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106.10.14. München, Stadtarchiv, Zimelie 6

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1454/55 (Online-Archivkatalog des Stadtarchivs München).

Lokalisierung:

München.

Besitzgeschichte:

Vermutlich vom Rat von München in Auftrag gegeben (vgl. auch Zimelie 13, Nr. 106.6.11.).

Inhalt:
1. 1ra–3vb Heiligenkalender, lateinisch
2. 4ra–50r ›Münchner Stadtrecht‹
mit lateinischem Tituliverzeichnis (4ra–b), Register und zusätzlichen lat. Tituli (5ra–10rb). – Laut Auer (1840) möglicherweise Abschrift von Zimelie 5 (Nr. 106.10.13.), zum Textbestand siehe ebd. S. 270f.
3. 50r Urkunde zu Bürgerrecht von Eheleuten
datiert sannt Egidiey tag Anno etc. 1500
4. 51v–61v Gewerbeordnungen
Bäcker- und Brotordnung, Fischer, Schneider u. a.
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 61 Blätter (moderne Foliierung, zählt hinteren Spiegel mit: 62; alte Foliierung zu Text 2 beginnend mit j auf 11r und endend mit xl auf 50r), 315 × 227 mm, Bastarda, ein Schreiber (ein Nachtrag auf 50v von 1500, diverse Nachtragshände am Rand), einspaltig (Register zweispaltig), in der Regel 40–41 Zeilen, zahlreiche rote Lombarden (hauptsächlich zweizeilig) und einige schwarze Cadellen, Fleuronné, Masken an den Lombarden und Cadellen (z. B. 11r, 35r, 51r), Rubrizierung.

Schreibsprache:

bairisch und lateinisch.

II. Bildausstattung:

Eine Deckfarbenminiatur (11r). – Verfassungsrecht.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Ca. 14-zeilige, gerahmte Miniatur (100 × 60 mm) am Beginn des Promulgationsediktes (11r). Die Darstellung erscheint nach der lateinischen Überschrift und leitet den deutschen Text ein.

Stilistisch ist die Miniatur Servatius Lichtenstein de Prussia zuzuschreiben (auch bekannt unter den Notnamen Südtiroler Wanderminiator und Meister der Münchner Gutenberg-Bibel, zum Künstler siehe Rischpler [2018]), an ihm orientierte sich der Maler von Zimelie 13 (Nr. 106.6.11.); mit Dank an Susanne Rischpler für die Hinweise zu beiden Handschriften.

Über dem Majuskel-W (zarte Grüntöne auf Goldgrund) steht eine geistliche Figur (goldener Nimbus, der etwas über das Bild hinausragt, Tonsur, Mönchskutte und weiter dunkelblauer Umhang mit goldenem Besatz), in einer Hand ein geschlossener, roter Codex, die andere zum Schwur- oder Segensgestus erhoben (auf blauem Hintergrund mit goldenem Muster). – Wenn die Darstellung als Adaptation des Münchner Stadtwappens (›Münchner Kindl‹) gedacht gewesen ist, würde die Darstellung mit Buch und Schwurhand bedeuten, dass der Rat und die Stadtgemeinschaft auf das Stadtrecht ihren Eid ablegen müssen. Sollte der Segensgestus gemeint sein, könnte das bedeuten, dass das städtische Recht unter dem Segen Gottes steht. Auf jeden Fall zeugt das Bildmotiv, das an das Münchner Stadtwappen erinnert, von dem Selbstbewusstsein der Stadt und ihrer Vertreter.

Farben:

jeweils helles und dunkles Blau, Rot, Grün, etwas Hautfarbe, Gold.

Literatur:

Auer (1840) S. LVIIf. (Nr. 41); von Destouches (1904) S. 266 mit Abb. 519.

Abb. 221: 11r. Adaptation des Münchner Stadtwappens.

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Abb. 221.