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39.4.15. Roma, Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat. 1888

Bearbeitet von Rainer Leng

KdiH-Band 4/2

Datierung:

Um 1430 (Wasserzeichen siehe Metzger [2002] S. 300).

Lokalisierung:

Süddeutschland.

Besitzgeschichte:

Erste Besitzer und Auftraggeber nicht bekannt, 1557 im Besitz des Pfalzgrafen Ottheinrich (1505–1559), seit 1623 in Rom (Metzger [2002] S. 300).

Inhalt:
1. 1r–108r ›Kunst- und Wunderbuch‹, ohne Beischriften
2. 108ar–363r Konrad Kyeser, ›Bellifortis‹, erweiterte Sieben-Kapitel-Fassung mit unvollständigen lateinischen und deutschen Beischriften

›Das erste Capitel sagt von den planeten vnd den Sternen vnd des himels‹

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 380 Blätter (zur Lagenschichtung, nicht gezählten Seiten und zur fehlerhaften Bindung Metzger [2002] S. 300), 295 × 216 mm, Bastarda von einer Hand, drei bis 29 Zeilen, nicht rubriziert.

Schreibsprache:

bairisch.

II. Bildausstattung:

In Teil 1 216 Bildseiten mit teilweise aquarellierten Federzeichnungen ohne Beischriften 1r–12v, 13r–80r, 81v–103r, 104r–108r, in Teil 2 275 nur gelegentlich aquarellierte Federzeichnungen 109r–132r (jeweils nur recto), 132v–149r, 150r–153r, 154rv, 155v, 156v–157r, 158r–163r (jeweils nur recto), 163v, 164r, 165r–328r (jeweils nur recto), 330r–359r (jeweils nur recto), 360v, 361r–363r (jeweils nur recto); zwei Zeichner: I 1r–205r, 235r, 237r–257r, 260r–363r, Zeichner II 206r–234r, 236r, 258r–259r, beide aus einem unbekannten süddeutschen Atelier, das nach Metzger (2002) S. 300 u. a. Bezüge zum Budapester ›Bellifortis‹-Fragment (Budapest, Magyar Tudományos Akadémia Könyvtára, K. 465) aufweist.

Format und Anordnung:

Alle Zeichnungen rahmenlos auf eigener Seite, in Teil 1 ca. 170–200 × 216 mm in der unteren Seitenhälfte, darüber geplante Beschriftung nicht ausgeführt, doppelseitige Darstellung von Reiterkämpfern nur 79v/80r, 81v/82r, 82v/83r, 83v/84r; Teil 2 Zeichnungen wechselnder Größe von ca. 150 × 150 mm bis ganzseitig 295 × 216 mm, die nur anfänglich 108ar–117v ausgeführte Beschriftung meist auf der gegenüberliegenden Versoseite, lediglich 112r und 117r Beischriften am oberen bzw. linken Rand der Zeichnung.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Teil I einfache, nur anfänglich durchgehend kolorierte Skizzen breitgespannter Genredarstellungen von Zauberkunststücken, technischen Spielereien, Zweikämpfen, Musik- und Gastmahldarstellungen, weitgehend perspektivlos, meist vor grob skizzierter Horizontlinie; Bildthemen in diesem Abschnitt engstens verwandt mit Teilen von Weimar, Fol 328 (siehe 39.8.3.), das auf eine gemeinsame Vorlage zurückgreifen konnte (zum Inhalt vgl. Metzger [2001], Bildkonkordanz zur Weimarer Handschrift bei Metzger [2002] S. 301); in diesem Teil bis auf eine Büchse 94v und einen Schutzschirm 95r keine kriegstechnischen Bezüge; in Teil 2 grobe und skizzenhafte Wiedergaben des ›Bellifortis‹-Bildprogramms, 131r–164r und 340r–363r kontaminiert mit vereinzelten Abbildungen aus älteren Büchsenmeisterbüchern, bes. München, Cgm 600 (siehe 39.1.6.) und Wien, Cod. 3069 (siehe 39.1.10.), teilweise auch München, Clm 197 ([siehe 39.1.7.], Konkordanz bei Leng [2000a] 35f.); sämtliche Geräte hier isoliert dargestellt, nur bei Burgenbildern gelegentliche Andeutung eines Landschaftshintergrundes durch wenige Linien, umrißhafte Zeichnungen mit nur seltenen Schraffuren, statische Figuren, einfache seitliche Ansichten, Kolorierung meist gar nicht oder nur für einzelne Farben ausgeführt.

Farben:

Ocker, mehrere Brauntöne, Graublau, Rot; Kolorierung nicht fertig ausgeführt.

Literatur:

Saxl (1915) S. 42 f.; Metzger (2002) S. 300–302. – Hall (1979) S. 21 f. 212; Schmidtchen/Hils (1985) Sp. 481; Schmidtchen (1990) S. 160, Abb. 22 (141v). S. 211, Abb. 66 (278r); Berg/Friedrich (1994) S. 176; Friedrich/Rädle (1995) S. 42f.; Leng (2000a) S. 31 f.; Friedrich (1996) S. 200; Waldburg (2000) S. 25; Metzger (2001) S. 253–264, Abb. 1 (47v). 2 (37v/38r). 3 (89v). 4 (105v). 5 (24v). 6 (307r); Leng (2002) Bd. 1, S. 145. 148, Bd. 2, S. 435.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus