KdiH

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106.3.19. Washington, The Library of Congress, Rare Books Division, Ms. 12

Bearbeitet von Dagmar Hüpper, Lukas Reddemann und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

Um 1450 (Oppitz), ca. 1500 (Faye/Bond).

Lokalisierung:

Bairischer Sprachraum.

Besitzgeschichte:

Wohl für ein Mitglied des Hauses Habsburg geschaffen (Oppitz). Besitzer sind erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt: Karl von Kesaer († 1863 Wien, die Handschrift wurde 1859 verkauft), dann über T. O. Weigel (Antiquariat Leipzig) an Henry und Alfred H. Huth verkauft. George D. Smith (Antiquar in New York) erwarb die Handschrift 1918. Von der Library of Congress 1946 vom Antiquariat A. S. W. Rosenbach (New York) erworben.

Inhalt:
1. 1ra–290 Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Landrecht mit Glosse in drei Büchern
mit Vorrede ›Von der Herren Geburt‹
2. 291–321 Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Lehnrecht (als viertes Buch)
3. 322–374 Johann von Buch, ›Richtsteig Landrechts‹
Inc.: Seint das ein gerichte wer denn sol das mues werde von drein p[er]sone das ist von dem richt vnd von dem clager
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 374 Blätter, 360 × 260 mm, gotische Buchschrift, eine Hand, zweispaltig, 28–31 Zeilen, zahlreiche farbige Unzialen und Majuskeln, etwa 500 Zierinitialen, 36 Wappen, teilweise mit Engeln als Träger, darunter 22 habsburgische Länder- und 14 Phantasiewappen, Fleuronné, Rubrizierung.

Schreibsprache:

mittelbairisch.

II. Bildausstattung:

Eine doppelt gerahmte Deckfarbenminiatur auf 1ra zu Text 1. – Verfassungsrecht.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Spaltenbreite zehnzeilige Deckfarbenminiatur. Die zweizeilige goldene N-Initiale ist in die linke untere Ecke des Bildes integriert und läuft in üppiges Rankenwerk über alle Seitenränder aus, in das unten zwei Wappen eingefügt sind: links fünf goldene Adler auf blauem Grund, rechts rot – weiß – rot, somit »both ancient Austrian coats of arms« (Faye/Bond [1962] S. 217).

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Auf einem thronartigen Stuhl sitzt ein Herrscher in weitem blauen Gewand (Grafenhut?), der mit seiner linken Hand ein Zepter schultert und die rechte Hand (Aufmerksamkeitsgestus?) erhoben hat. Vor ihm stehen vier Personen, die vorderste in rotem Wams hält eine gesiegelte Urkunde. Die hinter ihr stehende Person weist mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die beschriebene Interaktion. – Die Rekonstruktion der Text-Bild-Beziehung ist schwierig; Oppitz hält eine Darstellung Eikes für denkbar. Da die Miniatur zu Beginn der Vorrede ›Von der Herren Geburt‹ steht, in der die Herkunft verschiedener Adelsgeschlechter Sachsens erläutert wird, ist eine Deutung als Dedikationsbild wenig naheliegend, zumal der genaue Rang des Herrschers (König, Graf, Richter?) nicht zu ermitteln ist und kein Buch, sondern eine Urkunde übergeben wird.

Ob in einer verschollenen Dortmunder ›Ssp‹-Handschrift ein ähnliches Bild enthalten war, ist nicht mehr zu ermitteln (vgl. Oppitz 2 [1990] S. 470).

Farben:

Blau, Rot, Gelb, Gold, Braun, Violett.

Literatur:

Faye/Bond (1962) S. 217 (Nr. 146); Oppitz 2 (1990) Nr. 1484.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus; https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nyp.33433089895027&view=1up&seq=298 (Frontispiz und Beschreibung)

Abb. 139: 1r. Herrscher übergibt Urkunde.

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Abb. 139.