KdiH

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106.3.1. Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Hdschr. 392

Bearbeitet von Gunhild Roth und Dagmar Hüpper

KdiH-Band 10

Datierung:

Um 1386/87.

Lokalisierung:

Liegnitz (Werkstatt des Nikolaus Wurm).

Ausführliche Beschreibung der Handschrift siehe Nr. 106.7.1.

Inhalt:
3. 148ra–382vb Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Lehnrecht
mit Glossen (wohl nicht von Nikolaus Wurm); der Text endet wegen Blattverlust in Art. LXXVII (Lnr. 76 § 5)
II. Bildausstattung:

Eine historisierte Deckfarbeninitiale (ca. 40 × 40 mm) zu Text 3 (150va), der lange Abstrich des Q endet in eichenblattartigem Rankenwerk und Fleuronné. – Lehnrecht.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Im Inneren der sechszeiligen Q-Initiale sitzt der Herrscher (Bügelkrone, Reichsapfel) auf einer einfachen Thronbank. In seiner Rechten hält er eine langschäftige, gefähnelte Lanze, die er einem Mann hinhält, der etwas unterhalb der Initiale und außerhalb der Textspalte am Seitenrand kniet und seine ineinandergelegten Hände dem Herrscher bzw. dem Lanzenschaft entgegenstreckt. Beide Männer tragen grüne Obergewänder; die Farbe Grün steht in der Bildtradition der Codices picturati des ›Sachsenspiegels‹ für adelige Herkunft. – Das Bild in der Eingangsinitiale zum Prolog des glossierten Lehnrechtstextes des ›Sachsenspiegels‹ ist zumeist als Dedikations- und Autorbild interpretiert worden (zuletzt Heydeck [2021]). Naheliegender ist die Text-Bild-Interpretation, dass der Herrscher den vor ihm Knienden mit einem Fahnenlehen ausstattet (Kommendationsgestus; vgl. ›Sachsenspiegel‹ Lnr. 22 § 1).

Farben:

schmale Palette aus Blau, Grün und Rot-Braun.

Literatur:

Oppitz 2 (1990) Nr. 1295d; Heydeck (2021) S. 170–175. – Aderlaß und Seelentrost (2003) S. 325–328 (Nr. 158) mit Abb. (150v) [Bernd Michael]. Siehe auch Nr. 106.7.1.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 122: 150v. Herrscher übergibt Fahnenlehen.

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Abb. 122.