KdiH

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26A.28.4. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 7366 (früher 2º Inc. s. a. 767)

Bearbeitet von Christine Stöllinger-Löser

KdiH-Band 3

Datierung:

Um 1477.

Lokalisierung:

Augsburg.

Besitzgeschichte:

Ein defektes Exemplar der Inkunabel o. O. u. J. [Augsburg: Johann Bämler, ca. 1474] (Hain 9791, GW M48346), ergänzt durch handschriftliche Zusätze Konrad Bollstatters (vor allem nach dem Bämler-Druck von 1476, vgl. Kornrumpf [1990] S. 466 Anm. 39; Wolf [1996] S. 73 f.), vielleicht mithilfe einer Handschrift (vgl. oben Nr. 26A.28.2.). Die Inkunabel kam aus dem Augsburger Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in die Münchner Staatsbibliothek.

Inhalt: Jakob Twinger, ›Chronik‹, Kap. 1–3 (Gruppe D, Mischfassung), mit handschriftlichen Ergänzungen bis 1477 zu Kaisern und Päpsten sowie zu Augsburger Ereignissen bis 1473,
Die handschriftlichen Teile:
2r– 3v Vorrede Twingers
149r–158v Fortsetzung der Zeit König Sigismunds bis zu Kaiser Friedrich III. (1473)
204r–208r Fortsetzung des Papstkapitels von Papst Gregor XII. bis Sixtus V. (1471 bzw. 1477)
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 222 Blätter (neuzeitliche Bleistiftzählung), 308 × 202 mm, im Hauptteil Druck, 30 Zeilen, einspaltig, rote, blaue und grüne gemalte Lombarden, Rubrizierungen; im Drucktext und an den Blatträndern handschriftliche Ergänzungen Konrad Bollstatters zu Kap. 2. Nachträglich eingebundene Blätter am Anfang (vier Blätter), in der Mitte (149–166) und am Schluß des gedruckten Textes (ab Blatt 205), jeweils mit größeren handschriftlichen Ergänzungen Bollstatters: 2r–4v (alte Zählung 1–3; Twingers Prolog mit Autornennung), 149–158 (alte Zählung 146–155; Fortsetzung von Kap. 2 über die Kaiser von 1402–1473) und 204r–208r (alte Zählung 183–199; Fortsetzung von Kap. 3 über die Päpste bis 1477; wird fortlaufend auf derselben Seite handschriftlich weitergeschrieben); Datierung 1477 mit Schreibernennung (208r: von mir Conrade Schreyberen von Ötingen der zeit wonhafft zú Augspurg vollendet …). Vorsatzblatt, 159–166 und 208v–222 sind leer.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

2r (Beginn der Vorrede) violette Deckfarbeninitiale M auf Goldgrund, neunzeilig, mit Fleuronnée und Rankenausläufern, darüber kleinere blaue H-Initiale zur roten Überschrift, aus der Werkstatt des Johann Bämler. Am unteren Blattrand zwei gezeichnete, leer gebliebene Wappenschilder.

Der handschriftlich nachgetragenen Vorrede bzw. dem Beginn der gedruckten Kapitel 1 und 3 sind auf nachträglich eingebundenen Blättern drei ganzseitige Bilder einer Hand, kolorierte Federzeichnungen mit Schraffierungen vorangestellt, die dem Stil der Augsburger Buchillustrationen der Zeit entsprechen. Die Bildthemen gleichen den historisierten Initialen der Breslauer Handschrift R 203 (26A.28.7.), die dieselben Textabschnitte betreffen (dort 1r, 3r, ähnlich auch 101r):

1v Autorbild, in medaillonförmigem kreisrundem doppelten Rahmen (155 mm Durchmesser) mit Umschrift (Ich Jacob von Künigshofen ain priester zuͦ Strāuspurg bin ich genannt. Vnd tuͦn euch hier Jnn disem puͦch vnd Cronig vil aubentürelichs dings bekannt), darstellend Jakob Twinger in rotbraunem Klerikergewand mit blauer Kapuze, mit Tonsur und Haarkranz, in Dreiviertelprofil, nach rechts gewandt, auf einem Stuhl mit Rückenlehne sitzend vor einem Schreibpult mit einem Buch, ein anderes als Vorlage darüber aufgestellt, ein weiteres liegt auf einer Ablage im Hintergrund, gelbgrün gekachelter Boden, blauer Hintergrund. Die Darstellung ähnelt in Konzeption und Ausführung stark derjenigen Heinrichs des Teichners in der Bollstatter-Handschrift Berlin, Staatsbibliothek, Ms. germ. fol. 564, 7v (Abb. in: Aderlass und Seelentrost [2003] S. 189, vgl. S. 190).

3v in rotem Rahmen (185 × 125 mm): Erschaffung der Welt. Christus (Kreuznimbus) mit langem Haar und Bart, in weiß-grauem Gewand auf gelbbraunem Bodenstück stehend, mit segnender rechter Hand, hält mit der Linken die als Kreis dargestellte Welt, in dessen Innern eine Stadt mit Türmen, Häusern, roten Dächern, Stadtgraben mit Wasser, ferner Wiese, Bäume, Weg, ein Mann, Tiere, im Hintergrund Berge, Himmel, Sonne, Mond. Verwandtschaft mit dem Eröffnungsholzschnitt zur Zainer-Bibel von 1475/76 und der Pflanzmann-Bibel (KdiH Nr. 14.0.a./14.0.b., vgl. Als die Lettern laufen lernten [2009, Pfändtner]).

167r (alte Zählung 158r) gedruckter Text wird durch Bild übermalt (der Text wurde handschriftlich auf Blatt 149r mit weiteren Nachrichten bis Kaiser Friedrich III. nachgetragen): in rotem Rahmen (200 × 125 mm) thronender Papst, bärtig, in rötlich-weißem Gewand und grünem Unterkleid, gelber Tiara, mit Kreuzstab und Buch in den Händen, grünes Bodenstück, blauer Hintergrund.

Farben:

Grün, Blau, Violett, Hellgelb-Beige, Rot, Rotbraun, Grau, Inkarnat.

Literatur:

BSB-Ink online T-573,3. – Gisela Kornrumpf: Chronik und Roman. Das ›Buch von Troja I‹ als Quelle Jakob Twingers von Königshofen. In: Die deutsche Trojaliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Materialien und Untersuchungen, hrsg. von Horst Brunner. Wiesbaden 1990 (Wissensliteratur im Mittelalter 3), S. 457–467, hier S. 466 Anm. 39; Wolf (1996) S. 58–60 (Nr. 14). 63 Anm. 40. 73 f. 80. 83 f.; Ursula Peters: Werkauftrag und Buchübergabe. Textentstehungsgeschichten in Autorbildern volkssprachiger Handschriften des 12. bis 15. Jahrhunderts. In: Autorbilder (2007), S. 25–62, hier S. 36, Farb-Abb. 59 (1v); Als die Lettern laufen lernten (2009) S. 79 (Nr. 23) [karl-georg pfändtner], drei Farb-Abb. S. 78. 80. 81 (1v. 3v. 167r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 180: 1v. Autorbild.

Abb. 181: 3v. Erschaffung der Welt.

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Abb. 180.
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Abb. 181.