative Szenen oder Darstellungen sucht man jedoch vergebens. In der Regel werden auch keine Nebenschauplätze gezeigt. Nur beim Martyrium der hl. Katharina (294r) zeigt die Szene, wie das Rad plötzlich in viele Teile zerbirst, von denen eines den beobachtenden Kaiser auf der Brust trifft. Neben ihr fallen die Soldaten etwas unmotiviert und steif zu Boden. Bei der Geburt Christi sieht man im Hintergrund winzig klein ein paar weiße Schafe, ihr Hirte lehnt vorne neben dem Stall lässig an einer Mauer.
Die Miniaturen entstammen der Werkstatt des Meister François. Zum Beispiel lässt sich das gut sehen an dem mit Bäumen bewachsenen rundlichen Berg im Hintergrund der Geburt Christi, der in derselben Form auch in der Handschrift Chambéry, Ms. 1, 57r und in New York, Pierpont Morgan Library, MS M.73, 41r. Ganz hinten ist eine im Dunst verschwindende Stadtansicht gemalt mit einem charakteristischen Turm, der ebenfalls in der Geburtsminiatur auftaucht. Die langgestreckten Hälse, die knollenförmigen Nasen und die aneinandergelegten Zeigefinger und Daumen weisen ebenfalls in das Werk Maître Francois. Die etwas schematisierten Landschaften und eine Farbperspektive sind weiterhin charakteristisch für diesen Pariser Meister. Die Figuren weisen keine besondere Beweglichkeit auf, sondern sind eher statisch angelegt. Schraffuren werden als strenge geometrische Muster parallel oder in Rauten gezeichnet und auch der Rasen ist somit geometrisch gemustert. Gekleidet sind die Soldaten in zeitgenössischer, bunter Tracht, die Heiligen sind würdig in lange, prachtvolle, mit Pelz und Borten besetzte Kleider und Mäntel gehüllt. Diesem Maler begegnen wir wieder im Gebetbuch Nr. 43.1.163.
In den Miniaturen ist noch eine zweite Hand zu erkennen, die derselben Werkstatt des Maître Francois entstammt und ebenso zart aber routiniert arbeitet. Leichte Unterschiede sieht man in der Form der Gesichter, die bei dem ersten Maler eher rundlich ausfallen, beim zweiten Maler im Wolfenbütteler Gebetbuch jedoch etwas herzförmig. Auch die Körperproportionen sind unterschiedlich. Die Figuren der zweiten Hand sind deutlich in die Länge gezogen. Vor allem an den Heiligenbildern (besonders Katharina, Barbara und David) sind dies Unterschiede gut zu sehen. Unterschiede sind auch in der Gesamtwirkung spürbar, gelingt doch dem zweiten Maler mehr Bewegung der Personen und eine gewisse Dramatik in den Handlungen. Vielleicht lässt sich diese zweite Hand mit einem anderen Nachfolger des Maître François gleichsetzen, nämlich mit Jacques de Besançon, der dann auch Nr. 43.1.95. illustrierte. Hier wären also zwei Meister der Nachfolge Maître François gleichzeitig am Werk gewesen, während sie in den anderen beiden Pariser deutschsprachigen Gebetbücher dieser Jahre getrennt gearbeitet haben. Der zweite Maler der Wolfenbütteler Handschrift ist auch aus anderen Werken bekannt. Er hat z. B. das Stundenbuch New York, PML, MS M.26 und ein Jeu d’échecs (Paris, ms. fr. 2000) ausgemalt. Vergleiche zu diesem Maler
Standard-Bildprogramm mit der hl. Veronika zum Salve Sancta Facies, Verkündigung zum Offizium zur Himmelfahrt Mariens, Geburt Christi zur Marienmesse, Pietà zu den Tagzeiten zum Mitleiden Mariens, Kreuztragung zum Offizium zur Passion, David im Gebet zu den Bußpsalmen, Dreifaltigkeit zum entsprechenden Gebet, Kreuzigung zu den Tagzeiten zur Passion, Gregorsmesse zum entsprechenden Gebet Adoro Te. Die Heiligenbilder illustrieren die Gebete nur in Auswahl: Erasmus, Christophorus, Katharina, Barbara, Auferweckung des Lazarus zur Totenvigil. Die verlorenen Miniaturen: vor Bl. 22 Johannes auf Patmos, vor Bl. 286 Sebastian.
Siehe Allgemeines zu der Gruppe von insgesamt acht bisher bekannten in Paris gefertigten Gebetbüchern für den süddeutschen, speziell Nürnberger Markt den Text von Cermann unter Nr. 43.1.3. Vergleichshandschriften sind zudem Nr. 43.1.4., Nr. 43.1.10., Nr. 43.1.95., Nr. 43.1.109., Nr. 43.1.163. und Nr. 43.1.179. Die Texte stimmen weitestgehend mit denen in den sieben anderen in Paris hergestellten deutschsprachigen Gebetbüchern überein und alle acht Gebetbücher gehen wohl auf dieselbe Vorlage zurück. Sowohl die Textabfolge als auch die Bildauswahl variieren leicht in diesen Gebetbüchern. Obwohl das Wolfenbütteler Gebetbuch fast dieselben Texte beinhaltet wie das Kölner Nr. 43.1.163., ist jenes jedoch mit weitaus mehr Miniaturen ausgestattet, nämlich mit 34, das Trierer Nr. 43.1.179. sogar mit 40 Miniaturen.
Muschelgold, Dunkelrot, Hellrot, Rosa, Lindgrün, Grasgrün, Hellbraun, Blau, Weiß, Aprikot, Ocker, Orange, Grau, Schwarz, Violett, Dunkelbraun, Fleischfarben, Hellblau, Oliv, Taubengrau-Blau, Gelb.
Handschriftencensus; http://diglib.hab.de/296-blank=Butzmann
Taf. VIIa: 25r. Taf. VIIb: 294r.