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38.2.1. Gotha, Forschungsbibliothek, Memb. II 109

Bearbeitet von Rainer Leng

KdiH-Band 4/2

Datierung:

15. /17. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Oberdeutschland/Südeuropa.

Besitzgeschichte:

Herkunft unbekannt, 1792 von Ernst August von Sachsen-Gotha der Bibliothek geschenkt, vermutlich 1945 geraubt; 19 einzelne Blätter aus dem 1. Teil (Fechtbuch) zwischen 1956 und 1964 im Heidelberger Antiquariat Dr. Helmut Tenner versteigert, Verbleib unbekannt; Teil 2 1953 vom Hamburger Antiquariat Hauswedell & Nolte als Depositum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg übergeben, nach Feststellung der Provenienz 1997 wieder nach Gotha überführt; 3. Teil bis heute verschollen.

Inhalt:
1. 1r–43r Anonymus, ›Gladiatoria‹
(Verschollen, nur rekonstruierbar durch die Bemerkungen bei Jacobs/Ukert [1838] S. 141 f. und die Tennerschen Auktionskataloge)
2. 45r–55r Lope Felix de Vega Carpio, ›El testimonio vengado‹ (Fragment)
3. 57–100 Spanische Gedichte, französische und lateinische Sentenzen (Verlust)
I. Kodikologische Beschreibung:

Ursprünglich 55 Blätter Pergament (Teil 1–2) und 44 Blätter Papier (Teil 3), 165 × 180 mm, erhalten nur Blatt 44–56 (neuere Foliierung, daneben neuere Paginierung nur auf den Rectoseiten 87–111), im erhaltenen Teil humanistische Kursive des 17. Jahrhunderts, im verschollenen Teil 1 Bastarda, soweit feststellbar von einer Hand (die große Nähe zur Hand I von Wien, KK 5013 [38.2.4.] nach Hils [1987] S. 6 konnte bestätigt werden), einspaltig, 4–5 Zeilen, keine Lombarden.

Schreibsprache:

bairisch.

II. Bildausstattung:

Ursprünglich 85 durchnumerierte kolorierte Federzeichnungen im verschollenen 1. Teil, nach Hils (1987) S. 6 aus derselben Werkstatt wie Wien, KK 5013 (38.2.4.), dazu noch 44v eine nicht kolorierte Federskizze eines Fechters mit Helm, Brustharnisch, Schwert und Dolch, vermutlich im 17. Jahrhundert vom Schreiber der Vega-Komödie nach dem Vorbild des Fechtbuchs angefertigt, daneben Federproben; unverkennbare Nähe zu den Zeichnern von Wien KK 5013 (38.2.4.).

Format und Anordnung:

Sämtliche Zeichnungen von Nr. 1 (soweit rekonstruierbar) in der oberen Seitenhälfte in einem 150 × 140 mm großen, durch waagerechte Tintenlinie abgeteilten Raum über den Beischriften mit unmittelbarem Bildbezug.

Bildaufbau und -ausführung:

Statisch wirkende, aber die diversen im Text beschrieben Stellungen gut verdeutlichende und wohlproportionierte Kämpferpaare von ca. 120–130 mm Größe, sämtlich auf Rasengrund, präzise Zeichnung der Rüstung mit darunterliegenden Kettenhemden und wehenden schalartigen Waffenröcken mit reichem Faltenwurf, teils mehrfach gespalten oder mit blätterartigen und gezaddelten Ausläufern.

Bildthemen:

Auswahl aus dem Bildbestand der ›Gladiatoria‹-Handschriften, nach Jacobs/Ukert (1838) S. 141 f. neun Stücke zum Fechten mit Spieß, Schwert und Tartsche (1r–5r), 49 Stücke zum Kampffechten mit dem langen Schwert sowie Kampfringen (5v–29v), 22 Stücke zum Dolchfechten (30r–40v) und fünf Stücke mit Tötungsvarianten (41r–43r).

Farben:

Blau, Violett, Rot, Gelb, Gold, gelbe und braune Hintergründe.

Literatur:

Jacobs/Ukert (1838) S. 141 f.; Hopf (1997) S. 66 f. – Jähns (1889), S. 374; Benary, Walter: Ein unbekanntes handschriftliches Fragment einer Lope’schen Kommödie. Zeitschrift für Romanische Philologie 36 (1912), S. 657–678 (Edition von Nr. 2); Buch- und Kunstantiquariat Dr. Helmut Tenner, Heidelberg, Auktion 5 vom 8./9. November 1956, S. 4, N. 3, mit Abb., Auktion 7 vom 4./5. Juni 1957, S. 5, Nr. 2 mit Abb., Auktion 9 vom 6.–8. Februar 1958, S. 3, Nr. 3 mit Abb., Auktion 11 vom 8./9. Oktober 1958, Nr. 10 und Tafel 1, Auktion 37 vom 23./24. Oktober 1963, Nr. 2 und Abb. 2, Auktion 43 vom 11./12. November 1964, Nr. 2 und Tafel 1; Wierschin (1965) S. 17 (Nr. 8); Hils (1985a), S. 65 f. (Nr. 21). S. 68 (Nr. 23); Hils (1986), S. 120–122; Hils (1987), S. 1. 5–10. 21 (Textvarianten). 33 (Textabdruck), Abb. (jeweils mit Textabdruck) 6 (Nr. 11). 9 (Nr. 20). 12 (Nr. 21). 15 (ohne Nr.). 18 (Nr. 23). 21 (Nr. 23!). 24 (Nr. 9).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus