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106.4.14. Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, Ms 335 fol.

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1426 (S. 3, S. 269a, S. 359, S. 430a).

Lokalisierung:

Luzern (269a).

Besitzgeschichte:

Nach Weiß (1934, S. 214) vermutlich früher im Besitz der Kanzlei der Stadt Luzern, Löcher im Hinterdeckel des Einbands weisen darauf hin, dass die Handschrift ehemals Teil einer Kettenbibliothek war (Kamber/Mangold [2019] S. 346), wobei unklar ist, um welche Bibliothek es sich hierbei handelt. Bis 1881 in Privatbesitz, dann von Johann Georg Mayer (1845–1912; Pfarrer in Oberurnen seit 1872 und ab 1889 Professor für Kirchenrecht am Priesterseminar in Chur) erworben und 1883 an die Bürgerbibliothek Luzern übergeben. Seit dem 4.5.1904 im Bestand der Bibliothek (Stempel auf S. 1), ab 1951 Zentralbibliothek, seit 1999 Zentral- und Hochschulbibliothek.

Siehe zu dieser Handschrift künftig Nr. 135.14.4. (wir danken Sarah Hutterer für die freundliche Bereitstellung ihrer Beschreibung).

Inhalt:
1. S. 1a–430a ›Schwabenspiegel‹ Land- und Lehnrecht
jeweils mit Register (zum Landrecht S. 1a–9b und S. 270a–273b; zum Lehnrecht S. 360a–363a)
2. S. 431a–482b ›Konstanzer Weltchronik‹
mit Prolog, Ergänzungen und Fortsetzung bis 1421 ab S. 473a, siehe Nr. 135.14.4.
3. S. 483a–488b Hexenverfolgungen im Wallis 1428
4. S. 489a–490b Notizen
u. a. zu diversen Preisen 1438, 1439, 1478
5.

S. 492a–493a Näfelserfahrt-Brief
Fragment
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 504 Seiten (S. 447/448 nach erfolgter Paginierung herausgetrennt), 310 × 220 mm, Bastarda (Tituli teils in Textualis), drei Hände (I: Johannes zum Bach S. 1–430 [Nennung S. 269a], II: S. 431–482, III: Johannes Fründ [?, Nennung auf S. 488 von späterer Hand] S. 483–488), zweispaltig, 31–39 Zeilen, blaue und rote Lombarden, rote Majuskeln, Fleuronné, Rubrizierung.

Schreibsprache:

hochalemannisch.

II. Bildausstattung:

53 kolorierte Federzeichnungen, davon eine zu Text 1 (S. 2), 52 zu Text 2 (siehe Nr. 135.14.4.) von anderer Hand. – Verfassungsrecht.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Das ganzseitige Bild steht vor dem Beginn des Registers zum ersten Teil des Landrechts.

Der Herrscher (Bügelkrone, Reichsapfel, Schwert) sitzt in Ganzkörperrüstung mit übergeworfenem rot gefütterten Mantel und modischen Gitternetzschuhen auf einem architektonisch aufwendig gearbeiteten Stufenthron (zinnenbekränzte Lehne mit zwei Ecktürmen). Durch seine Kopf- und Körperhaltung bzw. den fehlenden Blickkontakt zum Betrachter wirkt er nachdenklich. Über ihm zu sehen ist das Reichswappen mit roter Beischrift Der groß Karolus römischer künig, an den Seiten die Wappen der Kurfürsten (von ihm aus rechts die geistlichen, links die weltlichen), die jeweils mit roter Beischrift (Name und Reichsamt) versehen sind. – Der Herrscher führt in seiner Funktion als oberster Kriegsherr des Reiches das Schwert. Sein Bildnis mit dem Reichswappen und den Wappen der Königswähler/Kurfürsten legitimiert die nachfolgende Rechtsniederschrift, wobei auch hier die Existenz des bayerischen Wappens anstelle des böhmischen auffällt (vgl. Nr. 106.4.1. und Einleitung 106.4.).

Farben:

Grau, Gelb, Rot, Blau, Weiß, Schwarz, Grün.

Literatur:

Oppitz 2 (1990) Nr. 978; Kamber/Mangold (2019) S. 345–349. – Prag – Luzern – Engelberg (2015) S. 10, S. 15–16, S. 52–53, Abb. S. 10 (S. 432), S. 52 (S. 2).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus; Kamber/Mangold: http://library.oapen.org/handle/20.500.12657/23650

Abb. 143: S. 2. Herrscher als oberster Kriegsherr mit den Wappenschilden der Kurfürsten (Reichsbild).

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Abb. 143.