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27.0.1. Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2º 19

Bearbeitet von Christine Stöllinger-Löser

KdiH-Band 4/1

Datierung:

2. Viertel 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Raum Nürnberg.

Besitzgeschichte:

Aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Nürnberg (im alten Katalog unter der Signatur A XIV); von Klara Keiperin 1447 ins Kloster mitgebracht. Nach der Säkularisation 1812 Erwerbung durch Fürst Ludwig zu Oettingen-Wallerstein (vgl. Schneider [1988] S. 16); seit dem Erwerb der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek (Harburg) durch den Freistaat Bayern 1980 in der Augsburger Universitätsbibliothek.

Inhalt:
1. Ira–264ra Hugo Ripelin von Straßburg, ›Compendium theologicae veritatis‹, deutsch

(rheinfränkische Version [A])

2. 264ra–vb 24 Aussagen über Gott
3. 265ra–va Gedächtniskunst
4. 268v und rückwärtiger Spiegel: Exzerpte aus Hugo Ripelin, ›Compendium theologicae veritatis‹
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier und Pergament, II + 268 Blätter, 300 × 210 mm, zweispaltig, 33–39 (265r: 45) Zeilen, drei Schreiber, Bastarden: Ir–264v (Hauptschreiberin; nicht Kunigund Niklasin, vgl. Schneider [1988] S. 180, gegen Steer [1981] S. 308) und 265ra–va, Kursive (268v und Spiegel im Rückendeckel), Rubrizierung bis 265r (rote Kapitelüberschriften und dreizeilige Initialen der Kapitelanfänge, rote Blattzählung). Im Vorderdeckel eingeklebter Papierzettel mit Inhaltsangabe von der Hand der Kunigund Niklasin. Im Spiegel des Rückendeckels Kostenrechnung für diese Handschrift (Abb. bei Steer [1981] S. 305).

Schreibsprache:

nordbairisch.

II. Bildausstattung:

1ra Blattgoldinitiale D, ca. 40 × 35 mm, auf blauem, rechteckig geschwungenem Rahmen mit Deckfarbenornamenten, im Binnenraum ein Dominikaner in weißem Unterkleid und schwarzem Mantel, tonsuriert, mit aufgeschlagenem Buch (wohl der Autor Hugo Ripelin und nicht Thomas von Aquin gemeint, da ohne Nimbus) vor rotem Hintergrund mit geometrischen Goldornamenten auf grünem Wiesenstück. Dreiseitige farbige Stabranke mit Blättern, Schmuckkugeln, Blüten und einem Vogel mit gespreizten Flügeln, Deckfarben. 1va Blattgoldinitiale D mit violettem ornamentierten Binnenraum, dreiseitige Stabranke mit Blättern und Blüten. Zu Beginn der einzelnen Bücher auf den Pergamentblättern 8–11-zeilige blaue-rote und rot-violette Fleuronnée-Initialen mit ausgesparten Ornamenten (35ra, 82rb, 116va, 148va, 199va, 239ra).

Die Illustrierung ist wahrscheinlich im Nürnberger Dominikanerkloster und nicht vor 1442 erfolgt. Der Stil ist dem der lateinischen Handschriften Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. II,9, Cent. II,8 und Cent. III,3 vergleichbar; die Goldinitiale in Cent. II,9 (dargestellt der Dominikaner Johannes Nider mit aufgeschlagenem Buch, hier ausdrucksvoller und plastischer ausgeführt als in der Augsburger Handschrift), dürfte als Vorlage der Augsburger Handschrift gedient haben; vgl. Steer (1981) S. 308 ff. Pfändtner (2004, Textband S. 53 f.) identifiziert zumindest den Maler der Rankenornamente auch in den Nürnberger Handschriften Cent. I, 34 und Cent. III, 42 (Nr. 14.0.16.) und weist auf böhmischen Einfluß hin.

Farben:

Braun, Ocker, Rosa (Lila), Blau, Grün, Gelb, Rot, Gold.

Literatur:

Schneider (1988) S. 180 f. – Kurt ruh: Geistliche Prosa. In: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft. Bd. 8: Europäisches Spätmittelalter, hrsg. von Willi Erzgräber. Wiesbaden 1978, s. 565–605, hier S. 573 Abb. (Autorbildnis in Initiale); Steer (1981) S. 301–310, Taf. 21–23, 27 (Bl. 1r, 1v und Ausschnitt von 1r); Steer (1983) Sp. 259; Karin Schneider: Die Bibliothek des Katharinenklosters in Nürnberg. In: Studien zum städtischen Bildungswesen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, hrsg. von Bernd Möller, Hans Patze und Karl Stackmann. Göttingen 1983, S. 70–82, hier S. 78f.; Pfändtner (2004) Textband S. 48 Anm. 29, S. 53 f., Tafelband S. 63 Abb. 73 (1r).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. I: 1r. Hugo Ripelin von Straßburg, ›Compendium theologicae veritatis‹: Autorbild, wohl Hugo Ripelin (historisierte Eingangsinitiale).

Taf. I.