KdiH

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51.17.3a. Moskva, Rossijskaja gosudarstvennaja biblioteka (Russische Staatsbibliothek), NIOR (Naučno-issledovatel’skij otdel rukopisej; Wissenschaftliche Handschriftenabteilung), Fonds 68, Nr. 446

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

Ergänzung zum gedruckten KdiH

Datierung:

Teil I: 17. Oktober 1477. Teil II: 1470er Jahre (Ganina [2014]; siehe unten: LIteratur], S. 179f.).

Lokalisierung:

Straßburg.

Besitzgeschichte:

Aus dem Straßburger Reuerinnenkloster St. Magdalena (fragmentarischer Besitzvermerk 2r). 1929 aus Bibliothek des General- und Hauptstabs in St. Petersburg in die Russische Staatsbibliothek (damals: Lenin-Bibliothek, Altsignatur F. 183, No 1310; vgl. Ganina S. 176) übergegangen.

(Blattangaben nach Ganina [2014])

Inhalt:
1. 2v–58v Leben der heiligen Katharina von Alexandrien

Assion (1983) Sp. 1067 (deutsche Fassung XXII, ohne diese Handschrift); Williams-Krapp (1986): Katharina von Alexandrien (12), ohne diese Handschrift)

2v Gebet an die hl. Katharina

3r–28r ›Conversio‹, mit Vorrede [H]odie chori celestis curie. [H]út sint die chöre des himelschen hofes …

28r–55r ›Passio‹, mit Vorrede

55r–58v Mirakel

2. 59r–73r Leben der heiligen Barbara, Prosa

nicht bei Williams-Krapp (1986), bislang einzige Überlieferung

59r–60r Vorrede [H]út ist vns min allerliepsten ein für clores hochzit lúchten …

60r–68v Text In den ziten des kaisers Maxencius wz ein heidenscher fürst …

68v–71r Mirakel

71r–73r Anhang Dis ist ein geistliches ingrün …

3. 75r–128r Johannes Kreutzer, ›Geistlicher Mai‹
4. 128r–149v Johannes Kreutzer: ›Geistliche Ernte‹
5. 149v–154r Johannes Kreutzer: ›Herbstjubel‹ (Ganina [2016]: ›Herbstmost‹) I-II
zu Text 3.-5. Volker Honemann: Kreutzer, Johannes. In: ²VL 2 (1985), S. 358-363, hier Sp. 361
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament (1–73) und Papier (74–153), 154 Blätter (nach Wiederherstellung der richtigen Blattfolge 2014; 73v–74v und 154v leer), Teil I (Blatt 1–73): 135 × 88 mm, einspaltig, 28 Zeilen, Bastarda (Katharina Ingoltin, datierter Kolophon 58v; weitere Handschriften von ihrer Hand nennt Palmer [siehe unten: Literatur] S. 275–279), rote Überschriften und Strichel, schwarz-rote Lombarden; Teil II (Blatt 74–153): 155 × 100 mm, Bastarda, einspaltig, 26–28 Zeilen.

Schreibsprache:

niederalemannisch.

II. Bildausstattung:

Eine historisierte Initiale zu Text 2 (3r), eine Schmuckinitiale zu Text 3 (59r). Deckfarbenmalerei. Vor allem 3r durch Wasserschaden sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Die H-Initiale 3r in Blattgold über sieben Zeilen, als Binnenmalerei in Deckfarben die heilige Katharina in rotem Kleid auf einer grünen Grasfläche stehend, mit zum Boden gesenkten Schwert in der rechten Hand (Nimbus, Kragen und Schwert ehemals Gold); zu ihren Füßen das Rad und nicht mehr erkennbare blaue Gegenstände. Der Schriftspiegel zweiseitig (innerer und unterer Randsteg) umrahmt von grüner Ranke mit rosenartigen Blüten. Auf dem äußeren Randsteg unten die unkolorierte Zeichnung einer Reuerin, seitenvertauscht nahezu identisch mit Berlin, Ms. germ. quart. 1877, 2v (siehe Nr. 51.9.1.), mit Spruchband Ora pro me […] (rot), von ihrem Kopf geht wie in der Berliner Handschrift ein Rankenzweig aus, ebenfalls unkoloriert, gesäumt von Federrispen. Über dem Kopf der Reuerin eine Eule, auch nicht koloriert, jedoch grün hinterfangen. – 59r H-Initiale in Blattgold vor quadratischem, in Rot mit Deckweißmuster ausgemaltem Hintergrund über 16 Zeilen, mit kurzer Blütenranke (wie 3r). Im Binnenraum Blüte mit (im Wechsel) fünf blauen und fünf goldenen Blättern vor Rautendekor. Ein Zeichner.

Literatur:

Inna Mokretsova: Katalog srednevekovych zapadnoevropejskich illjustrirovannych rukopisnych knig v sobranijach Moskvy / Catalogue of Medieval West-European Illuminated Manuscripts in Moscow Collections. Moskva 2010, S. 71f. und 251f., Nr. 12, Tafel 12 (3r); Daria Barow-Vassilevitch / Marie-Luise Heckmann: Katalog der abendländischen Handschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Beständen der Russischen Staatsbibliothek (Moskau). [im Druck]. – Nigel F. Palmer: Die Münchner Perikopenhandschrift Cgm 157 und die Handschriftenproduktion des Straßburger Reuerinnenklosters im späten 15. Jahrhundert. In: Kulturtopographie des deutschsprachigen Südwestens im späteren Mittelalter. Studien und Texte. Hrsg. von Barbara Fleith und René Wetzel. Berlin/New York 2009 (Kulturtopographie des alemannischen Raums 1), S. 263–300, hier S. 275, Nr. 5; Catharine Squires: Handschriften in deutscher Sprache bis 1500 aus Moskauer Sammlungen. In: Manuscripta germanica. Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters in Bibliotheken und Archiven Osteuropas. Hrsg. von Astrid Breith u.a. Stuttgart 2012 (ZfdA, Beiheft 15), S. 73–92, hier S. 74f.; Natalija Ganina: Dis bůch gehort in daz closter zůn ruwerin in Stroßburg: Die Straßburger Sammelhandschrift (Moskau, RSB, f. 68, No 446). In: Indoevropejskoe jazykoznanie i klassičeskaja filologija. – XVIII. Materialy čtenij, posvjaščennych pamjati professora Iosifa Moiseeviča Tronskogo. / Indo-european Linguistics and Classical Philology. – XVIII. Proceedings of the 18th Conference in Memory of Professor Joseph M. Tronsky. Hrsg. von Nikolai N. Kazansky. St. Petersburg 2014, S. 175–185; Natalija Ganina: ›Bräute Christi‹. Legenden und Traktate aus dem Straßburger Magdalenenkloster. Edition und Untersuchungen. Berlin / Boston 2016 (Kulturtopographie des alemannischen Raums 7), passim, Abb. 4 (3r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus