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65. Kalender

Bearbeitet von Pia Rudolph

KdiH-Band 7

Im Kalender des Mittelalters wurden der julianische und der liturgische Kalender zusammengeführt, er beginnt – im Gegensatz zum Kirchenjahr – mit dem ersten Januar. Wegweisend für dieses Verfahren war Beda Venerabilis († 735), der seinem ›Martyrolog‹ das römische Sonnenjahr zu Grunde legte (Niederkorn-Bruck [s. u. Literatur] S. 17). Bereits in den frühesten christlichen Kalendern wurden die ersten Märtyrer und Bischöfe festgehalten, ihr Todestag war gleichzeitig der Tag ihrer Verehrung. Das ›Martyrologium nach dem Kalender‹ (Nr. 65.2.a.) zählt den Tag sowie das Leben und Sterben der Heiligen und Märtyrer im Laufe eines Kalenderjahres auf (Borst [s. u. Literatur] S. 51–55). Mit der Zeit wurden nahezu alle Kalendertage mit Heiligen oder auch unbeweglichen Festtagen belegt, die je nach Diözese etwas variieren konnten (Heiligenkalender).

Des Weiteren zählt der mittelalterliche Kalender die Tage des Monats in Kalenden, Nonen und Iden auf. Die KL-Ligaturen zu Beginn eines jeden Monats können in Handschriften, gleich einer Initiale, besonders hervorgehoben sein. Vor allem seit Johannes Regiomontanus († 1476) werden die Tage des Monats in arabischen Zahlen angeführt. Zu den im Kalender notierten unbeweglichen Monatsereignissen gehören meist außerdem Angaben zum Wechsel der Sternzeichen (z. B. wann der Wassermann in den Fisch tritt; häufig in Handschriften durch einen roten Strich markiert), zum Äquinoktium, zu den Sonnenwenden, zur Dauer von Tag und Nacht (in Stunden) oder zum Jahreszeitenwechsel. Hinzu kommen häufig Monatsregeln, die u. a. diätetische Hinweise für den jeweiligen Monat geben. Neben den unbeweglichen Zeitpunkten erfassen die zwölf Kalenderseiten zu den zwölf Monaten weitere Informationen zu beweglichen Ereignissen, wie die Fastenzeiten, den Ostertermin, die goldene Zahl, die Sonntagsbuchstaben, die verworfenen Tage etc. Über die zwölf Kalenderseiten hinaus können weitere Tabellen, Prognostiken oder Erklärungen zur praktischen Nutzung den Kalender ergänzen (vgl. u. a. Nr. 65.2.1., Nr. 65.2.4., Nr. 65.2.5.). Beispielsweise erfassen Intervalltafeln den genauen Abstand zwischen Weihnachten und der Fastenzeit über mehrere Jahre hinweg. Ebenso kann in Tabellenform der Ostertermin über einen längeren Zeitraum hinweg angegeben werden (Nr. 65.2.2.).

Komplexe Kalenderrechnungen (Computistik) waren notwendig, um das Osterdatum für Jahre im Voraus und allerorts übereinstimmend ermitteln zu können, also zu bestimmen, wann der erste Frühlingsvollmond, der dem Ostersonntag vorangeht, erscheinen würde. Hierzu mussten der 19-jährige Mond- und der 28-jährige Sonnenzyklus miteinander abgeglichen werden. Ostertafeln gaben meist die Ostertermine über einen Mondzyklus hinweg an, weshalb die goldene Zahl (angeblich in goldener Tinte geschrieben), ein Hilfsmittel zur Berechnung des Osterdatums, in jedem Jahr eine Zahl zwischen eins und 19 sein kann (von den Brincken [s. u. Literatur] S. 68f.). Mathematiker schlossen an ihre Berechnungen der Himmelsbahnen für den Ostertermin weitere Beobachtungen an: Wann würde es zu einer Mond- oder Sonnenfinsternis kommen? Wann war die exakte Minute des Sonnenaufgangs und -untergangs an jedem Tag? Die menschliche Zeit konnte von Astronomen bis in die kleinste Einheit analysiert und mit Hilfe von Tabellen, Kreisschemata oder der mit drehbaren Elementen versehenen Volvelle veranschaulicht werden. In einer Volvelle mit Drachenzeiger konnte man beispielsweise sehen, wann Sonne, Mond und Erde auf einer Linie lagen (Drachenpunkt). Auch medizinische Überlegungen wurden in die astronomischen Berechnungen mit einbezogen (Iatromathematik): Wann waren die verworfenen Tage (auch: ägyptischen Tage) des Jahres, also die krankheitsbringenden Tage? Zu welcher Stunde konnte am besten zur Ader gelassen werden? Die Kalender wurden so gewissermaßen zu praktischen Ratgebern, v. a. im medizinischen, den eigenen Körper betreffenden Bereich. Die Monatsregeln wurden bereits im Lateinischen in Monatsversen verfasst, dabei handelt es sich vor allem um diätetische Hinweise, sodass diese in der Stoffgruppe 87. Medizin genauer betrachtet werden sollen. Der früheste deutschsprachige illustrierte Kalender vor einem Nonnenbrevier von ca. 1300 ist noch ganz im lateinischen Kontext verankert (Nr. 65.2.2.). Nur die jeweils erste Zeile der darin geschriebenen zweizeiligen ›Grazer Monatsregeln‹ ist deutsch. Hier findet man eine Vorstufe der Kalender mit deutschsprachigen Monatsversen und -regeln, die zahlreich in ›Iatromathematischen Hausbüchern‹ überliefert wurden und die auch als ›Volkskalender‹ bezeichnet werden (zur Diskussion um diesen Begriff vgl. Mueller [s. u. Literatur] S. 115–118).

Die iatromathematischen Hausbücher mit illustriertem Kalender werden ebenfalls in der Stoffgruppe 87. Medizin behandelt (vgl. auch Nr. 49a.1.1.: Hausbuch der Familie Herberstein mit Kalender). Dasselbe gilt für die iatromathematischen Handschriften, deren astronomisch-astrologischer Teil bereits in der Stoffgruppe 11. Astronomie/Astrologie beschrieben wurde und die einen illustrierten Kalender beinhalten: Nr. 11.2.2., 11.4.4., 11.4.5., 11.4.7., 11.4.11., 11.4.12., 11.4.18., 11.4.19., 11.4.22., 11.4.25., 11.4.37., 11.4.43., 11.4.47.

Als frühes Beispiel wissenschaftlicher Kalenderrechnung, die den Berechnungen Johannes’ von Gmunden vorgriff, wird der Kalender Wurmprechts von 1372 angesehen (Nr. 65.2.4.). Ausgehend von wissenschaftlicher Erfassung von Zeit, wurden vom 13. bis ins 15. Jahrhundert immer wieder solche Versuche einer Kalenderreform unternommen. Aus Wien, einem der wichtigsten astronomischen Zentren des 15. Jahrhunderts, wurde schließlich 1475 Johannes Regiomontanus nach Rom geladen, um die Kalenderreform endgültig durchzusetzen. Als er 1476 in Rom verstarb, dauerte es noch bis 1582, bis es durch Papst Gregor XIII. zu einer Reformation des Kalenders kam (Zählen, Messen, Rechnen [s. u. Literatur] S. 169).

Im Kalender des Mittelalters griff man zur bildlichen Darstellung des zyklischen Jahresverlaufs auf die Illustration der Tierkreiszeichen zurück sowie auf die menschlichen Tätigkeiten im Wandel der Jahreszeiten, die sich je nach klimatischer Region etwas unterscheiden konnten (siehe unten Bildthementabelle). Beides weist eine über Jahrhunderte hinweg konstant gebliebene ikonographische Tradition auf, bei der die »kosmologische Ordnung« auf die »göttliche Schöpfungsordnung« (Wittekind [s. u. Literatur] S. 203) verweist und die menschliche Arbeit u. a. als Strafe für den Sündenfall gelesen werden kann. Tierkreiszeichen und Monatstätigkeiten tauchen nicht nur in Kalenderminiaturen, sondern auch in diversen anderen Medien wie Textilien, Mosaiken, in der Portalskulptur etc. auf. Die zyklische Struktur der Zeit kann außerdem mit Hilfe von rhythmisch angeordneten architektonischen Elementen visualisiert werden (vgl. Nr. 65.2.3.).

In diese Stoffgruppe wurden immerwährende Kalender (Nr. 65.1.) aufgenommen, für deren Form sich im 19. Jahrhundert der auch heute noch verwendete Begriff des ›Bauernkalenders‹ eingebürgert hat (Heilige und Hasen [2008] S. 126; Ad Stijnman: Ein unbekanntes Blockbuch in Cod. Guelf. 1189 Helmst. der Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel. Gutenberg-Jahrbuch 84 [2009], S. 80). Dieser Typus des immerwährenden Heiligenkalenders ist vor allem als Faltkalender, Einblattdruck oder sogar in Form einer Kalenderrolle (›Utrecht Kalender‹, lateinische Beischriften; Den Haag, Koninklijke Bibliotheek, 130 E 26) erhalten (Robinson [s. u. Literatur]). Der erste deutschsprachige illustrierte Kalender in dieser Art (um 1400) ist zusammen mit einem Andachtsbuch überliefert worden (Nr. 65.1.2.). Gedruckte Almanache, die für jedes Jahr neu herausgegeben wurden, werden für den Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters nicht berücksichtigt.

Um den Kalender immerwährend verwenden zu können, wurden die Wochentage Montag bis Sonntag mit Hilfe der Buchstaben a–g dargestellt. Ist der erste Tag im Jahr beispielsweise ein Mittwoch, fällt im ganzen Jahr der Mittwoch auf den Buchstaben a. Dabei war vor allem wichtig, welcher Buchstabe dem Sonntag zukam (Sonntagsbuchstabe). In den ›Bauernkalendern‹ werden abbreviaturhafte Darstellungen von Heiligen oder nicht beweglichen Festtagen einem Wochenbuchstaben zugeordnet. Der erste Januar ist immer der Tag der Darbringung Christi im Tempel, als Zeichen seiner Beschneidung wird häufig ein Messer gezeigt. Beinahe könnte man von einem verbildlichten Cisiojanus-Gedicht sprechen (siehe Literatur zu Nr. 65.1.2.). Bei diesem Merkgedicht, das auch in die Volkssprachen übertragen wurde, handelt es sich um ein Hilfsmittel zum Einprägen der kirchlichen Festtage, wobei jeder Tag des Jahres eine Silbe erhielt. Benannt wurde das Gedicht nach den ersten vier Silben ›Cisiojanus‹ (u. a. Mueller [s. u. Literatur] S. 37f.). Die Memoratio der 365 Silben konnte mit Hilfe der Bilder unterstützt werden.

Außerdem werden im Folgenden die Kalender beschrieben, die Gebeten und kontemplativen Betrachtungen (Untergruppe 65.2.) vorangestellt sind (z. B. Psaltern, Stundenbüchern, Heilsspiegeln). Da die Zeit für das Gebet eine wichtige Rolle spielte, wurden Kalender mit Psaltern (Nr. 65.2.2., Nr. 65.2.3., Nr. 65.2.4.) oder Andachts- bzw. Stundenbüchern (Nr. 65.2.6., Nr. 65.2.7.) kombiniert. Im Kloster wurden zu festgesetzten Zeiten und innerhalb einer Woche alle 150 Psalmen rezitiert. Dass auch ›Speculum humanae salvationis‹-Handschriften (vgl. Nr. 65.2.5.) manchmal mit Kalendern ausgestattet wurden, kann ein weiteres Beispiel eines lateinischen Kalenders zeigen, der mit einem deutschen Heilsspiegel (siehe Stoffgruppe 120. ›Speculum humanae salvationis‹) überliefert wurde. Die Handschrift wird heute in der Königlichen Bibliothek zu Kopenhagen aufbewahrt (GKS 79 2°; Kalender: 2r–7v).

Vor allem seit dem 11. Jahrhundert findet man im liturgischen Kontext Kalendermonatsseiten mit Tierkreiszeichen und Monatsarbeiten, neben denen häufig auch die Martyrien der Heiligen oder die zwölf Apostel dargestellt werden. Auf diese Art werden »weltliche Arbeit« (vita activa) und »geistliche Ehrung der Heiligen« (vita contemplativa) optisch verknüpft (Wittekind [s. u. Literatur] S. 209). In den deutschsprachigen Kalendern der Untergruppe 65.2., die fast ausschließlich im 15. und frühen 16. Jahrhundert entstanden, werden Heilige, Apostel oder Märtyrer nicht verbildlicht, sondern man beschränkte sich auf die Illustration der Tierkreiszeichen und seltener der Monatsarbeiten, die den »Weg zum Heil« (Wittekind S. 226) anschaulich machen sollten.

Im Gegensatz zu der Vielzahl an illuminierten lateinischen Kalendern vor Andachtsbüchern gibt es nur wenige eigenständig überlieferte deutschsprachige Kalender-›Prunkstücke‹, die alle kurz nach 1500 sowie beeinflusst von den künstlerisch anspruchsvollen flämischen und französischen Kalenderillustrationen entstanden sind (Nr. 65.2.1., Nr. 65.2.6., Nr. 65.2.7.). Besonders charakteristisch für diese Kalender sind ihre detailreichen Darstellungen der Monatstätigkeiten in weiten Landschaften. Um gleichzeitig den Innen- und den Außenraum in einer Szene zeigen zu können, griffen die Künstler auf eine nach vorne geöffnete ›Raumschachtel‹ zurück (Kemperdick [s. u. Literatur] S. 230; so bei Nr. 65.2.1. und Nr. 65.2.7.). Im Gegensatz dazu werden im Wiener Stundenbuch (Nr. 65.2.6.) keine Raumschachteln gezeigt, sondern große, geöffnete Türen geben die Ansicht auf den Innenraum frei (6r, 11r), wodurch kein ›unrealistisches Moment‹ die Szene stört. In die aufwendigen Schilderungen des ländlichen Lebens mischen sich häufig höfisch gekleidete Damen (Nr. 65.2.4., Nr. 65.2.6.), die auch an der Arbeit beteiligt sind, sodass man nicht von beobachteten Alltagsszenen sprechen kann. Vielmehr konnte Kemperdick nachweisen, dass diese Bilder bis hin zum Landschaftshintergrund nicht auf Realismus abzielten, sondern dass das Anreichern der Darstellungen durch »ikonographische oder sonstige zeichenhafte Bedeutungen« im Vordergrund stand (Kemperdick s. 247). Dabei arbeitete er u. a. die Formel des kahlen Baumes im Hintergrund als Zeichen für eine herbstliche oder winterliche Jahreszeit heraus, auch wenn das Landschaftsbild im Übrigen keine Anzeichen von Kälte gibt (Kemperdick S. 242; vgl. Nr. 65.2.1., wo auch im November eine grüne Landschaft gezeigt wird, lediglich im Hintergrund deuten kahle Bäume den Herbst an). Nur in seltenen Fällen und eher im französischen und süddeutschen Raum wird die Kälte des Winters durch die Darstellung von Schnee (Nr. 65.2.6., 65.6.7.) besonders hervorgehoben (Kemperdick S. 248). Auch hier sticht das Wiener Stundenbuch (Nr. 65.2.6.) durch eine realistischere Naturbeobachtung hervor, sowohl durch das Abbilden verschiedener zu den Jahreszeiten passender Blüten als auch durch die ablesbare Veränderung der Natur im Lauf des Jahres in den Landschaften der Monatsarbeiten, wo auffallend zwischen kahlen Bäumen, aufblühenden Bäumen und einem sattem Grün im Sommer unterschieden wird.

In der folgenden Bildthementabelle sind alle Handschriften zusammengestellt, die Darstellungen der Monatsarbeiten enthalten. Neben diesen ist der Tabelle auch die Zuordnung und Abbildung der Tierkreiszeichen zu entnehmen. In den einzelnen Beschreibungen der Handschriften werden demgegenüber Besonderheiten angeführt, wie Darstellungen von Mischwesen oder Abweichungen von der gängigen Ikonographie. Die Tierkreiszeichen, die nach den entsprechenden Sternbildern benannt sind, können ikonographisch mit jenen zusammenfallen, z. B. wenn die Jungfrau mit Flügeln und Ähre in der Hand gezeigt wird. In manchen Darstellungen sind die Tierkreiszeichen mit Sternen verziert (Nr. 65.2.3.), um den gegenseitigen Bezug zu verdeutlichen (zur Ikonographie der Tierkreiszeichen beispielsweise Mueller [s. u. Literatur] S. 226–247).

In der Bildthementabelle sind zunächst drei Kalender aufgelistet (Nr. 65.2.1., Nr. 65.2.6., Nr. 65.2.7.), die um bzw. kurz nach 1500 entstanden sind und die in der Tradition der aufwendig gestalteten Kalenderilluminationen lateinischer Stundenbücher stehen, wie man sie vor allem aus dem französischen und niederländischen Raum kennt. Es folgen ein Blockbuch (Nr. 65.1.A.) sowie ein ihm ikonographisch verwandter Einblattholzschnitt (Nr. 65.1.B.). Die drei anschließenden Kalender lassen sich nicht in Beziehung setzen. Auffällig ist, dass in den Kalendern Nr. 65.2.5. und Nr. 65.2.a. keine Tierkreiszeichen, sondern nur die Monatsarbeiten dargestellt werden und dass der Faltkalender (Nr. 65.1.1.) einigen Monaten Arbeiten zuordnet, die gewöhnlich mit anderen in Verbindung gebracht werden.

Die erste Zeile der Tabelle enthält Informationen zur Darstellung der Tierkreiszeichen: Ein (*) bedeutet, dass die Darstellung des Tierkreiszeichens in das Bildfeld der Monatsdarstellung integriert ist, wohingegen ein (∧) anzeigt, dass das Tierkreiszeichen außerhalb der Monatsdarstellung abgebildet ist; ein (R) weist darauf hin, dass das Tierkreiszeichen immer auf der recto-Seite dargestellt ist; das Kennzeichen (~) schließlich bedeutet, dass keine Tierkreiszeichen zur Darstellung kommen.

Innerhalb der Tabelle steht ein Leerzeichen für wegen Blattverlusts nicht bestimmbare Bilder. Werden Bildthemen in einer Darstellung zusammengefasst, erfolgt ein Wiederholungszeichen (").

65.2.1. Berlin, Ms. germ. oct. 9 65.2.6. Wien, Cod. 2730 65.2.7. Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 84.2.1 Aug. 12° 65.1.A. [Mitteldeutschland]: [o. Dr.], [um 1457] 65.1.B. Nürnberg: Georg Glockendon d. Ä., um 1493 65.2.5. St. Gallen, VadSlg Ms. 352/1-2 65.2.a. Straßburg: Johann Prüss, 1484 65.1.1. Berlin, Libr. Pict. A 92
* * R * * ~ ~
Januar
Wassermann
Speisen 1v 2r 2r, 9r Segm. 1
Wärmen am Feuer 6r "
Anbetung der Könige Taf. 1 Segm. 1
Spaziergang in verschneiter Landschaft 2v
Februar
Fische
Wärmen am Feuer 2v
Holzschlagen 3r–v Taf. 2 Segm. 2
Bodenbearbeitung/Hacken/Auflockern " " Segm. 2
Pflügen 6v 2v, 14r
März
Widder
Bodenbearbeitung/Hacken/Auflockern 7r 4r–v Taf. 3 Segm. 3
Pflügen 3v 3r, 18v
Bearbeitung der Weinstöcke "
Holzschlagen Segm. 3
April
Stier
Bodenbearbeitung/Hacken/Auflockern Taf. 4
Baumbearbeitung Segm. 4 3v, 23r
Herde austreiben 4v 7v
Melken/Butter stampfen "
Spaziergang im Garten 5r
Liebespaar im Rosengarten/Musizieren 5v
Blumenpflücken Segm. 4
Mai
Zwillinge
Liebespaar Taf. 5 Segm. 5 4r, 27v
Baden " Segm. 5
Kahnpartie 5v 8r 6r
Musizieren " "
Spaziergang im Garten 6v
Juni
Krebs
Pflügen Taf. 6 Segm. 6
Aussaat "
Heuernte 7r–v Segm. 6
Schafschur 6v 8v
Juli
Löwe
Heuernte 7v 9r Taf. 7 Segm. 7 S. 5 5r, 36v
Kornernte 8r–v Segm. 7
August
Jungfrau
Kornernte 8v 9v Taf. 8 Segm. 8 S. 6 5v, 41v
Dreschen/Kornlagerung 9r–v
Mann mit Axt über einem Steinbock: Schlachten (?) Segm. 8
September
Waage
Pflügen 9v 10r Segm. 9
Aussaat " " 10r "
Dreschen Taf. 9 Segm. 9
Kornsack wird ins Dorf getragen 10v
Weinlese S. 7 6r, 47r
Weinherstellung "
Oktober
Skorpion
Weinlese/Weinherstellung 10v 10v 11r–v Taf. 10 Segm. 10
Pflügen 6v, 51v
Aussaat S. 8 "," Segm. 10
November
Schütze
Schweinemast 11r 12r–v Taf. 11 Segm. 11 7r, 56v Segm. 11
Dreschen 11v "
Flachsverarbeitung "
Dezember
Steinbock
Schlachten 12v 11v 13r–v Taf. 12 7v, 61v
Christi Geburt Segm. 12
Brotbacken Segm. 12
Editionen:

keine.

Literatur zu den Illustrationen:

Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. Hannover 1898. – Alfred Pfaff: Aus alten Kalendern. Berlin 1943. – Kalender im Wandel der Zeiten [Ausstellungskatalog Karlsruhe]. Hrsg. von der Badischen Landesbibliothek. Karlsruhe 1982. – Wilhelm Hansen: Kalenderminiaturen der Stundenbücher. Mittelalterliches Leben im Jahreslauf. München 1984. – Heinrich Dormeier: Bildersprache zwischen Tradition und Originalität. Das Sujet der Monatsbilder im Mittelalter. In: »Kurzweil viel ohnʼ Mass und Ziel«. Alltag und Festtag auf den Augsburger Monatsbildern der Renaissance. Hrsg. vom Deutschen Historischen Museum Berlin. München 1994, S. 102–127. – Teresa Pérez Higuera: Chronos. Die Zeit in der Kunst des Mittelalters. Würzburg 1997. – Arno Borst: Die karolingische Kalenderreform. Hannover 1998 (Monumenta Germaniae historica 46). – Anna-Dorothee von den Brincken: Historische Chronologie des Abendlandes: Kalenderreformen und Jahrtausendrechnungen. Eine Einführung. Stuttgart 2000. – Thomas Vogtherr: Zeitrechnung. Von den Sumerern bis zur Swatch. München 2001. – Meta Niederkorn-Bruck: Alle Zeit der Welt. Zeitstruktur und Denken über Zeit im Mittelalter. In: Ideologisierte Zeit. Kalender und Zeitvorstellungen im Abendland von der Antike bis zur Neuzeit. Hrsg. von Wolfgang Hameter / Meta Niederkorn-Bruck / Martin Scheutz. Innsbruck u. a. 2005, S. 16–38. – Patrick Gautier Dalché: Zeit und Raum. In: Das leuchtende Mittelalter. Hrsg. von Jacques Dalarun. Darmstadt 2006, S. 22–51. – Jörg Rüpke: Zeit und Fest. Eine Kulturgeschichte des Kalenders. München 2006. – Time in the medieval world. Occupations of the months and signs of the zodiac in the Index of Christian Art. Hrsg. von Colum Hourihane. Princeton 2007 (Index of Christian Art: Resources 3). – Pamela Robinson: A »very curious Almanack«. The Gift of Sir Robert Moray FRS, 1668. Notes & Records of the Royal Society of London 62 (2008), S. 301–314. – Zählen, Messen, Rechnen. 1000 Jahre Mathematik in Handschriften und frühen Drucken [Ausstellungskatalog Bamberg]. Hrsg. von der Staatsbibliothek Bamberg durch Werner Taegert. Petersberg 2008, insb. S. 168–176, Nr. 10 (»Almanache, Kalender«; Karin Reich). – Markus Mueller: Beherrschte Zeit. Lebensorientierung und Zukunftsgestaltung durch Kalenderprognostik zwischen Antike und Neuzeit. Kassel 2009. – Kerstin Carlvant: Manuscript painting in thirteenth-century Flanders. Bruges, Ghent and the circle of the counts. London / Turnhout 2012, insb. S. 305–313, Table 4 (»Calendar Iconography«). – Susanne Wittekind: Orte der Zeit. Form, Funktion und Kontext von Kalenderbildern im Mittelalter. In: Das Bild der Jahreszeiten im Wandel der Kulturen und Zeiten. Hrsg. von Thierry Greub. München / Paderborn 2013, S. 201–227. – Stephan Kemperdick: Die Geburt Christi zu Ostern? Jahreszeiten in der altniederländischen Malerei. In: Ebd., S. 229–248.