Project icon

KdiH

_ (der Unterstrich) ist Platzhalter für genau ein Zeichen.
% (das Prozentzeichen) ist Platzhalter für kein, ein oder mehr als ein Zeichen.

Ganz am Anfang und ganz am Ende der Sucheingabe sind die Platzhalterzeichen überflüssig.

ß · © ª º « » × æ œ Ç ç č š Ł ł ́ ̀ ̃ ̈ ̄ ̊ ̇ ̋ ͣ ͤ ͥ ͦ ͧ ͮ Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ ς τ υ φ χ ψ ω ͅ ̕ ̔

22.1.4. Cologny-Genève, Bibliotheca Bodmeriana, Cod. Bodmer 103

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

1378 (237v) / um 1430.

Lokalisierung:

Bayern oder Österreich.

Besitzgeschichte:

Im 15. Jahrhundert im Kloster St. Mang in Füssen (Iste liber est monasterij sancti magni 1r oben, magnus sanctus pa [...] 210r); wohl bei der Neuordnung der Bibliothek unter Abt Johannes Hess (1458–1480) wurden die beiden Teile der Handschrift zusammengebunden. Nach der Säkularisation 1803 gelangte sie mit der gesamten Klosterbibliothek in den Besitz der Fürsten von Oettingen-Wallerstein (Signatur: Cod. III.1. 2o 3). 1935 auf der Auktion XI von Karl & Faber, München, verkauft; 1958 über das Antiquariat H. P. Kraus, New York, von einem Privatsammler gekauft; 1964 wiederum von H. P. Kraus angeboten und von Martin Bodmer erworben.

Inhalt:
1. 1*r–272r Konrad von Megenberg, ›Buch der Natur‹
1*rv Register (Nachtrag von 1469), 2*r Titelblatt des 19. Jahrhunderts, 1r Prolog
Prologfassung
2. 274ra–307rb Johannes Denenat, ›Experientiae notabiles medica‹, lateinisch und deutsch
I. Kodikologische Beschreibung:

5 + 307 Blätter, 2*v–5*v und 272v–273v leer, 270 × 200 mm. Die beiden Teile der Handschrift (1*–273, 274–307) wurden im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts zusammengebunden. Teil 1: Flüchtige Bastarda, drei Hände (I: 1r–237v Chunradus von weissenpuch [237v]; II: 237v–271v; III: Schlußblatt 272). 55r Marginalvermerk: Conradus Clemens (Rubrikator?). Nachträge von zwei Händen des 15. Jahrhunderts (I: 1*rv [vier- bzw. sechsspaltiges Register, datiert 15. 7. 1469], 1r–14r, 57r–237v [lateinische Marginalien und Interlinearglossen]; II: deutsche Randbemerkungen, Korrekturen und Rezeptnachträge im Text des 1. Schreibers, einspaltig, 34–42 Zeilen, Rubrizierung, rote Zwischenüberschriften; zwei- bis fünfzeilige rote Lombarden, im Text der 1. Hand (bis 237v) zahlreiche, grün und rot kolorierte Zierinitialen mit verschiedenen Binnenraum- und Füllmotiven, wie Palmetten- und Pfeilblattausläufern, Fleuronnée, Gesichtern, Grotesken, Drolerien, geometrische Initialen in Rot und Grün, zu den Kapitelanfängen oft größere (meist Blattwerk-)Initialen, fünf- bis 15zeilig, z. T. mit figuralem Schmuck, im Text der 2. Hand nur zwei- bis dreizeilige rote Lombarden. Teil 2: Bastarda, zwei Hände (I: 274r–299r, II: 299v–307r), zweispaltig, 35–47 Zeilen, nicht rubriziert, 284r Zeichnung eines chirurgischen Instruments.

Schreibsprache:

mittelbairisch.

II. Bildausstattung:

32 Marginalzeichnungen (15r, 19v, 25v, 28r, 28v, 31r, 32v, 34r, 40r, 41v, 43r, 57r, 74v, 75v, 83v, 86r, 86v, 88r, 89v, 92r, 93r, 93v, 109r, 110r, 115v, 116v, 124r, 133r, 135r, 179r, 191v, 230r). Reicher weiterer Buchschmuck von der gleichen Hand: Blattmotive, Grotesken und Drolerien, in die die Ober- und Unterlängen der Kopf- und Fußzeilen auslaufen (meist Palmetten und Pfeilblätter, aber auch Köpfe u. a., 43v Drache, 51v Blatt mit menschlichem Kopf, 77r und 94v Drache, 175v Hund mit Menschengesicht, 228v Hund); ornamentale oder Blattwerkfüllungen in den nicht vollständig beschriebenen Zeilen, zuweilen auch figürlich (95r Drache, 102r Krone, 106r Drache, 130r zwei Schlangen), rot und grün koloriert. Wohl Hand des Zeichners der Zierinitialen (mitunter mit figürlichem Schmuck im Binnenraum, so 80v Eichhorn, 197v bekrönte Frau in mi-parti-Kleid, 207v, 208v und öfter Gesicht); 210v Hund und grotesker Mann auf dem Buchstabenkörper.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Buchschmuck nur zum Text der 1. Schreiberhand. Marginalzeichnungen meist an den oberen und unteren Blatträndern, seltener (nur 115v, 116v, 124r, 135r, 191v, 230r) auf dem breiten Seitenrand. Eher flüchtige, mitunter ungelenke, aber nicht immer ungeschickte Federzeichnung in Schwarz, mit roter Tinte und/oder grüner Aquarellfarbe sehr flüchtig koloriert. Die Bildmotive (25v Gans und Hase, 41v Löwe, 86r Greif, 86v Gans, 109r Pfau, 115v Strauß, 116v Vogel [Trogopel?], 124r Ludlacher, 135r um einen Baum gewundene gekrönte Schlange, 191v Baum, 230r Burg) stehen nicht immer im Zusammenhang mit dem Text (so die grotesken Köpfe 31r, 75v, 133r, die zahlreichen Hunde oder hundeähnlichen Wesen 28r, 40r, 57r, 74v, 83v, 88r, 93r oder die Drachen 15r und 32v).

Literatur:

Wetzel (1994) S. 147–154, Abb. 12 (41v). – Karl & Faber, Auktion XI, 7. Mai 1935. Bibliophile Kostbarkeiten der Fürstl. Öttingen-Wallerstein’schen Bibliothek in Maihingen. München 1935, Nr. 9, S. 10f.; H. P. Kraus, Catalogue 88. Fifty Mediaeval and Renaissance Manuscripts. New York 1958, Nr. 13, S. 28f.; H. P. Kraus, Catalogue 107. A Selection of Rare Books & Manuscripts. New York 1964, Nr. 7a, S. 11; Grupp (1897) Nr. 894. 951; von Scarpatetti 2 (1983) Nr. 115, S. 47. 114. 219, Abb. 141; Schneider (1988) S. 152; Hayer (1998) S. 160–163.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 20: 115v. Vogel Strauß.

Abb. 20.