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KdiH

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39.1.6. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 600

Bearbeitet von Rainer Leng

KdiH-Band 4/2

Datierung:

1. Viertel 15. Jahrhundert (Schneider [1984] S. 227 f.; Leng [2002] Bd. 2, S. 205).

Lokalisierung:

Bayern.

Besitzgeschichte:

Herkunft unbekannt; 1r Bleistiftsignatur (der Hofbibliothek?) 327, im Vorderdeckel Exlibris der Hofbibliothek von ca. 1808 (Dressler [1972] Typ F 3).

Inhalt:
1. 1v–22r Anonymus, ›Anleitung Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen‹

›Wenn du Salniter kawffest oder gewinnest, wiltu in versuchen, ob er gut sey [od]er nicht‹

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 22 Blätter (neue Foliierung mit Blei, sämtliche Blätter an neuen Falzen in fehlerhafter Reihenfolge eingeklebt, alte Lagenbezeichnungen nur 1r A und 11r B), 265 × 175–183 mm, Bastarda nur 1v–9r, einspaltige Bildunterschriften von vier bis acht Zeilen von einer Hand.

Schreibsprache:

bairisch, anfangs südwestdeutsch beeinflußt.

II. Bildausstattung:

Insgesamt 40 Illustrationen, anfangs Pinselzeichnungen mit deckend aufgetragener Kolorierung, Federvorzeichnungen erst ab 10r deutlicher zu erkennen; 9v nur leerer Rahmen mit begonnener Kolorierung des Bodens, 15r und 16v nur Federvorzeichnungen; 22r aus dicker Pappe ausgeschnittene und aufgeklebte Illustration (über mißlungene Zeichnung?).

Format und Anordnung:

1v–9r ganzseitig in rotem 155–180 × 120–125 mm großem Rahmen mit Textbeischriften unterhalb der Illustration, sonst ganzseitig ohne Beischrift; ohne Rahmen 10r, 12r, 13r, 15r, 16v, 17v, 18v, 19v und 20v.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

In den beschrifteten Teilen 1v–9r enger Bezug von Text und Bild durch Darstellung der im Text nur ungenügend beschreibbaren Arbeitsgeräte und deren Anwendung; Geräte und Werkzeuge zur Pulverherstellung in flacher, perspektivloser Seitenansicht; mit grobem Pinselstrich gezeichnete Figuren, die lediglich durch Neigung zu den Arbeitsgeräten oder durch häufigen Zeigegestus eine gewisse Dynamik erhalten; grobe Gesichtszüge, häufig gezaddelte Röcke und Gugeln, keine Schattierungen, Gewandfalten nur durch Pinselstriche angedeutet; Geräte und Figuren meist auf angedeuteten Rasengrund gestellt, gelegentlich ausgeführter Architekturrahmen ( 1v, 9r), meist aber nur grob angedeutet (2v, 4v, 5r, 5v, 6r, 6v, 7r, 7v, 8r); in den nicht mit Text versehenen Partien ab 10r einfache Geräte, meist Feuerwaffen oder konventionelle Waffen, gelegentlich auch Taktiken zur Belagerung von festen Plätzen bzw. deren Verteidigung; Waffen und Geräte in seitlicher Ansicht auf angedeutetem Rasengrund oder groben Wellenlinien (für Wasser; 16v Malanweisung waz) mit groben Personendarstellungen, die die Anwendung der Geräte oder Waffen verdeutlichen, perspektivlos mit gelegentlicher Anwendung der geklappten Perspektive.

Farben:

Rot, Grün, Gelb, Braun, Blau.

Literatur:

Schneider (1984) S. 227 f. – Essenwein (1872) S. 9–11, Taf. I–IX (insgesamt 9 Nachzeichnungen); Jähns (1889) S. 229–236; Bernhard Rathgen: Pulver und Salpeter vor 1450. München 1926, S. 4; Rathgen (1928) S. 130; Hassenstein (1941) S. 48–58. 86 (Nr. b2); R. J. Forbes: 4000 Jahre Schwefel. CIBA-Rundschau 1956 (Heft 5–6), S. 7. 12 (mit Abb. von 9r und 3v); Gille (1964) S. 50–52. 233 (mit verwandten Hss.); zur verwandten Handschrift Wien, Cod. 3069 vgl. 39.1.10. und Menhardt 2 (1961) S. 857f. (dazu Gundolf Keil: Rez. Menhardt. ZfdA 76 [1965] S. 137); Peter Assion: Altdeutsche Fachliteratur. Berlin 1973 (Grundlagen der Germanistik 13), S. 95f.; Volker Schmidtchen: ›Anleitung, Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen‹. In: 2VL 1 (1978) Sp. 364 f. (mit älterer Literatur); Werner Meyer: Die Handschrift cgm 600 der Bayerischen Staatsbibliothek. Bulletin de l’Institut internationale des châteaux historiques 39 (1981), S. 61–74 [Texte und stark verkleinerte Wiedergabe der Abbildungen]; Europäische Technik im Mittelalter. 800 bis 1400. Tradition und Innovation. Ein Handbuch. Hrsg. von Uta Lindgren. Berlin 1996, S. 299f.; Berninger (2000) S. 62–64; Leng (2000a) S. 22–59 [kritische Edition der Handschrift mit Kommentar]; Leng (2002) Bd. 2, S. 155–172; Leng (2004a) S. 96, Abb. 3.4 (67v). 3.5 (61v).

Anmerkungen:

Eine im Auftrag des Hans von Aufseß erstellte Kopie der Handschrift mit präzisen handschriftlichen Nachzeichnungen befindet sich in Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs. 23361.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. XVIIa: 1v. Anonymus, ›Anleitung Schießpulver zu bereiten, Büchsen zu laden und zu beschießen‹: Qualitätsprobe von Schwefel.

Taf. XVIIa.