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KdiH

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11.4.31. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 595

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 1

Datierung:

1. Hälfte bis Mitte 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Ostschwaben.

Besitzgeschichte:

Aus dem Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Sammlung astronomischer Traktate und Tabellen, lateinisch und deutsch, darunter u. a.:

Inhalt:
36r–39r Von den sieben Planeten
Prosa und Verse; Inc.: Saturnus der höchst planet ich bin kalt und trucken ... Hässig newdig wüst und kalt ...
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, I + 71 Blätter, 300 × 207 mm, Bastarda (25r–32v Kapitelanfänge in Textura), zwei (?) Hände (35r–70v von einer Hand), ein- und zweispaltig, Rubrizierung.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Sieben lavierte Federzeichnungen (36r, 36v, 37r, 37v, 38r, 38v, 39r), ein Zeichner; außerdem Zeichnungen von 48 Sternbildern mit lateinischen Beischriften, 39r–43v, (wie in Cod. Pal. lat. 1369, 148r–151v) zu den nachfolgenden ›Tabulae Alfonsinae stellarum fixarum‹; 60v ganzseitige astronomische Federzeichnung der ›Sphaera materialis‹; 61ra–70va astronomische Schemata im ›Tractatus de sphaera solida‹.

Format und Anordnung:

Auf jeder Seite fünf mit doppelten schwarzen Federlinien gerahmte Rundbilder, oben in der Mitte ein größeres für den Planeten (Dm 93 mm), links davon ein, rechts drei kleinere (Dm 104 mm), durch doppelte Linien in Quadranten zerlegt, die für die nicht ausgeführten Darstellungen der Planetenkinder bestimmt waren. Die jeweiligen Bezeichnungen (überwiegend lateinisch, die Planetenkinderbenennungen aber ausschließlich deutsch) in Rot in den Kreislinien oder darunter.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

36r Saturn: als Kaufmann hinter geschnitztem Tisch sitzend und Geld zählend; dazu Wassermann, Steinbock, Waage, Widder; 36v Jupiter: sitzend auf gotischem Lehnenthron, gekrönt, in der Rechten Zepter; dazu Schütze (als Centaur), Fische, Krebs, Steinbock; 37r Mars: stehend als voll gerüsteter Ritter, in der Rechten Dreiecksfahne, in der Linken brennende Fackel; dazu Widder, Skorpion, Steinbock, Krebs; 37v Sol: gekrönter, sitzender Jüngling; dazu Löwe, Sonnenscheibe, Widder, Waage; 38r Venus: Harfe spielender Jüngling; dazu Stier, Waage, Fische, Jungfrau; 38v Merkur: stehend als Goldschmied in der Werkstatt, einen Hammer in der erhobenen Rechten; dazu Jungfrau, Zwillinge, Jungfrau, Fische; 39r Luna: Jungfrau mit Hut und geschulterter Schaufel; dazu Krebs, Mondsichel, Stier, Skorpion. Die den Planeten zugeordneten Farben Schwarz, Blau, Rot, Gelb, Grün, Grau, Weiß klein in Schwarz über den Planetenmedaillons nachgetragen.

Dilettantische Zeichnungen, unsicherer Strich, nachlässige Tintenlavierung und Kolorierung.

Text und Bild sind aufs engste verwandt mit Rom, Cod. Pal. lat. 1369 (Nr. 11.4.38.); wahrscheinlich eine Kopie (abweichend ist nur die Darstellung der Luna).

Farben:

Ockergelb, Rot (Tinte), wäßriges Blau, Graubraun, Rotbraun; die Sterne vor den Körpern der Planetengötter in Blattgold.

Literatur:

Schneider (1978) S. 207–209.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 208: 38r. Venus (harfespielender Jüngling), dazu Stier, Waage, Fische und Jungfrau; der in Quadranten zerlegte Kreis unten für die Darstellung der Planetenkinder bestimmt.

Abb. 208.