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KdiH

ß · © ª º « » × æ œ Ç ç č š Ł ł ́ ̀ ̃ ̈ ̄ ̊ ̇ ̋ ͣ ͤ ͥ ͦ ͧ ͮ Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ ς τ υ φ χ ψ ω ͅ ̕ ̔
Die folgenden Zeichen haben eine besondere Bedeutung. Sie stehen ohne Leerzeichen beim Wort, auf das sie sich beziehen.
+Das Wort dahinter muss vorkommen.
-Das Wort dahinter darf nicht vorkommen.
~Das Wort dahinter sollte eher nicht vorkommen.
<Das Wort dahinter sollte vorkommen, aber nicht so dringend wie andere Wörter.
>Das Wort dahinter sollte vorkommen, und zwar dringender als andere Wörter.
*Platzhalterzeichen am Ende eines Wortes; steht für kein, ein oder mehrere Zeichen.
" "umgibt eine Folge von Wörtern; es wird dann nicht nach den Wörtern einzeln gesucht, sondern nach der Folge als ganzer.
( )bündelt Wörter zu einem Ganzen, um eins der obigen Präfixe darauf beziehen zu können.

9. Ars moriendi/Memento mori

Bearbeitet von Gisela Fischer-Heetfeld und Norbert H. Ott

KdiH-Band 1

In dieser Stoffgruppe sind Werke verschiedenster Art vereinigt. Feste Untergruppen bilden nur die Totentänze und das späte Vergänglichkeitsbuch des Grafen Wilhelm Werner von Zimmern mit seinen drei Abschriften. Die meisten Texte stehen dagegen verstreut in deutschen und lateinisch-deutschen Sammelhandschriften: Es sind Sterbelehren und Mahnungen, der Vergänglichkeit des Irdischen eingedenk zu sein, wie die ›Greisenklage‹, der ›Jammerruf des Toten‹ oder die Wechselreden zwischen den Lebenden und den Toten. Solche Texte sind ihrer Natur nach außerordentlich instabil, sie werden verkürzt oder erweitert und gehen immer wieder neue Verbindungen ein. Viele sind von der Forschung nicht hinreichend aufgearbeitet, auch die Titelgebung ist uneinheitlich und verwirrend; sie bewahrt manchmal den originalen lateinischen Titel (›De contemptu mundi‹, ›Memoria improvisae mortis‹), während sich in anderen Fällen eine deutsche Bezeichnung durchgesetzt hat (›Jammerruf des Toten‹ für ›Planctus animae damnatae‹). So mag sich manches noch unentdeckt auch in an sich bekannten Handschriften verbergen.

Literatur zu den Illustrationen:

Franz Falk: Die deutschen Sterbebüchlein von der ältesten Zeit des Buchdruckes bis zum Jahre 1520. Köln 1890 (Schriften der Görres-Gesellschaft 1890,2). Nachdruck Heidelberg 1969. – Karl Künstle: Die Legende der drei Lebenden und der drei Toten und der Totentanz. Freiburg i. Br. 1908. – Willy F. Storck: Die Legende von den drei Lebenden und von den drei Toten. (Diss. Heidelberg) Teildruck Tübingen 1910. – Rainer Rudolf: Ars moriendi. Von der Kunst des heilsamen Lebens und Sterbens. Köln/Graz 1957 (Forschungen zur Volkskunde 39). – Willy Rotzler: Die Begegnung der drei Lebenden und der drei Toten. Ein Beitrag zur Forschung über die mittelalterlichen Vergänglichkeitsdarstellungen. Winterthur 1961. – Hellmut Rosenfeld: Die Ars moriendi im Wettstreit zwischen Kupferstich- und Holzschnittkunst. Börsenblatt f. d. dt. Buchhandel, Frankfurter Ausgabe Nr. 21 v. 14. 3. 1986, S. A127–A130. – Hellmut Rosenfeld: Ars moriendi. Lexikon des gesamten Buchwesens 1 (21986), S. 145f.