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KdiH

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22.1.22. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 37.17 Aug. 2º

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

1474 (442r).

Lokalisierung:

Augsburg.

Besitzgeschichte:

Wie der spätmittelalterliche Einband Augsburger Provenienz nahelegt, wohl für einen Augsburger Auftraggeber oder Besitzer geschrieben.

Inhalt:
1. 2r–442r Konrad von Megenberg, ›Buch der Natur‹
2rv Prolog
Prologfassung
Darin inseriert:
2. 98v–109v Monatsregimen und Geburtsprognostik
3. 109v–110v Temperamentenlehre
4. 110v–120v Aderlaßtraktat
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 1 + 443 Blätter, letztes Blatt der letzten Lage als Spiegel aufgeklebt, vorausgehendes Blatt nicht gezählt, 309 × 210 mm, Bastarda, eine Hand (Konrad Bollstatter, 442r: Conradus uon Ötingen), einspaltig, 29–34 Zeilen, Rubrizierung, rote Überschriften, zwei- bis dreizeilige grüne, blaue, zinnober- und weinrote Lombarden, teilweise mit Fleuronnée und Ranken.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Eine kolorierte Federzeichnung (1v), eine Goldgrund-Initiale mit Rankenwerk (2r), eine Fleuronnée-Initiale (2v), eine Schemadarstellung der Planeten und Sternbilder (62r), ein leerer Bildrahmen (3r).

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

1v Ganzseitige Titelminiatur in farbigem Rahmen, im Vordergrund vier Gelehrte, deren einer in einem Buch liest, in langen, pelzbesetzten Gewändern und hohen Mützen und Hüten, mit Rede- und Zeigegesten; der vorderste deutet auf ein rechts am Boden sitzendes, nacktes Kind, das einen Vogel in den Armen hält. Landschaftshintergrund mit zackigen Felsen, einem Baum und einer Buschgruppe unter gegen den Horizont sich aufhellendem Himmel. Parallele Röhrenfalten; runde, breite Gesichter mit großen Nasen, deckende Kolorierung in lebhaften, kräftige Farben mit Weißhöhungen und Pinselmodellierung, Köpfe mit der Feder übergangen. Langgezogene Wolkenzüge, die Büsche im Hintergrund aus gelben und grünen Flecken zusammengesetzt.

2r Schmuckseite zum Prolog, Überschrift rot, neunzeilige A-Initiale: punzierter Blattgoldgrund (Blümchen zwischen gepunktetem Rautenmuster) in mehrfarbigem, plastisch gemaltem Kastenrahmen, Buchstabenkörper aus Akanthusblättern gebildet, Textblock links, rechts und unten von Blatt- und Blütenranken eingefaßt, dazwischen Goldpunkte. 2v neunzeilige G-Initiale zum Anfang von Teil I: Buchstabenkörper und Fleuronnée im Binnenraum in Deckfarbenmalerei, quadratischer Rahmen und Fleuronnée-Hintergrund in Feder.

3r zwei konzentrische Kreise (Feder) in der Breite des Schriftblocks, möglicherweise als Bildrahmen für eine Darstellung von Makro- und Mikrokosmos vorgesehen (über den Kreisen Schluß der Vorrede zu Teil I: Darumb So haisst er jn kriechyscher Sprach. Mycrocosmus [rot]. Das ist als uil gesprochen als die clain wellt. Vnd darumbe So sprechent die leutt des Sprichwort Jch Sach alle die wellt jnn einem rock, darunter Überschrift zu I,1).

Farben:

Grün, Braun, Karmin, Zinnober, Strohgelb, leuchtendes Blau, Violett, Schwarz, Weiß in kräftigen Deckfarben und Hell-Dunkel-Abstufungen; Blattgold.

Literatur:

Heinemann 3 (1898) S. 145. – Lehmann-Haupt (1929) S. 121. 211f., Abb. 57 (1v); Steer (1970) S. 575; Schneider (1973) S. 18. 28 Anm. 20. 36 Anm. 9; Ruberg (1978) S. 312f.; Koppitz (1980) S. 51f. und Anm. 70; Hayer (1998) S. 219–222. 413, Abb. Frontispiz (1v).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. III: 2r. Eingangsinitiale A, Ranken mit Vogel.

Abb. 36: 1v. Gelehrte in freier Landschaft schauen auf nacktes Kind mit Vogel hinab.

Taf. III.
Abb. 36.