KdiH

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97.1.4. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 8201d

Bearbeitet von Sarah Glenn DeMaris

KdiH-Band 9

Datierung:

1414.

Lokalisierung:

Niederbayern.

Besitzgeschichte:

Geschrieben im Benediktinerkloster Metten im Auftrag des Abtes Petrus I. Das Kloster wurde 1803 säkularisiert, wodurch die Handschrift nach München kam.

Inhalt: Ausführlichere Beschreibung des Inhalts bei Suckale (2012) S. 55.
1. 2ra–49rb Benediktinerregel, lateinisch
2. 49rb–92va Bendektinerregel, deutsch
49rb–51va Vorrede; 51va–92va Regel
3. 92va–94vb ›Speculum monachorum‹
4. 94vb–106vb Hildegard von Bingen, Kommentar zur Benediktinerregel, lateinisch
PL 197, 1053–1066, Auszüge
5. 106vb–113ra Hec verba sancti patris Benedicti reperta sunt …
6. 113rb–120vb Visitationsschreiben des hl. Albertus Magnus (1261), lateinisch
7. 121ra–143va Text über Visitationen, lateinisch
8. 143va–144va Petrus von Rosenheim, ›Regula sancti Benedicti metrica‹
9. 145ra–202vb Wilhelm Peraldus, ›De professione monachorum‹
hier einem Abt Johannes zugeschrieben
10. 203ra–213ra Humbert de Romans, ›De tribus votis substantialibus religionis‹
11. 213v–215r Begriffsstemmata, lateinisch
12. 215va–vb ›De capitulo scribendo‹
13. 216r Dedikationsinschrift, lateinisch
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 217 Blätter, durchschnittlich 330 × 250 mm, Textura, mehrere Hände (nach Suckale [2012] S. 20 nur schwer zu unterscheiden), zweispaltig (213v–215r und 216r einspaltig), durchschnittlich 26 Zeilen, 85 Deckfarbeninitialen, rote Kapitelüberschriften, rot gestrichelte Majuskeln, viele meist zweizeilige Lombarden mit Fleuronné (rote Lombarden mit blauem oder braunem Fleuronné; blaue Lombarden mit rotem oder lila Fleuronné), einzeilige rote oder blaue Lombarden.

Schreibsprache:

bairisch-österreichisch.

II. Bildausstattung:

Text 1: eine ganzseitige Federzeichnung als Widmungsbild (1v), zwei historisierte Deckfarbeninitialen (2ra, 4rb), 72 Deckfarbenminiaturen; Text 2: zwei Deckfarbenminiaturen, 38 Federzeichnungen, 46 Bildfreiräume; Text 4, 6, 7: je ein Bildfreiraum. Folioangaben der historisierten Initialen, Miniaturen und Federzeichnungen bei Suckale (2012, S. 32–53).

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Die 115 Bilder der Mettener Regelhandschrift werden alle bei Suckale (2012, S. 32–53) beschrieben.

Die Mettener Handschrift überliefert zuerst den lateinischen und dann den deutschen Regeltext mit einem durchlaufenden Bilderzyklus, der das Leben des hl. Benedikt illustriert. Mit Gregors Benedikt-Vita (zweites Buch der Dialoge, PL 66, Sp. 125–204) als Leitfaden schrieb Abt Hermann (Abtei Schuttern in der Ortenau) ca. 110–115 zweizeilige Merkverse, die ebenso viele Bilder über Benedikts Leben begleiteten. Der Bilderzyklus (mit Merkversen) wird in mehreren Handschriften überliefert, aber nur in Nr. 97.1.4. wird der Bilderzyklus (genannt ›Bis-bini-Vita‹ nach den Anfangsworten der ersten beiden Merkverse) in den Text der Benediktinerregel physisch integriert (ausführliche Beschreibung der ›Bis-bini-Vita‹ in anderen Handschriften bei Suckale [2012] S. 24–32). Obwohl integriert, kann der Bilderzyklus nur als Illustration zum Regeltext verstanden werden, insofern beide – Bilderzyklus und Regeltext – Benedikt betreffen: ein Bild des Teufels, der sich bei Benedikt beschwert (PL 66, Sp. 152), dient zum Beispiel als Einführung zum 35. Kapitel des lateinischen Regeltextes, das den Küchendienst im Konvent behandelt. Diese ungeschickte Zusammenstellung kam wohl zustande, weil im Bilderzyklus die Teufelsszene folgte.

Am Anfang jedes Regelkapitels und an wichtigen Übergangspunkten innerhalb eines Kapitels war eine historisierte Deckfarbenminiatur und eine Deckfarbeninitiale vorgesehen (auf 1r und 4r gibt es stattdessen jeweils eine historisierte Initiale), sowohl für den lateinischen als auch für den deutschen Regeltext. Weil aber der Benedikt-Bilderzyklus aus 115 Bildern besteht und die Benediktinerregel 73 Kapitel hat, gab es nicht genug Bilder für beide Texte, denn man hätte mit 146 Bildern für die insgesamt 146 Kapitel (zweimal 73) rechnen müssen. Die ersten 75 von den insgesamt 115 Bildern des Bilderzyklus zieren die lateinische Regel, aber es blieben dann nur noch 40 für die deutsche Regel übrig. Deshalb gibt es in der deutschen Regel ab dem 39. Kapitel (und auch vor einigen früheren Kapiteln oder Unterkapiteln) nur Platzhalter für weitere nicht ausgeführte Bilder. Und von den 40 Bildern, die für die deutsche Regel noch zur Verfügung standen, wurden nur zwei als Deckfarbenminiaturen ausgeführt (73rb und 73va [= 37. und 38. Kapitel]), vielleicht weil man merkte, dass das Bildprogramm nicht ausführbar war. Die übrigen 38 Bilder sind Federzeichnungen, wahrscheinlich Vorzeichnungen für die nie fertiggestellten Malereien.

Für die anderen Texte der Handschrift war wohl ein einfacheres Bildprogramm geplant. Größere Platzhalter für Miniaturen oder Initialen gibt es nur dreimal (94vb, 113rb, 121ra).

Farben:

Hell- und Dunkelgrün, Blau, Braun, Malvenfarbe, Rot, Weiß, Schwarz, Blattgold, Lila, Beige.

Literatur:

Halm (1874) S. 7. – Bayerns Kirche im Mittelalter (1960) S. 32, Nr. 152; Benediktregel in Bayern (1980) S. 27, Nr. 8, Frontispiz (18r); Suckale (2012) S. 32–53.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 185: 69va. Der hl. Benedikt schreibt die Regel.

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Abb. 185.