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Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters (KdiH)

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Database 'Deutschsprachige illustrierte Handschriften des Mittelalters'

In spring 2016 our database Deutschsprachige illustrierte Handschriften des Mittelalters has been released. At this stage the subject categories 1–70 can be read and searched online. The online range is continuously extended: https://www.kdih.badw.de/datenbank


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Tagung 2019: Maximilian I. und die Buchkultur – Bild und Text

11.–13. Juli 2019

Die Tagung „Maximilian I. und die Buchkultur – Bild und Text“ widmet sich Untersuchungen, die nach dem Umgang mit dem Buch, der Schrift, der Handschrift oder dem Druck sowie dem Aufeinandertreffen von neuen und alten Medien oder bildlichen und textlichen Darstellungen im Umfeld des Kaisers Maximilian I. fragen.

Die Handschriften und Druckwerke, die in diesem Kontext entstanden sind, lassen sich durch ihre reichen Bild-Text-Bezüge charakterisieren und zeigen, dass Bild und Text stets zusammen gedacht wurden. Darüber hinaus wurden neue Medien, Bild- und Textkombinationen und Techniken erkundet und auf die Probe gestellt, ohne Kontinuitäten und handschriftliche Traditionen aus dem Auge zu verlieren. In diesem Zusammenhang sind Fragen an das Material, technische Aspekte sowie Fragen nach medialen Imitationen und Bezügen für die Tagung zentral. Zudem muss der Monarch aufgrund diplomatischer oder verwandtschaftlicher Kontakte ständig Büchersammler, Humanisten, Produzenten von Büchern etc. aus ganz Europa – von Portugal über Burgund und Italien bis Ungarn – vor Augen gehabt haben. Objekte, in denen der Kaiser eine zentrale Rolle spielt, die im Umfeld des Herrschers entstanden sind oder von ihm in Auftrag gegeben wurden, erfordern daher einen Dialog über die Fachgrenzen hinaus, zumal sich die Überlieferung heute zum Teil sehr verstreut darstellt.

Die Vielfalt an maximilianischen Buchaufträgen ist groß: Vom Zeugbuch über das Ambraser Heldenbuch, zum Theuerdank und der Übersetzung der Hieroglyphica des Horapollon spannt sich ein weiter Bogen. Seine Aufträge umfassen sowohl traditionelle Handschriften oder prächtig illustrierte Inventare, aber auch Erzeugnisse des Buchdrucks. Bekannt geworden sind vor allem die sogenannten „Gedechtnus-Werke“, die nach Maximilians Tod 1519 überwiegend unvollendet zurückblieben. Doch nutzte er die Druckerpresse auch für Reichspublizistik, Flugblätter und Großdrucke wie die Ehrenpforte oder der Triumphzug. Trotz des heterogenen Inhalts seiner Auftragswerke lässt sich ein Element bei allen beobachten: die Kombination aus Bild und Text, die auch im „Weißkunig“ thematisiert wird: „Und damit ich anfang meines [Cron] puechsainerklerung zu machen, so hab ich zu der geschrift gestellt figuren, gemalt, damit das der leser [so] mit [äugen] mund und äugen mag versten den grund dises gemelds meines puechs, welchen grund ich gestellt hab, gleichermassen die croniken geschriben und figurirt werden, wie ich dann solhes aus andern meinen vordem cronikisten gesehen hab.“ (zitiert nach Schultz 1888, S. XVI)

Besonders die „Gedechtnus-Werke“ waren in imperialer Größe angedacht: Ihre Bilder sollten sich nicht wiederholen, wie es für Drucke in dieser Zeit eigentlich üblich war. Gleichzeitig erweiterte Maximilian den Umfang der Werke kontinuierlich, was den Abschluss der Werke unmöglich machte. Penibel wurde jede einzelne Entwicklungsstufe korrigiert und Vertrauten zu weiteren Korrekturen übergeben: Bis in die Korrektur einzelner Schrifttypen, wie es für Maximilians „Neues Gebetbuch“ belegt ist, ging die kaiserliche Kontrolle.

Die Tagung „Maximilian I. und die Buchkultur – Bild und Text“ soll zur intermedialen und interdisziplinären Betrachtung der Werke von und um Maximilian I. einladen. Für den „Katalog der deutschsprachigen, illustrierten Handschriften des Mittelalters“ wurde der Bild-Text-Bezug der „Maximilianea“ erarbeitet, die Ergebnisse werden 2020 erscheinen.

Flyer

Veranstalter:
Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, Projekt an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München
Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters in Zusammenarbeit mit dem Jakob-Fugger-Zentrum für Transnationale Studien, Universität Augsburg
Maximilianmuseum, Augsburg
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München


Oktober 2018: Vor dem Druck und nach dem Druck: Online-Publikation eines Handschriften-Katalogs

Vortrag von Nicola Zotz zusammen mit Stefan Müller (IT, Bayerische Akademie der Wissenschaften) im Rahmen des Workshops "(Digitale) Publikationesformen. Geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung zwischen Buchdeckel, Portalen und Daten-Schnittstellen" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und der Union der deutschen Akademie der Wissenschaften

Der Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters (KdiH), Projekt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, beschreibt alle bis ca. 1520 entstandenen Handschriften, in denen deutsche Texte gemeinsam mit Bildern überliefert sind. Insgesamt erfasst der seit 1986 in Lieferungen erscheinende Katalog etwa 2500 Handschriften, die nach einem standardisierten Verfahren beschrieben werden. Wegen der gleich aufgebauten Artikel bot sich die Überführung der bereits gedruckten Texte in eine relationale Datenbank an. Seit 2016 ist Band 1 des Katalogs online zugänglich. Gleichzeitig wurde eine Bearbeitungsoberfläche erarbeitet, die es ermöglicht, neue Texte direkt in der Datenbank zu erstellen und aus ihr Satzvorlagen zu generieren. Dieser doppelte Anspruch (Online-Präsentation der gedruckten Bände und optimierte Textverarbeitungsbedingungen) hat Ende 2017 zu dem Entschluss geführt, Eingabe- und Ausgabeseite technisch zu trennen. Der Vortrag stellt die inhaltlichen und technischen Bedingungen vor, die bei der Aufbereitung der über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten entstandenen Daten zu berücksichtigen waren, und präsentiert Überlegungen und Ergebnisse auf dem Weg der Online-Publikation eines wissenschaftlichen Standardwerkes.


Mai-Juni 2018: Forschungsaufenthalt von Sarah DeMaris

Sarah DeMaris ist germanistische Mediävistin und Senior Research Professor an der Valparaiso University (Indiana, USA). Ihre Forschung konzentriert sich auf die dominikanische Reformbewegung im 15. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf Texten für oder von Dominikanerinnen. Sie nimmt momentan einen Forschungsaufenthalt in München wahr und bearbeitet die Stoffgruppe „Ordensregeln“ für den KdiH.

Am 25.4. hielt sie einen Vortrag zur Gattungsbewussten Überlieferung dominikanischer Schwesternbücher in spätmittelalterlichen Frauenklöstern, moderiert von Wolfgang Augustyn (Zentralinstitut für Kunstgeschichte).


April 2018 - Abendvortrag

Prof. Dr. Sarah DeMaris, Valparaiso University (Indiana, USA)

Von vorbildlichen Frauen berichten. Gattungsbewusste Überlieferung dominikanischer Schwesternbücher in spätmittelalterlichen Frauenklöstern

25. April 2018 18.15 Uhr

Bayerische Akademie der Wissenschaften
Alfons-Goppel-Straße 11
80539 München
Sitzungssaal 1, 1. Stock

Johannes Meyer OP (1422–1485) war mehr als 30 Jahre lang Beichtvater in mehreren Dominikanerinnenklöstern im deutschen Südwesten. Er diente den Ordensschwestern auch durch seine zahlreichen Schriften, die die Schwestern zum Gehorsam anleiten sollten. Darunter waren Redaktionen sogenannter Schwesternbücher: Kurzbiographien vorbildlicher Schwestern, deren Taten und Frömmigkeit in den eigenen Klöstern festgehalten wurden. Fast gleichzeitig bearbeitete Elisabeth Kempf (1415–1485), Priorin des Dominikanerinnenklosters Unterlinden in Colmar, das Schwesternbuch ihres Klosters. Es gibt keinen urkundlichen Nachweis, dass die zwei Dominikaner sich je begegnet sind. Trotzdem stellt der Vortrag die Frage, ob Meyer und Kempf sich gegenseitig beeinflussten und inwieweit es ihnen bewusst war, dass sie mit einer literarischen Gattung arbeiteten, gegen deren Regeln sie nicht verstoßen durften.


2017

Erschienen: Band 7 des KdiH (59. Historienbibeln – 70. Kräuterbücher)


Past Events

Conference 2019: Maximilian I. und die Buchkultur – Bild und Text

11.–13. Juli 2019

Die Tagung „Maximilian I. und die Buchkultur – Bild und Text“ widmet sich Untersuchungen, die nach dem Umgang mit dem Buch, der Schrift, der Handschrift oder dem Druck sowie dem Aufeinandertreffen von neuen und alten Medien oder bildlichen und textlichen Darstellungen im Umfeld des Kaisers Maximilian I. fragen.

Die Handschriften und Druckwerke, die in diesem Kontext entstanden sind, lassen sich durch ihre reichen Bild-Text-Bezüge charakterisieren und zeigen, dass Bild und Text stets zusammen gedacht wurden. Darüber hinaus wurden neue Medien, Bild- und Textkombinationen und Techniken erkundet und auf die Probe gestellt, ohne Kontinuitäten und handschriftliche Traditionen aus dem Auge zu verlieren. In diesem Zusammenhang sind Fragen an das Material, technische Aspekte sowie Fragen nach medialen Imitationen und Bezügen für die Tagung zentral. Zudem muss der Monarch aufgrund diplomatischer oder verwandtschaftlicher Kontakte ständig Büchersammler, Humanisten, Produzenten von Büchern etc. aus ganz Europa – von Portugal über Burgund und Italien bis Ungarn – vor Augen gehabt haben. Objekte, in denen der Kaiser eine zentrale Rolle spielt, die im Umfeld des Herrschers entstanden sind oder von ihm in Auftrag gegeben wurden, erfordern daher einen Dialog über die Fachgrenzen hinaus, zumal sich die Überlieferung heute zum Teil sehr verstreut darstellt.

Program


Lecture - October 2018: Vor dem Druck und nach dem Druck: Online-Publikation eines Handschriften-Katalogs

Vortrag von Nicola Zotz zusammen mit Stefan Müller (IT, Bayerische Akademie der Wissenschaften) im Rahmen des Workshops "(Digitale) Publikationesformen. Geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung zwischen Buchdeckel, Portalen und Daten-Schnittstellen" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und der Union der deutschen Akademie der Wissenschaften


Lecture - April 2018

Prof. Dr. Sarah DeMaris, Valparaiso University (Indiana, USA)

Von vorbildlichen Frauen berichten.
Gattungsbewusste Überlieferung dominikanischer Schwesternbücher in spätmittelalterlichen Frauenklöstern

25. April 2018 18.15 Uhr

 

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Conference - Summer 2016: Bilderwelten erschließen: 30 Jahre KdiH

Join us in celebration and participate in our conference from September 7th- 9th, 2016 at the Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München (Bavarian Academy of Sciences and Humanities)

7.–9. September 2016
Bayerische Akademie der Wissenschaften // Alfons-Goppel-Straße 11 // 80539 München, Sitzungssaal 1, 1. Stock

Participants will also have the chance to visit to the exhibition „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ at the Bayerische Staatsbibliothek.

Conference Subject

In the Middle Ages literary subject matters (French: matières) could be newly interpreted and understood not only through processing the text but also based on their illustrations. The interpretation of text traditions mirrors current knowledge, ethical interpretations, new reflections or even reinterpretations. Presentations at the KdiH’s anniversary conference address this text-image access of literary traditions in the German-language regions. Subjects could be the long-term impact of iconographic and literary traditions as well as individual short term phenomena or experiments. The transfer of images and German-language texts into early prints is addressed as well as medieval text-image-combinations, referring to other objects or media beyond the manuscript itself (small sculptures, clothing, mural painting, single-page woodcuts, etc.). Still the text with its prospective strategies of access and visualization in the German-language context, passed on in manuscripts ranging from functional literature and literary topics to sacred texts, will remain the initial point.

The KdiH focuses on the elaboration of text image interrelations. Presentations therefore should be designed to promote the interdisciplinary dialogue. Moderators and speakers will be assigned to facilitate exchanges among the represented disciplines (book studies, German literary studies, history, art history etc.)


2015

Erschienen: Band 6 des KdiH (44. Geistliche Lehren und Erbauungsbücher – 57. ‚Herzog Ernst‘)