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KdiH

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4.0.7. Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 19

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 1

Datierung:

1448.

Lokalisierung:

Basel.

Besitzgeschichte:

Bl. 255v: Eulenschild, darüber zweimal gebrochener Pilgerstab mit Spruchband: hans goldschmid kur(von der Hand des Illustrators). – Wegener vermutet in Hans Goldschmid den Besteller der Handschrift, der den Codex aber nicht abgenommen habe, weshalb die Werkstatt über diesen Eintrag eine andere Zeichnung klebte (hl. Margarete mit Drachen, inzwischen abgelöst und unter Lib. pict. A. 141 eingeordnet) und diese durch einen hinzugefügten Architekturhintergrund den übrigen Illustrationen des Zyklus anpaßte.

Inhalt:
1. 1ra–216ra Otto von Passau, ›Die vierundzwanzig Alten‹
Register, Vorrede, 24 Reden
2. 216v–224r ›Speculum artis bene moriendi‹, deutsch
3. 224r–227r Sog. ›Würzburger Totentanz‹
4. 228r–245v ›Von einem christlichen Leben‹
5. 246r–247v ›Goldwaage der Stadt Jerusalem‹
6. 248r–249r Vaterunserauslegung
7. 249r–250v ›Über die Siebenzahl‹
8. 250v–251r ›Vom geistlichen Leben‹
9. 251r–252v ›Tagzeiten vom Leiden Christi‹
10. 252v–253v ebete zu den ›Tagzeiten‹
11. 253v–255r ›Zehn Staffeln der Demut‹
Abweichend von der ›Stimulus-amoris‹-Fassung
12. 256r–256v Betrachtung des Leidens Christi
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 256 Blätter, Blattverluste, 306 × 205 mm, Bastarda, eine Hand (Johannes maiger de werdenberg,216r), 80r–82v von anderer Hand, 1ra–216ra zweispaltig, 216v–256v einspaltig, 31–37 Zeilen, rote, blaue und grüne Initialen, 1ra neunzeilige rote S-Initiale auf rechteckigem Grund mit stilisiertem Blattwerk, Rubrizierung.

Schreibsprache:

ostschweizerisch.

II. Bildausstattung:

29 kolorierte Federzeichnungen: 25 zu den ›Vierundzwanzig Alten‹ (2vb, 5v, 6ra, 9rb, 14vb, 18va, 23rb, 27vb, 32rb, 39ra, 43va, 48rb, 64rb, 96vb, 103rb, 112ra, 119ra, 127vb, 135rb, 144va, 151va, 177ra, 185va, 196rb, 207rb), eine zu Text 2 (216r), eine zu Text 4 (227v); 255v Wappen (des Bestellers?) mit einst darübergeklebter, inzwischen abgelöster Federzeichnung (s. o.); 257v Engel und zwei Basilisken in einem Innenraum als Wappenhalter des Basler Wappens. Ein Zeichner, vielleicht ein zweiter, der mit hellerer Tinte Verbesserungen an den Figuren und Architekturen vornahm und die Landschaft 5v zeichnete (später als die roten Kapitelüberschriften), möglicherweise aber doch von der ersten Hand (Wegener). Wohl aus dem Umkreis des Konrad Witz, zumindest von diesem beeinflußt.

Format und Anordnung:

Eine ganzseitige (5v), 24 1/4–1/2 Spalte große Illustrationen, ungerahmt. 5v (Vision des Johannes) als Titelminiatur, die Bilder zu den vierundzwanzig Alten zu Beginn der vierundzwanzig Reden sind in die Textspalten integriert: die Alten halten (statt des üblichen Buches) die ca. dreizeiligen Initialen der Textanfänge in der (linken) Hand, die Schriftzeilen (von unterschiedlicher Länge) stoßen bis an die unregelmäßigen Bildbegrenzungen.

Bildaufbau und -ausführung:

Die vierundzwanzig Alten sind stets auf Thronsitzen, Bänken, Kissen, Säulenkapitellen usw. sitzend dargestellt, den Hintergrund bildet in der Regel ein enger, hoher Innenraum mit Säulen, Türen, Fenstern, Gewölbedecken usw. in guten perspektivischen Verkürzungen, stets variiert. Mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand umfaßt der Alte jeweils die Initiale des Textbeginns, die bei einigen Miniaturen auch auf der nach oben geöffneten Handfläche aufsitzt. – Kräftige Federlinien, kaum Schraffierung, nur leichte Lavierung mit grauer Aquarellfarbe, lediglich das Inkarnat in hellem Rot, vereinzelt auch Mützen mit Zinnober bemalt. Kräftige Modellierung durch ausgesparte Lichter oder mit abgestuften Grautönen kolorierte Schattenpartien. Untersetzte Figuren mit großen Köpfen und Händen; wechselnde weite Gewänder mit eckigem Faltenbruch. Die Alten tragen Mützen, Turbane usw. als Kopfbedeckungen, nur der zweite Alte (6ra) trägt eine Krone.

Bildthemen:

Vision des hl. Johannes: der Evangelist am Pult schreibend in einer Landschaft mit Bergen, Wäldern, Feldern und einer Burg, einem See mit Schiffen und einer Stadt, darüber Gottvater mit musizierenden Engeln und (einem Teil der) vierundzwanzig Alten, am Himmel Vögel (5v); die vierundzwanzig Alten als Einzelfiguren, ohne Bücher (2vb, 6ra–207rb).

Farben:

schmutziges Grau, helles Rot, Zinnober.

Literatur:

Degering 1 (1925) S. 3. – Kautzsch (1894) S. 59; Benziger (1912) S. 34 u. Abb. 22 (6r); Brandt (1912) S. 191–193, Taf. 23 (5v); Brandt (1913) S. 23. 25, Abb. 2 (5v); Benziger (1914) S. 19; Escherich (1916a) S. 123–127. 185–190; Escher (1917) S. 10. 167; Wegener (1928) S. 62–65, Abb. 53 (9r). 54 (112r); Jerchel (1932a) S. 40f.; Schmidt (1938) Nr. 7; Stange 7 (1955) S. 8; Besch (1967) S. 25f.

Zu den Illustrationen von Text 2 und 4 siehe Nr. 9. Ars moriendi/Memento mori; Nr. 67. Katechetische Literatur.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 67: 2vb. Der erste Alte.

Abb. 67.