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106.7.3. Gotha, Forschungsbibliothek, Memb. I 87

Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Gunhild Roth

KdiH-Band 10

Datierung:

1381–82 (27v, 46v, 57r, 69r) und »Nachträge nicht vor 1455« (Eisermann [2022] S. 359).

Lokalisierung:

Orlamünde?

Besitzgeschichte:

Stadt Orlamünde (15. Jahrhundert); 1791 von der Stadt Gotha an die Herzogliche Bibliothek abgegeben.

Inhalt:
1. 1r–27v ›Weichbild-Vulgata‹
in 153 Artikeln, vorangestelltes Artikelverzeichnis (1r–2v), dort 151 Artikel gezählt; Inc.: Hy hebit sich an wichbilde das Stat recht heyset...; Kolophon: Alhy enden sich dy bewerten recht geschrebin vn volbracht in vigilia ascensionis octogesimo primo (22.5.1381)
2. 28r–29r, 30r ›Orlamünder Recht‹
Stadtfreiheit, Halsgerichtsatzung, Zollsatzung (Nachträge)
3. 31r–33r Artikelverzeichnis zu Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Landrecht
nur zu Buch I; 33v Überschrift für Register zu Buch II, bricht ab, dann Nachtrag
4. 33v ›Orlamünder Küren‹
von 1418 und 1455
5. 36r–84vb Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Land- und Lehnrecht
Ordnung IVc, Artikelverzeichnis zum Lehnrecht (70ra–72va)
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, I + 82 Blätter, 315 × 250 mm, Kursive, vier Hände (I: 1r–21v, 22v–27v, 31r–77va; II: 28r–29r, 30r, 33v; III: 77va–83va; IV: 83va–84vb), einspaltig mit 25–47 Zeilen, zweispaltig mit 39–56 Zeilen (70r–72v, 73v–84v), drei- bis fünfzeilige Initialen mit schlichtem Fleuronné (3r, 31r, 36r, 59r), zahlreiche Freiräume für Lombarden, rubriziert.

Schreibsprache:

ostmitteldeutsch (zentralthüringisches Sprachgebiet).

II. Bildausstattung:

Eine kolorierte Federzeichnung (29v) und eine historisierte Initiale (1r). Eine halbe Seite (3r) leer gelassen, wohl für eine weitere Illustration. – Christliche Ikonografie.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Die ganzseitige rot und grün kolorierte Federzeichnung (29v) in rotem Rahmen zeigt Christus in der Mandorla mit Segens- und Zeigegestus und zwei Schwertern vor dem Mund. In den vier Ecken steht je ein Engel mit einem abgeknickten Flügel und unterschiedlichen Gebärden. – Die Miniatur erscheint nach der ›Weichbild-Vulgata‹ innerhalb der Nachträge zum ›Orlamünder Recht‹ noch vor dem Register zum ›Sachsenspiegel‹ Landrecht, auf das dann nicht Bestimmungen aus dem ›Sachsenspiegel‹, sondern aus dem ›Orlamünder Recht‹ folgen. Die Miniatur zeigt Christus als Weltenrichter, die beiden Schwerter symbolisieren die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit (zur Ikonografie siehe die Einleitung zur Untergruppe 106.3.).

1r siebenzeilige V-Initiale mit ungelenker Darstellung eines jungen Mannes mit gelocktem Haar, rotem Kurzwams (Lentner), grünen Strümpfen, am linken Seitenrand in Rankenwerk auslaufend. – Bezug zum Register der ›Weichbild-Vulgata‹ (Artikel über eygenschaft) unklar.

Farben:

Hellgrün, Orangerot, Rotbraun, Ocker.

Literatur:

Oppitz 2 (1990) Nr. 625; Eisermann (2022) S. 359–365.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

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Abb. 191.