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KdiH

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13.0.14. Linz, Oberösterreichisches Landesarchiv, Musealarchiv, Hs. 152, Pa. IV/58

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 2

Datierung:

1484 (113r, 198r).

Lokalisierung:

Oberösterreich.

Inhalt:
1. 1r–119v Marktbuch von Leonfelden

Verzeichnisse der Marktrechte, Pächter, Abgaben, Eide usw.

2. 122r–198r Jacobus de Theramo, ›Belial‹, deutsch

Übersetzung A, ohne Übersetzervorrede, am Schluß gekürzt (Text endet mit dem Jüngsten Gericht: So get dann yeder tayll wo hin er verdiennt hat als dann das ain yeder mensch jn dem gericht des todts ertaylt vnd erfundenn ist Amen).

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 198 Blätter, 120r–121v leer, Bastarda, mehrere Hände bis 119v, eine Hand 122r–198r, einspaltig, 27–29 Zeilen, zwei- bis dreizeilige rote Lombarden, rote Zwischenüberschriften, Strichelung, rote Unterstreichungen.

Schreibsprache:

bairisch-österreichisch.

II. Bildausstattung:

53 kolorierte Federzeichnungen (123v, 124r, 125v, 127r, 129r, 130r, 130v, 131r, 132r, 134r, 136r, 139r, 141r, 142r, 145r, 146r, 147r, 149r, 151v, 152r, 152v, 154v, 156v, 158v, 160v, 163r, 164r, 166v, 169r, 170r, 171r, 171v, 172v, 174r, 175r, 178r, 178v, 179v, 181v, 182v, 183r, 183v, 184r, 184v, 186r, 188r, 189r, 193r, 194r, 195r, 196r, 197r), ein Zeichner.

Format und Anordnung:

Schriftraumbreite, meist ¾ des Schriftraums hohe, hochrechteckige, wenige quadratische und einige halbseitige querrechteckige, von breiter zinnoberroter Pinsellinie gerahmte Federzeichnungen, 130r ⅔ des Schriftraums breit.

Bildaufbau und -ausführung:

Mit Grasbüscheln aus ungeschickten Federhäkchen bewachsenes Bodenstück, darauf der verschiedenartig gestaltete, jedoch perspektivisch unsichere Richtersitz und die steif und ungelenk agierenden Figuren, kein Hintergrund. Einfache, meist durchgezogene Umrißlinien, keine Strichelung, kaum Modellierung durch unterschiedliche Farbabstufungen, sondern meist flächige Kolorierung. Wenige parallele Röhrenfalten. Runde Köpfe mit Knopfaugen, Mimik und Gestik plump und unbeholfen. Belial in knielangem Rock, mit Pferdehufen, Klauenhänden, kurzen Hörnern und langen, seitlich abstehenden Ohren. Beschränkung auf wenige, handlungsnotwendige Figuren. Dilettantische Ausführung, jedoch häufig von der gängigen Ikonographie abweichende Bilderfindungen, so z. B. im Schiedsgerichtsverfahren meist nur der redende Schiedsmann in einem Innenraum (183r–189r), beim Jüngsten Gericht (194r–197r) nur die zu Richtenden dargestellt.

Bildthemen:

Außer den Illustrationen des Prozessverlaufs mehrere Darstellungen aus heilgeschichtlichem Kontext: Mariae Verkündigung (123v, zwischen Maria und dem Engel Spruchband mit Inschrift Aue maria gracia plena dn̅a), Kreuzigung mit Maria und Johannes (124r), Trinität (164r, links Gottvater, rechts Christus kniend, dazwischen die Taube), fünf Illustrationen des Jüngsten Gerichts (193r–197r).

Farben:

Grün, schmutziges Gelb, Purpurkarmin, deckendes Graublau, mattes Braun, Grau, Zinnober, helle Grüntöne.

Literatur:

Ott (1983) S. 309f. 434–441 (Beschreibung sämtlicher Illustrationen) und passim, Abb. 46 (164v); Ott (1992a) S. 1002f.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 24: 146r. Belial berichtet der Höllengemeinde über den bisherigen Prozessverlauf.

Abb. 24.