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KdiH

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22.1.19. Strasbourg, Bibliothèque nationale et universitaire, ms. 2264 (All. 305) (früher L germ. 305. 2º)

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

Um 1460.

Lokalisierung:

Bayern (?).

Besitzgeschichte:

Initialen F. v. Z. im Vorderdeckel und 1r, Henschel im Vorderdeckel.

Inhalt:
Spiegel Vorderdeckel-285v Konrad von Megenberg, ›Buch der Natur‹
Spiegel Vorderdeckel Inhaltsübersicht
Prologfassung
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 285 Blätter, Blatt 1 und ein Blatt nach Blatt 9 fehlen mit Text- (und wohl auch Bild-)verlust, 316 × 220 mm, Bastarda, eine Hand, zweispaltig, 28–36 Zeilen, Inhaltsverzeichnis im Spiegel von späterer Hand, Rubrizierung, rote Strichelung, rote Überschriften, drei- bis fünfzeilige rote Lombarden nur 1v–5r und 23r ausgeführt, sonst Leerräume.

Schreibsprache:

bairisch.

II. Bildausstattung:

79 kolorierte Federzeichnungen (1rb, 2rb, 2vb, 3rb, 4ra, 4va, 4vb, 5ra, 5va, 6ra, 6vb, 7ra, 7rb, 7va, 7vb, 8ra, 8rb, 8va, 8vb, 9rb [2], 9va, 10ra, 10rb, 26ra, 64rb, 65rb, 65vb, 66ra, 66rb, 66va, 66vb, 67rb, 67vb, 69ra, 69rb, 69va, 70ra, 70rb, 70va, 71va, 71vb, 72ra, 72rb, 72vab [2 Illustrationen in einer Bildeinheit], 73ra, 74vb, 75rb, 75va, 76ra, 76rb, 76va, 77ra [2], 77va, 77vb, 78rb, 78va, 79ra, 80va, 81va, 81vb, 83ra, 83rb, 83va, 83vb, 84rb, 84va, 84vb, 85ra, 85va, 85vb, 86rb, 86vb, 87ra, 88rb, 88va, 89ra), ein Zeichner. 278 Leerräume zur Aufnahme von Illustrationen (27ra, 27rb, 27va, 30ra, 31rb, 31va, 33vb, 36va, 37rb, 38va, 39va, 39vb, 40rb, 41rb, 42vb, 43va, 43vb, 44rb, 46va, 51ra, 53ra, 56rb, 89rb, 89va, 90ra, 90va, 91rb, 91va, 91vb, 92ra, 92vb, 93va, 95rb, 96rb, 96vb, 97ra, 97va, 97vb, 98rb, 98va, 98vb, 99rb, 99vb, 100ra, 100va, 101ra, 101va, 101vb, 102rb, 102vb, 103va, 103vb, 104va, 104vb, 106va, 107va, 108ra, 108rb, 108vb, 109rb, 110va, 111rb, 111vb, 112rb, 113va, 114ra, 116va, 117va, 118va, 118vb, 119rb, 119vb, 120vb, 121rb, 121va, 122ra, 122vb, 123rb, 124ra, 124rb, 124vb, 125rb, 126rb, 127vb, 128rb, 130ra, 131ra, 133ra, 134rb, 134va, 134vb, 136ra, 136va, 136vb, 137rb, 137va, 138va, 139ra, 140vb, 144ra, 144vb, 145ra, 145rb, 145va, 146ra, 146rb, 147rb, 147va, 148va, 149ra, 149rb, 149vb [2], 151rb, 152ra, 152va, 153rb, 153vb, 154va, 155rb, 155va, 156va, 156vb, 158vb [2], 159ra, 159va, 159vb, 160ra, 160rb, 160va, 160vb, 161rb, 161va, 163vb, 165va, 167ra, 169ra, 170ra, 170va, 171va, 173ra, 173va, 174va, 175va, 176ra, 176vb, 177vb, 178rb, 178vb, 179rb, 182rb, 182vb, 183rb, 183vb, 184va, 184vb, 185rb, 185va, 185vb, 186ra, 186rb, 186va, 186vb, 187rb, 187va, 187vb, 188ra, 188va, 189rb, 189va [2], 190ra, 190rb, 190va, 190vb, 191va, 192ra, 192va, 192vb, 193ra, 193rb, 193vb, 194rb, 195rb, 195va, 196ra, 197ra, 197vb, 198rb, 198vb, 199ra, 199va, 199vb, 200ra, 200va, 200vb, 201ra, 201va, 202va, 202vb, 203rb, 203va, 204rb, 204vb, 205ra [2], 205rb, 205vb, 206ra, 206va, 207ra, 207rb, 207vb, 208va, 209ra, 209rb, 209va, 209vb, 210va, 211ra [2], 211va, 211vb, 212ra, 212rb, 212va, 212vb, 213ra, 213rb, 213vb, 214ra, 214rb, 214va, 215rb, 215va, 216ra, 216rb, 216va [2], 244rb, 244va, 245va, 247vb, 248va, 249ra, 250va, 250vb, 252rb, 254rb, 254vb, 255ra, 256ra, 256vb, 257ra, 257vb, 258rb, 259vb, 263ra, 263va, 264rb, 264va [2], 264vb, 266va, 267ra, 267vb, 268ra, 269ra, 269rb, 269va, 270ra, 270rb, 271rb, 271vb, 272vb, 273va, 275vb).

Format und Anordnung:

Spaltenbreite, drei bis neun Zeilen hohe, ungerahmte Zeichnungen zwischen dem Text, am Kopf oder am Fuß des Blattes, zuweilen über den Schriftspiegel hinausragend, darüber Kapitelüberschrift in der Funktion einer Bildbeischrift; 83va am linken Seitenrand querstehend (für die Illustration vorgesehener Leerraum fehlt). Leerräume 244rb–275vb (III D–F) nur zwei- bis vierzeilig.

Bildaufbau und -ausführung:

Sehr lebendige Strichführung aus kurzen, mehrfach angesetzten, etwas zittrigen Federlinien und kurzen Pinselschraffen und -tupfen. Modellierung durch verlaufenden Farbauftrag sowie Parallel- und Kreuzschraffen in Feder und dünnem Pinsel. Flaches Bodenstück aus lavierter Farbfläche, mit kurzen, senkrechten und gekreuzten Pinsel- und Federschraffen und Farbtupfen übergangen, Himmel nicht koloriert. Baumkronen meist aus Farbtupfen oder kurzen, waagrechten Pinselstrichen gebildet. Gedrungene, rundköpfige, halslose Figuren in anatomisch korrekter Körperhaltung und -bewegung. Die Tiere in Teil III A sitzen, stehen oder bewegen sich bildbeherrschend auf dem mitunter durch Bäume oder Architekturen bestandenen Bodenstück oder in einer Gebirgslandschaft auf zackigen, knittrigen Felsen (so z. B. 69ra kletternde Gemsen). Zuweilen auch Genreszenen (67vb Hofhund verjagt Dieb, 78va Grabtier auf offenem Grab steigend, im Hintergrund Kirche; die Ziege 69rb mit den Scheider-Attributen Wollknäuel und Schere). Höchst qualitätvolle, »naturalistische« und anatomisch äußerst genaue Darstellung der Tiere. Originelle Bilderfindungen im Teil I: Sitzende oder stehende Personen oder Personengruppen zeigen entweder den im illustrierten Kapitel besprochenen Körperteil (z. B. 6ra Mann streckt Zunge heraus) oder illustrieren das Thema mit einer Genreszene (z. B. 4ra Ohren: auf einer Wiese tanzender Mann, mit einer Hand eine Flöte blasend, in der anderen eine Schelle; 5va Zähne: ein Bader zieht einem sitzenden Mann, den eine zweite Person festhält, einen Zahn; 6rb Stimme: eine Frau und zwei Männer, unter einem Baum sitzend, singen aus einem Liederbuch). Zahlreiche Darstellungen einzelner, stets aus einem Bodenstück wachsender oder darauf liegender Körperteile (z. B. 9va Fingernägel: zwei aus einer Rasenfläche wachsende, halbe Hände; 10ra Beine: zwei am Boden liegende, abgetrennte Beine). Zur Verbildlichung innerer Organe oft symbolische Darstellungen, so z. B. für die Luftröhre (I,17) ein Blasebalg (7vb), für das Gaumenzäpfchen (I,15) ein Dudelsack (7rb), für das mäuslein (I,22) eine Katze, die eine Maus am Schwanz packt (8vb). Die Illustrationen zu III A 21 und 22 (Duran und Dachs) sind in eine Darstellungseinheit integriert: beide Tiere, von einem Hund verbellt, in einer Gebirgslandschaft (72vab).

Bildthemen:

Bis auf 26ra (Sphärenschema als Titelbild zu Teil II) nur Kapitelillustrationen, davon ausgeführt 24 zu Teil I (1rb–19rb) und 54 zu Teil III A (64rb–89ra) sowie 22 Leerräume zu Teil II (27ra–56rb), 66 zu III B (89rb–133ra), 63 zu IV (134rb–179rb), 89 zu V (182rb–216va), neun zu III D (244rb–252rb), 24 zu III E (254rb–270rb) und fünf zu III F (271rb–275vb); keine Leerräume zu VI–VIII.

Die Handschrift ist v. a. wegen der höchst originellen und phantasievollen ikonographischen Erfindungen zu Teil I bemerkenswert: In keinem anderen Megenberg-Codex sind die Kapitel über menschliche Körperteile und Organe so ausführlich, detail- und einfallsreich illustriert worden. Auch mit ihren realitätsnahen, die Anatomie und die Bewegungsabläufe der Tiere äußerst natürlich und gekonnt wiedergebenden Illustrationen zum Teil III A überragt das Manuskript alle anderen Bilderhandschriften des Texts.

Farben:

Helles Grün, Blau, Hell- und Dunkelbraun, Ocker, Gelb, Grau, Rot.

Digitalisat:

http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b102246243/f19.image (Teildigitalisat: 58 Seiten)

Literatur:

Becker (1914) S. 126. – Hayer (1998) S. 205f. 416, Abb. 9 (6vb). 10 (85ra).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Bibliothèque Virtuelle des Manuscrits Médiévaux: http://bvmm.irht.cnrs.fr/consult/consult.php?COMPOSITION_ID=14535&corpus=decor

Taf. IVb: 66v. Rind; Ochse.

Abb. 12: 5va. Zahn (einem Mann wird ein Zahn gezogen). Abb. 13: 6ra. Zunge (ein Mann streckt die Zunge heraus). Abb. 14: 10ra. Beine (zwei abgelöste Beine, ineinander verschränkt). Abb. 15: 86vb. Tier Onocentaurus. Abb. 16: 74vb. Pferd (gesattelt). Abb. 17: 67vb. Hund (folgt einem Mann mit Stock).

Taf. IVb.
Abb. 12.
Abb. 13.
Abb. 14.
Abb. 15.
Abb. 16.
Abb. 17.