KdiH

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106.3.4. Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod. 89 in scrin.

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1414.

Lokalisierung:

Niederrhein.

Ausführliche Beschreibung siehe Nr. 106.7.4.

Inhalt:
1. 3r–4v, 242v Reimvorreden, Sprichwörter und Sprüche über Recht und Gerechtigkeit, lateinisch und deutsch
3. 46r–144v Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Landrecht
in 377 Artikeln (ohne Bucheinteilung), Reimvorrede (53v) als Bildgedicht (Bild herausgetrennt) hier unikal überliefert; Register (138r–144v)
II. Bildausstattung:

Zu Text 1 und 3: drei teils lavierte, teils mit Deckfarben ausgeführte Miniaturen erhalten (3r, 3v, 4v) und eine ausgeschnitten (53v, Rahmung und Beischriften erhalten), ferner eine leicht kolorierte marginale Federzeichnung (54r). – Text 1 und 3: Verfassungsrecht u. a.

Format und Anordnung:

Die Miniaturen über zwei Drittel der Seite, eine gelb gerahmt (3r), die beiden anderen ungerahmt (3v, 4v). Von der gleichformatigen entfernten Miniatur auf 53v ist noch der gelbe Rahmen zu sehen. Die Initiale und die im linken und rechten Rand angebrachten Zeichnungen markieren den eigentlichen Beginn von Text 3.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

3r: Vor einem Standspiegel, in dem ihr Gesicht zu sehen ist, steht eine Herrscherin (Reifkrone), in der Hand ein Schriftband: Spieghel van Sassen is dit boich ghenant Inde deit [tut] wichbildes paifs [Papst] inde keyser recht bek[ant]. Die in den oberen Ecken angebrachten Wappen lassen sich nicht bestimmen (Brandis [1972] S. 144). – Die Miniatur bezieht sich nach Ausweis des Schriftbandes auf Text 3. Ins Bild gesetzt ist die bekannte »Deutung des selbstgewählten allegorischen Titels« (Schmidt-Wiegand [1991] S. 221): Sassen recht Is hye aen bekant Als yn eyme spiegel die vrouwen Eir antlitz wael moghen schouw[en] (3r).

Zwei weitere Illustrationen zum Handwerk des Denglers (3v) und des Instrumentenbauers (4v). Bei beiden werden grundsätzliche Lebensweisheiten in den beistehenden Texten vermittelt. Bei dem Dengler ist es die Warnung vor der Trunkenheit, die mit der Frau als Verführerin (Weinkaraffe und Trinkgefäß) in Szene gesetzt wird, wie das Spruchband sagt: Nvm du salt drincken wyn Machs du recht soe mois du arm syn. Bei dem Instrumentenbauer enthält der Text Bemerkungen zum Schwinden des Wissens um das gewiesene, alte Recht der Rechtskundigen.

54r: Links und rechts vom Text ist je ein senkrechtes Schwert (ca. 14 Zeilen hoch) mit aufwendigem Knauf zu sehen, der Text selbst wird von einer auffälligen, etwa achtzeiligen goldenen CZ-Initiale eingeleitet. – Die Zeichnung begleitet den Beginn von Buch J (Ldr. I 1) zur Zwei-Schwerter-Lehre. Auch die verlorene Miniatur auf 53v, die der erhaltenen Beischrift nach Papst und Kaiser zeigte, kann als Verweis auf die Zwei-Schwerter-Lehre verstanden werden.

Farben:

Blau, Rot, Grün, Hellblau, Grau, Weiß, Gelb, Braun.

Literatur:

Wilda (1835) S. 300–310; Brandis (1972) S. 144–146; Oppitz 2 (1990) Nr. 671. – Schmidt-Wiegand (1991) S. 221; Schmidt-Wiegand (1995) S. 36; Von Rittern, Bürgern und von Gottes Wort (2002) S. 60f. (Nr. 21); Kümper (2006) S. 128f.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 123: 3r. Allegorie des ›Sachsenspiegels‹.

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Abb. 123.