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KdiH

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11.4.42. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, HB XI 28

Bearbeitet von Ulrike Bodemann und Gisela Fischer-Heetfeld

KdiH-Band 1

Datierung:

3. Viertel 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Schwaben.

Besitzgeschichte:

Im 17. Jahrhundert im Bestand der Klosterbibliothek Weingarten (alte Signatur K 17), 1810 an die Kgl. Handbibliothek Stuttgart, 1901 in die Landesbibliothek gekommen.

Inhalt:
1. 1v–9v Über die sieben Planeten mit ihrem Einfluß auf die Wochentage und Tagesstunden und über ihre Häuser
Inc.: WOr E das gott geschuͦf himel vnd erden da was weder tag noch nacht ... Da satzt gott wol zwen amptman ...
2. 10r–167v Bruchstücke aus dem 2. und 3. Buch des ›Passionals‹
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, V + 172 Blätter, 315 × 220 mm, Bastarda, eine Hand, einspaltig, 32–38 (Text 1) bzw. 22–34 Zeilen (Text 2), Anfangsbuchstaben rot gestrichelt, am Zeilenanfang häufig mit Schnörkeln und Ausläufern, erster Buchstabe einer Seite oft zwei- bis vierzeilige braune Federinitiale, Abschnittsanfänge durch zwei- bis vierzeilige rote Lombarden ausgezeichnet.

Schreibsprache:

schwäbisch.

II. Bildausstattung:

24 kolorierte Federzeichnungen, 20 zu Text 1 (1v, 2v, 3r, 3v, 4r, 4v, 5r [2], 5v, 6r [2], 6v, 7r [2], 7v, 8r [2], 8v, 9r [2]), vier zu Text 2 (10r, 30v, 65v, 120r), ein Zeichner.

Format und Anordnung:

1v ganzseitig, 2v bis 9r auf den Versoseiten, jeweils die Planetentexte einleitende, halbseitige Kreisschemata (135–164 mm Dm), auf den Rectoseiten Kreisbilder (60–79 mm Dm) im Text.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

1v ungerahmte Schemadarstellung, bestehend aus mehreren Kreisen mit Beschriftung (Erde, vier Elemente, Himmelsrichtungen, Winde); Erde als lavierte Kreisscheibe (160 mm Dm), die durch braune Linien konzentrisch in vier Zonen für die Elemente geteilt ist: innen schwarzer Kern für Erde, dann Braun für Wasser, blaues Wolkenband für Luft, Flammenband für Feuer; in den vier Seitenecken für die Elemente Darstellungen ihrer Symboltiere auf laviertem Grund in farbig gerahmten Rundbildern (56 mm Dm): Maulwurf für Erde, Fisch, (hering) für Wasser, Adler (Samalyon) für Luft, Steinbock (!; Salamander) für Feuer. 2v–9r verso sieben Kreisschemata der einzelnen Wochentage, beginnend mit Sonntag, im Zentrum für den Wochentagsplaneten Stern bzw. Sonne oder Mond, Außenrand in verschiedenfarbig kolorierte Segmente für die 24 Stunden unterteilt; recto die Tierkreiszeichen in doppelter, außen ockerfarbener, mit Planetennamen und -zeichen beschrifteter, innen rötlichbrauner Rahmung; freistehend, nur der Löwe auf farbigem Grund, in der Reihenfolge, wie sie den Planeten der vorangehenden Gegenseite als Häuser zuzuordnen sind.

Ikonographisch sehr genau den Zeichnungen der Handschrift des Getty Museum (Nr. 11.4.29.) entsprechend, jedoch ohne die umgebenden Sterne; variiert sind nur Jungfrau (6r; mit Blumen in beiden Händen) und Wassermann (9r; aus einem Schaff an langem Stiel Wasser ausschüttend).

Einfache, aber sorgfältig ausgeführte Zeichnungen mit sauberer Kolorierung.

Farben:

Blau, Rot, Rotbraun, Ocker, Gelb, Grün, Grau, Schwarz.

Zur Illustration von Text 2 siehe Nr. 74.1.1.

Literatur:

Buhl/Kurras (1969) S. 27f. – Lehmann-Haupt (1929) S. 172f.; Hans-Georg Richert: Wege und Formen der Passionalüberlieferung. Tübingen 1978, S. 137–140.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 225: 6r. Widder und Skorpion.

Abb. 225.