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106.7.10. Wrocław (Breslau), Biblioteka Uniwersytecka, Cod. II F 8

Bearbeitet von Gunhild Roth und Dagmar Hüpper

KdiH-Band 10

Datierung:

1420 (Piotrowicz [2012] S. 46).

Lokalisierung:

Schlesien.

Besitzgeschichte:

Die Handschrift war von 1729 bis zur Säkularisation in der Bibliothek des Klosters Heinrichau, kam danach an die Königliche Bibliothek bzw. Universitätsbibliothek Breslau.

Siehe auch Nr. 106.3.22.

Inhalt: Abschnitte der ›Weichbild-Vulgata‹ und der Judeneid erscheinen hier zwischen Teilen des ›Sachsenspiegels‹. Möglicherweise handelt es sich um eine eigenständige Bearbeitung durch Konrad von Oppeln, was auch die Parallelhandschrift in Krakau, 170a III (Nr. 106.7.6.) vermuten lässt. Siehe dazu den Prolog des Konrad von Oppeln, datiert auf den St. Jakobstag (25. Juli) 1306, demzufolge der Text für Heinrich Cusvelt (Breslauer Patrizier) geschrieben ist (68ra).
1. 1ra–67va Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Land- und Lehnrecht, lateinisch
Versio Vratislaviensis; 1ra–4ra Register, 5ra–38vb Landrecht, 39ra–44va Lübisches Recht, 45ra–45vb Register, 46ra–67va Lehnrecht; siehe Nr. 106.3.22.
2. 68ra–157ra

Eike von Repgow, ›Sachsenspiegel‹ Land- und Lehnrecht, deutsch
68ra–75ra Register mit Reimvorrede des Konrad von Oppeln, 75va–125ra Landrecht in 124 Artikeln, 125ra–b ›Von der Herren Geburt‹ (als Art. CXXV), 125va Judeneid, 125va–128vb Weichbildchronik (als Art. CXXVI–CXXXIV), 129ra–131va Register, 132ra–157ra Lehnrecht in 67 Artikeln; siehe Nr. 106.3.22.
3. 158ra–194vb

›Weichbild-Vulgata‹
158ra–160va Register, 161ra–180va ›Weichbild-Vulgata‹, 181ra–187vb ›Magdeburg-Breslauer Recht‹ von 1261 mit Konfirmationsurkunde Herzog Heinrichs IV. vom 12.9.1283, lateinisch, 188ra–190ra ›Magdeburg-Breslauer Recht‹ von 1295, 190ra–194vb ›Magdeburger Schöffenrecht‹
I. Kodikologische Beschreibung:

194 Blätter, Pergament und Papier (bis Bl. 47; nach Bl. 185 ein Blatt herausgeschnitten mit Textverlust, vgl. Gaupp [1826] S. 202), 305 × 215 mm, Bastarda, eine Hand, zweispaltig, 33 Zeilen, Deckfarbeninitialen zu Beginn der Texte bzw. Textverbünde (die meisten historisiert, siehe unten II., Ausnahme 75va), mehrfarbiges Rankenwerk mit Goldpunkten, rote und blaue Lombarden, Rubrizierung.

Schreibsprache:

ostmitteldeutsch und lateinisch.

II. Bildausstattung:

Sechs historisierte Initialen zu Beginn der Texte bzw. Textverbünde, davon je zwei zu Text 1 (5ra, 46ra), Text 2 (68ra, 132ra) und Text 3 (161ra, 181ra). Als Illuminator wird Johannes von Zittau angenommen (Gromadzki [2001] S. 65; siehe auch Nr. 106.10.15. und Nr. 106.9.1.). – Verfassungsrecht.

Format und Anordnung:

Deckfarbeninitialen mit Rankenwerk oder Muster im Buchstabenkörper, farbig gefülltem Hintergrund und teilweise goldenem Rahmen (ungerahmt nur 5ra).

Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

In den Initialen jeweils ein Kopf (Ausnahme 5ra: Schmerzensmann als Brustbild), frontal oder nach rechts (zum Text) blickend. Feine Modellierung der Gesichtszüge, gekonnter Einsatz der Feder (etwa bei dem feinen Haar auf 181ra).

Zu Text 3: 161ra: Kopf eines Herrschers (Bart, Bügelkrone). – Es beginnt die Gründungslegende von der Domstiftung und Rechtsverleihung an die Stadt Magdeburg durch Kaiser Otto II. (den Roten) (zu Art. XLII §§ 1–3), der in dem Herrscherkopf gesehen werden kann. 181ra: Rechtsgelehrter (Zeigegestus, ohne Kopfbedeckung)? – Innerhalb des ›Weichbild-Vulgata‹-Teils beginnt hier die eingeschobene Confirmatio des ›Magdeburg-Breslauer Rechts‹. Vermutlich wird an dieser Stelle ein Rechtsgelehrter dargestellt, der auf den Textanfang zeigt, der die Gründung und die damit verbundene Rechtsvergabe an Magdeburg beschreibt: do man Magdeburg besaczte. do gab man Jn recht noch irer willekore.

Farben:

Dunkelblau, Rot- und Grüntöne, Grauviolett, Braun, Gold.

Literatur:

Göber/Klapper (1920–1940) Bd. 6, Bl. 17–20 (Nr. 1537); Oppitz 2 (1990) Nr. 261. – Gaupp (1826) S. 187–204; Gromadzki (2000/2001).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus; Göber-Katalog.

Abb. 198: 161ra. Herrscher.

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Abb. 198.