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KdiH

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11.4.44. ehem. Ulm, Schermar-Bibliothek, Ms. Med. 8 (jetzt Privatbesitz)

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 1

Datierung:

Mitte bis 2. Hälfte 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Ostschwäbisch.

Besitzgeschichte:

Aus der Bibliothek der Ulmer Patrizierfamilie Schermar, die bis 1842 im Ulmer Münster aufgestellt war. 1977 an Privat verkauft.

Inhaltliche, kodikologische und ikonographische Gesamtbeschreibung der aus mehreren Teilen zusammengebundenen astrologisch-medizinischen Sammelhandschrift unter Nr. 87 Medizin; im ersten Teil der Handschrift u. a.:

Inhalt:
1. 49r–50v Kalendergedicht
Inc.: WEnn der wintter ein end hatt Hann ich petracht Des tages So hebt an der lentz ...
2. 50v–90r (Großes) ›Planetenbuch‹
vgl. Francis B. Brévart, in: 2VL 7, Sp. 713–715; Teiled. U. Müller: Deutsche Mondwahrsagetexte aus dem Spätmittelalter. 1971, S. 261–270 (nach Augsburg, UB, Cod. III.1.2o 41)
3. 92r–98v Konrad von Megenberg, ›Die deutsche Sphaera‹, Anfang
nicht bei Brévart (1980); Text bis Brévart S. 16, Z. 7; ohne Vorreden
Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Zu Text 1 49r unten im Text Rundbild, in doppelter Federlinie gerahmt: Bär und Löwe aufrecht in Umarmung oder Tanz; 49v ganzseitiges Rundbild, in doppelter Federlinie gerahmt, im Rahmen Bildumschriften, die Bildfläche geviertelt, in den Vierteln Darstellungen der Heiligen, an deren Festtagen die vier Jahreszeiten beginnen: Sand Petter stuͦlfest, Sant Jorgen tag, Sant laurenczen tag, S. klementen tag.Außen den vier Heiligen zugeordnet die vier Evangelisten in ihren Symbolfiguren, mit Flügeln.

Zum ›Planetenbuch‹ (Text 2) 52v–55v Rundbilder mit Prosabeischriften, stets der zugehörigen Textpassage nachgestellt; 52v, 53v, 54r (1,2) Gottvater als Schöpfer daneben stehend. 52v Schöpfung des Himmelreichs mit den Engeln: Wolkenband im Rund, darin Engelschar, stehend; 53r Schöpfung des Firmaments: Gottvater als Weltenherscher auf Kastenthron sitzend, um ihn herum Kreisrahmen mit sechs Sternen, Sonne und Mond, das Rund gehalten von zwei schwebenden Engeln; 53v Schöpfung der Erde: Rund mit Bäumen und Flüssen; 54r Schöpfung der Planeten: Rund mit Sternen, Sonne und Mond; Schöpfung des Wassers, der Luft und der schwimmenden und fliegenden Tiere; 55r größeres Rundbild: Schöpfung der Menschen als Simultandarstellung, links: Gott erschafft Adam, rechts: Gott erschafft Eva, im Hintergrund die Tiere des Paradieses; 55v größeres Rundbild: Gottvater als Weltenherrscher: thronend, rechts und links knien zwei Engel, den Rahmen bildet ein Sternenband; 56v–57v (Doppelseite) Rundbilder, gerahmt in doppelten, farbig ausgefüllten Federlinien; für die zwei Amtmänner Darstellung der sieben Planetengötter (im Typus der nackt vor Sphärenkreis Stehenden mit Stern vor dem Körper und Attributen in den Händen) und der Natur im achten Rundbild: 56v von links oben nach rechts unten: Luna mit Rute und Horn, Merkur mit Schlangenpaar und Beutel, Venus mit Spiegel und Blume, Sol mit geöffnetem Buch und Zepter, 57r von links oben nach rechts unten Mars mit Helm, Fahne und Schild mit Flammenzier, Jupiter mit Hut, Pfeilbündel und Schwert, Saturn mit Krücke und Sichel, Natur als geviertelter Kreis mit den vier Elementen in den Vierteln. 58v–61v Rundbilder, in doppelten Federlinien gerahmt, zwischen den Linien Umschriften: 58v Kosmos als in vier Elementenviertel geteiltes Erdrund, umgeben von Planetensphäre, gehalten von den beiden Amtmännern, die (als Hüftbilder) aus Wolkenbändern auftauchen, der eine nackt, der andere in Rüstung; 61r allegorische Darstellung von Sommer und Winter: in der Mitte zweigeteilter Baum, die linke Seite mit Blüten, die rechte kahl, links pflückt ein nackter Knabe die Blüten, rechts wärmt sich ein Mann am Feuer; 61v sieben Rundbilder mit Sternen bzw. Sonnen- und Mondscheibe für die Planeten, in einer Musterkonstellation angeordnet. 62v–80r Doppelbilder: Planetengötter in Rundbildern, wie 56v–57r, dazu in kleinen Rundbildern zu Füßen der Planeten ihre Häuser; darunter in querrechteckigen Bildern in Schriftspiegelbreite, in doppelter, farbig gefüllter Federlinie gerahmt, die Planetenkinder; an Kapitelenden gelegentlich Füllbilder eingestreut: 62v Mars und Marskinder: zwei Schwertkämpfer, ein Mann schlägt einem anderen ein Loch in den Kopf, zwei Reiter zünden ein Haus an, zwei weitere treiben Vieh fort; 68r querrechteckig in Schriftspiegelbreite: zwei an einem Ring ziehende Knaben; 68v Sol und Sonnenkinder: Steinstoßer, Ringer, König mit Bittsteller, zwischen den beiden Harfe spielender Jüngling, am Altar kniender Mann; 70r Venus und Venuskinder: vorn zwei sich liebkosende Paare, dahinter zwei nackte sich umarmende Paare in Badezubern, links Harfespieler und zwei Sänger mit Notenblatt, rechts drei Bläser und Lautenspieler; 71v querrechteckig in Schriftspiegelbreite: zwei Hunde jagen einen Hirsch; 72r Merkur und Merkurkinder: Tafelmaler, Orgelbauer, Schreiber, Kürschner (?), Goldschmied, Bildhauer, Männer beim Essen; 74r Luna und Mondkinder: Vogelsteller, Bauer mit Packesel auf dem Weg zur Mühle, Fischer, Badender, Spieler, Söldnerwerber; 76r Rundbild: um eine Rosette herum im Kreis drei Nackte, die sich, auf den Knien liegend, an den Fersen fassen und mit Ruten jeweils auf den Vordermann schlagen; 76v Saturn und Saturnkinder: pflügender Bauer mit Pferdetreiber, am Galgen Hängender, Steinklopfer, Gefangener mit den Beinen in Holzblock, Lahmer mit Stock und Fußstütze, Mann mit Spaten, Hirte, der die Schweine füttert; 80r Jupiter und Jupiterkinder: zwei Gelehrte am Pult, Richter mit Kläger, hinten Jagdgesellschaft, bestehend aus Falkner mit Diener zu Pferde, Bogenschütze, aufspringendem Hund.

›Die deutsche Sphaera‹ (Text 3) mit Schemazeichnungen in Tinte.

Siehe Nr. 87 Medizin.

Literatur:

Hauber (1916) S. 34–43, Abb. 8 (186r). 9. 30 (62v). 32 (68v). 37 (70r). 42 (72r). 48 (74r). 18 (76v). 25 (80r); Grasshoff (1976) Abb. 1 (68v); Der Mensch um 1500. Werke aus Kirchen und Kunstkammern. [Ausst. Kat.] Berlin 1977, S. 131, Abb. 96 (70r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus