106.10.5. Bucuresti, Muzeul National de Istorie, Nr. 554
Bearbeitet von Gunhild Roth und Dagmar Hüpper
KdiH-Band 10
14. Jahrhundert und 1453 (Hinterdeckel).
Alemannischer Raum.
Ausführliche Beschreibung dieser Handschrift siehe Nr. 106.4.6.; siehe auch Nr. 106.7.2.
| 1. | 1ra–25va | Register zu allen Texten |
| 4. | 164ra–182ra | ›Stadt- und Bergrecht von Iglau‹ |
| 5. | 182v–183r | Amtseid (Auszüge) |
Zu Text 4 sieben historisierte Initialen, davon fünf im Register (22ra–rb [vier], 25va) und zwei im Text (164ra, 165rb). Zu Text 5 eine ganzseitige Miniatur von anderer Hand. – Verfassungs- und Privatrecht, christliche Ikonografie.
Zu Beginn des Registers (22ra) eine achtzeilige zweifarbig gerahmte, halbspaltige A-Initiale, die übrigen Initialen drei- oder vierzeilig und gerahmt.
22ra: Der Herrscher (Reifkrone, Zepter) sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem einstufigen Kastenthron. Er überreicht einem der drei vor ihm stehenden Männer eine Urkunde. – Die Darstellung im Register greift die einleitenden Sätze des ›Stadt- und Bergrechts von Iglau‹ auf: König Wenzel als oberster Gesetzgeber überreicht seinen Bürgern und Bergleuten das für sie geltende Recht.
Die meisten Initialen, die die Artikelüberschriften im Register einleiten, enthalten stilisierte Blumen, Blätter oder einfache Punkte. An manchen Stellen hat der Maler Köpfe eingesetzt: 22ra: Zweimal ein gekrönter Kopf, der danebenstehende Text beginnt jeweils mit den Worten Vvie kvning wenzlab; 22rb: Kopf mit Grafen-/Richterhut: Daz alle dy perchlevte vnd purger ... schullen svchen ir recht in der stat vor dem richter; 25va: Kopf mit Kappe: Ob man einen stollen anheft.
Dasselbe gilt für den Initialschmuck im Text. Figürlich sind nur zwei der zahlreichen Initialen. 164ra: Herrscher (Reifkrone): Uon den gotes genaden wier kvnic wenczla [...] tun kvnt [...]; an dieser Stelle autorisiert in anderen Fällen ein Thronbild die nachfolgende Rechtsniederschrift. 165rb: Frau (Schleier/Haube): Es geht um die Witwe, der vom Rat von Iglau versichert wird, dass beim Tod ihres Mannes alles Gut ihr und ihren Erben zufällt.
Zu Text 5: Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes (182v). Die breiten Ränder sind reich mit Vögeln, Pflanzen und Goldpunkten verziert, im unteren Rand befindet sich zudem das Wappen von Hermannstadt (zwei gekreuzte Schwerter und Krone auf rotem Grund,
Blau, Gelb, Grün, Beige, Rot und Weiß.
Abb. 212: 22r. König Wenzel als oberster Gesetzgeber überreicht Urkunde an städtische Vertreter. Abb. 213: 182v. Kreuzigungsszene.