106.6.11. München, Stadtarchiv, Zimelie 13
Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth
KdiH-Band 10
13.12.1455 (56v).
München.
Vermutlich vom Rat von München in Auftrag gegeben.
| 7v–56v |
›Oberbayerisches Landrecht‹ (von 1346)
3r–7r lateinisches und deutsches Register (zweispaltig); 2v lateinisches Register ergänzt
|
Pergament, 58 Blätter (moderne Foliierung, zählt auch hinteren Spiegel mit: Bl. 59; alte Foliierung ab 7v; manche Blätter durch Gebrauch leicht beschädigt), 300 × 225 mm, Bastarda, eine Hand, albertus hósch de cronach ... (56v Kolophon), Nachtragshand von ca. 1500 (weiteres Register und Notizen zum Inhalt, 1v–2r), Randnotizen von diversen Händen, einspaltig (Register zweispaltig), 32 Zeilen; 3r zu Beginn des Registers eine achtzeilige S-Initiale in Deckfarben mit goldfarbenem und rotem Fleuronné (blauer Buchstabenkörper mit Akanthusdekor in Weiß und Rosa auf rotem Grund), kantige Rankenausläufer in Rot und Grün mit wenig Gelb und zwei einfachen gelb-rosa Blüten am Seitenrand; 40v siebenzeilige W-Initiale (in Dunkelgrün mit Akanthusmuster in hellem Grün und etwas Gelb auf dunkelrotem Grund mit silbernen Strichen), der Rankenschmuck in Dunkelrot, Grün, Blau und Rot ist mit drei einfach gestalteten Vögeln besiedelt; zahlreiche rote Lombarden (zwei- bis dreizeilig), wenige Cadellen, Rubrizierung.
bairisch und lateinisch.
Eine Deckfarbenminiatur (7v) und zwei Wappen am linken Seitenrand übereinander (schwarzer Doppeladler auf Gold und ›Münchner Kindl‹). – Verfassungsrecht.
Die Darstellung ist etwa zwölfzeilig und nimmt die Hälfte des Schriftspiegels ein.
Der Herrscher (Bügelkrone) sitzt auf einem Thron mit hohen Lehnen und hält den Buchstaben W in beiden Händen zwischen seinen Knien. – Am Beginn der Promulgatio beglaubigt die Darstellung des gesetzgebenden Ludwigs des Bayern das gesamte Rechtsbuch.
Die Ornamentinitialen (3r, 140v) weisen eine stilistische Abhängigkeit zum Maler von Zimelie 6 auf (Nr. 106.10.14.), die Servatius Lichtenstein de Prussia zugeschrieben werden kann (mit Dank an Susanne Rischpler für die Hinweise zu beiden Handschriften). Die Figur des Herrschers deutet stilistisch auf die Werkstatt von Gabriel Mälesskircher (siehe oben).
Blau, Rot, Gelb, Gold, Grün, Grau, Schwarz, Weiß, Inkarnat.
Handschriftencensus, Online-Archivkatalog des Stadtarchivs München
Abb. 187: 7v. Ludwig IV. mit Eingangsinitiale.