KdiH

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51.8.4. St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 987

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 6

Datierung:

1454.

Lokalisierung:

Vermutlich St. Gallen (St. Galler Wappen: aufsteigender Bär im Bild S. 93;.

Besitzgeschichte:

dagegen lehnt Bräm [1997] die Herkunft aus St. Gallen ab, während Konrad [1997] Konstanzer Bezüge in Erwägung zieht).

Alte St. Galler Besitzeinträge S. 602 Gehördt dem Bruoderhauß in St. Gallen 1618 und S. 5, gemeint ist das Ottmar Spital in St. Gallen, ehemaliges ›Blaues Haus‹, Stätte einer dem Kloster nahestehenden Laienbruderschaft. S. 602 weitere Einträge, u. a.Waltharius. Signatur der Stiftsbibliothek (Mitte 18. Jahrhundert) auf dem Vorsatzblatt: A. S.n.146.

Inhalt:
1.

S. 5a–83a

Leben des Bischofs Johann von Alexandrien, deutsch Es ist ain stat genampt alexandria die lit in kriechsem lande …

vgl. St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 595, S. 427–538

2.

S. 87a–544a

Otto von Passau, ›Die vierundzwanzig Alten‹

3.

S. 546–602a

Johannes von Hildesheim, ›Historia trium regum‹, deutsch

Worstbrock/Harris (1983): Fassung a (gekürzt); Williams-Krapp (1986): Drei Könige (1)

S. 546 Bild

S. 547a–602a Vita Lob ere vnd wirdikait der hailgen driger kung hat erffulet die hailgen cristenhait von dem die kilche in orient … endet mit dem Kapitel Von den luten haisent diepoliten

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 280 Blätter (fehlerhafte Paginierung 1–606 des 17. Jahrhunderts: die Seitenzahlen 12 und 171 fehlen in der Zählung, Sprünge von 203 auf 222, von 335 auf 366; S. 1–4 und 603–606 sind jüngere Vorsatz- bzw. Nachstoßblätter, nach S. 85 zwei leere Blätter ausgeschnitten, nach S. 97 fehlt ein Blatt [Textverlust]; unbeschrieben: S. 84–86, S. 89 bis auf jüngere Schreibproben Von mir Volrych hertzenwiler von OBERBERG u. a.), 286 × 213 mm, zweispaltig, 27–29 Zeilen, sorgfältige Bastarda, ein Schreiber (jedoch S. 478 ein Absatz von anderer Hand!), mehrfach datiert: S. 93b1454 (Bildinschrift!), S. 544a am donstag vor letare im liiij Jar (28. März 1454), S. 602ain die lun post judicauit mo iiijo lii [i]j (8. April 1454); rote Strichel, Überschriften, Unterstreichungen, Lombarden über zwei bis fünf Zeilen.

Schreibsprache:

südostalemannisch-schwäbisch.

II. Bildausstattung:

Text 2: 24 von 25 kolorierten Federzeichnungen (eine fehlt wegen Blattverlusts nach S. 97), Text 3: eine kolorierte Federzeichnung. Entgegen KdiH Bd. I, Nr. 4.0.53. wohl doch nur ein Zeichner (Konrad [1997] S. 281).

Format und Anordnung:

Text 3 hat als einzige Illustration die als Titelbild fungierende ganzseitige Darstellung der Anbetung der Könige (220 × 156 mm), so auch mehrfach in der Legendenfassung der ›Der Heiligen Leben‹ Winterteil in Handschriften und Drucken. Eingefasst durch breiten roten Pinselstrich, an den Ecken goldene Rosetten, dreiseitiger Rahmenbesatz mit arabeskenartigem Federwerk (wie in Text 2). Bildraum sehr dicht mit geläufiger Szenenkomposition gefüllt, im Vordergrund Maria mit Kind, gegenüber die ihm huldigenden Könige als Repräsentanten der drei Alter. Im Hintergrund Landschafts- und Stadtpanorama, das jedoch keine räumliche Tiefe erzeugt, sondern der Flächenfüllung dient; der Horizont berührt fast den oberen Bildrand. Die Könige in reich und phantasievoll dekorierten Gewändern, das des greisen Königs sowie das schlichte Gewand der Gottesmutter in voluminöser Fältelung. Sorgfältig in kontrastreichen, doch nicht ganz so grellen Farben wie in Text 2 koloriert, Modellierung durch differenzierte Farbschattierungen. – Konrad (1997 und in: Spätmittelalter am Oberrhein [2001]) sieht enge stilistische Bezüge zur Konstanzer Buchmalerei Rudolf Stahels, der von dem unbekannten (gegebenenfalls ebenfalls Konstanzer?) Zeichner der St. Galler Handschrift Impulse erhalten haben könnte.

Zu den Illustrationen zu Text 2 siehe Nr. 4.0.53.

Farben:

bunte Palette, laviert und deckend, aus leuchtendem Rot, Blau, Grün, Hellgrün, Ocker, Gelb, Altrosa, Grau, Beige, Deckweiß; Blattgold.

Literatur:

Literatur siehe Nr. 4.0.53; ergänzend: von Scarpatetti 3 (1991) S. 86, Nr. 238; Lehmann-Haupt (1929) S. 96, Abb. 43 (S. 546); Harris (1958) S. 365 f.; Bräm (1997) S. 185, Anm. 6; Konrad (1997) S. 281, Nr. KO 32; Spätmittelalter am Oberrhein 1 (2001) S. 368f., Nr. 209 (Konrad) mit Abb. (S. 546); Schmucki/Tremp (2001) S. 75 f., Abb. S. 76 (S. 546).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 51.19: S. 546. Johannes von Hildesheim, ›Historia trium regum‹, deutsch: Anbetung.

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Abb. 51.19.