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KdiH

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22.1.14. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 258

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

1448–1464 (175rb, 164ra u. ö.).

Lokalisierung:

Raum Eichstätt (152ra).

Besitzgeschichte:

Anno Mo cccc xlviiii in vigilia marie magdalene finiui hunc librum per manus laurencij (151ra) am Schluß eines auf den sog. Markgrafenkrieg (1449–1452) anspielenden Schreiberspruchs (abgedruckt bei Hayer [1998] S. 180). Laurentius, der sich 1448 socius divinorum in Moreshaim (175rb, Moernsheim bei Eichstätt), 1449 verweser zu Eystet (Eichstätt) nennt, schrieb die einzelnen Teile der Handschrift zwischen 1448 und 1464 wohl für den Eigengebrauch und ließ sie zu einem Sammelcodex vereinen. Er ist möglicherweise identisch mit Laurentius Erlacher, von dem das Kloster Rebdorf 1454 Vogtei und Gericht zu Walting erworben hatte (Hayer [1998] S. 181). Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist die Handschrift im Besitz des Augustiner-Chorherrenstifts Polling (Exlibris des Propstes Franziskus Töpsl [1744–1796] im Vorderdeckel).

Inhalt:
1. 1r Aufzeichnungen über zwei Gerichtsverhandlungen in Augsburg 1455, lateinisch
2. 1v Eigenschaften der Caritas, lateinisch
3. 2ra–151ra Konrad von Megenberg, ›Buch der Natur‹
2rab Prolog, 147rb–151ra Register mit Blattverweis
Prologfassung
4. 151rb–153ra Kommunionverbot 1456
5. 153va–156vb Sermones de sacerdotibus, lateinisch
6. 156vb–158vb Sermones ad pergrinos, lateinisch
7. 158vab Neujahrspredigt, lateinisch
8. 159ravb Franz von Retz, ›Defensorium inviolatae virginitatis Mariae‹, lateinisch und deutsch
9. 164ra–va Inhaltsangabe der Kreuzzugsbulle von Papst Pius II. von 1463, lateinisch
10. 167ra–175rb Synodalbeschlüsse, lateinisch
11. 175vab Bulle Nikolaus’ V. (1451), Gewährung des Jubelablasses für Augsburg 1450, lateinisch
12. 176r Rezept
13. 176v–177r Herzog Ludwig der Reiche von Bayern bestätigt die Freiheiten der Geistlichen in Oberbayern 1450
14. 177r Gedicht
Abdruck in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 12 (1865) S. 279
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 177 Blätter, alte Foliierung 1–144 auf 2v–145v; 160r–163v, 165r–166v, 177v unbeschrieben; 310 × 210 mm, Bastarda, drei Hände (I: Laurentius, Verweser zu Eichstätt, Datierungen 1448, 1449, 1456, 1464: 2ra–175rb; II: 1r, 175v; III: 1v, 176r), zweispaltig, 43 Zeilen, Nachträge einspaltig, Rubrizierung, rote Überschriften, Strichelung, zweizeilige rote Lombarden, fünfzeilige Lombarde zum Textbeginn, keine Hervorhebung des Anfangs der Teile durch größere Initialen.

Schreibsprache:

nordbairisch.

II. Bildausstattung:

Sechs schwarze und rote Federzeichnungen an den Blatträndern (29ra, 29rb, 33ra, 43vb, 50ra, 65va), vier in Vogelköpfe auslaufende Initialen in Teil III B (46va, 47vb) und auf 109rb und 144ra.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Ungelenke, rein lineare, kleinformatige (15–30 × 15–30 mm) Zeichnungen in roter oder brauner Feder, meist mit Textbezug, möglicherweise von einem zeitgenössischen Benutzer der Handschrift eingetragen, an zwei Stellen zu Beginn der Teile (III A [33ra Hund in Schwarz und Rot] und III C [65va geschwänzte Figur mit Löwenfüßen]); 29rb blasender Kopf zum Kapitel über den Wind; 43vb Waldesel mit Beischrift waltesel. Die Vogelkopf-Initialen 109rb und 144ra stehen zu Anfang der Teile V und VIII.

Literatur:

Schneider (1970) S. 160–164. – Hayer (1992) S. 70; Schneider (1994) S. 13, Abb. 206 (175r); Hayer (1998) S. 180–182.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 18.