KdiH

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26A.2.6. Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Ms. Savigny 28

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

1457 (VIIIv, 139r).

Lokalisierung:

Augsburg.

Besitzgeschichte:

Im vorderen Innendeckel oben Zeichnung eines Kreuzes auf einem Kreis, durch die obere Kreuzstammhälfte ein Halbkreis mit aufgebogenen Enden laufend, darunter WA. Aus der Sammlung Friedrich Carl von Savigny, der Königlichen Bibliothek zu Berlin per Legat vom 26. 5. 1852 vermacht; Bibliotheksstempel Savignys Ir.

Inhalt:
Ir–139ra Sigismund Meisterlin, ›Augsburger Chronik‹, deutsch
Ir–IIIr Widmung und Vorrede, IIIv–VIIIv Register, IXr–Xv leer, 1ra–2va Vorrede, 2vb–138va Text, 138vb–139ra Nachwort
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 153 + 1 Blätter (foliiert I–X, 1–139), 285 × 210 mm, saubere Bastarda, eine Hand (Heinrich Pittinger auf Veranlassung Sigismund Gossembrots: Dise matery ist gemacht worden von her Sigmund meynsterlin Cōuentual des gotzhauß zuͦ sant vͦlrich vnd geschriben von mir bruͦder hainrich pittinger Conventual da selben die pede send beschehen durch gepett des weisen mans Sigmund gossenprot burger zuͦ augspurg Nach Christi gepurt Tausent vn̄ vierhundert vnd siben vnd fünftzig jar An dem ersten mentage des selben jars VIIIv), Ir–VIIIv einspaltig, 1ra–139ra zweispaltig, 32 Zeilen, rote Kapitelüberschriften, rote Strichelung und Unterstreichungen von Orts- und Personennamen, Hervorhebung lateinischer Zitate (34ra, 55ra, 56va, 57va, 57vb, 58rb) und der ersten Zeile des 2. Buchs (48vb) durch große rote gotische Majuskeln; zwei- bis sechszeilige rote und blaue Lombarden zu den Kapitelanfängen und im Register.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Vier Deckfarbeninitialen (1ra, 22va, 48vb, 80vb), eine Hand (Johannes Franck?).

Ein zehnzeiliger Leerraum für eine Initiale zu Buch 1 (2vb); die unbeschriebene Seite Xv möglicherweise für eine Titelminiatur vorgesehen.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung:

Quadratische, spaltenbreite, zehn bis elf Zeilen hohe Kastenrahmen (52–58 × 52–56 mm), darin die mit gleichfarbigem Blattwerk (80vb auch Rauten) belegten Buchstabenkörper (1ra S zur Vorrede, 22va A zu Buch 2, 48vb N zu Buch 3, 80vb M zu Buch 4), am linken Rand (1ra auch rechts oben) vom Rahmen ausgehende, kurze Blatt- und Blütenranken, die stets in Einrollungen enden. Sorgfältiges, sehr regelmäßiges Federfleuronnée im Binnenraum und an den oberen und den rechten Außenrändern des Rahmens, 22va und 48vb rechts entlang des äußeren Kastenrahmens Fratze in Feder. Trotz der weniger großzügig ausgreifenden Spiralen und des insgesamt sparsameren Rankenschmucks große Ähnlichkeit mit den von König (1997) S. 192 Johannes Franck zugeschriebenen Initialen des Augsburger 2o Cod. Aug. 60 (26A.2.1.), der ebenfalls von Heinrich Pittinger in St. Ulrich und Afra geschrieben wurde.

Farben:

Initialkörper Grün und Orange, Gelb gehöht, und Rosa, Weiß gehöht; Rahmen Rot, Gelb und Rosa abgesetzt, Grün, Gelb und Braun abgesetzt, Orange, Gelb und Rotbraun abgesetzt; Ranken und Blüten Grün, Rosa, Rot, Orange, Gelb, Blau; Maiglöckchenfleuronnée in brauner Tinte.

Literatur:

Lampert (1970) S. 77–80. – Ott (1989) S. 79; Ott (1995) S. 89 u. Anm. 142; Ott (1997) S. 219 u. Anm. 74.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 91: 1r. Deckfarbeninitiale S mit kurzen Blattranken und Fleuronné.

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Abb. 91.