KdiH

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106.3.9. Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Rkp. 168 III

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1. Viertel 14. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Krakau?

Besitzgeschichte:

Vermutlich aus dem Vorbesitz des mittelalterlichen Stadtrates, seit 1791 Eigentum der Stadt, seit 1826 der Universitätsbibliothek.

Siehe auch Nr. 106.7.5.

Inhalt:
1. 1r–v Casimirus Magnus, Privilegium iuris Theutonici provincialis supremi castri Cracoviensis constituit
Urkunde, 1356
2. 2ra–8ra Register über Texte 4 und 5
3. 9ra–13va ›Weichbild-Vulgata‹ (Auszug)
siehe Nr. 106.7.5.
4. 13va–68va Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Landrecht
mit Reimvorreden
5. 68va–87va Konrad von Oppeln, ›Weichbildrecht‹
siehe Nr. 106.7.5.
6. 87va–b Eidformeln
Nachträge: Formula iuramenti scabinorum (polnisch); Eid der Schöffen (deutsch)
7. 88r–v diverse Fragmente und Kurztexte
Nachträge
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, IV + 88 + VIII Blätter, 310 × 225 mm, Textualis, eine Hand (und mehrere Nachtragshände), zweispaltig, 30 Zeilen, teilweise Fleuronné am unteren Blattrand, rote und blaue Lombarden, rubriziert.

Schreibsprache:

ostmitteldeutsch, lateinisch und polnisch.

II. Bildausstattung:

Drei Deckfarbeninitialen, eine zu Text 3 (9vb; siehe Nr. 106.7.5.) und zwei zu Text 4 (15vb, 16rb). Auf 9ra wurde eine Initiale ausradiert; zu Beginn von Text 5 ist Platz für eine Initiale (68va) freigelassen. Die Illustrationen zu Text 4 sind wohl zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. – Text 4: Christliche Ikonografie.

Format und Anordnung:

Ungerahmte sechs- bzw. siebenzeilige Initialen.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

15vb: Die G-Initiale wird aus einem Fabeltier und einer grün gekleideten Figur gebildet, die weit in das Binnenfeld hineinragt. In der Initiale sitzt Christus (Kreuznimbus, ohne Bart) auf einem Stufenthron, zu jeder Seite einen Mann mit Judenhut. Vor ihm kniet Eike von Repgow als eine kleiner gezeichnete Figur mit erhobenen Händen, hinter der Maria (Schleier und Nimbus) als Fürsprecherin (bote) steht. Die Deutung der verbleibenden Figuren ist schwierig, zumal die rechte als Teil des Buchstabenkörpers eher fantastische Züge trägt. – Die Miniatur erscheint vor einer weiteren, der Handschrift eigenen Reimvorrede, die aber Aussagen der gängigen Vorrede aufgreift, in der Gott als Ratgeber des Verfassers angerufen und das Lob Hoyers von Falkenstein gesungen wird.

16rb: Im Inneren der O-Initiale stehen bzw. sitzen vier hagere und bärtige heilige Männer (Tonsur, Heiligenschein). Über ihnen schwebt ein Engel, der eine Taube darreicht. – Es beginnt der Prologus des ›Ssp‹, in dem der Verfasser den göttlichen Beistand durch den Hl. Geist erbittet. Die Zuordnung der vier Heiligen, davon einer möglicherweise ein Fransziskaner (braune Kutte, Tonsur), bleibt derzeit unklar.

Farben:

kräftiges Rot, Blau, Grün, Ocker.

Literatur:

Włodek/Zathey/Zwiercan (1980) S. 151–155; Oppitz 2 (1990) Nr. 844.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 133: 15v. Autor erbittet göttlichen Beistand.

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Abb. 133.