106.2.7. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 79.1 Aug. 2º
Bearbeitet von Dagmar Hüpper und Jonas Kemper
KdiH-Band 10
15. Jahrhundert.
Oberrhein (?).
Siehe zu dieser Handschrift künftig Nr. 114.6.31.
| 1. | 1r–362v |
›Elsässische Legenda aurea‹
Winterteil
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| 2. | 365r–400r |
›Schachzabelbuch‹
Zweite Prosafassung; siehe Nr. 114.6.31.
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| 3. | 402r–411v | Heinrich Fuller von Hagenau, ›Opus de moribus prelatorum‹, deutsch |
| 4. | 411v–413v | ›Lehre vom Haushaben‹ |
| 5. | 416r–445r |
›Goldene Bulle‹ Karls IV. (von 1356)
mit Register (416r–v), ab 438v Metzer Gesetze: Hie nach stand ettliche keyserliche gesaczte zu Metze verkundt vnd geoffenbart
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| 6. | 445v–448r | Verse und Urkunde zur Absetzung König Wenzels |
| 7. | 449r–450r |
›Mainzer Reichslandfriede‹ Friedrichs II. (von 1235)
Fragment
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Papier (in Faszikel II vereinzelt Pergament: Bl. 365f., 374–376, 387f., 399f., 410f., 416, 445), III + 451 + III Blätter (alte Foliierung in Faszikel II zählt ab 365r von 1r–86r), 285 × 200 mm, Bastarda, zwei Hände (I: 1–363, II: 364–451), Faszikel I: zweispaltig, 26 Zeilen, Faszikel II: einspaltig, 30–31 Zeilen, große farbige Initiale mit Ranken (416v), goldene A-Unziale am Anfang des Gebetes (416r), rote und blaue Lombarden (oder Lücken), Rubrizierung.
oberrheinisch, in Faszikel II mit mitteldeutschem Einschlag (?);
Eine kolorierte Federzeichnung zu Text 5 (416r), 15 zu Text 2 (siehe Nr. 114.6.31.) von demselben Maler. – Text 5: Christliche Ikonografie.
Die leicht beschädigte Darstellung ist 17 Zeilen hoch, der Rahmen ist unausgefüllt geblieben.
Auf einem goldgelben Baldachinthron mit Stufenerhöhung sitzt Christus (mit ursprünglich wohl goldenem Nimbus). In einer Hand hält er eine Sphärenkugel mit Kreuz, die andere hat er zum Segensgestus erhoben. Da der obere Teil des Bildes (Nimbus, Gesicht und rechter Arm) beschädigt oder abgenutzt ist, könnte man in der Figur auch einen Herrscher (Thronbild) vermuten. Der Vergleich mit der Königsfigur (Reichsapfel, Zepter, Pelzbesatz am Mantel, andere Thronarchitektur) im ›Schachzabelbuch‹ (367v) macht aber deutlich, dass es sich um Christus handelt. – Die Illustration befindet sich neben dem Eingangsgebet, das dem Register zur ›GB‹ vorangestellt ist.
schmale Palette aus Gelb/Gold, Violett, Grün und blassem Blau.
Abb. 120: 416r. Christus.