KdiH

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63.5.4. Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. V, App. 34ª

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 7

Gesamtbeschreibung siehe Nr. 15.4.5.

Datierung:

2. Hälfte 15. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Nordbayern.

siehe Nr. 15.4.5. und 24.0.3.

Inhalt:
7. 155v–162v ›Die fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht‹, Inc. Hie heben sich an die funffzechen zeychen [...] als sant Jeronimus gefunden hat. Item das erst zaychen das sich daz meer auf wirt richten vierczig ellen hoch ...
I. Kodikologische Beschreibung:

Kodikologische Beschreibung siehe Nr. 15.4.5. und 24.0.3.

II. Bildausstattung:

Zu Text 7 15 kolorierte Federzeichnungen mit kurzen deutschen Überschriften (155v, 156r, 156v, 157r, 157v, 158r, 158v, 159r, 159v, 160r, 160v, 161r, 161v, 162r, 162v). Von derselben Hand wie die übrige Bildausstattung der Handschrift.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung:

Ganzseitige, in dicken roten Pinselstrichen eingefasste Bilder mit zwei- bis vierzeiligen Bildüberschriften am oberen Randsteg, die das jeweilige Vorzeichen des Jüngsten Gerichts benennen und auslegen. Nahezu expressionistisch wirkende Darstellungen: Landschaftsformationen mit hochliegendem Horizont, einzelne Konturlinien in kräftigen Pinselstrichen betont. Anfangs (155v, 156r, 157r, 159r) im Hintergrund flüchtig gezeichnete Stadtkulissen, dahinter verlieren sich hellblau lavierte Erhebungen am Horizont; noch bis 160v (nur noch hellblaue Hintergrundberge) wird durch Luftperspektive räumliche Tiefe einer bewohnbaren Erde evoziert. 160r und 161r ist die Darstellung des 11. und 13. Zeichens auf eine Erdscheibe als Bild im Bild projiziert, die Himmelsstreifen oben und unten am Bildrand bezeichnen kosmischen Raum.

Bildthemen:

Die Reihenfolge und Charakterisierung der Zeichen weicht vom 5. Zeichen an von der konventionellen Folge ab: Das sonst durch zwei Ereignisse (Bäume schwitzen Blut, Vögel versammeln sich) charakterisierte 5. Zeichen wird aufgespalten, hinzu tritt mit dem nun 8. Zeichen ein ganz neues, dafür wird auf sonst gängige Vorzeichen verzichtet bzw. es werden Zeichen zusammengeführt (z. B. das 15. Zeichen): 1. Zeichen: Meer erhebt sich; 2. Zeichen: Meer verschwindet; 3. Zeichen: Fische und Meeresungeheuer schreien; 4. Zeichen: Meere und Gewässer brennen; 5. Zeichen: Bäume schwitzen Blut; 6. Zeichen: Vögel versammeln sich; 7. Zeichen: Gebäude stürzen ein; 8. Zeichen: Feuerblitze am Firmament von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang; 9. Zeichen: Felsen schlagen zusammen; 10. Zeichen: Erdbeben, Menschen und Tiere fallen zu Boden; 11. Zeichen: Menschen kommen verstört aus den Höhlen; 12. Zeichen: Einebnung der Erde; 13. Zeichen: Auferstehung der Menschen aus ihren Gräbern; 14. Zeichen: Sterne bluten feurige Flammen; 15. Zeichen: alle übrigen Menschen sterben und auferstehen mit den anderen. Die Zeichnung zum 15. Zeichen nimmt mit den beiden Posaunen, die von oben über dem Gräberfeld erschallen, die Ikonographie der Weltgerichtsdarstellung auf, die hier nicht ausgeführt ist.

Literatur:

Siehe Nr. 15.4.5. und 24.0.3. – Ergänzend: Gerhardt/Palmer (2000) K 42 B; Wagner (2016) S. 84, 110, Abb. 28 (161r).

Anmerkungen:

Siehe auch Nr. 67.11.1. und Stoffgruppe 85. Mariendichtung.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Taf. XXIIc: Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. V, App. 34 ͣ, 160r. Die fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht: 10. Zeichen: Erdbeben.

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Taf. XXIIc.