KdiH

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106.4.20. Regensburg, Bischöfliche Zentralbibliothek, Aufh. Ms. 3 (früher Aufhausen bei Regensburg, Nerianerinstitut, Ms Nr. 3)

Bearbeitet von Dagmar Hüpper, Lukas Reddemann und Heike Bismark

KdiH-Band 10

Datierung:

1449 (130v).

Lokalisierung:

Nordbayern.

Besitzgeschichte:

Die Handschrift stammte ursprünglich wohl aus der Pfarrei in Aufhausen; von dort gelangte sie 1890 ins Benediktinerkloster nach Metten. 1982 wurde der Codex nach Aufhausen zurückgegeben, von dort kam er in die Bischöfliche Zentralbibliothek.

Inhalt:
1. 3r–55r ›Buch der Könige‹
bis Judas Machabeus
2. 55v–216v ›Schwabenspiegel‹ Land- und Lehnrecht
Register zum Landrecht (55v–61r) und zum Lehnrecht (61v–64r)
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 216 Blätter, 315 × 220 mm, Bastarda, eine Hand, einspaltig, 29 Zeilen, acht- bis zehnzeilige Goldinitialen, Rubrizierung.

Schreibsprache:

bairisch.

II. Bildausstattung:

Drei kolorierte Federzeichnungen, davon eine zu Text 1 (2v) und zwei zu Text 2 (64v, 168v). Ein kolorierter Holzschnitt zu Beginn der Handschrift (1v). – Christliche Ikonografie, Verfassungs- und Lehnrecht.

Format und Anordnung:

Die Zeichnungen sind ganzseitig und stehen vor dem Textbeginn des ›Buchs der Könige‹ sowie vor Land- bzw. Lehnrecht. Sie sind genau in den Schriftspiegel eingefügt, zwei haben einen Rahmen (64v Architektur-Bogen, 168v dünner Federstrich). Der Holzschnitt zu Beginn der Handschrift wurde eingedruckt und anschließend mit denselben Farben wie die Zeichnungen koloriert sowie mit Rankenwerk versehen, das den Schriftspiegel ausfüllt. Offenbar wurde eine maximale Ähnlichkeit zum Erscheinungsbild der Zeichnungen angestrebt.

Bildaufbau und -ausführung:

Alle Figuren stehen auf einem Rasenband und haben über sich einen mit wenigen blauen Strichen angedeuteten Himmel. Wenig Einsatz von Perspektive und schlichte Zeichnung der Figuren: Die Gesichter sind gleichförmig, Abwechslung bieten aber Frisuren, Bärte und Gewänder. Der Farbauftrag von Blau und Inkarnat zeigt Ansätze zur Modellierung von Rundungen, die übrigen Farben sind deckend aufgetragen.

Bildthemen:

1v (eingedruckter Holzschnitt): Hl. Dorothea mit Blumenkorb, daneben stehend das Jesuskind. – Es ist unklar, in welchem Bezug das Bild zu den enthaltenen Texten steht.

Zu Text 1: 2v (von rechts nach links) die Drey patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, auf einer Thronbank sitzend, Jakob mit einem Codex in der Hand und Abraham auf den Textbeginn zeigend. – Die Darstellung leitet das ›Buch der Könige‹ ein.

Zu Text 2: nach dem Register, 64v: Kaiser und Papst auf einer Thronbank sitzend, Constantinus mit Zepter, Siliuester mit Buch in der Hand. Beide weisen auf den Textbeginn. – Es handelt sich um eine Verbildlichung der Zwei-Schwerter-Lehre (zu Ldr. I 1). 168v: Herrscher und Gefolge: Ein Viertel des Bildes, links oben, ist dem Herrscher vorbehalten: Er sitzt auf einem Thron, unter ihm ein Rasenstreifen, über ihm ein Architekturbogen; die linke Hand hält ein Zepter, die Rechte weist auf den Text. Von hinten rechts zur Mitte vorne kommen Krieger, Speere mit Fahnen in den Händen und Helme auf dem Kopf. Die drei vordersten Lehnsleute halten ihre Kopfbedeckungen in den Händen und knien vor dem Herrscher (bzw. sind im Begriff, es zu tun). Ihre Ehrerbietung erinnert an die Ikonografie der hl. Drei Könige. – Die Verleihung des Fahnenlehens leitet das Lehnrecht ein.

Farben:

blasses Blau, Grün, Rotbraun, Beige, Inkarnat, kräftiges Rot, Gold, Kupfer, oxidiertes Silber.

Literatur:

Euling (1906); Oppitz 2 (1990) Nr. 25. – Rockinger (1890) S. 4–6 (Nr. 335 1/2).

Für ausführliche Informationen zur Handschrift danken wir Jiří Petrášek, Bischöfliche Zentralbibliothek, Regensburg.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 163: 168v–169r. Der Herrscher verleiht ein Fahnenlehen.

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Abb. 163.