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38.2.2. Kraków, Biblioteka Jagiellońska, Ms. Berol. germ. quart. 16 (olim Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)

Bearbeitet von Rainer Leng

KdiH-Band 4/2

Datierung:

1. Hälfte 15. Jahrhundert nach Hils (1985a) S. 80, um 1450 Wegener (1928) S. 61.

Lokalisierung:

Oberdeutsch.

Besitzgeschichte:

Herkunft unbekannt, ein mehrfach dargestelltes Wappen ist nicht als Auftraggeber-, sondern als St. Georgs-Wappen anzusehen (Hils [1985a] S. 80), nach Degering (1926) S. 3 bereits 1661 Bestand der Berliner Kurfürstenbibliothek, Besitz der Königlichen Bibliothek Berlin durch Stempel und 6/1817 Berlin datierte Kollationsnotiz 59v, seit 1945 im Besitz Jagellonischen Bibliothek in Krakau.

Inhalt:
1r–59r Anonymus, ›Gladiatoria‹

1v ›Merckcht den anfanckch des spiess wenn du czu dem ersten mal tritest in dye schrenck vnd du ansichtig wirst deinen widerteil‹

1v–7r Kampf zu Fuß im vollen Harnisch mit Spieß, Tartsche, Schwert und Dolch unter Wiederaufnahme der weggeworfenen Waffen

7v–33r Kampf zu Fuß im vollen Harnisch mit den langen Schwertern

33v–49r Kampf zu Fuß im vollen Harnisch mit dem als degen bezeichneten Dolch, mit tödlichem Ausgang

49v–54r Kampf ohne Rüstung mit Stechschilden, Schwertern und Kolben

54v–55v Fechten ohne Rüstung mit Schwert, Messer, Stäben, Buckler und schmalem (vngrischen) Schild

56r–59r Varianten über das Festhalten des Gegners und das Anbringen des tödlichen Dolchstoßes

I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 58 Blätter, 180 × 195 mm, Titelblatt 1r GLADIATORIA in Capitalis Quadrata, sonst Bastarda von zwei Händen, I: 1v–7v, 9r–49r und 56r–59r mit Nähe zur Textualis (übereinstimmend mit Hand II in Wien, KK 5013, siehe 38.2.4.), II: 8rv und 49v–55v, beide einspaltig mit Bildunterschriften von 2–8 Zeilen, ohne Initialen, Lombarden oder Rubrizierung.

Schreibsprache:

bairisch-österreichisch.

II. Bildausstattung:

116 kolorierte, kaum schraffierte Federzeichnungen mit Aquarellierung und Deckfarben von einem Zeichner aus einer bayerischen (Wegener [1928] S. 61), evtl. auch aus einer Wiener Werkstatt.

Format und Anordnung:

Sämtliche Zeichnungen im oberen Seitendrittel in einem 210 × 150 mm großen, durch waagerechte Tintenlinie abgeteilten Raum über den Beischriften mit unmittelbarem Bildbezug.

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Statisch wirkende, aber die diversen im Text beschriebenen Stellungen gut verdeutlichende und wohlproportionierte Kämpferpaare, sämtlich auf Wiesengrund mit Gras und teils stilisierten, teils naturalistischen Blumen und Früchten gestellt, präzise Zeichnung der Rüstung mit wehenden schalartigen Waffenröcken mit reichem Faltenwurf, auf den Rüstungen Ätzungen angedeutet, durchgehend mit Helmbüschen ausgestattet, kräftige Kolorierung mit Lichteffekten durch Aussparungen und Verdunklungen der Kolorierung; nicht ganz konsequente Individualisierungsversuche durch charakteristische Harnisch- und Helmdetails; in sämtlichen Fechtszenen liegen Teile der zu Boden gefallenen Bewaffnung zwischen den Kämpfenden; Tartschen und Stechschilde reich verziert und mit Georgs-Kreuz versehen, 54r–54v zwischen den Kämpfern an Nägeln aufgehängte Gegenstände (Taschen, Blumenkränze, Handschuhe).

Farben:

Graublau, Kobalt, Grün, Oliv, Indischgelb, Zinnober, Karmin und Mischungen.

Literatur:

Degering (1926) S. 3 – Jähns (1889) S. 374; Keil (1981) Sp. 48; Wegener (1928) S. 61 f., Abb. Nr. 52 (24v); Wierschin (1965) S. 13 (Nr. 2, dort noch Verbleib unbekannt angegeben); Hils (1987) S. 1–10 (Edition S. 15–31), Abb. 1 (7r). 4 (11r). 7 (25r). 10 (26r). 13 (28v). 19 (33v) 22 (37r); Hils (1985a) S. 79–81 (Nr. 28).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 9: 1v. Anonymus, ›Gladiatoria‹: Beginn des Kampfes.

Abb. 10: 55r. Anonymus, ›Gladiatoria‹: Kampf mit dem Messer und dem ungarischen Schild.

Abb. 9.
Abb. 10.