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KdiH

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11.4.28. London, The British Library, Add. 15697

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 1

Datierung:

Um 1[5]43, 1[5]44 (111v, 172v, 202r; Priebsch [1896–1901] und Saxl/Meier [1953] datieren falsch auf 1443/1444).

Geistlich-erbauliche Sammelhandschrift des Jacobus Scracz de Indagine (siehe Nr. 33: ›Erbauungsbücher‹); darin:

Inhalt:
14r–29r Von den sieben Planeten
Prosa und Verse; Inc.: Seuen sint der planete sol luna mars ... DYe yn der svnne wirt geboren die kriget ein lanck leuent ... De Sprock des planeten Ich sage ew in kvrter vrist Myn schyn ouer alle planeten yst ...; mit je einem lateinischen Absatz secundum animam.
I. Kodikologische Beschreibung:

Siehe unter Nr. 33: Erbauungsbücher.

II. Bildausstattung:

Sieben kolorierte Federzeichnungen (15v, 17v, 19r, 21r, 23v, 25v, 27v) wohl von der Hand des Schreibers Jacobus Scracz de Indagine.

Format und Anordnung:

ganzseitige Darstellungen, ungerahmt (nur 23v mit Doppellinie links als Grenze zum äußeren Blattrand), stets der zugehörigen Textreihe vorangehend, bei Darstellungen auf Rectoseiten (19r, 21r) bleibt die Versoseite leer.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Im Vordergrund reitend oder stehend die Planetengötter mit ihren Attributen und Häusern, auf durch einfache Pinselstriche angedeuteten oder mit der Feder als Wölbung umzeichneten, den unteren Bildrand bildenden Bodenstücken (fehlen 15v, 21r). Männergestalten stets bärtig, in der Mode des frühen 16. Jahrhunderts gekleidet, dabei aber barfüßig und mit Schwert. Der Hintergrund wird gewöhnlich durch eine mit wenigen Federlinien angedeutete, hoch aufsteigende Hügellandschaft gebildet, auf der häufig – für den ikonographischen Zusammenhang ungewöhnlich – eine Nebenszene geschildert ist. – 15v Sol: gewappnet, mit Fahne (Aufschrift Sondach) und Schild mit Sonnenzier auf dem Löwen nach rechts reitend, oben Stern mit Schweif; 17v Luna: männlich, mit Lanze und Horn, auf einem Pferd über dem Krebs nach rechts reitend, über ihm Schriftband; 19r Mars: mit Fahne in der Linken über dem Skorpion nach links gehend, links an ihm sich aufrichtend der Widder, im Hintergrund zwei Kapellen und wenige Bäume, vor der oberen Kapelle stitzt ein Mönch mit Rosenkranz und Krückstock; 21r Merkur: mit Kerykeion in der Rechten, Beutel in der Linken, nach links stehend, rechts und links etwas in den Hintergrund gerückt die Zwillinge als nacktes Paar, auf Dreifußhockern sitzend, er mit kleinem Krug und Frucht, sie (zugleich Sternzeichen Jungfrau?) mit großem Krug und Palmwedel, im Hintergrund auf halber Höhe Burg oder Stadt, oben Haus, davor sitzt ein Mönch, der einen herantretenden Mann mit Tasche empfängt; 23v Jupiter: nach rechts stehend mit Blitzbündel in der Linken, Stab in der Rechten, rechts begleitet von dem Schützen als verkleinert gezeichneter Mann mit gespanntem Bogen, links die Fische, im Hintergrund ummauerte Stadt mit Turm, auf dem eine Eule sitzt, von links eine Brücke, darauf ein Stadtwächter mit Posaune; 25v Saturn: auf einem Pferd nach rechts reitend, mit Sense in der Rechten, links der Wassermann mit umgekehrtem Schaff, rechts sich gegen das Pferd aufrichtend der Steinbock, im Hintergrund links Stadt oder Burg, rechts kleines Haus, davor ein Mann mit einem Vogel auf der Hand; 27v Venus: mit bauschig aufwehendem Kleid und drei langen Strähnen als Haartracht, nach rechts gehend, in der Linken einen Pfeil, in der Rechten den Spiegel (Umschrift: Propter speciem mulierum multi perierunt) haltend, rechts vor ihr die Waage, links der Stier mit Stern zwischen den Hörnern, im Hintergrund Stadtkulisse, die die gesamte Bildbreite einnimmt, oben links Wächter mit Posaune, rechts Eule.

Sehr rohe Federzeichnungen, dickleibige, unproportionierte Figuren, nachlässige Kolorierung, die Konturen durch Strichelung und Pinselschraffen unbeholfen anschattiert. Anspruchslose, sicher für den Eigenbedarf geschaffene Arbeit.

Literatur:

Priebsch (1896–1901) 2, S. 138–140, Nr. 163. – Saxl/Meier (1953) S. 45–51, Taf. LXXVII, Abb. 195. 196 (15v. 27v); Stadt im Wandel (1985) 1, Nr. 480, S. 553f., Abb. 480 (55v–56r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 226: 27v. Venus mit Pfeil und Spiegel, dazu Stier und Waage.

Abb. 226.