Project icon

KdiH

_ (der Unterstrich) ist Platzhalter für genau ein Zeichen.
% (das Prozentzeichen) ist Platzhalter für kein, ein oder mehr als ein Zeichen.

Ganz am Anfang und ganz am Ende der Sucheingabe sind die Platzhalterzeichen überflüssig.

ß · © ª º « » × æ œ Ç ç č š Ł ł ́ ̀ ̃ ̈ ̄ ̊ ̇ ̋ ͣ ͤ ͥ ͦ ͧ ͮ Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ ς τ υ φ χ ψ ω ͅ ̕ ̔

13.0.18. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 552

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 2

Datierung:

2. Hälfte 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Bayern.

Besitzgeschichte:

Aus dem Augsburger Heiligkreuzkloster.

Inhalt:
1. 1ra–7va Register zu den Texten 2–6
2. 8r–48r ›Buch der Könige‹

›Schwabenspiegel‹-Fassung

3. 49r–150v ›Schwabenspiegel‹

Langform: 49r–122v Landrecht, 123r–150v Lehnrecht, 150v–151r articuli generales

4. 152r–169v ›Goldene Bulle‹, deutsch, mit Nachträgen
5. 169v–178r Mainzer Landfrieden Friedrichs II. mit Bestätigungen Rudolfs I., Albrechts I. und Ludwigs des Bayern
6. 179r–234v Jacobus de Theramo, ›Belial‹, deutsch

Übersetzung A, Schluß fehlt (... wan der junger sol sich nicht prechen fur den maister noch der knecht fur den herrn)

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 234 Blätter, am Schluß fehlen ca. vier Blätter, 310 × 210 mm, Bastarda, eine Hand, einspaltig, 1r–7v zweispaltig, 38 Zeilen, dreizeilige rote Lombarden, Fleuronnée-Initialen und zwei Blattwerkinitialen in Deckfarben zu Buchanfängen. Rote Kapitelüberschriften, Strichelung, Rechtsbücherzitate rot umrandet.

Schreibsprache:

westmittelbairisch.

II. Bildausstattung:

Zwei kolorierte Federzeichnungen (48v, 178v), eine unkolorierte Federvorzeichnung (151v), zu den Texten 3, 4 und 6, zwei (?) Hände. Zu den Illustrationen der Texte 3 und 4 siehe Nr. 106. Rechtsspiegel.

Zwei Blattwerkinitialen in Deckfarben (1ra neunzeilig, in Grauviolett, Grün, Purpur und Deckweiß; 49r 13 zeilig, blauer Buchstabenkörper auf Goldgrund, rechteckiger Rahmen in Grün und Rot, Akanthus grün, purpur und sepia, Goldpunkte). Acht sechs- bis zehnzeilige Fleuronnée-Initialen in Blau, Purpur, Grün und Sepia (8r, 44r, 123r, 152r, 165v, 169v, 172v [2]), zum ›Belial‹ eine 18zeilige purpurfarbene I-Initiale in Maiglöckchen-Fleuronnée (179r).

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Ganzseitige Titelminiatur (225 × 142 mm) gegenüber dem Textbeginn. Zentralsymmetrische Komposition, in der Bildmitte sitzt frontal der Richter Salomo im roten Brokatmantel mit Pelzkragen, in der rechten Hand ein Zepter, auf einem Thron mit kreisrunder Stufe und hoher, mit grünem Brokat bespannter Lehne. Von links kommt Moses in langem, grünlichblauem Gewand, von rechts Belial in stahlblauer Kleidung, beide mit gesiegelten Schriftstücken in Händen. Belial mit klauenartigen Händen, Krallenfüßen, spitzen Ohren, Knopfaugen und langer Nase in knielangem Rock mit Pelzsaum, am Gürtel eine Tasche. Über den Figuren in roter Textualis Moyses, küng Salomō, Belial, darüber nochmals von jüngerer Hand Moyses, Künig Salomon, Belial.

Fahrige, recht unregelmäßige Kreuz- und Parallelschraffen, Parallelfalten, Salomos Mantel mit eckigem Faltenbruch, das Brokatmuster in Schwarz und Gelb aufgemalt. Modellierung mit aufgesetzten kurzen Federschraffen, auf Mosis blauem Mantel auch in gelben Pinselschraffen. Runde Gesichter mit breiten Nasen, schmale Hände. Maserung des Throns mit unregelmäßigen Federlinien sowie ockerfarbenen und braunen Pinsellinien. Fußboden mit Kreuzschraffen und gekrümmten, kurzen Parallelstrichen. Die ganze Illustration von breitem Rahmen aus lockeren, etwas zittrigen Federlinien auf mattem Gelb umgeben.

Möglicherweise stammt die Titelminiatur zum ›Belial‹ von einer anderen Hand als die zum ›Schwabenspiegel‹ 48v, wenn nicht der unterschiedliche Eindruck durch die Illustrationstechnik bedingt ist: Während die Illustration 178v flächigen, meist lavierten Farbauftrag über unruhiger, stark hervortretender Federzeichnung zeigt, ist 48v in reiner Deckfarbentechnik ohne Federstrichelung gemalt, mit Verwendung von Pinselgold und in vielfältig abgestuften Tonwerten und Übermalungen in feinen, dunkleren Pinselstrichen auf hellerem Grund.

Farben:

Mattes Ockergelb, grünlichgraues Braun, sattes Grün, mattes Stahlblau und leicht grünliches Blau, Dunkelzinnober, deckendes helles Gelb, deckender Ocker, laviertes Graublau, Schwarz, Orange für Inkarnat.

Literatur:

Schneider (1978) S. 123–126. – Frühmorgen-Voss (1975c) S. 47, Abb. 20 (48v); Ott (1983) S. 318f. 538 und passim, Abb. 1 (178v); Ott (1984) S. 379, Abb. 16 (178v); Oppitz 2 (1990) Nr. 1072; Ott (1993a) Abb. 7 (178v).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 33: 178v. Moses und Belial vor dem Richter Salomo.

Abb. 33.