KdiH

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38.8.2. Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.6.2º 4

Bearbeitet von Rainer Leng

KdiH-Band 4/2

Datierung:

Mitte 16. Jahrhundert (2r 1545 Nachuolgent edliche Ringen).

Lokalisierung:

Oberdeutsch.

Besitzgeschichte:

Aus dem Besitz eines Fechtmeisters (Paulus Hector Mair?), anonyme autobiographische Notiz 22v Aus dem alber schlug ich den Achari platner zu Wien 1546 Ich hielt schul, es galt ein Daler; aus der Sammlung der Grafen von Öttingen-Wallerstein 1980 vom Freistaat Bayern erworben und der Universitätsbibliothek Augsburg überwiesen.

Inhalt:
1. 1r Fechterwappen, gekreuzte Schwerter und Krone im Laubkranz, getragen von zwei Greifen, mit Spruchband ›kain verzagt man kam mit ehren nie vom plan‹, darunter Fechtschüler und -lehrer
2. 2v–6r Ringbuch, Text mit Illustrationen

Nota. Wan du Ringen wilt so hab acht das du mit den fuessen nit zu weit von ein ander standest so kumpstu dem leib dester belder zu hilf‹

3. 7r–13v Ringbuch (Text- und Bildauszüge aus Egenolphs Druck, 35v–43r)

Ann Rücken werffen. Im ersten angriff geh auffrecht zu Im vnd erwisch In eyl mit einer hand seinen schenckel

4. 14r–15v Vier textlose Illustrationen zum Bucklerfechten
5. 16v–18v Drei Illustrationen zum Fechten mit dem langen Schwert (nur verso)
6. 19r–33v Paulus Hector Mair (?), Fechtbuch, Text mit Illustrationen

Der zornhau gegen dem ort. Oberhau. […] Hernach volgen die 5 Maister heu vnd wie die gefochten soln werden. Wie es dar zu komen ist das dir versetzt ist worden so merckh versetzt man dir ein Oberhau

7. 34r–40v Eingeklebte Drucke und Zeichnungen mit Dolch-, Buckler-, Sichel- und Dusackfechten
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, II + 41 + II Blätter (Foliierung von moderner Hand), 295 × 200 mm, Zeichnung 1r nachträglich aufgeklebtes Papier 279 × 195, Spruchband 1r Textualis, sonst Kursive, Hand I: 2v–6r, Hand II: 7r–13v, Hand III: 19r–33v, Hand IV: Nachträge 10v–11r; durchgehend einspaltig, Hand I 13–15 Zeilen, Hand II 9–19 Zeilen, Hand III 1–9 Zeilen, keine Initialen oder Lombarden, nicht rubriziert.

Schreibsprache:

fränkisch/bairisch.

II. Bildausstattung:

Insgesamt 58 Zeichnungen und 14 gedruckte Illustrationen, davon 37 (1r– 6r, 19r–33v) nicht kolorierte Federzeichnungen, 21 kolorierte Federzeichnungen, davon 7r–18r in Temperafarben mit Malgold, vier Zeichner, Zeichner I: 1r–6r, Zeichner II: 7r–15v, Zeichner III: 16v–18v, Zeichner IV: 19r–33v (Jörg Breu?).

Format und Anordnung:

Nr. 1 ganzseitig; Nr. 2 Ringerpaare in 130 × 160 mm großen einfachen Rahmen über den Erläuterungen, mehrere Zeichnungen durchgestrichen, 3r mit der Bemerkung Ist im buch gemacht, 5v ohne Text mit der Bemerkung Ist im buch gt. (ähnlich 9v, 10r, dazu mehrere Kreuze; Vorlage?); Nr. 3 Ringerpaare in 115 × 100 mm großen einfachen Kastenrahmen, darüber einzeilige Überschrift, Text unter der Abbildung, Nr. 2 und 3 mit durchgehender Zählung der Abbildungen 1–22 und a–x; Nr. 4 190 × 150 mm große Fechterpaare in der oberen Seitenhälfte; Nr. 5 ganzseitig im Querformat; Nr. 6 Fechterpaare im 125 × 195 mm großen dreilinigen Kastenrahmen, darüber eine einzeilige Überschrift (teils beschnitten) und ein- bis zweizeiliger Kommentar, Text unter der Abbildung, bricht 22v ab, Illustrationen (unvollständig) gezählt 1–22, leere Rahmen 26v, 34r–41v, teils mit den Drucken überklebt; Nr. 7 springend gezählt 1–9.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Nr. 2 grob skizzierte und schraffierte Ringerpaare ohne jeden Hintergrund, jedoch mit lebendigem Ausdruck und kraftvoller Bewegung; Nr. 3 Ringerpaare in gebauschter und geschlitzter, sorgfältig kolorierter Kleidung, sowie reicher Haar- und Barttracht, Figuren mit angedeutetem Schattenwurf auf Boden oder auf einer Linie stehend (mit Hils [1985] S. 30 bleibt festzuhalten, daß entgegen einem jüngeren Eintrag auf dem Vorsatzblatt Nr. 3 keine ikonographische und textliche Verwandtschaft zu Dürers Fechtbuch besitzt); Nr. 4 Fechterpaare auf Linie positioniert mit Schattenwurf, fließende Umhänge mit reichem Faltenwurf; Nr. 5 weit auseinanderstehende Figurenpaare in kraftvoller Bewegung auf einer Linie mit Schattenwurf, gebauschte und geschlitzte Kleidung; Nr. 6 fein skizzierte Fechterpaare in kraftvoller Bewegung vor einer Horizontlinie mit schraffiertem Schattenwurf, in reicher geschlitzter Bekleidung; Nr. 1, 2 und 6 nach frei umgestalteten Vorlagen aus Nr. 38.9.1. aus Mairs Besitz; Illustrationen teils in Mairs eigenen Handschriften verwendet (Übereinstimmung von Bilden und Überschriften – nicht der Texte – mit Wien, Cod. 10825 [38.8.4.] sowie München, Cod. icon. 393 und Dresden, C 93/94, [38.3.3.]).

Farben:

7r–15v Rot, Schwarz, Blau, Grau, Grün, Ocker, Violett, Malgold, 16v–18r Blau, Braun, Rot, Ocker.

Literatur:

Wierschin (1965) S. 19 f. (Nr. 13); Hils (1985a) S. 29 f. (Nr. 3); Wertvolle Handschriften (1987) S. 99–101, Abb. Nr. 28 (10v).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 46: 1r. Fechterwappen.

Abb. 47: 19r. Paulus Hector Mair (?), Fechtbuch: Zornhau.

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Abb. 46.
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Abb. 47.