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KdiH

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Die folgenden Zeichen haben eine besondere Bedeutung. Sie stehen ohne Leerzeichen beim Wort, auf das sie sich beziehen.
+Das Wort dahinter muss vorkommen.
-Das Wort dahinter darf nicht vorkommen.
~Das Wort dahinter sollte eher nicht vorkommen.
<Das Wort dahinter sollte vorkommen, aber nicht so dringend wie andere Wörter.
>Das Wort dahinter sollte vorkommen, und zwar dringender als andere Wörter.
*Platzhalterzeichen am Ende eines Wortes; steht für kein, ein oder mehrere Zeichen.
" "umgibt eine Folge von Wörtern; es wird dann nicht nach den Wörtern einzeln gesucht, sondern nach der Folge als ganzer.
( )bündelt Wörter zu einem Ganzen, um eins der obigen Präfixe darauf beziehen zu können.

11.4.5. Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 244

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 1

Datierung:

Um 1445 (vgl. Einträge eines Benutzers 12v und 16v zum Jahr 1447).

Lokalisierung:

Mittelrhein. Nach Hauber S. 82 »offenbar das Hauptbuch eines Würzburger Sterndeuters, Geomanten und Chiromanten...«; die Zuordnung nach Würzburg durch Herrmann S. 403.

Astrologisch-mantisch-diätetische Sammlung; darin:

Inhalt:
1. 11r–22v Kalender der Diözese Mainz
2. 45r–89v Von den 48 Sternbildern, deutsch nach Michael Scotus
Inc.: Der almechtige got dem alle ding mogelichen sint vnd von yme geschaffen sint hymel vnd erde ... Der widder hait vil sterren vnder den sterren ...
3. 89v–93v Von den sieben Planeten
Inc.: DJe lichte des firmamentis der sint vil vnder den sint sieben erkantten die sintt genantten planeten ... Saturnus ist also gestalt der hait ein lang mager anczelicze ...
4. 95r–139v. 142r–v 5 Traktate von den zwölf Tierkreiszeichen und ihrem Einfluß auf die Menschen
Inc.: (1) [] Jß spere die czale dar oben geschriben vnd geteilt ... JN dem widder ist geborn abraham der hait geoppert sinen sone ...(2) Das mensche das da geborn wirt in dem widder der gewint eyn gele farbe ... (3) ARies das ist ein czeichen vnder den czwolffen vnd das irste vnd heyßet der widder ... (4) DEr manne der geborn wirt in dem widder der wirt oitmudig ... (5) DJe iunffrauwe die geborn wirt in dem widder die wirt hoemudig ...
5. 141r–v.
143r–158v
Vom Lauf der Sonne durch die Tierkreiszeichen und ihrem Einfluß auf die Menschen
Inc.: Hie hebet an der sonnen lauff durch das gancze iare ... vnd czu halbem mercze get die sonne in den widder vnd wer geborn wirt in den irsten czehen tagen ...
6. 160r–166r Vom Einfluß der Monate auf die Menschen
Inc.: Der geborn wirt in dem Mercz der gewinnet ein hubsche gesichte ...
7. 174r–191r Von den sieben Planeten und ihren Kindern
Inc.: HJe hebet ane der planeten lauff vnd natur vnd wye yder mensche dauon genaturet ist vnd ist saturnus der obirst ... Der mensche der geborn wirt in dem planeten Saturnus uff den tag vnd die vre der wirt starck ...
8. 217r–249r Losbuch
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 307 Blätter (+ 7 ungezählte, leere; Bl. 8. 9 fehlen in der Zählung, lose einliegend 8o. 9o; zwischen 91 und 92 fehlt ein Blatt, 131 und 142 vertauscht), ab 23r eigene alte Blattzählung, 370 × 260–270 mm, Textura, 1. Schreiber, einspaltig, 18–26 Zeilen, 2–5-zeilige rote oder Blattgoldinitialen, schwarz umrandet, oft mit einfacher Rankenzier, Gesichtern und Profilfratzen.

Schreibsprache:

rheinfränkisch.

II. Bildausstattung:

158 kolorierte Federzeichnungen, 24 zu Text 1 (11v [2], 12v [2], 13v [2], 14v [2], 15v [2], 16v [2], 17v [2], 18v [2], 19v [2], 20v [2], 21v [2], 22v [2]), 58 zu Text 2 (45r, 45v, 46v, 47r, 48r, 49v, 50r, 50v, 51v, 52v, 53r, 53v, 54r, 55v, 56v, 57r, 58v, 59r, 60r, 61r, 62r, 62v, 63v, 64v, 65v, 66v, 68r, 68v, 69v, 70v, 71r, 71v, 72r, 73r, 74r, 75r, 75v, 76r, 77r, 78r, 79v, 80r, 80v, 81r, 81v, 82r, 83r, 83v, 84v, 85r, 85v, 86r, 86v, 87r, 87v, 88r, 88v, 89r) fünf (von ursprünglich sieben) zu Text 3 (90v, 91r, 91v, 92r, 93v), zwölf zu Text 4 (128r, 129r, 130r, 142r, 132r, 133r, 134r, 135r, 136r, 137r, 138r, 139r), zwölf zu Text 5 (141r, 144r, 145v, 147v, 149r, 150r, 151v, 153r, 154r, 155v, 157r, 158r), zwölf zu Text 6 (160r, 160v, 161r, 161v, 162r, 162v, 163r, 163v, 164r, 164v, 165r, 165v), 14 zu Text 7 (174v–175r, 177v–178r, 179v–180r, 181v–182r, 184v–185r, 186v–187r, 189v–190r), 21 (von ursprünglich 22) zu Text 8 (217r, 218v, 220r, 221v, 223r, 224v, 226r, 227v, 229r, 230v, 232r, 233v, 235r, 236v, 239r, 240v, 242r, 243v, 245r, 246v, 248r), ferner zahlreiche Kreisdiagramme, Planetenzirkel und Tabellen; insgesamt drei Zeichner einer Werkstatt, der Grundstock vom ersten, die 12 Monatsbilder zu Text 1 und die Illustration 160v vom zweiten, die Illustrationen 217r–248r vom dritten Zeichner.

Format und Anordnung:

Illustrationen unterschiedlichen Formats, meist über schriftspiegelbreit, teils ungerahmt, teils an drei Seiten oder ganz gerahmt; zu Text 2 und 3 ⅓- bis ganzseitig vor oder nach dem zugehörigen Text; zu Text 4 ⅔seitig dem stets mit 4 Zeilen recto beginnenden Text vorausgehend, alle gerahmt; zu Text 5 ⅓- bis ⅔seitig, alle gerahmt; zu Text 7 paarweise zueinander gehörende Illustrationen, verso Rundbilder mit Rahmen (225–230 mm Dm), recto ganzseitige Bilder mit Rahmen, in den zugehörigen Text, der jeweils recto vor den Rundbildern beginnt, eingebettet.

Bildaufbau und -ausführung:

Zu Text 2 Darstellungen des Schöpfers und der Tierkreiszeichen, angefangen mit Widder, und der Sternbilder, angefangen mit Drache. 45r Schöpfer: Halbfigur mit Kreuznimbus, aus einem Wolkenband ragend, in einer Hand Kugel mit Kreuz, die andere erhoben; 45v Bodenstück, bewachsen mit Gräsern und Bäumen, als Seitenfüllsel; 46v Widder; 47r Stier: Hinterleib abgeschnitten; 48r Zwillinge: zwei aufrecht einander gegenüberstehende, bis auf einen Umhang unbekleidete Jünglinge mit Flügeln an den Füßen, sie haben sich mit den Armen umfaßt, einer hält eine Sichel, der andere eine Lyra in der Hand; 49v Krebs; 50r Blumen als Seitenfüllsel; 50v Bodenstück, bewachsen mit Gräsern und Bäumen, statt der fehlenen Darstellung des Löwen; 51v Jungfrau: in langem, gegürtetem Kleid, mit Flügeln, Krone, Kerykeion und Blätterzweig; 52v Waage: von einem frontal stehenden Mann in langem Gewand in dessen rechter Hand vor dem Körper gehalten; 53r Skorpion; 53v Schütze: Centaur mit Pfeil und Bogen nach links stehend; 54r Steinbock: Ziegenfisch; 55v Wassermann: nackt, mit topfartigem Hut, Dreizack in der Linken und umgekehrter Wasserkrug in der Rechten; 56v Fische; 57r Drache: als Mischwesen: Löwe mit gespaltenen Hufen und Schlangenschwanz, oben links zweihenkeliger umgekehrter Krug, aus dem Wasser fließt; 58v Herkules: nackt, auf die um einen Baum gewickelte Schlange zuschreitend, in der Linken erhobenes Schwert, über der Rechten Löwenfell mit menschlichem Gesicht; 59r Großer und Kleiner Bär mit Schlange; 60r Krone; 61r Serpentarius: in Rückenansicht, nackt, auf Skorpion stehend, hält das Vorderteil der um seinen Leib gewundenen Schlange hoch, so daß er ihr ins Gesicht blickt; 62r Boetes: bekleidet nur mit Umhang, Schwert, Hut, in der Rechten Sichel, in der Linken Lanze; 62v Agitator: auf zweiachsigem Wagen stehend, nur mit Umhang und Krone bekleidet, in der Rechten Stab, in der Linken Zügel und zwei kleine Hunde haltend, denen auf der linken Schulter ein kleiner Widder gegenübersteht, in die Zügel nach rechts ein Pferdepaar eingespannt, davor, ohne Zügel, ein Rinderpaar; 63v Cepheus: frontal mit ausgebreiteten Armen, in knielangem Gewand mit Gürtel, an dem ein Schwert hängt, und Mütze; 64v Cassiopeia: nur mit einem Umhang bekleidet auf Thron sitzend, aus der rechten Hand fließt Blut, die Linke ist erhoben; 65v Pegasus: Pferd mit Schulterflügeln, ganzleibig, nur die Hinterbeine sind durch Bodenstück abgeschnitten; 66v Andromeda: frontal als männliche Gestalt in knielangem Kleid, mit den Handgelenken an rechts und links stehende Baumstämme gebunden; 68r Triangel; 68v Perseus: nur mit Schulterumhang und spitzer Mütze bekleidet, fast in Rückenansicht nach links stehend, in der Rechten das Kampfbeil erhoben, in der Linken das Medusenhaupt, das Schild mit Drachenzier links geschultert; 69v Pleiaden: Hüftbilder von sieben Frauen in zwei Reihen angeordnet, oben zwei Paare, jeweils einander zugewandt, unten zwei Frauen einander zugewandt, in ihrer Mitte die dritte frontal, alle in Redegestus; 70v Lyra; 71r Schwan; 71v Vultur volans: mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Pfeil sitzend, Kopf zurückgewandt; 72r Vultur cadens: auf dem Pfeil sitzend; Kopf nach vorn, auf dem Rücken Jupiter, nackt, mit Lanze; 73r Walfisch; 74r Eridanus: nackt, schräg auf einem Fluß gelagert, Oberkörper vom linken Arm hoch abgestützt, Kopf nach links gewandt; 75r Joculator: in wadenlangem Gewand und Mütze frontal auf einem Hocker mit weit ausladendem Leitergestell und Kissen sitzend, mit trapezförmigem, waschbrettartigem Instrument auf dem Schoß, in den Händen Stöckchen; 75v Delphin; 76r Hase; 77r Orion: gewappneter Krieger, in der Linken ein Schwert, mit dem er nach hinten zum Schlag ausholt, in der Rechten großes Fratzenschild; 78r Großer Hund; 79v Großes Schiff Argo: Ruderschiff mit Mastbaum, links der Bug mit Schneckenkopf, rechts das Heck stumpf abgeschnitten; 80r Astronothus: Centaurenweibchen mit drei Brüsten, mit ausgebreiteten Armen, die Hände und Füße geballt; 80v Daemon meridianus: fast zu einem Dreieck gebogener Reif, unter ihm zwei Frauen nach links sitzend, die rechte wendet sich mit dem Oberkörper nach rechts und hält in erhobener Hand den Reif, die linke hat ihre Hände wie zum Gebet geschlossen; 81r Fische; 81v Puteus: rundes Flammenbecken auf Stufensockel, rechts und links je ein Teufel am Puteus sich aufrichtend, vorn ein dritter, die Stufen herabkriechend; 82r Schlange: im Bogen nach links oben gewunden, wo ein Stück der Einrahmung durch einen Ast gebildet wird, auf den Windungen der Schlange oben zweihenkeliger Krug, unten flügelschlagender Rabe; 83r Kleiner Hund; 83v Centaurus: Pferdemensch, über der linken Schulter ein Stab, an dem oben ein Hase hängt, am Gürtel ein Schwert, um den Hals ein Tuch, aus dem hinten ein Pferdebein ragt, am Handgelenk hängt ein Gefäß, auf den Händen trägt er einen auf dem Rücken liegenden Hund (?); 84v Equus secundus: Pferd mit Flügeln an Schultern und an den vier Füßen; 85r Tarabellum: mit Tierköpfen an den Griffenden; 85v Artophylax: in knielangem, gegürtetem Kleid, links auf einen Handstock gestützt, in der Rechten erhoben Peitsche oder Sichel; 86r Pfeil; 86v Kleines Schiff Argo: Segelschiff mit Mastbaum in der Mitte, am Heck ein Adlerkopf, am Bug ein Hundekopf; 87r Altar: auf zweistufigem Architektursockel, mit zwei Leuchtern; 87v Adler: heraldisch aufgerichtet, mit ausgebreiteten Flügeln; 88r Vexillum; 88v Eunuchus: nackt, die linke Hand erhoben, in der Rechten Geisel, an den Füßen je ein Rad; 89r Eugonasis: nackt, in der Rechten eine Keule erhoben, über dem linken Arm Löwenfell mit Menschengesicht.

Text 3: Planetengötter, stehend, bekleidet, mit ihren Attributen; auf jeder Seite ein geschlossenes Text-Bild-Ensemble; Venus und Merkur fehlen (Blattverlust). 90v Saturnus: mit knielangem Rock, Helm und Schwert, Sense und Schild in den Händen; 91r Mars: in voller Rüstung mit allerlei Kriegsgerät (Lanze, Beil, Keule, Hellebarde, Schwert, Bogen, Messer, Schild mit Sonnenzier) in den Händen; 91v Jupiter: fast frontal mit Mitra auf dem Kopf, in der Rechten drei Blumen, in der Linken Zepter, Hut hinter dem Rücken, hinter einem Altartisch stehend, darauf Fisch, Kelch, Schale, Kanne; 92r Sol: frontal als Halbfigur mit Strahlenkranz statt Haartracht, die Arme ausgebreitet, in der Rechten Fackel, in der Linken Ring, vor dem Körper ein Rad, von dem vier Paar Zügel ausgehen, in die zwei nach rechts und zwei nach links auseinanderstrebende Pferdepaare eingespannt sind; 93v Luna: mit Mondsichel als Kopfschmuck, in beiden Händen Fackeln nach rechts haltend, zu ihren Füßen zwei Wagenräder und zwei Ochsen.

Zu Text 4 (fünfter Traktat) Darstellungen der unter den zwölf Tierkreiszeichen geborenen Jungfrauen: junge Frauen in langen, hoch gegürteten Gewändern und hochgeflochtenem Haar (nur die Krebsjungfrau 142r mit offenem Haar), alle fast frontal leicht nach links gewandt auf Bodenstück mit Bäumen und Gräsern stehend, Kleidung z. T. mit modischen Accessoires (Zaddelärmel 128r, Absatzschuhe 130r), nur die Löwenjungfrau 132r mit einer hochspringenden Katze als Begleitfigur. Zu Text 5 zwölfmal Darstellung der Sonne mit Gesicht und Strahlenkranz.

Text 7: stets verso die Planetengötter (nackt, mit Attributen) und ihre Häuser auf Bodenstücken, auf der folgenden Rectoseite Planetenkinder in Handlungsbildern auf drei bis vier ineinander übergehenden Bildebenen. 174v Saturn: mit Krücke und Sichel, dazu Steinbock und Wassermann; 175r Saturnkinder: oben zwei Gefangene, die mit Beinen bzw. Armen in einen Holzblock eingeschlossen sind, Erhängter am Galgen, auf dem ein Rabe sitzt, Steinklopfer, Mitte ein Lahmer auf Krücken und Kniestützen, unten Hirte mit vier Schweinen; 177vJupiter: drei Pfeile und Keule (oder Fackel?) in den Händen, dazu Schütze, Fische; 178r Jupiterkinder: oben Falkner zu Pferde, Jäger mit Pfeil und Bogen und drei Hunden, Mitte Richter mit Peitsche und erhobenem Zeigefinger auf einer Bank, ihm tritt von links mit unterwürfiger Miene ein Mann entgegen, unten zwei Männer hinter Lesepult mit zwei Büchern sitzend; 179v Mars: mit Helm, Fahne und Schild mit Flammenzier, dazu Widder, Krebs; 180r Marskinder: von oben nach unten gewappneter Reiter, der mit einer Fackel ein Haus anzündet, Mann mit erhobener Axt, der einen anderen bereits niedergeschlagen hat, Viehhirt, Krieger, der mit dem Schwert auf einen anderen, der bereits von einer Lanze durchbohrt ist, einsticht; 181v Sol: mit tiaraartiger Krone, Zepter und Buch, dazu Löwe; 182r Solkinder: oben harfespielender Mann, auf einen gekrönten, auf einem Holzthron sitzenden König zutretend, Mitte Steinstoßer, unten zwei betend vor einem Altar kniende Männer; 184v Venus: mit Blumenkranz auf offenem Haar, Spiegel und Blumengebinde, dazu Stier, Waage; 185r Venuskinder: von oben nach unten Mann mit zwei Frauen und Paar in Badezubern sitzend, nacktes Paar beim Liebesakt und bekleidetes Liebespaar in Umarmung, zwei Männer mit Schriftband, Lautenspieler; 186v Merkur: mit Schlangenpaar und Beutel, dazu Jungfrau und Zwillinge; 187r Merkurkinder: oben zwei Männer hinter gedecktem Tisch, daneben handorgelspielender Mann auf einer Bank, Mitte Schreiber auf einer Bank vor aufgeschlagenem Buch auf rundem Tisch sitzend, Bildhauer, an einer liegenden Standfigur arbeitend, unten Tafelmaler, der sitzend an einem Frauenbildnis arbeitet; 189v Luna: mit Fackel und Horn, zu ihren Füßen zwei Räder, dazu Krebs; 190r Lunakinder: oben Mann, der zwei mit Säcken beladene Esel zur Wassermühle treibt, Mitte Jäger im Wald, vier Männer hinter rundem Würfeltisch, unten Fischer mit Handreuse und Stock.

Figuren in einfacher, klarer Konturzeichnung, Modellierung durch Strichelung, Kreuzschraffierungen und Pinselschraffen; unproportioniert, mit ausdruckslosen Gesichtern (große, starre Augen und zusammengepreßte Lippen), aber sprechenden Gesten, in der Regel nach links stehend, meist auf einem Bodenstück, das häufig den unteren Teil des Bildrahmens darstellt. Die Sterne als kleine goldene Papiersterne aufgeklebt, z. T. auch als rote Punkte aufgemalt. Die Rahmen als zweifarbige Pinselstreifen mit stereotypen Blütenornamenten und einfachen Blattranken, oft nur aus Ranken und Blüten bestehend. Gräser, Blumen und Bäume wie die Rahmen ohne Federvorzeichnung. Bildinhalte als Anweisung für die Zeichner vom Schreiber in die Bildräume notiert, häufig nicht übermalt.

Farben:

Kobalt, Deckgrün, Olivgrün, Zinnober, Rotbraun, schmutziges Gelb und Karmin, Deckweiß, Schwarz, Blattgold, Mischungen mit Deckweiß.

Zu den Illustrationen von Text 1 und 6 siehe Nr. 65: Kalender, von Text 8 siehe Nr. 80: Losbücher.

Literatur:

Degering (1925–1926) 1, S. 35. – Herrmann (1893) S. 403; Hauber (1916) S. 82; Escher (1917) S. 196; Saxl (1919) Abb. 2 (91v); Wegener (1928) S. 55–59, Abb. 48 (17v). 49 (161r). 50 (226r); Grasshof (1976) Abb. 3 (182r); Schiewer (1987) S. 18, Abb. 6 (136r); Becker/Brandis (1988) Nr. 93, Abb. S. 199 (185r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 230: 72r. Vultur cadens, auf dem Rücken Jupiter. Abb. 231: 91r. Mars in voller Rüstung mit Kriegsgerät.

Abb. 230.
Abb. 231.