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36.0.7. Wrocław (Breslau), Biblioteka Kapitulna Katedralnej we Wrocławiu, Rkps. 46

Bearbeitet von Jeffrey F. Hamburger

KdiH-Band 4/1

Datierung:

Letztes Drittel des 15. Jahrhunderts.

Lokalisierung:

Regensburg.

Besitzgeschichte:

Die Handschrift wurde im Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz in Regensburg z. T. von Katharina Menttelwerger geschrieben (220va, rot: hie hat das puch das sa heißet die ewig weißheit ein endt pitt got für die swester die das puch abgeschrieben hatt vnd gedencket ir durch gottes willen mit einem ave maria swestter katterina menttellwergerin; 293v: pitt durch gottes willen für swester kattherina mentellwergerin die das puch geschriben hat). In der Bibliothek von Heilig Kreuz (Das puͦch gehört in das closter zuͦ dem hailligen creütz in Regenspurg prediger ordens, vr, und von derselben Hand 293v: Das puͦch gehört zuͦ dem hailligen Creütz in Regenspurg prediger ordens). Katharina Mentelberger ist laut Obituarium des Klosters Hl. Kreuz in Regensburg im Januar 1532 gestorben (Kuhlmann [1987] S. 35 u. 263). Im 19. Jahrhundert im Besitz des Kardinals Melchior von Diepenbrock, Fürstbischof von Breslau (1798–1853) (L.B. de Diepenbrock, Stempel, 1r), s. Paul Mai: Die mittelalterliche Klosterbibliothek und ihre Schätze. In: 750 Jahre Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz Regensburg. München–Zürich 1983, S. 43–47, bes. S. 44. Im vorderen Innendeckel Besitzvermerke der Dombibliothek Breslau/Wrocław (Biblioh. Rev. Cap. Eccls. Cath. Jo. Bapt. Vratisl., ir, Bibliothek des metropolitanskapitels zum H. Johannes Bapt. Breslau, Stempel; Biblioteka Kapitulna Wrocław, Stempel).

Inhalt:
1ra–293va Heinrich Seuse ›Exemplar‹

1ra–2vb ›Prolog‹, 3r–111va ›Vita‹, 112r Bild Nr. 11, 112v leer, 113ra–220va ›Büchlein der ewigen Weisheit‹, 221r–223v liniert, aber leer, 222–223 fehlen (Kuhlmann), 224ra–229vb ›Buch der Wahrheit‹ (ohne die Kapitel 3–4, 6–7), 229vb Rubrik für das ›Kleine Briefbüchlein‹, 230ra–244rb ›Kleines Briefbüchlein‹ (ohne Briefe Nr. 6–7), 244ra–279rb ›Großes Briefbuch‹ (ohne Briefe 14, 17, 18, 20, 23, 28), 279rb–282rb ›Zusätze zum Briefbüchlein‹ (ohne Sprüche), 282rb–293va ›Bruderschaft der ewigen Weisheit‹

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 310 Blätter, davon 293 mit Foliierung, rot, oben, zwischen den beiden Textspalten, 321 × 217 (241 × 160) mm (beschnitten). Lagenformel: 1 IVv + 1 (v), 2 XVI32, 1 XIV46, 6 XVI142, 1 XIV156, 1 XVI173, 1 XVIII191, 1 XIV205, 1 XVIII224 + 1 (210), 1 XIV238, 1 XVIII256, 1 XVI272, 1 II274, 1 XIV289 + 1 (289), 1 XVIII293 die übrigen zwölf Blätter liniert, aber leer und ohne Foliierung – 2 [Nr. 11–12]). Ziemlich flüchtige Bastarda, insbesondere Hand II, zwei Hände (I: 1r–112v, 224r–279r; II [Katterina Menttellwergerin]: 113r–220r, 279rb–293v), zweispaltig (Hand I: 29–33 Zeilen, Hand II: 23–27 Zeilen), Hand I ist wahrscheinlich identisch mit der, die die Inschriften geschrieben hat; Bildtitel wie Korrekturen möglicherweise von anderen Händen. Zweizeilige rote Initialen, eine (27v) unvollständig auf leerer Seite, wiederholt auf der folgenden Recto-Seite (28r: Kapitel XIX). Rubrizierung, rote Bildtitel (mit Ausnahmen), Monogramme (IHS) und Verbesserungen, Strichelung.

Schreibsprache:

mittelbairisch (Kuhlmann [1987] S. 35).

II. Bildausstattung:

Elf kolorierte Zeichnungen (1v, 9v, 27r, 35v, 75r, 82v, 87r, 89v, 91r, 112r, 210r) und IHS-Monogramm, eine Spalte (7vb), eine Hand.

Format und Anordnung:

Vollseiten, z. T. zwischen die vertikale Linierung für die Textspalten (9v, 27r, 35v, 82v, 87r, 91r), z. T. auf unlinierte Einzelblätter, entweder eingesetzt oder auf andere, leere Seiten geklebt (1v, 75r, 89v, 112r, 210r), dann aber bis zum Rand (beschnitten) reichend und zweimal (1v, 210r) mit einer einfachen, dünnen, schwarzen Rahmung versehen; zwei der vier zweizonigen Illustrationen (35v, 89v, 91r, 210r) ebenfalls mit Hilfe der Linierung unterschiedlich geteilt (89v Mitte, 91r dreiviertel nach unten); in anderen Fällen wird die Linierung zwischen den Spalten streng symmetrisch als Trennmittel zwischen dem Diener und einer himmlischen Erscheinung (z. B. Engel) genutzt (35v, 82v, 87r). Mit drei Ausnahmen (9r, 26v, 210r; Bihlmeyer Nr. 2, 3, 12) sind die Bildtitel stets innerhalb des Bildes angebracht und mit derselben Tinte und von derselben Hand wie die Inschriften geschrieben. Das Monogramm IHS (7vb) als ungerahmtes Bild, gelb auf blau, innerhalb eines roten Kreises mit grünem, blattähnlichem Ornament in den Ecken.

Bildaufbau und -ausführung:

Die Darstellung stämmiger, kompakter Figuren mit festen Umrissen ist in ihrem Stil generell dem einer Gruppe liturgischer Handschriften aus dem Kloster Heilig Kreuz in Regensburg vergleichbar (s. Seltene Bücher und Karten. E. + R. Kistner. Antiquariatskatalog 76 zur 20. Stuttgarter Antiquariatsmesse 1981. Nürnberg 1981, Nr. 88 [Lotte Kurras], Farbtafel III; 750 Jahre Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz Regensburg. Hrsg. von Achim Hubel u. a. München–Zürich 1983, S. 82 und Abb. 22). Keinesfalls aber sind die Miniaturen von derselben Hand. Ähnlich wie bei Holzschnitten geht die Farbe oft über die Ränder hinaus.

Bildthemen:

dise pild beweißet der ewigen wisßheit gemahelschafft mit der sel geistlichen, 1v (Nr. 1); dÿß nach pild bewisset eins wol anfahenden menschen reiczlich gesuch nach gottlichem trost, 9r (Nr. 2: 9v); Dÿß nach gend pildmeiemeinet eines wol zunemenden menschen durch proch, rot, 26va (Nr. 3 auf 27r versetzt, mit Ende von Kapitel XVIII, 26va–vb dazwischen): Diß nach gend pild mit dem rösseleten rÿng bedewtt mannigvaltig leiden in dem ein warer gottes frewndt muß bewertt werden, 35r (Nr. 4: 35v); dÿß nachgende erpermlich pildt zeichet den strengen vntergang ettlichen außerwelter gottes freünt, 74v (Nr. 5: auf die Handschriftenseite 75r geklebtes Einzelblatt); Dÿße pÿld geben zu versten die tröstlichen vnter lieb die got seine leidern lest vnter weilen lat werden, 82r (Nr. 6); dÿß nach gendt pÿld lert den menschen wie er nüczperlich sol leiden, 86v (Nr. 7: 87r); diße nach gendt pild beweißet aller gotleidenden menschen himellischen trost in zeit vnd ir große ere vnd löbliche voirikeit [!] die sÿe sent besÿczent in ewigkeit, 89r (Nr. 8/9: auf die Handschriftenseite 89v geklebtes Einzelblatt); Dÿß nachgend pÿld zeiget wie ein übervolles hercz gottes das selb aug gern gemeinsamet vil andern menschen, 90v (Nr. 10: 91r); Dÿße nach gende pÿld bezeichent der ploßen gottheit weßenheit in persönlichkeit dreiheit vnd aller creatoren auß vnd wider eingefloßenheit vnd zeichet den erπ ten anvang eines anvahenden menschen vnd seinen ördenlichen durchproch des zu nemens vnd den aller höchsten über swang über wessenlicher vollkomenkeit, 111v (Nr. 11: 112r); kein Bildtitel [Das Kreuz als Rosenbaum des Leidens] (Nr. 12: 210r).

Farben:

Schwarz, Rot, Rosa, Blau, Grün, Hellgrün, Gelb, Braun, Grau.

Literatur:

Bihlmeyer (1907) S. 6*, Abb. 6 (82v); Hofmann (1969) S. 175; Blumrich (1994) S. 137, 167, 171; Kersting (1987) S. 16–17, Abb. 26 (vv). 27 (9v). 28 (27r). 29 (35v). 30 (75r). 31 (82v). 32 (87r). 33 (89v). 34 (91r). 35 (112r). 36 (210r); Kuhlmann (1987) S. 35– 38, 263–265; Diethelm (1988) S. 167, Abb. S. 174 (1v). S. 178 (9v). S. 182 (31v). S. 186 (35v). S. 192 (75r). S. 196 (82v). S. 200 (87r). S. 205 (89v). S. 212 (89r). S. 216 (112r). S. 221 (210r). S. 227 (7vb); Blumrich (1994) S. 190.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. XVI: 9v. Heinrich Seuse, ›Das Exemplar‹: Heinrich Seuse wird von bösen Geistern gepeinigt.

Abb. 84: 9v. Heinrich Seuse, ›Das Exemplar‹: Maria mit Kind auf dem Schoß des dieners, der auf einem von zwei Engelssäulen flankierten Podest sitzt.

Abb. 85: 87r. Heinrich Seuse, ›Das Exemplar‹: Der diener kniet vor dem Gekreuzigten in Seraphingestalt.

Taf. XVI.
Abb. 84.
Abb. 85.