Project icon

KdiH

ß · © ª º « » × æ œ Ç ç č š Ł ł ́ ̀ ̃ ̈ ̄ ̊ ̇ ̋ ͣ ͤ ͥ ͦ ͧ ͮ Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ ς τ υ φ χ ψ ω ͅ ̕ ̔
Die folgenden Zeichen haben eine besondere Bedeutung. Sie stehen ohne Leerzeichen beim Wort, auf das sie sich beziehen.
+Das Wort dahinter muss vorkommen.
-Das Wort dahinter darf nicht vorkommen.
~Das Wort dahinter sollte eher nicht vorkommen.
<Das Wort dahinter sollte vorkommen, aber nicht so dringend wie andere Wörter.
>Das Wort dahinter sollte vorkommen, und zwar dringender als andere Wörter.
*Platzhalterzeichen am Ende eines Wortes; steht für kein, ein oder mehrere Zeichen.
" "umgibt eine Folge von Wörtern; es wird dann nicht nach den Wörtern einzeln gesucht, sondern nach der Folge als ganzer.
( )bündelt Wörter zu einem Ganzen, um eins der obigen Präfixe darauf beziehen zu können.

9.1.11. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 758

Bearbeitet von Gisela Fischer-Heetfeld

KdiH-Band 1

Datierung:

1471.

Lokalisierung:

Augsburg.

Inhalt:
1. 2r–27r ›Memoria improvisae mortis‹, deutsch (Dits puͦch sagt von dem sterbenden menschen. O tod wie pitter ist dein gedächtnüsse ainem jungen frölichen hertzen ...)
2. 27r–99v Gerard van Vliederhoven, ›Cordiale de quattuor novissimis‹, deutsch
Richard Byrn, 2VL 2 (1980) Sp. 1217–1221 (1220). Edition: R. F. M. Byrn: The Cordiale-Auszug. Diss. (masch.) Leeds 1976, S. 53–235.
3. 99v–104r Zwei Sterbegebete
4. 104r–108r 14 Betrachtungen der Gottesliebe
5. 108r–118v Auszüge aus Marquard von Lindau, ›Eucharistie-Traktat‹
6. 118v–119r Gartenallegorie
7. 119r–120v Sammlung von Kurztexten
8. 121r–164r ›Speculum artis bene moriendi‹, deutsch
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, III + 167 Blätter, 210 × 155 mm, Bastarda, eine Hand (Amerel = Konrad Bollstatter, 164r), einspaltig, 19–24 Zeilen, rubriziert, neben roten auch violette, blaue und grüne Überschriften und Initialen, bis 87r zwei- bis vierzeilige (2r elfzeilige) zweifarbige Fleuronnée-Initialen, häufig rot-schwarze Kadellen in den obersten Zeilen.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Vier kolorierte Federzeichnungen: eine zu Text 1 (1v), drei zu Text 2 (36r, 83r, 86v), ein Zeichner.

Format und Anordnung:

1v ganzseitiges Titelbild (140 × 88 mm) in dreifacher, innen rot ausgefüllter Federstrichrahmung, 36r halbseitig (ca. 85 × 150 mm) am Fuß der Seite, 83r ganzseitig (ca. 160 × 150 mm), 36r und 83r ungerahmt bis an den Blattrand reichend, 86v halbseitig (ca. 100 × 100 mm), unten auf der Seite.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

1v Sterbeszene. In einem Innenraum mit brauner Holzdecke und Fliesenboden liegt auf schräg gestelltem Bett mit Baldachin nackt der Sterbende unter einer olivgrünen Decke auf zwei blauweißkarierten Kopfkissen, die Augen geöffnet und die Hände überkreuzt. Hinter ihm steht mit gefalteten Händen eine Frau; vor dem Bett eine Fußbank und ein niedriger runder Tisch mit weißer Decke, darauf Kanne, Becher, Teller, Brot. – 36r Skelett in offenem Grab, das in grünen Hügel eingetieft ist. – 83r Illustration zur Erzählung vom Berg der Ewigkeit, an dem ein Vogel alle tausend Jahre seinen Schnabel wetzt: Auf dem steilen, grauen Felsen sitzt der Vogel mit buntem Gefieder; im Vordergrund Höllenrachen in Gestalt eines auf dem Rücken liegenden Seeungeheuers mit bläulichen Zackenflossen, aus dem rote Flammen züngeln. – 86v Marienkrönung im Medaillonrahmen, der aus einem blau-roten Wolkenband gebildet ist: Maria in rotem Gewand und blauem Mantel als Halbfigur, Gottvater und Christus sitzend, beide bärtig und mit Kreuznimbus, in rotem Umhang über violettem Gewand, zwischen ihnen die Taube des Hl. Geistes.

Holzschnittartige, eckige Formen bei der Bildung der ausdruckslosen Gesichter, die Umrißlinien mit brauner oder schwarzer Tinte wenig zügig geführt, hellrote Pinselstriche zur Angabe des Inkarnats, flächiger Farbauftrag, Körperlichkeit durch Lavierung und wenige Schraffuren.

Farben:

Blau, Violett, Karmin, Zinnober, Grün, Oliv, Ocker, Grau.

Literatur:

Schneider (1984) S. 268–271. – Die letzte Reise. Ausstellungskatalog Münchner Stadtmuseum 1984. Hrsg. Sigrid Metken. München 1984, Nr. 54, Abb. S. 47 (1v. 83r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 150: 83r. Ein Vogel wetzt alle tausend Jahre seinen Schnabel am Berg der Ewigkeit, im Vordergrund der Höllenrachen.

Abb. 150.