KdiH

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106.10.15. Olomouc (Olmütz), Státni okresni archiv (Staatliches Bezirksarchiv Olomouc), Knihy, Sign. 1540

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1430 (Iv).

Lokalisierung:

Olmütz.

Besitzgeschichte:

Auftraggeber: Rat bzw. Stadt Olmütz.

Inhalt:
2r–276v ›Olmützer Stadtrecht‹
in vier Büchern mit vorangestelltem Register (Iv–IIr)
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 280 Blätter, 360 × 265 mm, gotische Kursive, Wenzel von Iglau (Iv) und fünf Nachtragshände (Amtsnachfolger Wenzels: Johann Sternberger, August Schönfeld, Johann von Černotín, Paul Rothensel, Wolfgang Endlich [Nachtrag 1528], vgl. Spáčilová/Spáčil [2004] S. 119), zweispaltig, 45–48 Zeilen, 17 große Ornamentinitialen mit teils aufwendigem Fleuronné, rubriziert.

Schreibsprache:

deutsch, lateinisch und tschechisch.

II. Bildausstattung:

Zwei Deckfarbenminiaturen (IIv und 1r). Maler war wohl der mehrfach als Schöffe, Ratsherr und Bürgermeister genannte Wanko illuminirer (vgl. Spáčilová/Spáčil [2004] Register S. 567 unter Vanek, Wanko). – Verfassungsrecht.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

IIv: Die ganzseitige Miniatur (272 × 167 mm) zeigt unter einer Darstellung von Christus in der Mandorla (Christus als Weltenrichter), zu dessen Seiten jeweils ein Engel mit Schriftband und gleichlautender Inschrift Juste iudicate alij hominum zu sehen ist, zwölf elegant gekleidete Männer (mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen, nur zwei ohne Vollbart) um einen großen Tisch gruppiert. Alle haben ihre rechte Hand zum Schwur erhoben. Am unteren linken Bildrand sitzt ein Schreiber. In die Seitenwange seines Stuhles ist ein stilisiertes WI eingeätzt, bei dem es sich nach allgemeiner Meinung um die Initialen des Wenzel von Iglau handelt. – Die Szene bildet die Vereidigung eines neuen Rates mit Bürgermeister/Vogt ab. In dem Mann mit dem Kurzschwert kann der Stadtrichter vermutet werden. Dass diese Darstellung, ähnlich wie in Nr. 106.10.5., als Schwurtafel verwendet werden sollte, ist denkbar, auch wenn sie keinen Eidestext enthält; es verweisen jedoch zahlreiche Artikel auf den geschworenen Rat (siehe besonders Art. CLXXXXVI, Spáčilová/Spáčil [2004] S. 261).

1r: Die Deckfarbenminiatur (135 × 162 mm) präsentiert drei prachtvoll gekleidete Herrscher, die alle an ihren Reichsinsignien (Zepter, Reichsapfel) zu erkennen sind. Sie unterscheiden sich durch ein wesentliches Merkmal: Der mittlere Herrscher trägt eine Bügelkrone, der rechte eine Reifkrone, der linke einen Grafenhut. Sie sind gleichaltrig und auf gleicher Höhe sitzend dargestellt, sodass eine gewisse Gleichberechtigung erkennbar wird. – Das Bild zeigt die drei Herrscher Karl IV. in der Mitte, Wenzel IV. (links) und Markgraf Jost (rechts), die die Stadt mit Privilegien ausgestattet haben, wie später im Text ausgeführt wird (ab 3v), es beweist die Gültigkeit des Rechtes und seine Bestätigung durch die Landesherren.

Farben:

breite Palette von Rot, Blau, Grün, Weiß, Schwarz, Braun, Gelb/Gold.

Literatur:

Černý (1999) mit Abb. S. 477f.; Poeck (2003) S. 295–299 mit Taf. 14; Spáčilová/Spáčil (2004) mit Abbildungsteil; Machilek (2006) S. 248–251; Unter Druck (2015) S. 155 mit Abb. 32 [Gude Suckale-Redlefsen].

Abb. 226: IIv. Vereidigung des Rates.

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Abb. 226.