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KdiH

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51.1.2. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 751

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 6

Datierung:

1454.

Lokalisierung:

Augsburg, Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra.

Besitzgeschichte:

Aus St. Ulrich und Afra, Augsburg (Vermerke rückwärtiger Spiegel, 1r oben, Exlibris im Vorderdeckel); nach der Säkularisation 1806 nach München gekommen.

Inhalt:
1. 1r–63v Leben des heiligen Ulrich

siehe Nr. 51.32.3.

2. 64r–v Augsburger Bischofsliste bis auf Petrus von Schaumburg (1424–69)
3. 65r Weihe von St. Ulrich und Afra, lateinisch
4. 65v–89v Adilbertus, Leben des heiligen Simpertus

siehe Nr. 51.30.1.

5. 91r–119v Leben der heiligen Afra, Reimlegende [C]yper ist ain insel her …

vgl. Karl-Ernst Geith: ›Afra‹. VL 1 (1978), Sp. 72–74

6. 120v–137v Leben des heiligen Eustachius

siehe Nr. 51.10.1.

7. 138r–146r Johannes von Indersdorf, Tobiaslehre mit Fürstenlehren
8. 146v Gereimte Lehre für Messdiener
9. 146v–171v Johannes von Indersdorf, Spruchsammlung der Fürstenlehren

Bis auf 120v–137v (Leben des heiligen Eustachius) sind alle Texte in Cgm 402 enthalten, für den Cgm 751 offenbar die Vorlagen lieferte.

I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, I+172 Blätter (neue Blattzählung, I, 90r unbeschrieben), 215 × 152 mm, einspaltig, 18–27 Zeilen, Bastarda, ein Schreiber: Johannes Klesatel, Bruder im Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra, Augsburg (vgl. 63v, 89v, 119v, 137v; zu ihm Nonnosus Bühler: Die Schriftsteller und Schreiber des Benediktinerstiftes St. Ulrich und Afra in Augsburg während des Mittelalters. Phil. Diss. München. Borna/Leipzig 1916, S. 52 f.), rote Strichel und Überschriften, rote Lombarden, häufig blau, grün oder gelb gefüllt, an Textanfängen Raum für Initialen freigelassen.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Insgesamt 47 kolorierte Federzeichnungen zu den Texten 1, 4, 5, 6 von einer Hand, eine unkolorierte Federzeichnung (155r drei Engel) zu Text 9.

Format und Anordnung:

65v, 90v, 120r und 136r ganzseitig (135 × 92 mm), die übrigen Zeichnungen 12- bis 23-seitig (ca. 60–110 × 90 mm), meist nach der Kapitelüberschrift eingefügt. Profilierte Kastenrahmen, bis 27v rot, danach ohne Farbfüllung.

Zu Text 5 (Leben der heiligen Afra) 13 Illustrationen: 90v, 93r, 95v, 97v, 98v, 102v, 108v, 109v, 113r, 114v, 116v, 117v, 118r.

Zu Bildaufbau und -ausführung sowie Farben siehe Nr. 51.32.3.

Bildthemen:

Nach dem Titelbild 90v (Afra und Hilaria, reitend) sechs Darstellungen zur Narcissus-Episode sowie sechs Martyriumsdarstellungen (109v Ergreifung Afras, 113r Martyrium Afras, 114v Martyrium Hilarias und der anderen Gefährtinnen Afras, 116v Martyrium Afers, 117v Martyrium der 30, 118r Martyrium des Narcissus).

Literatur:

Schneider (1984) S. 255–258. – Friedrich Wilhelm: St. Afra eine schwäbische Reimlegende. In: Analecta Germanica. Hermann Paul zum 7. 8. 1906 dargebracht. Amberg 1906, S. 86–94 (Hs. A); Andreas Bigelmair: Die Afralegende. Archiv für die Geschichte des Hochstifts Augsburg 1 (1909/11), S. 139–221, hier S. 169 f. – Literatur zu den Illustrationen der Handschrift betrifft ausschließlich das Leben Ulrichs, siehe Nr. 51.32.3.

Anmerkungen:

Anmerkung: Das Leben der heiligen Afra (Cipro ist ain insel von den namhafftigen inseln …) im Druck ›Das leben, verdienen, vnd wunderwerck der hailigen, Augspurger Bistumbs bischoffen‹ Augsburg: Sylvan Otmar, 1516 nach Otmars lateinischem Druck ›Gloriosorum‹ desselben Jahres – mit ganzseitigem Titelholzschnitt (LXIIIIv Afra mit Säule und Feuer, in Architekturrahmen) – hat keine handschriftliche Überlieferung. Ohne Kenntnis des deutschen Drucks, sondern ebenfalls auf dem lateinischen Druck von 1516 beruhend, entstand die Übersetzung in Colmar, Bibliothèque de la ville, cod. 717II (Nr. 51.1.1.).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 51.1: 90v. Leben der heiligen Afra: Titelbild: Afra und Hilaria, reitend.

Abb. 51.2: 113r. Leben der heiligen Afra: Martyrium Afras.

Abb. 51.1.
Abb. 51.2.