KdiH

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26A.28.7. Wrocław (Breslau), Biblioteka Uniwersytecka, Cod. R 203

Bearbeitet von Christine Stöllinger-Löser

KdiH-Band 3

Datierung:

Nach 1452 (Altmann [siehe unten: Literatur] S. 690 Anm. 2: Bericht über König Ladislaus mit Jahresnennung 1452).

Lokalisierung:

Köln (?; vgl. Altmann S. 689 f.: der Schreiber dürfte ein Kölner gewesen sein, doch stammen die Zusätze ursprünglich wohl aus Straßburg).

Besitzgeschichte:

Ursprünglicher Besitzer unbekannt. Aus der Breslauer Bibliotheca Rehdigeriana zu St. Elisabeth (alte Signatur 16) bzw. der Stadtbibliothek in die heutige Universitätsbibliothek gelangt.

Inhalt:
1. 1ra–239ra Jakob Twinger, ›Chronik‹, Vorrede, Kap. 1–5, mit vorangestellter Inhaltsangabe auch zu Kap. 6 (Fassung A bzw. B)
2. 239ra–313vb Historische Nachrichten und Urkunden, vor allem über Straßburg, das Elsaß und die Armagnakeneinfälle, 15. Jahrhundert (mit wörtlichen Zitaten aus Eberhard Windeck, ›Kaiser Sigismunds Buch‹)
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 313 vorhandene Blätter, am Schluß unvollständig, 323 × 245 mm, Pappeinband 16. Jahrhundert, mit vergilbtem verzierten Pergament überzogen, Lagen: meist Quaternionen (Lagenanfänge: 1. Blatt [= 5], 6. Blatt [= 11], Blatt 13, 21, 29 usw.), Wasserzeichen sitzender Hund (so Haertwig; ein sitzender Hund nicht bei Piccard online) oder sitzende Katze (? vgl. z. B. Xanten u. a. 1409–1422; Piccard online Nr. 85176–85207), Feuchtigkeitsschäden, je ein Schutzblatt vorne und hinten, mehrere Blätter fehlen, fehlerhafte Bindung der ersten Lage, aber mit nachträglicher korrekter Zählung versehen, drei verschiedene Blattzählungen: zwei römische, davon eine nur bis cliii (= Blatt 21), die zweite von I (= 3. Blatt) bis CCCXXXVI (= 313. Blatt) und eine neuere arabische Bleistiftfoliierung (nach dieser hier alle Angaben), die gegen die falsche Bindung nach der korrekten Textabfolge zählt, beginnend mit 5 (= 1. Blatt der tatsächlichen Bindung), danach 4, 3, 2, 1, 11, 12, 10, 9, 8, 7, 6, 13, dann mit der tatsächlichen Bindung übereinstimmend bis 61 (62 fehlt), 63 bis 160, wohl irrtümlicher Sprung von 160 auf 171, danach korrekt bis 313; insgesamt sind 302 beschriebene Blätter vorhanden; 2v (= 4. Blatt) und ein Blatt zwischen 1 und 11 sind leer. Wenig sorgfältige Bastarda, eine Hand, die Überschriften in anderer Schrift (Textura), zweispaltig (139r einspaltig), ca. 38–40 Zeilen, Rubrizierungen (Überschriften, Unterstreichungen, Einrahmung von Überschriften, Strichelungen), Lombarden rot, blau oder blaurot, gelegentlich größer und reicher gestaltet, mit Gesichtsmasken und Fleuronnée verziert (besonders 97va, 239vb).

Schreibsprache:

ripuarisch (kölnisch), wohl nach elsässischer Vorlage; vgl. Hegel (1870) S.222; Altmann (1893) S. 690.

II. Bildausstattung:

Elf historisierte mehrfarbige Initialen, sechs- bis elfzeilig (ca. 70 × 70 mm) am Beginn der Kapitel und weiterer großer Abschnittsanfänge, die Buchstaben in Blau, Purpur, Rot oder zweifarbig, jeweils in Spaltenbreite (1r, 3ra, 34rb, 48va, 67vb, 89va, 96va, 101ra, 139r [Seite nur einspaltig beschrieben, mit breiter vierseitiger Rankenbordüre], 141ra, 172ra), teilweise in etwa quadratischem Rahmen mit einfachem Federdekor in Kontrastfarbe, die Buchstabenkörper mit Ranken oder Akanthusblättern verziert. Diese Seiten sind zumeist (nicht 67v, 141r, 172r) außerdem mit aufwendigen drei- bis vierseitigen Rahmenbordüren mit mehrfarbigen Blatt- und Blütenranken und Tierfiguren (Drachen und andere Fabelwesen, Hunde, Hasen, Hirsch, Vögel, Ziege, Esel, Löwen) geschmückt:

1r (nach korrekter Zählung = Blatt 5 nach falscher Bindung; Beginn der Vorrede) D-Initiale mit Autorbild im Binnenraum: Bodenstück, blauer Himmel, links sitzender Mann mit Klerikerkappe, an einem Pult schreibend, rechts seitlich ein Baum, an der linken Außenseite des Buchstabens eine Gesichtsmaske im Profil. Gleiches Bildthema ganzseitig in München, Cgm 7366 (Nr. 26A.28.4.), 1v.

3r (Beginn von Kap. 1) G-Initiale, im Binnenraum auf Bodenstück links Christus mit Kreuznimbus, stehend, in langem Gewand, die rechte Hand segnend erhoben, die Linke hält einen Kreis, der die Welt darstellt, darinnen eine Landschaft mit Bergen, Kirchen, einem Gewässer mit Schiffen, blauer Himmel. Gleiches Bildthema in München, Cgm 7366, 3v, als ganzseitige Darstellung.

34r (Beginn von Kap. 2) H-Initiale, Gesichtsmaske außen, im Binnenraum auf Bodenstück drei stehende Figuren: in der Mitte ein Kaiser mit Krone und Reichsapfel, rechts und links zwei Könige, blauer Himmel.

48v (nach Überschrift: Van den kristen konyngen jnd keyseren) ohne Rahmen D-Initiale, im Binnenraum auf Bodenstück stehend ein Kaiser mit Krone, Reichsapfel und Szepter, links ein Papst, rechts der Hl. Laurentius mit Rost und Märtyrerpalme, blauer Himmel.

67vb (Beginn des Abschnitts über Karl den Großen): K-Initiale (Karlus), rotes Fleuronnée im Binnenraum, links außerhalb des Buchstabens auf Bodenstück stehende Figur des Kaisers in brauner Rüstung und purpurnem Mantel, mit erhobenem Schwert in der Linken, in der Rechten den Reichsapfel.

89v (vorgesehene Linierung für drei Zeilen einer fehlenden Überschrift, danach: Uan vyl stryden die uur tzyden synt gewest túschen den zwen konynigen van Franckenriche jnd van Engellant) U-Initiale, im Binnenraum auf Bodenstück fünf mit Lanzen Bewaffnete in kurzen Kleidern, mit Helmen oder Hüten, drei links, zwei rechts, gegeneinander gerichtet.

96v (Beginn von Kap. 3) U-Initiale, ohne Rahmen, im Binnenraum das bärtige Antlitz Christi, mit langem Haar und Kreuznimbus.

101r (Beginn der Papstgeschichte mit Petrus) S-Initiale, im Binnenraum auf einem Thron sitzender Petrus mit Nimbus, Mitra, Schlüssel und Schriftrolle. Gleiches Bildthema in München, Cgm 7366, 167r, als ganzseitige Darstellung.

139r (Beginn von Kap. 4) U-Initiale, im Binnenraum auf Bodenstück drei stehende Bischofsfiguren mit Mitra und Stab, blauer Himmel.

141r (Von sant Amando) N-Initiale mit Fleuronnée und Maske außen, im Binnenraum auf Bodenstück mit Pflanzen stehender Bischof mit Nimbus, blauer Himmel.

172r (Beginn von Kap. 5) D-Initiale, ohne Rahmen, Fleuronnée, im Binnenraum eine Stadt mit Stadttor, Türmen, Häusern, davor und dahinter Gewässer, Himmel, von dem Regen fällt (Bezug auf die Sintflut im Text).

Farben:

Rot, Blau, Purpur-Violett, Gelb, Hellbraun, Rosa, Grün, Grau, Schwarz.

Literatur:

Hegel (1870) S. 221 f., Nr. 40; Wilhelm Altmann: Zu Eberhart Windecke. Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 18 (1893), S. 689–692, hier S. 689 f.; Archivbeschreibung (handschriftlich) von Martin Haertwig, Breslau (1914), 6 Blätter. In: Handschriftenarchiv der BBAW online; Warken (1995) S. 368 und 677 Anm. 1; Handschriftencensus (Klaus Graf, Stand: Dezember 2009).

Taf. XXIIIa: 139r. U-Initiale mit drei Bischöfen.

Abb. 185: 89v. U-Initiale mit Kampfdarstellung (Frankreich gegen England).

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Taf. XXIIIa.
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Abb. 185.